20. Siwan 5785

Präsident Isaac Herzog verbrachte mit seiner Frau Michal zwei Tage imhart getroffenen Norden Israels, um sich selbst ein ausführliches Bild von der Situation zu machen. Er beschuldigte die internationale Gemeinschaft, nichts zu tun, um die drohende Eskalation im Kampf mit der Hisbollah zu verhindern. «Die internationale Gemeinschaft sollte nicht überrascht sein, wenn die Situation ausser Kontrolle gerät, da sie kaum einen Finger rührt und kaum etwas unternimmt, um zur vollständigen Sicherheit der israelischen Bewohner beizutragen, nachdem der Libanon und die Hisbollah wiederholt gegen internationale Verträge und Vereinbarungen verstossen haben.»[u.a. UNO Resolution 1701] Während ihres Besuches besuchten sie einen Armeestützpunkt, den Kibbutz Hanita und trafen die Bürgermeister einiger Grenzstädte, die seit fast neun Monaten evakuiert sind.

Auch Netanyahu machte heute eine Tour entlang der Grenze. Er suchte nicht, wie schon bei seinem letzten Besuch, den Kontakt zu den Bürgermeistern, sondern war Zaungast bei einer Übung. Bevor er ging, versicherte er, auch an dieser Front den Krieg zu gewinnen. An welcher ‘anderen Front’ sieht er denn derzeit einen Sieg?

VM Yoav Gallant, Yishar koach! immer noch in den USA, traf sich heute im Weissen Haus mit Sicherheitsberater Jake Sullivan. Er drohte der Hamas: «Wir stehen fest hinter dem Abkommen des Präsidenten, das Israel akzeptiert hat und das nun auch die Hamas akzeptieren – oder die Konsequenzen tragen muss.» Er betonte, dass Israel «fest entschlossen ist, alle Geiseln, ohne Ausnahme nach Hause zu bringen.» Um klarzustellen, gegen wen Israel seine Kriege führt, hielt er fest: «Aber es soll klar sein, dass wir nicht gegen die Menschen in Gaza oder im Libanon Krieg führen. Unser Krieg richtet sich gegen die Hamas, die Hisbollah und ihre Unterstützer – das iranische Regime. Wir kämpfen nur gegen diejenigen, die uns schaden wollen.» Als Seitenhieb gegen Netanyahu, der derzeit immer wieder öffentlich gegen die USA und US-Präsident Joe Biden wettert, sagte er: «In jeder Familie – und wir betrachten das amerikanische Volk als unsere Familie – kann es zu Meinungsverschiedenheiten kommen. Doch wie in allen Familien besprechen wir unsere Meinungsverschiedenheiten intern und bleiben vereint.»

Yuli Edelstein, Likud, Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung, blieb auch heute bei seiner schon gestern angekündigten Haltung. Es geht um den vom Verteidigungsministerium vorgelegten ‘ Entwurf des Sicherheitsgesetzes’. Dies soll während Kriegszeiten das Befreiungsalter von Soldaten von 40 auf 41 Jahre und bei Offizieren von 45 auf 46 Jahre anheben. Edelstein nahm die Abstimmung von der Tagesordnung, weil es nicht gelungen war, eine breite Unterstützung pro oder contra des Entwurfes zu gewinnen. Damit liegen nun zwei Gesetzesentwürfe auf dem Tisch und warten darauf, dass über sie beschlossen wird. Das zweite Gesetz betrifft die Wehrpflicht von Haredim, bei denen das Befreiungsalter von 26 auf 21 Jahre gesenkt werden soll.

Die orthodoxen Koalitionsmitglieder sehen sich zusehends von der Regierung im Allgemeinen und Netanyahu im Besonderen alleingelassen. In hebräischen Medien sickerte durch, dass sowohl die Shas, als auch United Torah Judaism, darüber nachdenken, aus der Regierung auszutreten. Wohl aber wollen sie ihre Sitze in der Koalition beibehalten. Diese garantieren ihnen auch weiterhin eine sehr gute finanzielle Entschädigung, ohne dafür etwas tun zu müssen. Eine Regelung, die ihnen sehr gut gefällt.

Einer der führenden Rabbiner der Shas Partei, Rabbi Moshe Maya, 85, bekräftigte die Ablehnung des Militärdienstes durch Mitglieder seiner Gemeinschaft. Das gelte auch, so hielt er fest, für die jungen Männer, die nicht in ihren Yeshiwot lernen. «Es ist verboten, dass diejenigen, die nicht studieren, zur Armee gehen. Diejenigen, die es tun, werden am Ende den Schabbat verletzen.» Maya vertritt die in haredischen Kreisen weitverbreitete Meinung, «dass das Studium der Thora und Gebete für israelische Soldaten und Geiseln einen wichtigen Beitrag zur Kriegsführung leisten. Ohne die Tora-Studenten gäbe es viel mehr Todesopfer.» Das ist ein altes Narrativ der Haredim, die davon überzeugt sind, durch Gebete und Studium, der Bücher die IDF zu beschützen. Das erzählte uns vor einigen Jahren ein Mitglied dieser Sekte.
Am Nachmittag wurde eine Rakete aus dem Gazastreifen in den Süden Israels abgeschossen. Sie konnte vom Iron Dome abgefangen.
Eine Drohne, die über das Rote Meer in Richtung Eilat flog, stürzte nicht weit von der südlichsten Stadt Israels ins Wasser, ohne Schaden anzurichten. Es wurde nicht bekannt, ob sie abgefangen worden war, oder ob der Versuch gescheitert war. Bilder zeigen jedoch, dass die Drohne abgeschossen wurde. Die ‘Islamic Resistance in Iraq’ übernahm die Verantwortung. Widerstand gegen wen? Israel hat dem Irak nie etwas angetan, die Iraker haben die Juden mit furchtbaren Pogromen verfolgt.
Wissam Abu Ishaq, ein Mitglied der palästinensischen Terror-Organisation Hamas, war verantwortlich für den Waffenschmuggel über Tunnelanlagen und den Grenzübergang Rafah nach Gaza. Heute Nacht wurde er bei einem gezielten Angriff durch die IAF mit einer Drohne neutralisiert. Seit die IDF das Grenzgebiet zu Ägypten unter Kontrolle hat, ist dieser Nachschubweg für die Hamas gesperrt.
Kategorien:Politik
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