Krieg in Israel – Tag 287

13. Tammus 5784

Hat der Iran jetzt vor, mit den Houthi-Terroristen im Jemen eine neue Front gegen Israel zu starten? Um 3:12 heute Nacht traf eine aus dem Jemen abgeschossene Langstrecken-Drohne, die mit Sprengstoff beladen war, auf ein Appartementhaus in Tel Aviv. In der näheren Umgebung des Hauses befinden sich einige Hotels und die US-amerikanische Botschaft. In den meisten der Hotels sind derzeit immer noch evakuierte Menschen aus dem Süden und Norden Israels untergebracht.

Der entstandene Sachschaden ist sehr hoch, wurde aber noch nicht beziffert. Auch an benachbarten Gebäuden entstand durch die Druckwelle Schaden. Ein Mann wurde von einem Schrapnell tödlich getroffen. Acht Personen mussten mit unterschiedlichen Verletzungen und Panikattacken in Krankenhäusern betreut werden. Der tödlich getroffene Mann, Yevgeny Perder, 50, s’’l, ist ein Neueinwanderer aus Weissrussland und arbeitete in einem der benachbarten Hotels, wo er auch leblos aufgefunden wurde.

Wie die IDF zugeben muss, wurde die Drohne zwar rechtzeitig entdeckt, aber auf Grund von menschlichem Versagen nicht abgeschossen und eliminiert. Weil die Abfang-Systeme nicht aktiviert wurden, wurde auch kein Alarm ausgelöst.  Die IDF übernahm sofort die Verantwortung und wird eine Untersuchung einleiten.

Wie IDF-Sprecher Daniel Hagari bei einer Pressekonferenz erklärte, flog die Drohne vom Jemen über das Mittelmeer nach Tel Aviv. Später wurde bekannt, dass es sich um eine aus dem Iran stammenden Samad-3 Drohne handelte, die so umgebaut wurde, dass sie für Langstrecken-Angriffe geeignet war. Bevor sie in Tel Aviv auf das Gebäude traf, war sie mehrere Stunden in niedriger Höhe geflogen.

Die Houthi Terroristen übernahmen sofort die Verantwortung und betonten, dass Tel Aviv immer ein von ihnen bevorzugtes Ziel sein wird. Als direkte Massnahme zur Verbesserung der Sicherheit für Israel wird die Zahl der Flugpatrouillen deutlich verstärkt.

VM Yoav Gallant traf sich unmittelbar nach dem Angriff mit Generalstabschef Herzi Halevi und anderen militärischen Führungskräften, um die Reaktion auf diesen Angriff zu besprechen.

Das israelische Mediatoren-Team muss wieder einmal neue Formulierungen finden, um die kurzfristig anbefohlenen Änderungen von Netanyahu in die Arbeitspapiere einzuflechten. Sie werden erst dann wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren, wenn Netanyahu die Änderungen abgesegnet hat. Netanyahu hatte gefordert, dass Israel die Kontrolle über den Philadelphi-Korridor an der Grenze zu Ägypten, den Grenzübergang Rafah und den Netzarin-Korridor behält. Damit soll der Waffenschmuggel stark eingeschränkt und die Bewegungsfreiheit von Terroristen von Süd nach Nord weitgehend verhindert werden. Der von Israel selbst vorgelegte Vorschlag vom 27. Mai spezifiziert nicht explizit die Orte, an denen die IDF verbleiben darf. Jetzt, nach seinem gestrigen Besuch in Rafah ist ihm eingefallen, dass diese

Passagen noch abgeändert werden müssen. Was jetzt folgt, ist wieder ein wochenlanges Prozedere, bis der Text der Hamas wieder vorgelegt werden kann.

Das Verhandlungsteam um Mossad-Chef David Barnea befürchtet, dass diese Änderungen erneut in eine Sackgasse führen werden.

Netanyahu baut darauf, dass, wie er mehrmals betonte, die Hamas deutlich geschwächt und deshalb leichter zu Zugeständnissen bereit sei. Gleichzeitig betonte er mehrfach, mehr Druck auf die Hamas auszuüben. «Wenn Israel die Hamas militärisch härter treffen würde, könnten wir ein Abkommen zustande bringen. Die Hamas beginnt zu bröckeln.» Wenn er sich da mal nicht täuscht! Bei seinem Besuch in Rafah betonte er: «Gleichzeitig hilft uns der militärische Druck, den die IDF-Streitkräfte hier, an der Kehle der Hamas, ausüben, an unseren gerechten Forderungen festzuhalten, und hilft uns, den Geiselnahme-Deal voranzutreiben – einschliesslich unserer Forderung, in der ersten Phase des Plans eine maximale Zahl von Geiseln freizulassen. Der Druck verzögert einen Deal nicht, er bringt ihn voran.»

Erneut torpediert Netanyahu die Verhandlungen, nicht zum ersten Mal, aber hoffentlich zum letzten Mal.

IDF-Sprecher Daniel Hagari gibt sich zuversichtlich, dass Muhammad Deif während des Luftanschlages vom vergangenen Samstag getötet wurde. «Die Anzeichen für den Erfolg der Eliminierung von Muhammad Deif mehren sich. Hamas-Kommandant Rafa’a Salameh wurde definitiv eliminiert. Deif und Salameh standen zum Zeitpunkt des Anschlags nebeneinander. Die Hamas verschweigt, was mit Deif passiert ist.»

Spät in der Nacht auf Donnerstag wurde mit einem gezielten Luftanagriff auf ein mehrstöckiges Gebäude in Jmaijmeh im südlichen Libanon der Anführer der Hisbollah Elite Einheit ‘Radwan’, Ali Jaafar Maatouk eliminiert. Er war verantwortlich für zahlreiche Angriffe auf die IDF mit Raketen und Sprengstoff-beladenen Drohnen. Beim gleichen Angriff kamen sechs weitere Terroristen ums Leben.

Als Reaktion auf den gezielten Angriff verschärfte die Hisbollah am heutigen Vormittag den Beschuss auf Israel, indem sie in mehreren Wellen mehr als 70 Raketen nach Galiläa schickten.



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