11. Tammus 5784


Netanyahu will auf seiner ab dem kommenden Montag stattfindenden Reise in die USA zeigen, welch liebevoll sorgender Landesvater er ist. Geplant ist, dass Noa Argamani mit ihrem Vater dabei sein wird. Sehr schnell meldeten sich Stimmen, die ihr dringend abrieten, an dieser Reise teilzunehmen. Maayan Sherman, die Mutter des gefallenen Soldaten Ron, s’’l, schrieb im Facebook: «Geliebte Noa, er missbraucht dich. Andere werden dafür mit ihrem Leben zahlen müssen. Erkläre das bitte deinem Vater. Flieg nicht als Dekoration mit!» Ifat Kalderon, Verwandter des noch in Gaza festgehaltenen Ofer, schreibt weiterhin: «Wir müssen unserer geliebten Noa erklären, dass er sie missbraucht. Sie wurde zuerst von der Hamas gekidnappt und nun ein zweites Mal durch ihn.» Mit dabei sollen weitere Familienangehörige sein, u.a. die Mutter von Noas Partner Avinatan Or.

Zwei wichtige Politiker trafen sich heute in Tel Aviv zu einemVier-Augen-Gespräch. Das Thema dürfte gewesen sein, ob die Neugründung einer gemeinsamen rechten Partei dabei helfen kann, eine echte Alternative zu Netanyahu darzustellen. Weitere Treffen der beiden sind für die kommende Woche geplant.


Junge Haredim, die offenbar kurz vor der Einberufung zur IDF stehen, haben gestern die zweite Nord-Süd-Schnellstrasse 4 blockiert. Sie trugen Plakate mit sich, auf denen stand: «Wir gehen ins Gefängnis, aber nicht ins Militär.» Vielleicht sollten sich die von ihren Rabbinern fehlgeleiteten Knaben einmal überlegen, wer ihr bisheriges Leben finanziert hat. Von der vorgeburtlichen Betreuung, über die Geburt und postnatale Betreuung, Beschneidung, Windeln, die Babynahrung, Kindergarten, Schule, Bar Mitzwa, Yeschiwa… sonst nennt man das Parasitentum, nur in Israel bezahlt das alles das Sozialministerium. Und dann sind drei Jahre zu viel, um ein wenig zurückzuzahlen? Die Polizei löste die Demonstration mit Wasserwerfern und berittener Polizei auf.
Während VM Yoav Gallant vor einigen Tagen ankündigte, ab Sonntag 3.000 Einberufungsbefehle zu versenden, beklagte Yuli Edelstein, Likud, der Vorsitzende des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung, dass es «keinen Plan und keine Zahlen für die Einberufung gebe.» Weiterhin verlangte er, dass zur morgigen Diskussion in der Knesset «die Vertreter der IDF mit einem detaillierten Plan und genauen Zahlen kommen.»



Die Familien von fünf Soldatinnen, die von der palästinensischen Terror-Organisation Hamas von ihrem Beobachtungsposten in Nahal Oz in den Gazastreifen verschleppt wurden, haben neue Bilder zur Veröffentlichung freigegeben. Sie wurden in den ersten Tagen ihrer Gefangenschaft aufgenommen, aber erst vor 1 ½ Monaten den Familien zugestellt. Die Bilder zeigen Liri Albag, Karina Ariev, Agam Berger, Daniella Gilboa, und Naama Levy. Zwei von ihnen haben offensichtlich Verletzungen am Kopf, eine Dritte hat ein völlig verschwollenes Gesicht und ein schwarzes Auge. Die Familien erhielten die Bilder bereits vor einigen Monaten.
Die Familien sind sicher, dass wir einer Vereinbarung zur Geiselfreilassung und zu einem Waffenstillstand näher denn je sind. Deshalb verlangen sie ein Treffen mit Netanyahu noch vor seiner Abreise in die USA. Die Zeit rast. Am frühen Montagvormittag wird Netanyahu abfliegen. Sie flehen ihn an, seine Unterschrift noch vor dem Abflug zu leisten. Oder, sollte das nicht möglich sein, die Reise abzusagen. Nichts sei im Moment wichtiger als die Befreiung der Geiseln.
Eli Albag, der Vater der entführten Soldatin Liri Albag, berichtete dem Armeesender, dass er mit anderen Familienangehörigen von Geiseln mit dem Minister für strategische Angelegenheiten und engem Vertrauten des PM, Ron Dermer, zusammengetroffen sei. «Er sagte uns, dass die Bedingungen für einen Deal, der umgesetzt werden kann, reif sind.
Wenn er spricht, ist es, als würde der Premierminister sprechen. Ich glaube ihm.» Ich schreibe es seinen unglaublichen Qualen zu, dass er sich daran festhält.
Mossad-Chef David Barnea soll gestern bei der Sitzung des Sicherheitskabinetts gewarnt haben, dass es vor allem für die weiblichen Geiseln keine Zeit mehr gebe. «Die Mädchen in Gefangenschaft haben keine Zeit, auf Änderungen des diskutierten Vorschlags zu warten.» Damit spielt er auf Hinweise an, dass Netanyahu erneut Änderungen am vorliegenden Arbeitspapier vornehmen will. Gila Gamliel, Likud unterstützte ihn: «Frauen können nach neun Monaten gebären, und das ist eine Katastrophe, von der man sich nicht erholt.» Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, ausser die Geiseln sind mittlerweile so unterernährt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft gegen Null tendiert.
VM Yoav Gallant stellt fest, dass das Zeitfenster für die noch lebenden Geiseln sich schliesst. Falls das Abkommen nicht in den kommenden zwei Wochen unterschrieben wird, bedeutet das, dass das Schicksal der Geiseln besiegelt ist. Er ist der festen Überzeugung, dass es innerhalb dieser Zeit möglich ist, sich über alle noch offenen Punkte zu einigen, dass aber, nicht zum ersten Mal, Netanyahu alles daransetzt, das erneut zu torpedieren.

MK Moshe Saada, Likud, erklärte gestern, er werde die Regierung nicht unterstützen, wenn Israel sich tatsächlich, wie im Verhandlungspapier formuliert, aus dem Philadelphi Korridor an der ägyptischen Grenze und dem Netzarin Korridor im zentralen Gazastreifen zurückzieht. Die Kontrolle über den Philadelphi Korridor ist für Israel von essenzieller Bedeutung, nachdem er immer wieder als Route zum Waffenschmuggel genutzt wird. Der Netzarin Korridor teilt Gaza oberirdisch in zwei Hälften und verhindert, dass Terroristen sich ungehindert von Süd nach Nord bewegen können.
Gestern gab Netanyahu Aussagen von sich, die schon nahe an Verschwörungstheorien heranreichen. Das Massaker in Israel am 7. Oktober sei nichts anderes gewesen, als Teil eines grossangelegten Planes des Irans, Israel an mehreren Stellen mit Bodenoffensiven zu überziehen, um den Staat völlig zu zerstören. Vereitelt wurde der Plan nur, weil Sinwar zu früh losgeschlagen habe. Dennoch bestehe die Gefahr weiterhin. Zu den trauernden Familienangehörigen sagte er – wie geschmacklos! «Wir haben im Verlauf der Operation in Gaza festgestellt, dass Sinwar einfach zu früh das Feuer eröffnet hat – dass der Iran plant, uns mit seinen Stellvertretern in die Zange zu nehmen, um uns von Gaza, dem Libanon, Judäa und Samaria und Jordanien aus anzugreifen. Gleichzeitige Bodeninvasionen und massiver Raketenbeschuss. Hunderttausende Raketen und Drohnen», führte er weiter aus. «Der Plan ist nicht, Israel als Idee auszulöschen – sondern den Staat Israel zu zerstören, den Staat Israel zu erobern.»



Netanyahu sagte bei einer Gedenkstunde für die gefallenen Soldaten aus dem Gaza Krieg 2014 auf dem Militärfriedhof auf dem Herzl-Berg «Die Hamas steht unter zunehmendem Druck, weil wir sie angreifen. Wir eliminieren ihre hochrangigen Kommandanten und töten Tausende von Terroristen. Sie steht unter Druck, weil wir angesichts des Drucks an unseren gerechten Forderungen festhalten.“ Und er verspricht: «Wir werden den Druck auf die Hamas erhöhen. Wir werden sie alle zurückbringen, die Geiseln vom 7. Oktober und Oron Shaul und Hadar Goldin, Avera Mengistu und Hisham al-Sayed.» Die sterblichen Überreste von Shaul und Goldin waren 2014 in den Gazastreifen verschleppt worden, Mengistu und al-Sayed waren irrtümlich in den Gazastreifen geraten und sind möglicherweise noch am Leben. Abschliessend betonte Netanyahu: «Ich habe nicht die Absicht, den Krieg zu verlieren.» Wer hat das schon???
Innerhalb kürzester Zeit wurden gestern Abend mehr als 100 Raketen aus dem südlichen Libanon Richtung Israel abgeschossen. Die Abschussbasis wurde nur kurze Zeit später von einer Drohne zerstört. Nach der ersten Salve folgten nach kurzer Zeit erneut zahlreiche Raketenwarnungen. Hisbollah Anführer Hassan Nasrallah kündigte indessen an, dass sehr bald schon Raketen bis tief nach Israel hineingeschossen werden, in Gebiete, die bisher noch nicht zum Zielgebiet der Hisbollah gehören. Anschliessend warnte er Israel, gar nicht erst darüber nachzudenken, eine Bodenoffensive auf den Libanon zu starten. «Wenn ihr mit euren Panzern kommt, müsste ihr nicht befürchten, zu wenige Panzer zu haben, weil ihr dann gar keine mehr habt.»

Der Öltanker ‘Chios Lion’, der unter liberianischer Flagge segelt, erhielt nach einem Beschuss durch Houthi Terroristen einen Direktschlag. Obwohl der Schaden am Schiff nicht als besonders gross eingestuft wird, kann eine Ölspur nicht ausgeschlossen werden. Der Frachter wendete nach dem Beschuss, um im nächsten Hafen zu untersuchen, ob irreparable Schäden entstanden sind.
Die IDF konnte heute einen Tunnel zerstören, über den am 6. Juni einige Hamas-Terroristen versuchten, nach Israel einzudringen. Der Tunnelausgang, über den sie in Israel wieder auf die Oberfläche kamen, lag etwa 200 m von der Grenze entfernt. In einem Feuergefecht, bei dem ein israelischer Soldat, Zeed Mazarib, 34, s’’l, sein Leben verlor und mit Unterstützung von Drohnen und Panzern konnten drei der Terroristen eliminiert werden, während der Vierte wieder zurück in den Tunnel flüchtete. Der Tunnel war, wie sich herausstellte, gut eingerichtet, mit Wohn- und Aufenthaltsräumen, Sanitäranlagen und elektrischem Licht.
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