12. Adar II 5784

Der IDF ist es gelungen, den Hamas-Anführer im Shifa-Spital festzunehmen, der im Jahr 2014 die Entführung und den anschliessenden Mord an den drei Schülern Gilad Shaer, Eyal Yifrach und Naftali Fraenkel plante und ausführen liess. Dieser Fall von Terror hatte kurz darauf zum Gaza Krieg «Protective edge» (28. Juli bis 26. August) geführt. Mahmoud Kawasme war einer jener Gefangenen, die im Zuge der Gefangenenfreilassung zur Freilassung von Gilad Shalit nach Gaza ausgewiesen wurden.
Im UN-Sicherheitsrat wurde heute über einen US-amerikanischen Antrag zu einem Waffenstillstand abgestimmt. Der Antrag wurde von China und Russland mit einem Veto belegt. Der Grund: «Der Antrag enthält grünes Licht für eine Offensive auf Rafah. Wir [Russland] werden keine weitere sinnlose Resolution unterstützen, die zu keinem Waffenstillstand führt.»
Aussenminister Israel Katz hat den stv. türkischen Botschafter zu einer Rüge vorgeladen, Der Grund für diese Massnahme war das wieder einmal ausfällige Verhalten des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan auf einer Wahlkampfveranstaltung. Erdogan hatte geschworen, Netanyahu «zu Allah zu schicken, damit der sich um ihn kümmert, in unglücklich macht und verfluche.» Das kann man ohne grosses Nachdenken als eine offene Morddrohung gegen Netanyahu erkennen. Katz fand in seiner Botschaft an Erdogan harte und klare Worte: «Ihr, die ihr die Babyverbrenner, Mörder, Vergewaltiger und Verstümmler der Hamas-Verbrecher unterstützt, seid die letzten, die über Gott sprechen können. Es gibt keinen Gott, der auf diejenigen hört, die die Gräueltaten und Verbrechen gegen die Menschlichkeit unterstützen, die von Ihren barbarischen Freunden von der Hamas begangen werden.» Kriege wurden schon wegen geringeren Gründen begonnen!

Was bildet sie sich eigentlich ein, wer sie ist? Sarah Netanyahu, die über kein noch so kleines politisches oder gesellschaftliches Mandat verfügt, beschwerte sich gegenüber einem Oppositionsführer: «Haben Sie gesehen, wie viele Geiseln im November zurückkamen? Sie haben sich noch nicht einmal bei meinem Mann und mir bedankt.» Diese Aussage wurde von Kanal 12, nicht gerade Netanyahu-freundlich, genüsslich zitiert. Aus dem Büro des PM erfolgte sofort der Widerspruch, dass diese Aussage «Lügen und weit hergeholte Erfindungen beinhalte.» Liam Or, 18, einer der im November freigelassenen Geiseln, nahm Sarah in seinem Insta-Account sofort aufs Korn: «Sorry, es tut mir leid, dass ich gekidnappt wurde.» Am Donnerstagabend nahm Netanyahu an einem Gebet für die Geiseln an der Klagemauer teil, war aber für Fragen von Journalisten nicht erreichbar.

Einav Zangauker, die Mutter von Matan Zangauker, 24, schrieb: «Ich freue mich, dass Frau Sara Netanyahu für die Rückführung der Geiseln verantwortlich ist. Ich würde mich freuen, wenn sie die Verantwortung für die Entführung meines Sohnes Matan übernehmen würde, und ich wäre mehr als glücklich, wenn sie dafür verantwortlich wäre, Matan nach Hause zu bringen.» Maya Regev, im November freigelassen, hielt fest: «Es tut mir leid, dass ich entführt wurde. Und es tut mir noch mehr leid, wie Sie [Sara Netanyahu] damit umgehen, anstatt meine Brüder und Schwestern nach Hause zu holen.» Auch Yagil Yaakov, 13, der ebenfalls im November freigelassen worden war, schrieb: «Es tut mir leid, dass ich entführt wurde. Das nächste Mal werde ich meinen Urlaub in Gaza selbst finanzieren.»



Neueste Umfragen unter der Bevölkerung des Gazastreifens zeigen, dass die Zahl der Befürworter einer Zwei-Staaten-Lösung stark ansteigt und die Zahl derer, die Gewalt als einzig richtigen Weg zur Gründung eines palästinensischen Staates deutlich abnimmt. Dennoch bezeichnen mehr Befragte das Massaker vom 7. Oktober als positiv. 52% wollen, dass die Hamas nach dem Krieg weiterhin Gaza regiert, gegenüber nur 38% im Dezember. Was signifikant gesunken ist, ist die Unterstützung der Hamas, sowohl in den Gebieten von Judäa und Samaria, als auch im Gazastreifen. Die Ergebnisse sind allerdings nicht überall so, dass sie als signifikant gewertet werden können. Die Zahlen reflektieren in keiner Weise, dass der Verursacher des Krieges die Hamas war und somit das Leiden der Zivilisten auch verantworten hat.
Vielleicht hätte alles ganz anders verlaufen können, wenn die hohen IDF-Offiziere die Warnungen ihrer Mädels vom Nahal Oz Beobachtungsposten ernstgenommen hätten und sie nicht als ‘Haufen Idioten, die nichts unternehmen werden’ bezeichnet hätten. Dass die Mädels eine hervorragende Arbeit machen, haben sie schon lange bewiesen. So aber waren es am Ende des Tages 15 ermordete Offizierinnen und sieben entführte Soldatinnen, die den Preis für das arrogante Verhalten ihrer Vorgesetzten zahlen mussten. Eine der Geiseln wurde als bisher einzige von der IDF befreit und ist wieder in den Dienst, allerdings im weniger gefährlichen Hauptquartier, zurückgekehrt.

Während der immer noch andauernden Kämpfe im und um das Shifa-Spital in Gaza City wurden laut Aussagen der IDF in den vergangenen Tagen mehr als 150 bewaffnete Hamas-Terroristen eliminiert. Nach dem Abschuss einer Rakete auf den Kibbutz Be’eri entdeckten die Soldaten einen weiteren Tunnel-Eingang, der sofort zerstört wurde.
In Khan Younis gelang es, zwei verminte Häuser zu stürmen und dort einige Terroristen aufzuspüren und zu töten. Während der letzten Tage wurden 40 Angriffsflüge der IAF zur Unterstützung der Bodentruppen geflogen. Insgesamt wurden 600 Terroristen festgenommen. Hohe Anführer des Palästinensisch Islamischen Djihad wurden ebenfalls im Shifa-Spital festgenommen.

Der britische Aussenminister David Cameron beschuldigte im ‘Guardian’ Israel, mit der willkürlichen Schliessung von Kerem Shalom, mehrfachen Kontrollen, Zurückhalten von Hilfsgütern und zu engen Zeitfenster für die Abwicklung bei Tageslicht die Lieferungen in den Gazastreifen zu behindern. Cameron lügt! Diesen Aussagen folgte eine schriftliche Replik zwischen dem britisch-israelischen Regierungssprecher Eylon Levy, der diese Vorwürfe weit von sich wies. Levy wurde daraufhin von Netanyahu, der keinen weiteren Kommentar dazu abgab, suspendiert. Der Angriff von Levy wurde von GB als persönlicher Angriff auf Cameron angesehen. Bereits früher im Jahr hatte Levy sich den Unwillen von Sara Netanyahu zugezogen, als er einmal den PM öffentlich kritisierte und sie daraufhin dessen Entlassung forderte. Levy hatte auf die Aussage Camerons geschrieben: «Ich hoffe, Sie sind sich auch darüber im Klaren, dass es KEINE Beschränkungen für die Einfuhr von Nahrungsmitteln, Wasser, Medikamenten oder Unterkünften in den Gazastreifen gibt und dass die Übergänge tatsächlich mehr Kapazitäten haben. Testen Sie uns. Schicken Sie weitere 100 Lastwagen pro Tag nach Kerem Shalom und wir bringen sie rein.»
Gideon Sa’ar, der vor wenigen Tagen aus der gemeinsamen Fraktion mit Benny Gatz ausgebrochen ist und seine alte Partei ‘Neue Hoffnung’ neu gegründet hat, stellte gestern seine Vision für ein mögliches Ende des Krieges Israel gegen die Hamas vor. «Das hätte schon vor langer Zeit passieren sollen. Aber in diesem Moment, in dem sich die ganze Welt gegen Israels Vorgehen in Rafah stellt, ist die Zeit gekommen, in der Israel die Idee der Kapitulation und des Exils des verbleibenden militärischen Flügels der Hamas als geordneten Plan zur Beendigung des Krieges in Gaza präsentieren sollte.» Ähnlich der Vertreibung der PLO im Jahr 1982 sollten die Terroristen nach Katar, Syrien, in die Türkei oder in den Iran ins Exil gehen. Zeitgleich müssen, so der Plan von Sa’ar, alle Geiseln, tot oder lebendig, nach Israel gebracht werden. Auch wenn Sa’ar befürchtet, dass die Durchführung eines solchen Planes derzeit nicht möglich ist, sollte er doch der breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. «Der internationalen Gemeinschaft, die über die Fortsetzung des Krieges und die zivilen Opfer unter den Palästinensern im Allgemeinen und in Rafah im Besonderen besorgt ist, wird ein geordneter Ansatz zur Beendigung des Krieges und zur Verkürzung des damit verbundenen menschlichen Leids vorgelegt. In der Aufklärungskampagne für die globale öffentliche Meinung ist dies von grosser Bedeutung. Auch die Umsetzung des Plans in bestimmten Szenarien ist nicht auszuschliessen. Ich habe diesen Plan bereits in den ersten Kriegstagen eingeführt. Es ist noch nicht zu spät.» Es scheint, als wolle sich Sa’ar erneut als Nachfolger von Netanyahu, gegen den er 2019 parteiintern haushoch verlor, in Position bringen.Sa’ar hatte gestern angekündigt, die Koalition zu verlassen, wurde aber von Netanyahu überredet, noch zu bleiben. Er würde mehr Zeit brauchen, Sa’ar in das Kriegskabinett zu integrieren. Netanyahu wird befürchten, dass, wenn Sa’ar im Kriegskabinett aufgenommen wird, auch Ben-Gvir und Smotrich diese Forderung stellen werden.
Kategorien:Israel
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