9. Siwan 5784
Heute musste die IDF erneut den Tod von acht Soldaten bekanntgeben. Sie verloren ihr Leben bei einem Einsatz in ihrem Leopard Panzer. Sie fuhren in einem Konvoi nachdem sie während der Nachtstunden im Stadtteil Tel Sultan eine Offensive gegen die palästinensische Terror-Organisation durchgeführt hatten. Bei dieser Operation konnten etwa 50 bewaffnete Terroristen neutralisiert werden. Bei der Rückfahrt in ihre Unterkunft kam es plötzlich zu einer Explosion. Es ist noch nicht klar, ob es sich um eine Bombe handelte, die bereits angebracht war, oder ob es sich um einen erst kurz zuvor angebrachten Sprengsatz handelte, er die Explosion auslöste. Die dritte, eher unwahrscheinliche Möglichkeit wird derzeit von der IDF untersucht. Aussen am Fahrzeug werden häufig Sprengstoffe gelagert, die aber, falls es unvorhergesehen zu einer Detonation kommen sollte, die Insassen des Fahrzeuges nicht verletzt.
Die Familien der gefallenen Soldaten wurden informiert, die Namen werden später bekannt gegeben.






Die kommenden Wahlen, wann auch immer sie, hoffentlich in nächster Zukunft sein werden, zeigen, wie unsicher die israelische Gesellschaft in Bezug auf einen möglichen Koalitionsführer ist. Naftali Bennett, der erst vor zwei Tagen angedeutet hatte, wieder in die Politik einsteigen zu wollen, kann 15% hinter sich bringen, Benny Gantz 14%, der ehemalige Direktor des Mossad, Yossi Cohen, 11%, der derzeitige Oppositionsführer Yair Lapid kommt nur mehr auf 9%, Avigdor Lieberman auf 8%, Gadi Eisenkot auf 4% und der neue Parteivorsitzende der Arbeiterpartei, Yair Golan auf 3%. 25% der Befragten sind noch unentschlossen, 11% bevorzugen einen Kandidaten, der nicht auf der Liste steht.








Likud-Wähler wurden zusätzlich befragt, wer sich der Wahl stellen soll, falls Netanyahu nicht mehr antritt. Hier erhält Yossi Cohen 18%, wobei gesagt werden muss, dass er der bevorzugte Nachfolger von Netanyahu selbst ist. VM Minister Yoav Gallant kann 12% auf sich vereinen, JM Minister Yariv Levin 11%, Wirtschaftsminister Nir Barkat 8%, UN-Botschafter Gilad Erdan und Transportministerin Miri Regev je 4%, Landwirtschaftsminister Avi Dichter, Aussenminister Israel Katz, Energie Minister Eli Cohen und der ehemalige Knesset-Sprecher Yuli Edelstein je 3%. Der derzeitige Knesset-Sprecher Amir Ohana überzeugt nur 2%. 20% sind noch unentschlossen und 9% bevorzugen jemanden anderen.
Die USA sind besorgt, dass ein sich ausbreitender Krieg zwischen der Hisbollah und Israel zu einer Gefährdung der US-amerikanischen Truppen in Syrien, dem Irak und Jordanien kommen könnte. Am Montag wird ein diplomatischer Berater von US-Präsident Joe Biden nach Israel reisen, um über eine Möglichkeit der Deeskalation zu beraten. Besonders besorgt zeigt man sich über die Angriffe Israel auf tief im Libanon gelegenen Gebiete und auf den stark intensivierten Beschuss Israels von der Hisbollah. Falls Israel den derzeitigen Konflikt in einen umfassenden Krieg überleiten würde, würde die USA als Unterstützer notwendig sein. Die Zunahme der Angriffe könnte Israel dazu zwingen, entsprechend zu reagieren und dadurch unbeabsichtigt einen umfassenden Krieg auszulösen.

Der ‘Jewish Chronicle’ veröffentlichte am Donnerstag bisher nicht bekannt gewordene Details der Geiselbefreiung am vergangenen Samstagvormittag.
Am 12. Mai hatte Israel Informationen erhalten, wo sich die vier später befreiten Geiseln befinden. Als verdeckte Einheit in die Bevölkerung eingeschleuste Geheimdienstmitarbeiter sammelten vor allem auf dem Markt von Nuseirat Informationen und verglichen Aussagen von festgenommenen Terroristen mit denen von Einheimischen. Aufnahmen von Drohnen und andere hochspezifische technische Information wurden vor Ort abgeglichen.
Nach 19 Tagen waren alle Informationen bereit, um die Befreiungsaktion zu starten.
Anfang Juni wurden die Informationen dem Kriegskabinett vorgelegt. Generalstabschef Herzi Halevi und der Chef des Shin Bet, Ronen Bar, arbeiteten den konkreten Plan aus, der streng geheim gehalten wurde. Zur weiteren Abklärung der Informationen wurden weitere, verdeckt arbeitende Soldaten, dabei auch einige Frauen nach Nuseirat geschickt. Sie gaben sich als Flüchtlinge aus Rafah aus, die für ihre grossen Familie auf der Suche nach einem grossen Haus in Nuseirat waren. Für viel Geld wurden ihnen ein Haus in der Nähe der Aufenthaltsorte der Geiseln vermietet. Nachdem sie sich vor Ort mit der Situation vertraut gemacht hatten, erforschten sie die Möglichkeiten, beide Häuser gleichzeitig anzugreifen. Eine dritte Gruppe sicherte sie.
28 Teammitglieder einer Anti-Terror-Spezialeinheit absolvierten an exakt nachgebauten Haus-Modellen drei Tage die Vorgangsweise, nichts wurde dem Zufall überlassen. Die Spezialtruppen wurden aus dem Gazastreifen abgezogen, nur einige Soldaten blieben zurück, um zu beobachten, ob die Geiseln verlegt wurden.
Einen Tag vor der geplanten Aktion reisten die Teammitglieder versteckt in zwei LKWs zurück nach Nuseirat. Die Bilder der ständigen Überwachung aus der Luft und vom Boden aus wurden in die Räume des Shin Bet übertragen.
Am Samstag 8. Juni kam um 11 Uhr der Angriffsbefehl. Die beiden Häuser wurden, wie geplant gleichzeitig angegriffen. Noa Argamani, die allein festgehalten wurde, war innerhalb von nur sechs Minuten frei und wurde sofort mit einem Hubschrauber nach Israel gebracht.
Die Rettung der drei Männer gestaltete sich ungleich schwieriger. Sie wurden im Haus von Dr. Ahmed al-Jamal, einem Hamas-Terroristen und seinem Sohn, Abdulla, einem mit al-Jazeera affiliierten Journalisten festgehalten. Das Team teilte sich. Eine Gruppe benutzte ein Leiter um direkt in der Zimmer zu gelangen, indem die Gefangenen waren, die zweite benutzten das Treppenhaus. Das Team, welches über das Treppenhaus kam, geriet sofort unter Beschuss von 30 (!) Terroristen. Die Anwesenheit von so vielen Terroristen in der Wohnung war den Rettern nicht bekannt. Sie wurden mit Maschinengewehren beschossen, aber auch Panzerfäuste und Granaten wurden auf sie geworfen. Bei diesem Angriff verlor der Teamchef, Chef-Inspektor Arnon Zamora s’’l, sein Leben. Die drei Geiseln mussten sich, beschützt von den Soldaten, im Badezimmer verstecken, da es zu dm Zeitpunkt unmöglich war, das Haus zu verlassen.
Aufgeschreckt durch den Schusswechsel kamen Dutzende Terroristen aus den Tunnels und begannen sofort die Israelis zu beschiessen. Nachdem alle Terroristen vor Ort neutralisiert worden waren, machten sich die Israelis mit den befreiten Geiseln und dem schwerverletzten Zamora auf den Weg zum wartenden Rettungsfahrzeug.
Das war jedoch ebenfalls beschossen worden und nicht mehr einsatzbereit.
Gottseidank gab es einen vorbereiteten, aber weitaus gefährlicheren Plan ‘B’. Mit Hilfe von Panzern, Hunderten von Soldaten, die vom Boden, aus der Luft und vom Wasser aus den Rückzug sicherten, mussten sie zunächst zu Fuss und später in gepanzerten Fahrzeugen, immer in der Gefahr, wieder unter Beschuss zu geraten, den provisorischen Helipad am Strand des Netzarim Korridors erreichen.
Die Hamas behauptete, bei den Kämpfen, die die Befreiungsaktion begleiteten, seien 274 Palästinenser getötet und mehr als 400 verletzt worden. Die IDF gab an 104 Personen, allesamt Terroristen oder bewaffnete Zivilisten, getötet oder verwundet zu haben.
Auch die drei Geiseln wurden mit dem Hubschrauber nach Israel geflogen.
Unmittelbar nach dem Einsatz bombardierte die IAF die beiden Häuser, die daraufhin einstürzten.

Am frühen Vormittag griff die Hisbollah mit zwei Lenkraketen erneut die Luftüberwachungsstelle auf dem Berg Meron an. Die IDF gab bekannt, dass es weder Sachschaden noch Verletzte gegeben hat. Kurz zuvor hatte die IDF einen gezielten Angriff auf einen Motorradfahrer gemacht, bei dem ein Hisbollah-Terrorist neutralisiert wurde. Gegen Mittag entflammten auch heute wieder Feuer in Goren, in der Nähe von Rosh HaNikra. Warum kein Alarm ausgelöst wurde, als sich einige mit Sprengstoff beladene Drohnen näherten, wird derzeit von der IDF untersucht.

In der Nacht auf heute wurden erneut Raketen von der Hamas auf Israel abgeschossen. Die drei Abschussorte befanden sich mitten in der ‘humanitären Sicherheitszone’. Drei Raketen stürzten noch im Gazastreifen ab. Zwei weitere landeten in der Nähe des Kibbutz Kissufim auf freiem Feld. Während die Hamas fälschlicherweise behauptete, eine militärische Einrichtung beschossen zu haben, betonte die IDF: «Der Beschuss aus der Sicherheitszone ist ein weiterer Beweis für den zynischen Missbrauch ziviler Strukturen und für den Missbrauch von Zivilisten als menschliche Schutzschilde. Eine weitere Rakete wurde auf das Gebiet nahe der ägyptisch-israelischen Grenze abgeschossen. Schäden wurden nicht gemeldet.
Kategorien:Israel
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