22. Siwan 5784

Leider musste die IDF erneut den Tod eines Soldaten bekanntgeben. Sgt. Eyal Shynes, 19, s’’l, starb bei Kämpfen im südlichen Gazastreifen.



Während die IDF nach wie vor in der Region in und um Rafah damit beschäftigt ist, Tunnelanlagen zu zerstören und gezielt Terror-Nester auszuheben, beginnt die von der Regierung angeordnete Lieferung von Lebensmitteln in den Norden des Gazastreifens. Leider ist es so, dass grosse Teile der Lieferungen nach wie vor von der Hamas beschlagnahmt werden. Daher ist eine ständige Anwesenheit des Militärs in der Nähe der Transportroute und der Lagerhäuser unabdingbar. Neben Gas- und Treibstofflieferungen kommen frisch Produkte aus dem Norden Israels: Pfirsiche aus Yesud HaMa’ala nahe der libanesischen Grenze, erstklassige Bananen aus den Obstplantagen von Hof HaCarmel und Aprikosen aus Zichron Ya’akov! Die IDF geht davon aus, dass die Operationen in Rafah sich noch über Monate hinziehen werden.



Der rechtsextrem-nationalistische Bezalel Smotrich, von Beruf Rechtsanwalt, dient in der aktuellen Regierung als Finanzminister. Von dem Metier hat er keine Ahnung, aber das macht ja nichts, dafür gibt es ja sein Büro mit Fachleuten. Sein eigentlicher Job aber ist die Zivilverwaltung und Oberaufsicht über die Siedlungspolitik in Judäa und Samaria. Den Job hat Netanyahu eigens für ihn geschaffen. Wohl um dem fanatischen Siedlerfreund ein Betätigungsfeld zu geben, das ihn völlig ausfüllt.
Wie seltsam seine Entscheidungen teilweise sind, wurde heute wieder klar. So hat er das Sicherheitskabinett davon überzeugen können, fünf bisher als illegal geltende Siedlungen zu legalisieren. Zusätzlich wurde der Bau von einigen Tausend neuen Wohneinheiten beschlossen. Wie viele Soldaten müssen diese fünf Siedlungen ab sofort bewachen? Sie fehlen in Gaza und sie fehlen an der Grenz zum Libanon!
Darüber hinaus wurden Sanktionen gegen die PA beschlossen. Vor der endgültigen Entscheidung wurde eine Pause eingelegt, um Netanyahu Gelegenheit zu geben, sich mit seinen Beratern zu besprechen. Netanyahu wollte unbedingt weitere Spannungen mit den USA vermeiden, die bei diesem Thema unvermeidbar scheinen.
Die Sanktionen gegen die PA heben die automatische Ausstellung von VIP-Visa für PA-Mitglieder und Geschäftsleute auf und schränken damit ihre Bewegungsfreiheit ein. Weiterhin soll die Ausstellung von Baubewilligungen für Palästinenser in der Judäischen Wüste von der PA auf Israel übergehen. Im dortigen Naturschutzgebiet mit zahlreichen historischen Orten droht derzeit eine rege Bautätigkeit, abgesegnet durch die PA.

US-Aussenminister Antony Blinken hat anlässlich eines Gespräches mit der UN-Sonderbeauftragten für humanitäre Fragen und Wiederaufbau, Sigrid Kaga, betont, dass Israel in den letzten Tagen vermehrt dazu beigetragen habe, die humanitäre Lage im Gazastreifen deutlich zu verbessern. Er verwies auf ein Gespräch mit VM Yoav Gallant «Es ist gut und wichtig, dass Israel die konkreten Bedürfnisse verfolgt. Aber sie müssen sie auch so schnell wie möglich umsetzen. Es gilt, keine Zeit zu vergeuden.»
Während alle Welt damit beschäftigt ist, entweder den Krieg in der Ukraine oder in Gaza und an der Nordgrenze Israels zu beobachtet, gerät der Blick auf den tatsächlichen Kriegstreiber, den Iran, ein wenig aus dem Fokus. Die New York Times schreibt heute dazu: «Der Iran ist der Fähigkeit, mehrere Atomwaffen herzustellen, nähergekommen als je zuvor. In den letzten Wochen hat er die Geschwindigkeit, mit der er in einer so tief vergrabenen Anlage, in Fordow, Kernbrennstoff herstellen kann, dass sie praktisch unempfindlich gegen bunkerbrechende Bomben ist, dramatisch erhöht.»
Das jahrelang wiederholte Narrativ, das Atomprogramm diene ausschliesslich zivilen, und vor allem medizinischen Zwecken, klingt heute hohl, niemand glaubt es so recht. Es ist eine reine Propagandalüge! Der Überrraschungsangriff des Iran auf Israel, bei dem die meisten der Raketen abgefangen und zerstört wurden, scheint für viele iranische Politiker und Militärs der Punkt, wo sich die Atomwaffen bewähren wird. Interne und externe Fachleute betonen: «Der Iran hat seine Rolle als ‘Schwellen’-Atomstaat gefestigt und bewegt sich direkt an der Grenze zum Bau einer Waffe, ohne sie zu überschreiten.» Noch nicht zu überschreiten. Wann das der Fall sein wird, weiss niemand.
Genügend Brennstoff für drei Sprengköpfe könnte der Iran schnell anreichern. Bis aber der Sprengkopf einsatzbereit ist, das könnte noch Monate dauern. Eine Garantie dafür aber gibt es nicht.
Netanyahu der schon seit Jahren immer wieder mit einem Gegen-Angriff auf den Iran droht, ist derzeit mit anderen Dingen beschäftigt. Der israelische VM Yoav Gallant sagte bei einem Treffen im Pentagon mit dem US-amerikanischen VM Lloyd Austin: «Die Zeit wird knapp, um den Iran daran zu hindern, in den Besitz von Atomwaffen zu gelangen und dass Israel und die USA zusammenarbeiten müssen, um zu verhindern, dass die grösste Bedrohung für die Zukunft der Welt und unserer Region Wirklichkeit wird.»
Ganz anders ist die Haltung von US-Botschafterin zur UN, Linda Thomas-Greenfield. Während Israel immer wieder die UN und andere Hilfsorganisation dafür verurteilt, dass die Lieferungen innerhalb von Gaza viel zu langsam durchgeführt werden, argumentieren diese, dass «auf Grund der herrschenden Gesetzlosigkeit und durch israelische Militäroperation die Lieferungen immer wieder blockiert werden. Humanitäre Helfer wurden in beispielloser Zahl im Einsatz getötet oder schwer verletzt», sagte Thomas-Greenfield in einer Rede vor dem ‘InterAction Forum of NGOs’ in New York. Dass es in Gaza nach fast neun Monaten dieses Konflikts immer noch keinen wirksamen Mechanismus zur Konfliktvermeidung gibt, ist schlichtweg inakzeptabel. Es ist skrupellos. Es ist inakzeptabel, humanitäre Helfer dafür verantwortlich zu machen, dass sie keine Lebensmittel liefern, wenn die Bedingungen nicht sicher sind.»

Neun Feuerwehren sind dabei, zwei Grossbrände in Ein Zeitim und Birya zu bekämpfen, die nach einem Beschuss aus dem südlichen Libanon ausgebrochen waren. Es ist nicht das erste Mal, dass Raketen der Hisbollah in der Region Brände auslösen.

Wie zynisch und brutal die Hamas mit ihren eigenen Zivilisten umgehen und wie wenig Respekt sie vor dem Leben haben, zeigt der nachfolgende Vorfall. Bei einem Einsatz im Süden des Gazastreifens verlor ein Hundeführer den Kontakt zu seinem tierischen Partner. Später stellte es sich heraus, dass er von Hamas-Terroristen entführt worden war. Der Hund trug noch Teile seiner militärischen Ausrüstung, u.a. die Kamera. Kurz darauf veröffentlichte der in Katar ansässige Sender Al-Jazeera Bilder, wie der Hund eine furchtbar verängstigte alte Frau in ihrem Bett angreift. Später töteten sie den Hund und befestigten Sprengstoff an seinem Kadaver. Der Kadaver sollte bei einem Versuch der Soldaten, ihn zu bergen, explodieren. Die Soldaten suchten das Gebäude, in dem sie zuletzt Kontakt mit dem Hund hatten und die nahe Umgebung mit Drohnen ab. So konnten sie ihn entdecken und die Sprengfalle entschärfen. Er wird auf dem Hunde-Friedhof der Hundeeinheit auf der Okez Basis beigesetzt. Ein wichtiges Detail beweist ganz klar, dass es sich bei dem Bild um eine Fotomontage handelt. Der Hund wurde nie darauf trainiert, Menschen anzufallen und gehorcht nur einer Person, die ihm Befehle geben kann: seinem Hundeführer.



Die gute Nachricht: Etwa 35.000 Menschen besuchten gestern Abend im Park HaYarkon in Tel Aviv das Konzert, das unter dem Titel «We will dance again» stand. Sie gedachten dabei der Opfer des Massakers vom 7. Oktober, bei dem die Hamas-Schlächter einige Hundert Teilnehmer grausam vergewaltigt, verstümmelt und ermordet hatten.
Auf den Bühnen standen israelische Stars, wie der Rocksänger Berry Sakharof, die Hardrockband HaYehudim, Mosh Ben Ari, Marina Maximillian, Girafot sowie mehrere Techno-DJs. Nimrod Arnoni, der Gründer des Nova-Festivals in Re’im betonte, dass er trotz seines immer noch anhaltenden Schmerzes über das grausame Geschehen froh sei, in Tel Aviv dabei zu sein und er schwor: «Wir werden wieder tanzen!»

Die zweite gute Nachricht: 68 kranke und verletzte zivile Palästinenser konnten den Gaza-Streifen über den Warenübergang Kerem Shalom nach Ägypten verlassen. Sie werden dort zur Weiterbehandlung in Krankenhäuser eingeliefert. Die Ausreise wurde ermöglicht durch intensive Vorbereitung mit den USA, Ägypten und Israel, vertreten durch COGAT. Das Programm soll weiter durchgeführt werden.
Gestern waren bereits 21 an Krebs erkrankte Kinder und Erwachsene über Kerem Shalom zum ägyptischen Flughafen el-Arish gebracht worden. Von dort wurden sie in die VAE ausgeflogen.
Kategorien:Israel
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