Krieg in Israel – Tag 233        

18. Ijjar 5784       

Soeben musste die IDF den Tod eines weiteren Soldaten bekanntgeben. Staff Sgt. Betzalel Zvi Kovach, 30, s’’l, verlor den Kampf um sein Leben, nachdem er in der vergangenen Woche bei einem Kampf im Beit Hanoun schwer verwundet worden war.

Die IDF veröffentlichte eine wöchentliche Zusammenfassung der Lieferungen von Hilfsgütern nach Gaza. Bisher wurde dabei der temporäre Landungssteg, der von den USA bereitgestellt wurde, kaum genutzt. Zum Teil liegt diese enttäuschende Tatsache daran, dass der hohe Wellengang derzeit das Anlegen von Schiffen in den niedrigen Gewässern verhindert. In der NZZ von heute findet man eine sehr gute grafische Darstellung des Liefervorgangs. So kamen statt der erhofften 150 LKWs täglich nur insgesamt 127 Fahrzeuge mit 1.806 Paletten mit Lebensmitteln an. Über die Übergänge Kerem Shalom und Erez West hingegen wurden mit 2.065 fast doppelt so viele LKWs abgefertigt wie in der Vorwoche. Unter den Lieferungen befanden sich 232 LKWs mit Mehl für die Bäckereien, 132 Lieferungen kamen aus Jordanien. 352.000 Liter Diesel waren für Krankenhäuser und Notunterkünfte bestimmt. Für heute werden 200 LKWs, darunter vier Tankwagen, erwartet, die über den wiedereröffneten Grenzübergang Rafah in den Gazastreifen fahren sollen.

Die Hamas hat behauptet, dass sie während der Kämpfe in Jabaliya weitere Soldaten der IDF gefangengenommen und entführt habe. Dies wurde unmittelbar nach der Veröffentlichung von der IDF dementiert, die festhielt, es habe keine solchen Entführungen gegeben.

Die Fortsetzung der Verhandlungen zur Vereinbarung über die Freilassung der Geiseln wurde bereits für Dienstag festgesetzt. Nur von der Hamas kam eine negative Aussage, bevor die Teilnehmer begonnen haben, die Koffer zu packen. Sie behaupten, noch keinerlei Information über das neue Treffen erhalten zu haben und überhaupt, wenn ihre Mindestanforderung, die dauerhafte Einstellung der Kämpfe im ganzen Gazastreifen nicht vollumfänglich erfüllt werde, dann müsse man gar nicht erst anreisen. Demotivation oder Psychoterror, auf jeden Fall entmutigend!

Der Chef-Ankläger des ICC, Karim Khan, der internationale Haftbefehle gegen Netanyahu, VM Yoav Gallant und drei hochrangige Anführer der palästinensischen Terror-Organisation Hamas beantragt hat, wehrt sich in einem Interview. Den Vorwurf, damit die Handlungen Israels mit denen der Hamas gleichzusetzen und die demokratisch gewählten israelischen Politiker mit Terroristen auf eine Stufe zu stellen, wies er als ‘Unsinn’ ab. «Ich sage natürlich nicht, dass Israel mit seiner Demokratie und seinem Obersten Gerichtshof mit der Hamas verwandt ist. Israel hat jedes Recht, seine Bevölkerung zu schützen und die Geiseln zurückzubekommen. Aber niemand hat eine Lizenz, Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu begehen. Die Mittel definieren uns.» Gefragt, wie wir ohne Kampf unsere Geiseln finden sollen, zog er einen fragwürdigen Vergleich: «Es gab Versuche, Margaret Thatcher zu töten, Airey Neave wurde in die Luft gesprengt, Lord Mountbatten wurde in die Luft gesprengt, (…), aber die Briten beschlossen nicht zu sagen: Nun, auf der Falls Road im Herzen des katholischen Belfast gibt es zweifellos einige IRA-Mitglieder und republikanische Sympathisanten, also lasst uns eine 2.000-Pfund-Bombe auf die Falls Road werfen.»

Francesca Albanese kann es einfach nicht lassen. Sie fordert weitreichende Sanktionen gegen Israel, um uns durch diesen Druck zu zwingen, die Operation in Gaza zu beenden. Nicht nur, dass sie ein Waffenembargo fordert, auch die internationalen diplomatischen Beziehungen sollen eingefroren werden. «Seien Sie sicher: Israel wird diesen Wahnsinn nicht beenden, bis WIR ihn stoppen. Die Mitgliedsstaaten müssen Sanktionen und ein Waffenembargo verhängen und die diplomatisch-politischen Beziehungen zu Israel aussetzen, bis es seine Angriffe einstellt.» Das kommt der Zuordnung Israels zu einem Pariastaat recht nahe.

Auf der Webseite ‘laenderdaten.info’, betrieben von Lars Eglitis, einem selbsternannten politischen und journalistischem Nobody, wird Israel zu den aktuellen Pariastaaten gerechnet. Als Hauptstadt wird Jerusalem, bzw. Tel Aviv genannt und ein Staat namens Palästina gehört zu den Nachbarländern. Seine Definition für Pariastaat ist höchst aufschlussreich. «Pariastaaten haben keine feste Definition, sondern lediglich Merkmale, die auf mögliche Verstösse hinweisen. Dazu zählen vor allem die Herstellung und der Einsatz von Massenvernichtungswaffen, das Tolerieren von Terrorismus, fehlende Meinungsfreiheit und Demokratie, sowie die Verletzung von Menschenrechten. Anders als bei Schurkenstaaten muss von einem Pariastaat nicht zwangsläufig eine Gefahr für andere Staaten ausgehen. Stattdessen sind die Missstände oftmals nur gegen die eigene Bevölkerung gerichtet.» Was, muss man Eglitis fragen trifft davon auf Israel zu? Das alles aber wird für einen Staat Palästina gelten, sollte er denn einmal gegründet werden.

Von dem Status, den Albanese uns zuschreiben möchte, sind wir gottseidank sehr weit entfernt. Gerade weil sie das, wenn auch gut verschlossen in ihrem Inneren weiss, hat sie einen anderen Weg gefunden, Israel zu zermürben: Der Hamas und dem Palästinensisch-Islamischen Djihad durch die UN den grösstmöglichen Schutz angedeihen zu lassen, damit sie uns weiterhin unbehindert mit ihrem grausamen Terror überziehen können.

Jener Reservist, der gestern das Video veröffentlicht hat, in dem er zum Widerstand gegen VM Gallant und Generalstabschef Herzi Halevi aufgerufen und die Zivilbevölkerung zum Kampf gegen Gaza aufgefordert hatte, wurde wahrscheinlich bereits identifiziert. Seine Daten wurden den militärischen Ermittlungseinheiten übergeben. Diese sollen zunächst überprüfen, ob es sich tatsächlich um den Verdächtigen handelt und dann in der Folge feststellen, ob ein strafbarer Tatbestand vorliegt.

Erstmals seit vier Monaten gab es am frühen Nachmittag heftigen Beschuss aus Rafah in das Zentrum von Israel. Die meisten Raketen konnten abgefangen werden. Zwei Frauen wurden leicht verletzt, als sie auf dem Weg in einen Schutzraum stolperten, einige Personen mussten wegen akuten Panik-Attacken behandelt werden.  Die Hamas übernahm die Verantwortung für den Beschuss. Der Beschuss zeigt, wie wichtig die Fortsetzung der Operationen in der Region um Rafah ist. Dort halten sich möglicherweise noch weitaus mehr Terroristen auf, als man vor Beginn der Angriffe gedacht hatte. In Herzliya erlitt ein Haus beträchtlichen Schaden durch ein herabstürzendes grosses Schrapnell.

Benny Gantz betonte bei einem Besuch der Überwachungseinheit Urim, nahe der Grenze zu Gaza: «Die Welt muss es wissen: Diejenigen, die immer noch unsere Geiseln gefangen halten, auf unsere Städte schiessen und weiterhin Terror verbreiten, sind für die Situation verantwortlich. Die terroristische Hamas ist ein Kriegsverbrecher, und wir werden sie für ihre Verbrechen bezahlen lassen – früher oder später.»

In einer Schule in Jabaliya wurde durch die IDF eine grosse Menge an Waffen gefunden. Die IDF sieht darin einen weiteren Beweis, wie tief sich die palästinensische Terror-Organisation Hamas in die Zivilbevölkerung eingegraben hat und deren Gebäude für ihre terroristischen Zwecke missbraucht. Allein während des gestrigen Tages wurden in ganz Gaza mehr als 50 Ziele aufgestöbert und zerstört, darunter zahlreiche Abschussbasen, Beobachtungstürme und Waffenlager. Auch in Rafah wurden erneut Waffenlager gefunden und zerstört.

Gestern war der Norden Israels erneut unter heftigen Beschuss durch die Hisbollah geraten. Bereits am Freitag waren mehr als zwanzig Raketen Richtung Dovev, unmittelbar an der libanesischen Grenze gelegen, abgeschossen worden. Sie hatten in den schon seit langem menschenleeren Orten gravierende Schäden verursacht. Am frühen Abend kam es heute erneut zu einem Alarm in den nördlichen Orten Israels, nahe der libanesischen Grenze.



Kategorien:Israel

Schlagwörter:

Hinterlasse einen Kommentar