8. Nissan 5784


Prinzessin Salma bint Abdulla von Jordanien, die jüngste Tochter von König Abdullah II, hat beim Angriff durch den Iran auf Israel selbst einige Drohnen mit ihrem Kampfjet abgeschossen. Die junge Dame, 23 Jahre alt, ist bereits seit 2018 Absolventin der britischen Militärakademie Sandhurst und seit 2020 Kampfpilotin in der Royal Air Force. Ebenso wie ihr Vater und ihr älterer Bruder Hussein, 29, nahm sie mehrfach an Flügen teil, mit denen Hilfsgüter und Lebensmittel über Gaza abgeworfen wurden. Die Beziehungen zwischen Israel und Jordanien haben sich in den vergangenen Monaten verschlechtert, was grossteils der rigiden Haltung Netanyahus gegenüber den Palästinensern geschuldet ist. Seit 1994 verbindet die beiden Staaten ein Friedensvertrag. Doch der ist fragil. Und das nicht nur wegen der Palästinenser.

Jordanien ist eines der trockensten Gebiete weltweit. Im Friedensvertrag wurde eine Wasserlieferung von 50 Millionen Kubikmetern pro Jahr vereinbart. Im Oktober 2021 wurde unter der Regierungszeit von Naftali Bennett die Menge freiwillig verdoppelt. Jordanien liefert im Gegenzug Solarstrom an Israel. Unter Mitwirkung der USA wurde eine neue Absichtserklärung unterschrieben: 600 Megawatt Strom sollen gegen 200 Millionen Kubikmeter Wasser getauscht werden. Im März bat Jordanien darum, die erweiterte Lieferung für ein weiteres Jahr fortzuführen. Zunächst wurde diese Anfrage von Israel ignoriert. Doch jetzt, nachdem Jordanien aktiv mitgeholfen hat, den Angriff des Irans auf Israel abzuwehren, kam eine positive Antwort aus Jerusalem.
Naftali Bennett und Yair Lapid hatten es während ihrer leider viel zu kurzen Amtszeit verstanden, das Verhältnis zu Jordanien zu stabilisieren. Unter Netanyahu wird das nicht möglich sein. Solange er am Ruder ist, bleibt der Frieden mit dem östlichen Nachbarn ein ‘kalter’ Frieden.
Während des iranischen Angriffs hatte Jordanien seinen Luftraum für taktische Flüge der IAF geöffnet, so dass sie Raketen und Drohnen über jordanischem Gebiet abfangen konnten.
Wie jetzt bekannt wurde, hat die Hamas das neue Angebot über eine Vereinbarung der Geiselfreilassung nicht einfach nur erneut abgelehnt. Sie haben die Bedingungen für den Tausch ‘Geiseln gegen Gefangene’ noch einmal verschärft. So sollen in der ersten Phase statt der bisher zugesagten 40 nur mehr 20 Geiseln freigelassen werden. Die Geiseln müssen, auch das ist eine Verschärfung, alle über 50 Jahre alt sein. Bevor diese Geiseln freigelassen werden, muss Israel einer sechswöchigen Waffenruhe zustimmen. «Sinwar will keine Einigung. Ihm ist es egal, ob die Menschen im Gazastreifen weiter leiden müssen, selbst wenn sich Israel bei allen Parametern des amerikanischen Vorschlags ausserordentlich flexibel gezeigt hat» war aus Jerusalem zu hören.
Der iranische Präsident Ebrahim Raisi hat gegenüber dem katarischen Emir, Scheich Tamim bin Hamad al-Thani, am Telefon betont, «…, dass jede Aktion Israels oder seiner Verbündeten, die gegen die Interessen des Irans gerichtet ist, mit einer strengen, umfassenden und schmerzhaften Antwort bestraft wird.» In dem Telefonat ging es um den israelischen Angriff auf das Militärgebäude, von dem zunächst behauptet wurde, es handele sich um die iranische Botschaft in Damaskus. Der Angriff auf die angebliche Botschaft sei «ein Zeichen der Verzweiflung gewesen, weil Israel seine Ziele mit dem Angriff auf den Gazastreifen nicht erreicht hat», wird Raisi von der staatlichen Nachrichtenagentur ‘Students News Agency’ zitiert. Al-Thani habe darauf Teheran zugestimmt: «Das zionistische Regime versucht, die Weltöffentlichkeit von seinen Verbrechen im Gazastreifen abzulenken, indem es die Situation anspannt.» Diese Unterhaltung wirft ein fragwürdiges Licht auf die Rolle Katars, das sich immer wieder versucht, als Vermittler zwischen Israel und der Hamas zu positionieren. Diese Unterhaltung scheint eher dem Bild zu entsprechen, das Katar bisher gezeigt hat – bestenfalls neutral, aber eher anti-israelisch. Ein Sprecher des Emirs dementierte sofort, und betonte: «Entgegen anders lautender Interpretationen war der Schwerpunkt der Botschaft Seiner Hoheit ein ernsthafter Appell zur Deeskalation und zur Förderung des Friedens in der Region.» Da zeigt sie sich wieder, die doppelte Zunge der arabischen Kommunikation.

Sami Obeid, 65 stammt aus dem Norden des Gazastreifens und floh in den ersten Kriegstagen zu Familienangehörigen in Rafah. Er hat acht Jahre in Tel Aviv gelebt und spricht fliessend Hebräisch. In den Jahren, in denen Gaza eine offene Grenze zu Israel hatte, konnte er problemlos ein- und ausreisen. Jetzt fühlt er sich selbst ‘als Geisel der Hamas’. Er hofft, dass Israel Gaza annektiert und sieht darin die einzige Hoffnung für das Gebiet. Eine Zwei-Staaten-Lösung wird es nie geben, davon ist er überzeugt. Obeid gab Times of Israel ein spannendes Interview, das es wert ist, als Ganzes gelesen zu werden.

COGAT gab bekannt, dass im Laufe der beiden letzten Tage 553 LKWs mit Hilfsgütern und Lebensmitteln über Kerem Shalom und Nitzana in den Gazastreifen gelangt sind. Zusätzlich wurden 56 Lebensmittelpakete an Fallschirmen abgeworfen. Die IDF hat einen dritten Zugang in den Norden des Landes eröffnet, über den gestern weitere 126 LKWs hereinkamen. Eine zerstörte Wasserleitung in der Nähe von Khan Younis wurde repariert und wird in den kommenden Tagen wieder geöffnet. In Zusammenarbeit mit dem ‘World Food Program’ haben zwei Grossbäckereien ihren Betrieb wieder aufgenommen. Sie erhielten zusätzliche Treibstoff- und Grundstofflieferungen. Dort können täglich bis zu 650.000 Pita-Brote gebacken und verteilt werden. Immer noch stauen sich mehr als 450 LKW-Ladungen auf der palästinensischen Seite von Kerem Shalom und warten darauf, für den Weitertransport abgeholt zu werden.
Zwei mit Sprengstoff beladene Drohnen explodierten in der Nähe von Beit Hillel neben Kiryat Shmona im nördlichen Galil. Drei Personen erlitten leichte Verletzungen. Warum kein warnender Alarm ausgelöst wurde, wird derzeit von der IDF untersucht. Die Drohnen wurden von der Hisbollah als Rache auf die gezielte Tötung eines ranghohen Kommandanten abgeschossen. Später behauptete die Terror-Organisation, sie hätten eine Batterie des Iron Domes angegriffen und zerstört.


Die physischen Wunden der Überlebenden des Massakers beim Nova-Musik-Festival sind wahrscheinlich verheilt.Ihre Seelen aber leiden weiterhin. Noch immer werden sie mit bürokratischen Problemen konfrontiert, wenn sie sich professionelle Hilfe holen wollen. Die letzte Untersuchung von vor zwei Monaten zeigte, dass sich 50 von ihnen suizidiert haben. Die Zahl derer, die zum Selbstschutz zwangseingewiesen werden, steigt immer noch. Na’ama, die das Massaker überlebt hat, hat an einer Studie teilgenommen. «Meine Herzfrequenz und andere Parameter wurden regelmässig überprüft und das hat mir gezeigt, dass es mir überhaupt nicht gut geht. Ich schlafe durchschnittlich zwei Stunden pro Nacht. Ich habe sieben Stunden unter einem Baum verbracht, während Terroristen an mir vorbeizogen und ich die Polizei anrief und fragte: ‚Wo sind Sie? Warum kommt niemand?‘ Wenn es um mich herum ruhig ist, ist mein Kopf laut und ich gehe wieder dorthin zurück.» Vierundzwanzig Therapiestunden werden bewilligt. Das ist nichts! Eine andere Überlebende beklagt zu Recht: «Warum muss ich jemandem beweisen, was ich erlebt habe? Warum muss ich beweisen und erklären, was mit mir passiert ist? Ich war doch da.» Einige Ärzte der staatlichen Versicherungen anerkennen die Ursache für die Arbeitsunfähigkeit der Traumaopfer nicht an. Es gibt keine Referenzkriterien. Geld gibt es in dem Fall nicht. Aber auch keine Therapieplätze, es gibt zu wenig Therapeuten. Die nächsten Termine hofft man, in fünf Monaten vergeben zu können. Das Gesundheitsministerium wollte sich bisher nicht zu den Vorwürfen äussern, und nennt sie einfach ‘unkorrekt’. Die Überlebenden hatten sich heute bei einer Knesset Debatte für eine deutliche Verbesserung ihrer Versorgungssituation ausgesprochen. Wohin sind die Gelder, die hier dringend notwendig wären, verschwunden? Meine Vermutung: in die Jeshiwot, die von Smotrich und Netanyahu gehätschelt werden.

Die gute Nachricht: Wer ist Daniel Gold? Geboren 1962 in Tel Aviv studierte er Elektrotechnik am Technion in Haifa. Gold promovierte in den Fächern ‘Elektrotechnik’ und ‘Betriebswirtschaftslehre’.
1983 begann er seinen Dienst in der IDF bei der Luftwaffe. Sein Einsatzschwerpunkt war Elektronik, Munition und elektronische Kriegsführung. Später wechselte er in die Verteidigungsforschung und -entwicklung.
Sein persönlich grösster Erfolg war die Entwicklung des Raketenabwehrsystems ‘Iron Dome’, mit dessen Entwicklung er noch vor der Bewilligung durch den Staatshaushalt begann, was ihm scharfe Kritik des Rechnungshofes einbrachte. 2012 erhielt er für die Entwicklung den ‘Israel Defense Prize’.
2014 verliess er im Rang eines Brigadegenerals die IDF und gründete sein eigenes Unternehmen ‘Gold Technology and Entrepreneurship’
Seit 2020 ist er Leiter des Nationalen Technologiezentrums zur Bekämpfung der Pandemie im Verteidigungsministerium.
Daniel Gold ist der Mann, dem wir es zu verdanken haben, dass dank des ersten Abwehrsystems Israel schnell und effektiv auf Angriffe reagieren kann.
Kol HaKavod!
Kategorien:Israel
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