23. Ijjar 5784

Leider muss die IDF erneut den Tod von zwei Soldaten bekanntgeben. Sgt.-Maj. (res.) Adar Gavriel, 24, und Sgt. Yehonatan Elisa, 20, s’’l, verloren ihr Leben in unterschiedlichen Kämpfen im südlichen und nördlichen Gaza. Mit ihnen erhöht sich die Zahl der im Kampf gefallenen Soldaten auf 293, die Zahl der verletzten Soldaten steht bei 3.657.

Die IDF gab bekannt, dass die drei Wochen andauernden Kämpfe in Jabaliya beendet wurden. Es sind, so die eigene Einschätzung, die intensivsten seit Beginn der Bodenoffensive in Gaza gewesen. Bei den Kämpfen wurden 500 bis 600 palästinensische Hamas-Terroristen neutralisiert. Die sterblichen Überreste von sieben israelischen Geiseln wurden entdeckt und nach Israel überführt.
Das Flüchtlingscamp Jabaliya gehört zu den am dichtesten besiedelten Gebieten in Gaza. Die verwinkelten Gassen schränken die Mobilität der Truppen stark ein, so dass sie immer wieder unter heftigen Beschuss der Hamas kamen. Mehr als 120 Panzer-Abwehr-Raketen wurden auf sie abgeschossen.
Die Division, die in den letzten Wochen in Jabaliya aktiv war, wird nun zu einer Erholungspause mit einer anschliessenden Trainingszeit aus dem Gazastreifen abgezogen.

Der Nationale Sicherheitsberater Tzachi Hanegbi hat gestern Familienangehörigen von Geiseln in einer Radiosendung mitgeteilt, dass die Regierung sich nur auf eine Vereinbarung zur Freilassung der Geiseln einlassen werde, wenn dies für sie politisch von Vorteil ist. Dies gab Gil Dickman, dessen Cousine Carmel Gat, 39, sich als Geisel in den Fängen der Hamas befindet, gegenüber dem Armee Radio bekannt. Er zitierte dabei Hanegbi: «Die Regierung wird den Krieg nicht beenden, um die verbleibenden Gefangenen zu befreien.» Was für eine zynische Aussage, die nur von Politikern kommen kann, denen das Schicksal der Bürger und vor allem der Geiseln völlig gleichgültig ist.
Rechts rechtsextrem-nationalistische Ben-Gvir wirft der Generalstaatsanwaltschaft vor, ‘Terrorunterstützer’ zu schützen. Anlass seiner Beschwerde war, dass sich die Behörde gestern gegen die Verhaftung eines israelischen Arabers ausgesprochen hatte, der wegen angeblicher Störung der öffentlichen Ordnung in einer Online-Plattform angezeigt worden war. Gleichzeitig sei aber der Aufforderung des Polit-Rambos Ben-Gvir nicht gefolgt worden, gegen den neuen Parteivorsitzenden der Arbeiterpartei, Yair Golan, zu ermitteln. «Die unglückliche Ankündigung der Staatsanwaltschaft im Namen des Unterstützers des Terrorismus spiegelt gut die moralische und berufliche Zerrüttung der Generalstaatsanwältin und der sie umgebenden Beamten wider, die sich in beispielloser Weise gegen den Staat verhalten», schreibt Ben-Gvir auf X.

Die Houthi-Terroristen haben den grössten Flugzeugträger der US-Marine, die USS Dwight D. Eisenhower, im Roten Meer angegriffen. Bei sechs Angriffen der USA und Grossbritanniens wurden angeblich 16 Personen getötet und 41 verwundet, darunter auch Zivilisten. Nach Angaben des US-Zentralratskommandos haben die Streitkräfte 13 Ziele im von Houthis regierten Gebiet angegriffen, um sie daran zu hindern, weitere Schiffe im Roten Meer und dem Golf von Aden anzugreifen. Der Angriff auf die Eisenhower sei der Vergeltungsschlag, sagte Houthi-Sprecher Yahya Saree. Das muss man sich vorstellen, die Eisenhower ist der grösste Flugzeugträger der USA. An Bord befinden sich zwei Atomreaktoren, die das Schiff antreiben, bis zu 85 Flugzeuge und insgesamt 5.680 Besatzungsmitglieder. Das werden sich die USA nicht einfach so gefallen lassen.
Zwei mit Sprengstoff beladene Drohnen aus dem südlichen Libanon konnten heute nicht abgefangen werden und stürzten in der Nähe der Stadt Metula ab, ohne Schäden anzurichten. Die IDF untersucht, warum es nicht gelang, die Drohnen frühzeitig zu zerstören.

Die palästinensische Hamas-Terror-Organisation hat heute ein Video veröffentlicht, auf dem die Stimme von Noa Argamani, 26, zu hören ist, die Israel dringend auffordert, alles für ihre Freilassung zu tun, nachdem sie sich 237 Tage in Geiselhaft im Gazastreifen befindet. Noa hat sich nicht selbst identifiziert. Ihre Familie jedoch, der das Video vorgespielt wurde, hat ihre Stimme eindeutig erkannt. Die Familie bat darum, das Video nicht zu veröffentlichen.

Wie tief kann Netanyahu noch sinken???? Shai Hermesh, 80, verlor seinen Sohn Omer, 48, s’’l, beim Massaker der Hamas-Schlächter in seinem Heimat Kibbutz Kfar Aza. Er selbst hat überlebt.
Im Sechs-Tage-Krieg im Jahr 1967 war er an der Befreiung Jerusalems beteiligt. 1973 kämpfte er unter Ariel Sharon im Yom Kippur Krieg am Suez-Kanal. Bis 2013 hatte er einen Sitz in der Knesset.
Vor wenigen Tagen nahm er das Recht der freien Meinungsäusserung, das auch in Israel immer noch gilt, wahr und kritisierte Netanyahu in einer Zeitung. Wenn Netanyahu eines nicht verträgt, so ist es öffentliche Kritik an seiner Person. Hermesh, der zum bevorstehenden Jerusalem-Tag, der heuer am Abend des 4. Juni beginnt, eingeladen war, wurde vom Büro des PM kurzerhand wieder ausgeladen. Benny Gantz bezeichnete das als ‘absoluten Tiefpunkt’ der Entscheidungen Netanyahus. «Ich fordere Sie auf, ihn anzurufen, sich zu entschuldigen und ihm mitzuteilen, dass er das Gedenkgebet bei der Zeremonie leiten wird. Politische Überlegungen in einen Trauerfall einzubringen, demontiert die heiligsten Grundlagen der israelischen Gesellschaft.» Die, wie wir leider täglich mehr erkennen müssen, im offiziellen politischen Leben Israels nicht mehr existieren.
Kategorien:Israel
Hinterlasse einen Kommentar