27. Shevat 5784

Nachdem Netanyahu sich schon mit seinem völlig aus dem Ruder gelaufenen Sohn Yair rumplagen musste, bevor der sich aus dem Regen in das sonnige Florida zurückzog, macht jetzt ein anderer Sohn von sich reden. Und wie es so schön heisst, ‘wie der Herr, so’s Gescherr’.

Shuvael Ben-Gvir postete in seinem X-Account: «In diesen schwierigen Zeiten ist es wichtig, das Bewusstsein für die Alzheimer-Krankheit zu schärfen, eine degenerative Erkrankung des Gehirns, die die häufigste Ursache für einen kognitiven Rückgang ist, sowie für die Altersdemenz, eine ernste Krankheit, die die menschlichen Funktionen und Fähigkeiten beeinträchtigt.» Nicht, dass er damit einen Aufsatz in der Schule begann, nein, der Text richtete sich gegen US-Präsident Joe Biden. Auch wenn er den Text wieder löschte, im Internet gibt es immer jemanden, der schneller ist und bereits einen screenshot gemacht hat.

Vater Itamar musste sich entschuldigen, sprach von Respekt vor der Menschheit. Genau den hat er selbst nicht. Jetzt weiss er aber zumindest, wie schnell der Gegenwind einen ins Straucheln bringen kann.
Die UNRWA gab bekannt, dass sie hofft, erste Untersuchungsergebnisse zu den Vorwürfen gegen 12 ihrer Mitglieder bis Mittwoch, veröffentlichen zu können.
Einige Hundert Demonstranten blockieren nach wie vor den Warenübergang Kerem Shalom, um zu verhindern, dass Lieferungen in den Gazastreifen hineinfahren können. Der TV-Sender i24 berichtete gestern, dass die Demonstranten sogar bereits abgefertigte LKWs noch einmal stoppen und weitere Kontrollen vornehmen. Sollte die Ladung Nahrungsmittel beinhalten, werden die Fahrer aufgefordert, zurückzufahren. Einige LKW-Fahrer drehten tatsächlich um und versuchten, auf einem anderen Weg ihr Ziel zu erreichen. Diese Art von Selbstjustiz ist natürlich, wenn auch vor allem bei den Angehörigen von Geiseln verständlich, nicht zu rechtfertigen und schadet mehr, als sie nützt.
Seit dem frühen Morgen hat sich der Beschuss durch die Hisbollah aus dem südlichen Libanon auf Israel wieder intensiviert. Es gab mehrfach Alarm in den Kibbutzim und Orten entlang der Grenze. Während Bewohner jener Orte, die ausserhalb der 5km Sicherheitszone von der Grenze entfernt liegen, daran denken, langsam wieder zurückzukehren, müssen sich die Bewohner anderer Kibbutzim mit dem Gedanken vertraut machen, dass sie dauerhaft an anderen Orten ansässig werden müssen.




Dazu gehört auch der ‘Schweizer’ Kibbutz Hanita, der so dicht an der Grenze zum Libanon liegt, dass eine Rakete treffen und Schaden anrichten kann, bevor überhaupt ein Alarm ausgelöst werden kann. Heute Vormittag wurden zwei Soldaten durch eine Rakete aus dem Libanon in der Nähe von Margaliot verletzt. Die Hisbollah gab an, militärische Ziele in der Nähe von Maragliot und Rosh HaNikra angegriffen zu haben. Die IDF reagierte sofort mit gezieltem Beschuss auf terroristische Infrastrukturen in Mays al-Jabal.


Die Houthi-Rebellen gaben an, zwei Schiffe, die ‘Star Nasia’ und die ‘Morning Tide’, die unter der Flagge der Marshall Inseln und Barbados segeln, beschossen zu haben. Die ‘Star Nasia’ ist auf dem Weg vom ägyptischen Port Said nach Visakhapatnam in Indien, so wie am 17. Februar ankommen soll. Die ‘Morning Tide’, ein chinesisches Schiff, befindet sich ebenfalls auf dem Weg von Port Said, allerdings ist das Ziel, das sie am 18. Februar erreichen soll, nicht bekannt. Somit ist die Aussage von Houthi-Sprecher Yahya Saree falsch, der behauptet, es handele sich um US-amerikanische resp. britische Schiffe. Zwei Drohnen der Houthi-Rebellen wurden heute von US-amerikanischen Abwehrsystemen abgeschossen.
Die französische Aussenministerin Stephane Sejourne verlangt in Zusammenarbeit mit Katar einen stichhaltigen Beweis, dass die Medikamente, die Mitte Januar geliefert wurden, ihre Empfänger auch erreicht haben. Die Lieferung umfasste lebensnotwendige Medikamente für die israelischen Geiseln und im Verhältnis 1:10 allgemeine Medikamente für Zivilsten, Ärzte und Krankenhäuser im Gazastreifen. «Wir wissen, dass die Medikamente tatsächlich in den Gazastreifen gelangt sind. Die Modalitäten der Übergabe an die Geiseln wurden unter der Vermittlung von Katar geklärt. Wir erwarten nun einen überprüfbaren Beweis dafür, dass die Medikamente ihre Empfänger erreicht haben.» Eine an das Büro des israelischen PM gerichtete Anfrage blieb unbeantwortet. Sejourne arbeitet nun mit ihrem israelischen Kollegen Katz an einer Lösung des offensichtlichen Problems. «Wenn wir entdecken müssen, dass die Medikamente nicht ausgeliefert wurden, wird das ernsthafte Folgen haben.» Welche Folgen das sind, konkretisierte sie nicht.
Je länger sich zehntausende aus dem Süden und Norden Israels Evakuierte in verschiedenen Hotels am Toten Meer, aber auch in Haifa aufhalten, desto grösser werden die dort auftretenden Probleme. In einem Fall wurde bekannt, dass ein Ehemann, der ein gerichtliches Kontaktverbot gegenüber seiner Frau hat, in einem Gebäudeteil mit ihr untergebracht wurde. MK Pnina Tamano-Shata, beklagt, dass es einen schlechten Eindruck macht, wenn Jugendliche den ganzen Tag gelangweilt in der Hotelhalle sitzen, statt zur Schule zu gehen. Auch Frauen fühlten sich durch die herumlungernden Männergruppen zunehmend belästigt. Durch den langen Aufenthalt kommt es auch immer mehr zu Diskussionen und Auseinandersetzungen zwischen der Hotelleitung und den, verständlicherweise frustrierten Gästen. Diese glauben, sich mehr und mehr Rechte herausnehmen zu können und die simpelsten Verhaltensregeln eines Hotels missachten zu dürfen.





Die gute Nachricht: Am vergangenen Wochenende fand zum 5. Mal eine der wohl spektakulärsten Sportveranstaltungen Israels, der ‘Dead Sea Marathon’, statt. Ein Marathon 430m unter dem Meeresspiegel, mitten in der judäischen Wüste. 6.000 Läufer aus der ganzen Welt waren unterwegs.
Die durchgängig flache Strecke verläuft über einen speziell aufgeworfenen Damm in Richtung der israelisch-jordanischen Grenze, die in der Mitte des Toten Meeres von Nord nach Süd ebenfalls auf einem Damm verläuft. Was anderswo in der Region undenkbar ist, ist hier Wirklichkeit: Es gibt keinen Grenzzaun zwischen den Staaten. Aus Sicherheitsgründen wird die Strecke trotzdem von Polizei und IDF betreut. Nur einmal im Jahr werden die Deiche für sportliche Nutzung freigegeben. Die Läufer können in einer atemberaubenden Kulisse zwischen den magischen Formationen des Salzmeers auf die Berge von Moab zulaufen und auf dem Rückweg das Farbenspiel der hoch aufsteigenden Felsen der judäischen Wüste geniessen.
Alle Strecken sind Rundkurse. Die Sportler können wählen zwischen der 5 oder 10km Strecke, dem 21.1km Halbmarathon, dem klassischen Marathon über 42km und als Besonderheit des israelischen Leichtathletikverbandes dem 50km Ultramarathon.
Kategorien:Israel
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