Krieg in Israel – Tag 222

7. Iijar 5784

Auch heute muss die IDF leider erneut den Tod eines Soldaten bekanntgeben. Sgt. Ira Yair Gispan, 19, s’’l, verlor sein Leben bei Bodenkämpfen in Rafah.

Drohnenaufnahmen der IDF zeigen bewaffnete Palästinenser, die in einem UNRWA Logistik-Zentrum neben UNO-Fahrzeugen stehen. Das Zentrum liegt im östlichen Teil von Rafah, also jenem Gebiet, in dem die IDF derzeit operiert und wird als Kommandostelle für die Lieferung von humanitären Hilfsgütern genutzt. In dem Clip ist zu erkennen, wie einer der Bewaffneten innerhalb des Komplexes das Feuer auf Zivilisten eröffnet. Die IDF leitete die Informationen an COGAT weiter, die wiederum die UNO dringend aufforderte, den Vorfall zu untersuchen. Sie wiesen die UNO auch darauf hin, dass die Anwesenheit von Terroristen auf dem Gelände der UNRWA eine ernste Gefahr für den Schutz der Organisation darstelle. Bei den Aufnahmen handelt es sich um einen weiteren Beweis, dass die UNRWA mit den diversen Terror-Gruppen im Gazastreifen zusammenarbeitet. Genau das wurde von der UNO immer wieder vehement abgestritten.

Seit die IDF die Kontrolle über den Grenzübergang Rafah übernommen hat, ist dieser für die Abwicklung von Transporten von Hilfsgütern und den Personenübergang geschlossen. Die Übernahme durch die IDF wurde notwendig, weil zum einen immer wieder Terroristen über die Grenze nach Ägypten ausweichen konnten, und zum anderen auch Güter in den Gazastreifen geschmuggelt wurden, die mit einem Verbot belegt sind. Israel, vertreten durch Aussenminister Israel Katz, hat versucht, die PA davon zu überzeugen, bei der Verwaltung der Grenze auf der Gaza-Seite behilflich zu sein. Diese Bitte wurden jedoch abgelehnt. Netanyahu hatte dem Vorstoss nur zögernd zugestimmt, weil er befürchten muss, dass jede Beteiligung der PA an der Verwaltung das Gazastreifens am ‘Tag danach’ von seinen rechtsextrem-nationalistischen Koalitionspartnern abgelehnt wird und damit seine Regierung gefährdet ist. Nach der Übernahme durch die IDF hatte auch Ägypten seine Seite der Grenze geschlossen. Die PA wies nach der Ablehnung des Vorschlages darauf hin, dass man zunächst verlangt, dass Israel den von arabischen Partnern ausgearbeiteten Plan zur Gründung des Staates Palästinas akzeptiert. Shin Bet Chef Ronen Bar hat seinem ägyptischen Kollegen, Abbas Kamel, mitgeteilt, es läge im Interesse beider Seiten, die Grenze so schnell wie möglich wieder zu öffnen, aber gleichzeitig der Hamas den Aufenthalt in dem Gebiet zu verhindern. «Dies ist eine Sicherheitsnotwendigkeit, bei der wir keine Kompromisse eingehen werden. Der Schlüssel zur Verhinderung einer humanitären Krise im Gazastreifen liegt jetzt in den Händen unserer ägyptischen Freunde.»

Hassan Nasrallah, Anführer der Hisbollah im Libanon, hat, wie die Tageszeitung al-Mayadeen berichtete, eine Delegation der palästinensischen Terrororganisation Hamas unter Führung von Khalil al-Hayya, einem hochrangigen Vertreter der Hamas, empfangen. Bei dem Treffen wurden Themen wie die Situation in Gaza und die Verhandlungen zum Geiselabkommen diskutiert. Interessanterweise wurden auch die anti-israelischen Proteste an Universitäten in der ganzen westlichen Welt diskutiert. Die Einigkeit der ‘Achse des Widerstandes’, die vom Iran unterstützt wird und die fortgesetzten Bemühungen den Sieg über Israel zu erringen, würden unabhängig von den damit verbundenen Opfern erreicht werden.

MK Zvi Sukkot, Mitglied der rechtsextremen Partei Religiöser Zionismus, sorgt sich um die nationale Sicherheit: «Ich wünschte, es wäre möglich, alle Geiseln zurückzugeben – ich bin mir nicht sicher, ob das möglich ist. Wir müssen alles tun, um sie nach Hause zu bringen, aber nichts, was der nationalen Sicherheit ernsthaft schaden könnte.» Seine Partei unterstützt, ebenso wie Otzmah Yehudit, eine Intensivierung der Operationen in Gaza. Sie gehen davon aus, dass Gewalt die einzige Möglichkeit darstellt, die Hamas unter Druck zu setzen und so zu zwingen, die Geiseln freizulassen. Das steht in diametralem Widerspruch zu einem Ausspruch von Yahya Sinwar, der vor einigen Wochen sagte: «Jetzt haben wir die Juden, wo wir sie haben wollen. Um unsere Ziele zu erreichen, brauchen wir jetzt sehr viele Opfer!»

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verbreitete bei einer Sitzung mit seiner Partei seine grotesken Wahnideen. «Glaubt nicht, dass Israel in Gaza aufhören wird.

Wenn es nicht gestoppt wird, wird dieser Schurken- und Terrorstaat früher oder später Anatolien ins Visier nehmen. Wir werden weiterhin an der Seite der Hamas stehen, die für die Unabhängigkeit ihres eigenen Landes kämpft und Anatolien verteidigt.» Die Türkei hat vor wenigen Tagen einseitig die Handelsbeziehungen zu Israel abgebrochen, ein Schachzug, der die türkische angeschlagene Wirtschaft mehr trifft als die israelische.

Allerdings gestattet der türkische Präsident offensichtlich der palästinensischen Terror-Organisation Hamas, Stützpunkte in der Türkei zu errichten. Von dort aus sollen israelische und jüdische Ziele in Nachbarländern, inklusive NATO-Mitgliedsstaaten, geplant und koordiniert werden. Ein entsprechendes Dokument wurde von der IDF im Haus von Hamza Abu Shanab, einem engen Mitarbeiter von Yahya Sinwar, entdeckt. Darin soll es heissen: «Israels Bemühungen, in den letzten zehn Jahren gegen den Gazastreifen vorzugehen, haben die Hamas in die Defensive gedrängt. Die Stützpunkte werden die Kräfte des Widerstands militärisch, diplomatisch und moralisch stärken. Sie werden Knotenpunkte für Spezialoperationen sein, die in der Lage sind, nachrichtendienstliche und militärische Operationen durchzuführen.» Erdogan erklärte, dass sich derzeit über 1.000 Hamas-Terroristen zur stationären Behandlung in der Türkei aufhalten. Auf welchem Weg sie Gaza verlassen konnten? Ganz einfach, in einer palästinensischen Ambulanz des Roten Halbmondes über den Grenzübergang Rafah.

Netanyahu erklärte in einer Videobotschaft, er sei seit Monaten mit dem Gedanken befasst, wie es in Gaza nach dem ‘Tag danach’ weitergehen soll. Weite Teile der Überlegungen seien vertraulich und nicht für die Veröffentlichung vorgesehen. Jedoch bezeichnet er alle Überlegungen zu dem Thema als ‘sinnlos’, solange die Hamas nicht besiegt sei. «Aber es gibt keine Alternative zu einem militärischen Sieg. Der Versuch, dies mit allen möglichen Behauptungen zu umgehen, ist einfach realitätsfern. Es gibt nur eine Alternative zum Sieg – die Niederlage. Eine militärische und diplomatische Niederlage, eine nationale Niederlage. Meine Regierung wird dem niemals zustimmen.» Er erklärte, dass eine halbe Million Menschen aus Rafah evakuiert worden seien und dass «die humanitäre Katastrophe, von der Sie sprachen, nicht stattgefunden hat und auch nicht stattfinden wird.» Netanyahu hielt fest, dass die Bodenoffensive gegen Gaza Wochen, aber keine Monate oder gar Jahre dauern wird.

Über Nacht ist eine Division der IDF nach Jabaliya einmarschiert und hat dort bei intensiven Kämpfen zahlreiche bewaffnete Terroristen ausgeschaltet. Bei einem gezielten Drohnenangriff wurden auch jene Terrorzelle neutralisiert, die für den gestrigen Beschuss auf Sderot verantwortlich war.

In Rafah gelang es, ein Ausbildungslager der palästinensischen Terror-Organisation Hamas auszuheben und zu zerstören. Aufgefunden wurden Nachbauten von israelischen Militärfahrzeugen und eine grosse Menge Waffen. Eine dort versteckte Terror-Zelle wurde ebenfalls neutralisiert. Die Bilder (© COGAT) wurden im Ausbildungslager in Zeitoun aufgenommen.

Während des ganzen Tages hatte die IDF zahlreiche bewaffnete Gruppen aufgespürt, bekämpft und zum grossen Teil auch ausgeschaltet. Etwa 80, von den Terror -Organisationen genutzte Gebäude, Beobachtungstürme, Waffendepots und Raketenwerfer wurden von der IAF angegriffen und zerstört.

Drei Raketen wurden vor Kurzem erneut in Richtung Sderot abgeschossen. Zwei von ihnen konnten abgefangen werden, die dritte schlug in ein unbewohntes Gebäude ein und richtete dort erheblichen Schaden an. Es gab keine Verletzten.

Am Nachmittag wurde eine Salve von mindestens zehn Raketen aus dem südlichen Libanon auf israelisches Gebiet abgeschossen. Die Verantwortung für den Beschuss übernahm die Hamas. Ein Alarm wurde nicht ausgelöst, nachdem klar war, dass alle Geschosse auf offenem Gebiet im westlichen Galil abstürzen würden. Kurz zuvor hatten weitere von der Hisbollah abgeschossene Raketen die Sirenen in weitgehend evakuierten Gebieten ausgelöst. Die Hisbollah behauptete, eine Militärbasis getroffen zu haben.



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