15. Tammus 5794

UNO-Generalsekretär António Guterres zeigt sich wieder einmal zutiefst besorgt, dass es zwischen Israel und den vom Iran gestützten Terror-Organisationen zu einer Eskalation kommen könnte. Nota bene, er zeigte sich, wie eigentlich nicht anders zu erwarten, erst besorgt, nachdem Israel erstmalig einen Vergeltungsschlag auf die Öllager im Hafen von al-Hudaydah ausgeführt hatte. Er zeigte sich nicht besorgt, als zuvor die Houthis eine sprengstoffbeladene Drohne nach Tel Aviv geschickt hatten, die dort grossen Schaden anrichtete, als sie in ein Appartementhaus einschlug und an mehreren Gebäuden Schäden anrichtete. Er zeigte sich auch nicht besorgt, nachdem mittlerweile mehr als 300 Raketen und Drohnen in Richtung Israel abgeschossen wurden. Warum erstaunt mich diese einseitige Aussage von Guterres nicht?

Berater von US-Präsident Joe Biden, der sich derzeit auf seinem Familienbesitz in Delaware von seiner aktuellen COVID Infektion erholt, gehen davon aus, dass er, wenn überhaupt, erst nach der Rede von Netanyahu im Kongress am kommenden Mittwoch von seiner Kandidatur zurücktreten wird. Nachdem Netanyahu bekannt gab, sich auch mit dem Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, Donald Trump, treffen zu wollen, will Biden Netanyahu nicht die Genugtuung geben, vor den wesentlichen Ereignissen seinen Rücktritt bekannt zu geben. Es wird also immer mehr die Frage des Wann und nicht mehr des Ob. Und dann bleibt die Frage, wen die Demokraten aus dem Zylinderhut zaubern, der Donald Trump besiegen kann.


Als Vergeltungsschlag für den vorgestern erfolgten Beschuss auf ein Appartementhaus in Tel Aviv von den Houthi-Terroristen, hat die IAF gestern einen Angriff auf die Hafenanlage von al-Hudaydah geflogen. Der Hafen wird von den Houthi-Terroristen kontrolliert und von ihnen als Waffenlager missbraucht. Dort befinden sich auch die grössten Öllager der Houthis. Daher sieht Israel den Hafen als legitimes militärischen Ziel an, das im Kriegsfall angegriffen werden darf. Mehrere F-15 und F- 35-Kampfjets, sowie Aufklärungs- und Tankflugzeuge waren an dem Angriff beteiligt. Das Weisse Haus bestätigte, dass Israel den Angriff in voller Abstimmung mit dem Recht der Selbstverteidigung ausgeführt hat. Die Houthis reagierten sofort, indem sie ankündigten, dass Israel einen ‘hohen Preis für den Angriff wird zahlen müssen’.
Der Angriff auf die Hafenanlagen im Jemen wurde vorgestern noch in der Nacht von VM Yoav Gallant bewilligt. In jemenitischen Quellen wird von sechs Toten und 80 Verletzten, verursacht durch den israelischen Angriff auf die Öllager, gesprochen.
Die Hisbollah erklärte darauf postwendend, dass Israel in eine neue Phase des Krieges eingetreten sei. «Der törichte Schritt des zionistischen Feindes läutet eine neue, gefährliche Phase einer sehr wichtigen Konfrontation in der gesamten Region ein.» Immer wieder vergessen die Angreifer, sei es die Hamas, die Houthis, die Hisbollah oder andere, hier nicht genannte Terror-Organisationen, dass sie es waren, allen voran die Hamas, die den Krieg mit dem Überfall auf Israel am 7. Oktober angefangen hat.
Am Nachmittag wurde Israel mit einer Raketensalve von etwa 45 Raketen überzogen. Die Raketen, die nicht abgefangen wurden, gingen in unbebautem Gelände nieder und verursachten einige Brände, die von den Feuerwehren gelöscht wurden.
Auch das iranische Aussenministerium meldete sich zu Wort. Der Sprecher, Nasser Kanaani, nannte den Beschuss der Hafenanlagen ein ‘gefährliches Abenteuertum’ Israels, das zu einem ausgeweiteten regionalen Krieg führen könnte. Israel und sein Sponsor, die USA, seien direkt verantwortlich für die gefährlichen und unvorhersehbaren Konsequenzen. Nota bene: Wer sind die Sponsoren des Iran? Russland, China und Nordkorea.

Tausende von Demonstranten forderten gestern Abend in Tel Aviv, dass Netanyahu das Geisel-Abkommen unterschreiben müsse, bevor er heute nach Washington abreist. Einige Verwandte von Geiseln werden ihn auf seinem Flug begleiten. Darunter sind: Noa Argamani, die letzten Monat bei einer IDF-Operation aus Gaza gerettet wurde, und ihr Vater Yaakov, Ditza Or, deren Sohn Avinatan [der Partner von Noa] weiterhin als Geisel gehalten wird, Bat-Sheva Yahalomi, deren Ehemann Ohad festgehalten wird, und Verwandte der Familie Bibas, darunter Yarden Bibas‘ Vater.
Andere Familienangehörige haben ihre Pläne, ebenfalls an der Reise teilzunehmen, kurzfristig geändert. Unter ihnen Alon Gat, dessen Schwester Carmel sich noch in Gaza befindet. Er hat gehofft, dass Netanyahu diese Reise nutzen wird, die Zustimmung zum Geisel-Abkommen zu geben. Später hat er dann erkannt, dass das nicht der Fall sein wird. Im Gegenteil, Netanyahu hat wieder einmal alles getan, den Abschluss zu verhindern.
Meinen Respekt denen, die sich weigern, mitzufliegen!
Netanyahu hatte geplant, wie vorgesehen, heute Abend in die USA zu fliegen, ungeachtet des Angriffs auf die Öllager der Houthis und der möglichen politischen Folgen, u.a. einem erneuten Angriff aus dem Iran. Während seines Aufenthalts in Washington plant Netanyahu auch, sich neben US-Präsident Joe Biden mit Präsidentschafts-Bewerber Donald Trump zu treffen. Vor zwei Stunden, also am frühen Vormittag, wurde jedoch bekannt, dass die Abreise wieder auf den ursprünglichen Termin, morgen Vormittag, verschoben wurde. Als Grund wird angeführt, dass das Treffen mit US-Präsident Joe Biden vom Montag auf Dienstag verschoben wurde.
Eine Gruppe von Familienangehörigen von Geiseln klagt an, dass «…Premierminister Benjamin Netanyahu ein Abkommen zur Freilassung unseren Angehörigen sabotiert, und warnt, dass wir gegen seinen Besuch in den USA protestieren werden, wenn er kein Abkommen bekannt gibt.» Angeblich wird sich Netanyahu heute noch mit dem Verhandlungsteam treffen. Der offizielle Sender ‘Kan’ gab sogar bekannt, dass alle möglichen Bemühungen getroffen werden, damit das Abkommen heute noch in einem verkürzten Verfahren von Netanyahu unterschrieben werden kann. Dann läge der Ball wieder bei der Hamas …
Acht MK des Likud haben in einem gemeinsamen Brief an Netanyahu vor inakzeptablen Zugeständnissen im Zusammenhang mit dem Geisel-Abkommen gewarnt. Die Abgeordneten erklärten in dem Warnschreiben, dass sie es absichtlich vor Netanyahus Reise in die USA in dieser Woche veröffentlicht hätten, um dem Druck von „militärischen, politischen und internationalen Stellen“ entgegenzuwirken, Zugeständnisse zu machen, und deuteten sogar an, dass es politische Konsequenzen geben würde, wenn der Premierminister beschliessen würde, das Abkommen dennoch voranzutreiben. Die MKs betonen: «Die Heimkehr der Geiseln hat höchste moralische Priorität.» Anschliessend stellen sie sich hinter die derzeitige Haltung von Netanyahu, den Druck auf die Hamas maximal zu erhöhen, um die Geiseln freizubekommen. Sie sind überzeugt, dass nur eine militärische Niederlage der Hamas zur Freilassung der Geiseln führen kann.

Die IDF konnte in Rafah eine grosse Menge von abschussbereiten Mörsergranaten zerstören, die auf sie abgeschossen werden sollten. Weiterhin konnten sie eine Gruppe von bewaffneten Terroristen, die auf sie zukamen, eliminieren. Erneut wurden Tunnel mit unterirdischen Infrastrukturen, sowie Waffenlager zerstört.
Zwanzig Terroristen der palästinensischen Terror-Organisation Hamas wurden gestern in einer gemeinsamen Aktion von IDF, IAF und Shin Bet eliminiert. Sie gehörten alle dem al-Shati Bataillon an, das nicht nur am Tod von Sgt., First Class Tal Lahat, sondern auch die Tötung von Sergeant Elad Polack, Sergeant Roy Yaakov Solomon und Staff Sergeant Erez Idan, s’’l, im Jahr 2003 zu verantworten hatten.
Auch im Norden war die IDF erfolgreich. Über Nacht wurden zwei Waffenlager der Hisbollah angegriffen und damit grosse Mengen von Raketen und anderen Waffen unbrauchbar gemacht. Die beiden Waffenlage befanden sich etwa 30 km nördlich der Grenze an der Küste. Einen zweiten erfolgreichen Drohnen-Angriff auf eine Zelle von Hisbollah-Terroristen startete die IAF am heutigen Vormittag.

In den Kibbuzim Dafna und Szold im Norden Israels gab es direkte Einschläge durch Raketen der Hisbollah. In Dafna wurde eine Schule getroffen, die seit Monaten nicht mehr in Betrieb ist, weil die Bewohner des Kibbutz seit Ende Oktober evakuiert ist. In der Umgebung von Szold brachen Feuer aus, die derzeit noch von Feuerwehren gelöscht werden. Gestern wurden im Naturschutzgebiet Banias 50 km2 als Folge von Raketenbeschuss verbrannt.
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