30. Siwan 5784


Eine Warnung, die unmittelbar vor dem Massaker am 7. Oktober verschickt und nicht beachtet wurde, wurde jetzt bekannt. Die Botschaft wurde mit einer verschlüsselten E-Mail an hochrangige Offiziere des Militär-Geheimdienstes geschickt. Die als ‘V’ bekannte Unteroffizierin der Einheit 8200 hatte bereits früher entsprechende Warnungen geschickt. «Die Ausbildung der Hamas zeigt, dass ihr Plan einsatzbereit ist und intensiv geübt wird, was bedeutet, dass die Hamas auch heute noch über Kräfte verfügt, die wissen, wie diese Szenarien ausgeführt werden können.» ‘V’ warnte am 19. September, dass es wahrscheinlich keine sehr langen Vorwarnzeiten im Falle eines Angriffs geben werde: «Es ist wahrscheinlich, dass wir nicht in der Lage sein werden, eine ausreichend lange Warnung zu geben, um den Angriff zu verhindern. Dies ist der Zeitpunkt, um über die Entwicklung von Bewältigungsstrategien für den Fall nachzudenken, dass das Ereignis tatsächlich eintritt, um den Schaden zu minimieren. Die andere Seite ist entschlossen, den Plan auszuführen. Wenn er ausgeführt wird, müssen wir mit harten und schwierigen Kämpfen rechnen. Die Übung ähnelt stark den Plänen zur Zerstörung der Verteidigungsanlagen der Gaza-Division. Die Übung, die in unser Gebiet eindringt, zeigt, dass dieser Plan nicht mehr nur auf dem Papier steht.» Das tatsächliche Szenario lag also auf dem Tisch und wurde ignoriert.

Nur wenige Tage vor dem 7. Oktober verschickte ‘V’ in der Hoffnung, dass endlich jemand reagieren würde diese Mail: «Diese E-Mail ist wie das Blasen des Schofars, denn das Schwert kommt – es ist Zeit, die Menschen zu warnen.» Ein Satz, der sich im Buch Ezechiel[1] findet und der jedem Geheimdienstoffizier bekannt ist. Die Mail landete unbeachtet in der Ablage. Eine unglaubliche und unverzeihbare Schlamperei, die Hunderte das Leben kostete und Zig-Tausende verwundet und schwerst traumatisiert zurückliess!

Mossad-Chef David Barnea ist zu einem Treffen nach Doha abgereist. Er wird sich dort, ohne weitere Mitglieder des Verhandlungsteams mit dem katarischen PM Mohammed bin Abdulrahman al-Thani treffen. Die beiden werden den aktuell vorliegenden Vorschlag zum Geiselabkommen und Waffenstillstand diskutieren. Die anderen hochrangigen Mitglieder des Verhandlungsteams sind nicht mitgereist. Von offizieller, wenn auch anonymer Quelle geht man davon aus, dass die Verhandlungen keinen Erfolg haben werden.

© Guy Morad
Der stellvertretende ‘Generalsekretär’ der Hisbollah, General Naim Qassem, stellte klar, dass die Terror-Gruppe derzeit keinen tatsächlichen Krieg gegen Israel erwartet. Aber, man sei auf das schlimmste Szenario vorbereitet. Gegenüber der russischen Nachrichtenplattform ‘Sputnik’ betonte er, Israel habe keine andere Wahl, als den Krieg gegen die Hamas mit einem Waffenstillstandsabkommen zu beenden. Das führt er nicht zuletzt auf die Anti-Regierungs-Demonstrationen zurück, die eine innenpolitische Unruhe ausgelöst hätten.

Der rechtsextrem-nationalistische Ben-Gvir drohte damit, die Sitzung des Sicherheitsrates, der gestern Abend tagte, zu verlassen. Der Grund war die Entscheidung Netanyahus, eine Delegation nach Katar zu senden. Ben-Gvir warf Netanyahu vor, hinter verschlossenen Türen mit VM Yoav Gallant und den Sicherheitschefs zu tagen und bezeichnete das Kabinett als ‘reine Dekoration’. «Ich sage Ihnen, Premierminister, wenn Sie eine Entscheidung allein treffen, sind Sie dafür verantwortlich und werden auch allein bleiben. Ich wurde nicht von einer halben Million Menschen gewählt[2], um in der Regierung zu sitzen, während die Leiter des Sicherheitsapparats die Entscheidungen treffen.» Die Ministerin für die Geheimdienste, Gila Gamliel, Likud, hakte nach, ob er, Ben-Gvir, drohen wolle, worauf der antwortete: «Ich drohe nicht, ich bin Realist. Wenn Sie allein entscheiden, erwarten Sie nicht, dass ich die Regierung danach noch unterstütze.»
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus warnt, dass der akute Treibstoffmangel im Gazastreifen zu einer drastischen Verschlechterung im Gesundheitswesen führen könne. Gestern sind 90.000 Liter Treibstoff geliefert worden, wobei allein die Aufrechterhaltung des Gesundheitswesens pro Tag 80.000 Liter benötigt. Die WHO, die für die Verteilung des Treibstoffs verantwortlich ist, muss die Vorräte so verteilen, dass möglichst viele Stellen davon profitieren können. Dies sind derzeit vor allem der ‘Nasser Medical Complex’ und das ‘al-Amal Krankenhaus’ in Khan Younis, sowie das ‘Kuwaiti Field Spital’ in Rafah. Auch 21 Krankenwagen wurden beliefert. Durch die andauernden Kämpfe in Rafah ist der Zugang zu den Lagerbeständen derzeit nicht möglich. Israel ist beim Liefern von Treibstoff vorsichtig. Es wird befürchtet, dass diese Lieferungen mehr der palästinensischen Terror-Organisation Hamas als der Bevölkerung zugutekommen.
Seit die Operation in Shejaiya am 27. Juni begonnen wurde, sind laut eigenen Berichten der IDF mehr als 100 Scharfschützen neutralisiert und mehr als 100 terroristische Infrastrukturen zerstört worden. Gestern wurde jener Terrorist, der zuvor Raketen auf Nahal Oz abgeschossen hatte, nur zwei Minuten nach dem Angriff eliminiert. Einige verminte Gebäude im südlichen Rafah wurden gestern ebenso zerstört wie Abschussrampen und Tunneleinstiege.

Hamas Terroristen schlagen brutal auf Gazaner ein, die versucht haben, sich in Lagerhäusern an den dort aufbewahrten Lebensmitteln zu bedienen. Dieses Video wurde von der IDF veröffentlicht. Natürlich ist das ein Diebstahl, der geahndet werden muss. Aber das eigentliche Verbrechen ist nicht dieser Versuch, sich Lebensmittel zu organisieren. Das Verbrechen ist, dass es sich bei den Lebensmitteln um solche handelt, die die Hamas von den Hilfslieferungen für die Zivilbevölkerung gestohlen hat. Entweder für den eigenen Bedarf und den ihrer Freunde und Anhänger oder um sie auf dem Markt zu weitaus überhöhten Preisen zu verkaufen. Und niemand, auch nicht die UNO, klagt sie an!

Die gute Nachricht: Anan, ein 18 Jahre alter arabischer Israeli beschloss während des Krieges, er müsse für sein Land kämpfen und trat in die Nahal Brigade, eine Kampftruppe, ein. Anlässlich der Vereidigungs-Zeremonie am 4. Juni erhielt er, so wie alle anderen Rekruten, sein Gewehr und einen Koran auf den er auch den Eid ablegte.
Viel Glück für seine militärische Laufbahn! Kol HaKavod!
[2] Das stimmt so natürlich nicht. Das Wahlbündnis aus: Otzma Yehudit (Ben-Gvir), Religious Zionism (Smotrich) und Noam (Moaz) erhielten bei der Wahl 516.470 Stimmen und erreichten damit 14/120 Sitze in der Knesset. Sie wurden nach der Likud (Netanyahu) und Yesh Atid (Lapid) drittstärkste Fraktion. Die Wahlplattform löste sich nach der Wahl wieder auf.
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