26. Siwan 5784

Leider musste die IDF erneut den Tod zweier Soldaten bekanntgeben. Mast. Sgt. (res.) Nadav Elchanan Knoller, 30 und Maj. (res.) Eyal Avnion, 25, s’’l, verloren ihr Leben bei einem Kampf im zentralen Gazastreifen. Zwei weitere wurden in diesem und einem anderen Vorfall schwer verletzt.


Die Mutter von Noa Argamani, Liora Argamani, 61, s’’l, die seit Monaten auf der Palliativ- Station des Ichilov-Spitals in Tel Aviv gepflegt wurde, verlor gestern ihren Kampf gegen den Hirntumor. Noa war am 7. Oktober gemeinsam mit ihrem Partner Avinatan Or, 30, vom Musik-Festival in Re’im entführt worden. Während sie, gemeinsam mit drei Geiseln von der IDF befreit werden konnte, fehlt von ihrem Partner jede Spur. Mit dem Wiedersehen mit Noa ging der letzte grosse Wunsch von Liora, Noa noch einmal vor ihrem Tod zu sehen, in Erfüllung. Die letzten Tage verbrachten die beiden gemeinsam.
Benny Gantz twitterte: Liora ist das Symbol dafür, dass den Geiseln und denjenigen, die verzweifelt zu Hause auf sie warten, keine Zeit bleibt. «Nach der Operation Arnon, bei der Noa Argamani gerettet wurde, waren wir alle bewegt, sowohl für Noa, die ihre Mutter wiedersehen konnte, als auch für Liora, die mit ihrer Tochter wiedervereint werden konnte, bevor sie diese Welt verliess. Wir werden nicht vergessen und nicht von unserer moralischen Verpflichtung abweichen, zu handeln und alle 120 Geiseln zu ihren Familien zurückzubringen.»
Die Familie von Liora bat darum, ihre Privatsphäre zu schützen und zu respektieren,
Die Partei der Nationalen Einheit übt heftige Kritik an der geplanten Sommerpause der Knesset, die am 31. Juli beginnen und bis zum 27. Oktober dauern soll. «Eine dreimonatige Parlamentspause zu diesem Zeitpunkt, während 120 Geiseln noch in der Gewalt der Hamas sind, Tausende noch immer aus ihren Häusern vertrieben sind und Tausende Männer und Frauen der Sicherheitskräfte zum Dienst einberufen werden und gezwungen sind, ihre Häuser, ihre Familien und ihre Arbeitsplätze zu verlassen, schadet der Regierungsaufsicht während des Krieges sowie dem öffentlichen Interesse.» Auch derzeit anstehende Diskussionen, wie die Militärpflicht für Haredim, die Verlängerung der Wehrpflicht für Aktive und Reservisten, sowie den Wiederaufbau des fast vollständig zerstörten Norden des Landes dürfen nicht einfach unterbrochen werden. «Die Soldaten gehen nicht einfach in die Ferien, umso weniger können es vom Volk gewählte Staatsdiener tun», argumentieren Vertreter der Partei. Bereits vor einer Woche war ein Appell an Knesset-Sprecher Amir Ohana ergangen, die Ferien abzusagen. Man habe, so wird argumentiert, aus den Fehlern der Vergangenheit nichts gelernt. Damit wird auf die ebenfalls nicht abgesagte Parlamentspause vom 7. April bis 19. Mai hingewiesen.



Dank einer israelisch-palästinensischen Kooperation konnten heute die Instandsetzungsarbeiten für der Stromversorgung für die Wasserentsalzungsanlage und die Kläranlage in Gaza begonnen werden. Was von VM Yoav Gallant als ‘ fundamentales humanitäres Bedürfnis’ bezeichnet wurde, wurde vom rechtsextrem-nationalistischen Smotrich scharf verurteilt: «Wir haben es völlig aus dem Blick verloren! Wir bauen Gaza auf, bevor wir es entmilitarisiert haben. Herr Premierminister, stoppen Sie diesen Wahnsinn!» Mitarbeiter der Gaza Electric Company arbeiten in Absprache mit den israelischen Behörden im Bereich Deir al-Balah im Stadtteil Mawasi. Israel bekämpft die palästinensische Terror-Organisation Hamas, aber nicht die zivile Bevölkerung.

MK Gilad Kariv, Arbeiterpartei, begrüsst die Ankündigung, dass jener Polizist, der ihn anlässlich einer Demonstration im Februar (!) gewaltsam geschubst hat, einem Disziplinarverfahren unterzogen wird. Dies teilte das ‘Departement for Internal Police Investigations’ (DIPI) mit. Kariv hielt fest, dass es zu einem dramatischen Anstieg von polizeilicher Gewalt gegen Demonstranten gekommen ist. Er führt dies direkt auf Anweisungen des Ministers für Nationale Sicherheit, dem Politik-Rambo Ben-Gvir zurück. Gleichzeitig verurteilt er aber auch die zu nachgiebige Haltung des DIPI gegenüber Beschwerden, die von Bürgern gegen Polizeigewalt eingebracht werden und oft monatelang unbehandelt bleiben.
Sechs hohe Offiziere haben der New York Times berichtet, dass die militärische Führung der Ansicht ist, ein dauerhafter Waffenstillstand stelle die beste Möglichkeit dar, die Geiseln, lebendig oder tot, zu befreien. Das heisst, dass ein Waffenstillstand auch dann beginnen muss, solange die Hamas noch ein Machtfaktor im Gazastreifen ist. Das betonte auch der Chef-Sprecher der IDF, Daniel Hagari, schon im Juni «Diejenigen, die denken, wir könnten die Hamas verschwinden lassen, irren sich. Hamas ist eine Idee. Hamas ist eine politische Partei. Sie ist fest verwurzelt in den Köpfen der Menschen.»
Sie halten aber auch fest, dass die IDF dringend Zeit braucht, sich zu re-organiseren und ihre Vorräte aufzustocken, bevor ein Krieg mit der Hisbollah ausbricht. Diese Vorstellungen widersprechen dem von Netanyahu, der auch prompt reagierte: «Der Krieg wird erst beendet, wenn alle seine Ziele erreicht sind, und die IDF verfügt über alle Mittel, um sie zu erreichen», und er fuhr fort: «Ich weiss nicht, wer diese anonymen Quellen sind, aber ich bin hier, um unmissverständlich klarzustellen, dass dies nicht geschehen wird. Wir geben uns nicht mit defätistischen Gedanken zufrieden, nicht in der New York Times und nirgendwo sonst. Wir sind vom Geist des Sieges erfüllt.»

Der staatliche Rechnungsprüfer Matanyahu Engelmann wird eine Untersuchung einleiten, warum der Direktor des Shifa-Krankenhauses aus der Haft entlassen wurde, obwohl er im Verdacht steht, mit der Hamas kollaboriert zu haben. Er hat daher von Netanyahu die Herausgabe aller Unterlagen verlangt, die im Zusammenhang mit dem Fall stehen. Sicherheitsbeamte haben dazu erklärt, dass «schwere Verbrechen in Shifa unter Abu Salmiyas Amtszeit begangen wurden und dass natürlich der Direktor des Krankenhauses dafür die Verantwortung trägt.» Während gegenseitige Schuldzuweisungen und Anklagen zwischen Ben-Gvir, VM Yoav Gallant und Shin Bet Chef Ronen Bar durch die Medien gezogen werden, freut sich Netanyahu. Er hat erneut einen Grund gefunden, GStA Gali Baharav-Miara, anzuklagen, dass der OGH der eigentliche Schuldige ist, ohne dies näher zu erklären.

Die Nummer zwei der Hisbollah, Sheikh Naim Kassem, betonte in einem Interview, er könne nicht versprechen, dass der Beschuss auf Israel eingestellt werde, falls der Krieg ohne formellen Waffenstillstand zu Ende gehe. Die Hisbollah verstehe sich als ‘Unterstützungsfront’ für die Hamas. «Wenn der Krieg endet, wird es diese militärische Unterstützung nicht mehr geben. Wenn das, was in Gaza passiert, eine Mischung aus Waffenstillstand und keinem Waffenstillstand, Krieg und keinem Krieg ist, können wir jetzt nicht beantworten, wie wir reagieren würden, weil wir nicht wissen, wie es aussehen wird, welche Ergebnisse es haben wird und welche Auswirkungen es haben wird.» Im Hinblick auf einen möglichen Krieg betonte er: «Israel kann entscheiden, was es will: einen begrenzten Krieg, einen totalen Krieg oder einen Teilkrieg. Aber es sollte damit rechnen, dass unsere Reaktion und unser Widerstand nicht innerhalb der von Israel festgelegten Grenzen und Einsatzregeln bleiben werden … Wenn Israel den Krieg führt, bedeutet das, dass es nicht kontrolliert, wie weit er geht oder wer daran teilnimmt.» Dabei gibt es klar zwei Möglichkeiten den Krieg in Gaza und an der Grenze zum Libanon zu beenden: Hamas muss die Geiseln freilassen, die Waffen niederlegen und sich ergeben.


In den vergangenen 24 Stunden gelang es der IDF mit Hilfe von Kampfflugzeugen und Drohnen mehr als 30 Ziele im gesamten Gazastreifen erfolgreich zu zerstören. Darunter befanden sich Waffenlager, Lagerhäuser, von der Hamas als Rückzugsort genutzte Wohnungen und Häuser, Tunneleingänge und Lager mit militärischer Ausrüstung. Die Schwerpunkte der Operation lagen in Rafah, dem Netzarin Korridor und Khan Younis. Unmittelbar vor einigen gezielten Angriffen wurde die Bevölkerung erneut aufgefordert, das Gebiet zu verlassen und sich in ausgewiesene sichere Zonen zu begeben. Die Patienten und das medizinische Personal des European Hospital haben das Spital verlassen, obwohl sie ausdrücklich nicht dazu aufgefordert worden waren. Im Gegenteil, ihnen wurde bestätigt, dass sie bleiben können. Die Patienten und das medizinische Personal wurden in ein Feld-Spital in Rafah-Mawasi evakuiert.

Warum die Hisbollah immer wieder bereits evakuierte Städte im Norden Israel mit Raketenbeschuss überzieht, ist unverständlich. So wurde heute eine Salve mit 15 Raketen auf Kiryat Shmona abgeschossen. Zehn der Raketen wurden abgefangen, die anderen gingen auf freiem Feld nieder, ohne Schaden anzurichten. Die Hisbollah behauptete wie immer, eine Militärbasis angegriffen zu haben. In einem erfolgreichen Gegenschlag zerstörte die IDF ein Gebäude, welches von der Hisbollah genutzt wurde. Ein Feuer, das in der Region ausbrach, wurde von acht Feuerwehren bekämpft.
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