Krieg in Israel – Tag 290

16. Tammus 5784

US-Präsident Joe Biden ist der weitaus bessere Freund für Israel, als es sein Vorgänger jemals war. Auch wenn sehr viele Israels, vorwiegend das gesamte rechte Spektrum, das immer negierte. Er ist der leise Präsident, der erst denkt und sich informiert, bevor er etwas verkündet. Er ist der Präsident, der Ratschläge erteilt, nein, eher Tipps gibt, der Konsequenzen nennt und dann auch durchzieht, wenn man sie nicht aufnimmt. Er ist ein Mann, der den Weitblick hat, auch die Folgen zu erkennen, wenn etwas getan oder unterlassen wird.

Nach der Debatte vom 27. Juni sah er sich mit einer Hetzjagd gegen ihn konfrontiert, die nicht nur aus dem republikanischen Lager, sondern auch aus den eigenen Reihen kam.

Nach der katastrophalen Politik seines Vorgängers gelang es Joe Biden viel wieder gutzumachen. Die Wirtschaft in den USA ist stabilisiert und boomt, das Gesundheitswesen, vorrangig für Senioren, ist heute umfassender, als es jemals war.

Nach dem Sturm aufs Kapitol am 6. Januar 2021 war die Demokratie der USA gefährdet und das Land war tief gespalten. Heute sind die USA wieder ein Land, in dem sich die Demokratie stabilisiert hat. Und auch das ist sein Verdienst.

In seinem Alter ist es ein Zeichen von Weisheit, abzutreten, sich auf die letzten Monate seiner Amtszeit zu konzentrieren, und sich dann nur noch dem zu widmen, was ihm wichtig ist.

Jetzt darf man gespannt sein, wer den Kampf gegen Donald Trump aufnehmen wird.

Ich sage hier an dieser Stelle schon einmal: Danke Mr. President, danke für alles, was sie bisher und noch in den kommenden Monaten für Israel tun werden. Sie werden in den Geschichtsbüchern als einer der besten Freunde Israels genannt werden!

Ein Freund von Joe Biden, Rabbi Michael Beals, hielt gestern fest: «Im Judentum haben wir grossen Respekt vor dem Alter. Moses, unser grösster Prophet, hat uns im Alter von 120 Jahren immer noch geführt. Verglichen mit ihm ist Joe noch sehr jung.»

Die Stimmen aus dem demokratischen Lager, die sich hinter eine Kandidatur von Vize-Präsidentin Kamala Harris stellen, mehren sich. Bill und Hillary Clinton zeigten sich besorgt, über das was auf die USA zukommt, falls Donald Trump das Rennen macht. Sie betonten, alles zu tun, um Harris im Wahlkampf zu unterstützen. Der ehemalige Präsident Barack Obama hielt fest: «Joe Biden ist einer der einflussreichsten Präsidenten Amerikas und ein guter Freund und Partner für mich. Heute wurde uns erneut bewusst, dass er ein Patriot höchsten Ranges ist.» Hier das komplette Statement von Obama, dem Mann, der ihn wahrscheinlich politisch und persönlich am besten kennt.

Schon heute kann sich Vizepräsidentin Kamala Harris über einige bedeutende Zusagen für den Parteitag im August freuen. Alle 168 Abgeordneten von North Carolina, alle 204 Abgeordneten von South Carolina, alle 25 Delegierten von New Hampshire und schlussendlich Tennessee haben sich zur Unterstützung von Harris auf dem Parteitag verpflichtet. Auf dem Parteitag vom 19. bis 22. August werden etwa 4.000 Delegierte ihren Kandidaten wählen. Harris benötigt die Unterstützung von 1.969 Abgeordneten.

Einer der möglichen Kandidaten, der kalifornische Gouverneur Newsom hat ebenfalls seine Unterstützung für Harris bekundet und scheidet damit aus dem möglichen Rennen aus. Auch Josh Shapiro gab seine Unterstützung für Harris bekannt.

Kritik kam vom ehemaligen amerikanischen Botschafter in Israel, David Friedman. Der ist sich sicher, dass mit der Kandidatur von Kamala Harris viele jüdische Wähler sich für Trump entscheiden werden. Ferner erklärte er, dass der Gesundheitszustand von Biden schon seit Jahren verschleiert wurde. «Biden ist ein Kaiser ohne Kleider» betonte er. Schon 2021 sei klar gewesen, dass er die Präsidentschaft nicht zu Ende bringen könne. Ist das Diplomatie, einen sich noch im Amt befindlichen Präsidenten zu beleidigen?

Präsident Isaac Herzog bedankte sich ebenfalls für «seine Freundschaft und die ungebrochene Unterstützung von Israel» und bezeichnet Biden als ein Symbol für die unzerbrechliche Beziehung zwischen Israel und den USA. Der ehemalige PM Naftali Bennett schloss sich den warmen Worten des Präsidenten an. Oppositionsführer Yair Lapid und MK Na’ama Lazimi, sowie Mk Gilad Kaariv, beide Arbeiterpartei, bedankten sich ebenfalls in den sozialen Medien.

Anstelle sich wenigsten einmal in seinem Leben anständig zu verhalten, beschimpfte Donald Trump den amtierenden Präsidenten, Joe Biden, mit den schlimmsten Vorwürfen. «Er ist der schlechteste Präsident, den die USA jemals hatten. Der Gauner Joe Biden war nicht geeignet, um für das Amt des Präsidenten zu kandidieren, und ist sicherlich nicht geeignet, um zu dienen – und war es nie! … Wir werden unter seiner Präsidentschaft sehr leiden, aber wir werden den Schaden, den er angerichtet hat, sehr schnell beheben. MACHEN SIE AMERIKA WIEDER GROSSARTIG!» Vielleicht hätte ein Blick in den Spiegel ihm die Wahrheit über die Qualität der US-amerikanischen Präsidenten der letzten Jahre gezeigt….

Ein bisher noch nicht benannter Offizier wurde am heutigen Vormittag von einer Granate tödlich getroffen. Der tragische Vorfall ereignete sich, während er nicht aktiv im Kampf war. Die Militärpolizei hat eine Untersuchung eingeleitet, deren Ergebnisse der Militär- Generalanwältin zur Prüfung vorgelegt werden müssen. Erst anschliessend wird die Familie informiert und der Name bekannt gegeben.

Der Tod von zwei weiteren Geiseln, Alex Dancyg, 75 und Yagev Buchshtav, 35, s’’l, musste nach neuen Erkenntnissen der IDF bekannt gegeben werden. Beide wurden offensichtlich am gleichen Ort in Khan Younis festgehalten und starben bereits vor einigen Monaten. Die Möglichkeit, dass sie durch Beschuss der IDF ums Leben kamen, wird nicht zur Gänze ausgeschlossen und derzeit untersucht. Dancyg und Buchshtav wurden am 7. Oktober aus ihren Kibbutzim Nir Oz und Nirim entführt. Bereits im März hatte die Hamas mitgeteilt,  Buchshtav sei verhungert und Dancyg durch Beschuss der IDF gestorben. Beides wurde von der IDF nicht bestätigt. Buchshtav war gemeinsam mit seiner Frau Rimon Kirsch entführt worden. Sie wurde am 28. November freigelassen.

Die Knesset hat heute in erster Lesung drei Gesetzesentwürfe verabschiedet, die sich gegen die UNRWA richten. Die UN-Agentur soll als terroristische Organisation eingestuft und ihre Aktivitäten in Israel beendet werden. Gemäss den vorgeschlagenen Gesetzen soll es der UNRWA verboten sein, in Israel Büros zu betreiben, Dienstleistungen zu erbringen oder Aktivitäten auf dem Hoheitsgebiet des Landes durchzuführen. Darüber hinaus wird der Staat alle Beziehungen zur UNRWA abbrechen, und die UN-Privilegien- und Immunitätsordnung in Israel wird nicht mehr für die Organisation, ihre Beamten oder ihre Mitarbeiter gelten. Drei harte, aber nach den gemachten Erfahrungen durchaus berechtigte Entwürfe.

UNRWA-Chef Philippe Lazzarini beschwerte sich, dass ein UN-Konvoi gestern unter Beschuss durch die IDF gekommen sei. Der Konvoi, der aus gepanzerten Fahrzeugen bestand, sei, so Lazzarini, klar mit ‘UN’ markiert gewesen und auch die Mitglieder des Teams hätten UN-Schutzwesten getragen. Der Konvoi stand unmittelbar an einem IDF-Checkpoint südlich vom Wadi Gaza, als auf ein Fahrzeug mindestens fünf Kugeln abgefeuert wurden. Das Fahrzeug erlitt schweren Schaden und musste zurückgelassen werden. Der übrige Konvoi konnte die Fahrt fortsetzen und erreichte sein Ziel, Gaza City.

Der Konvoi war mit der IDF koordiniert, die Verantwortlichen müssen, so Lazzarini, zur Verantwortung gezogen werden. Ich muss Lazzarini recht geben.

Aber: ist es vorstellbar, dass ein Soldat unter diesen von Lazzarini geschilderten Umständen schiesst? Anhand der Munition kann das nachgeprüft werden. Sollte sich allerdings herausstellen, dass der Beschuss tatsächlich von der IDF kam, so muss der Schütze degradiert und aus der IDF entlassen werden.     

Wie die COGAT bekannt gab, sind am Sonntag 236 LKWs mit Hilfsgütern in den Gazastreifen gefahren, allerdings warten in Kerem Shalom immer noch 550 LKW darauf, beladen zu werden. Zusätzlich wurden gestern sieben Tankwagen mit Treibstoff und sechs mit Kochgas geliefert. Von Israel besteht keine Limitierung in der Lieferung, nachdem die Waren geprüft wurden.

Nachdem die IDF die Bodenkämpfe mit ungehinderter Heftigkeit fortsetzten werden, wird ein Teil der bereits evakuierten Bevölkerung in der humanitären Region in Khan Younis aufgefordert, erneut aufzubrechen und sich in neu definierte Gebiete zu begeben. Der östliche Teil der Schutzzone wird als Kampfzone bezeichnet, in dem ein weiterer Verbleib extrem gefährlich ist. Die frühe Evakuierung soll helfen, die Zivilbevölkerung weitgehend zu schützen. «Die IDF wird in Kürze mit Gewalt gegen die Terrororganisationen vorgehen und fordert daher die verbliebene Bevölkerung in den östlichen Stadtteilen von Khan Younis auf, vorübergehend in das humanitäre Gebiet in al-Mawasi zu evakuieren.»

© Guy Morad, Facebook

Netanyahu und seine unmittelbaren Begleiter sind auf dem Weg nach Washington. Neben dem Grossereignis, der Rede vor dem Kongress am Mittwoch, wird Netanyahu sich mit US-Präsident Joe Biden, Vize-Präsidentin und wahrscheinliche Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris und Ex-Präsident und Präsidentschaftskandidat Donald Trump treffen. Das Treffen mit Trump ist noch nicht bestätigt, das mit Joe Biden könnte aufgrund der COVID-Erkrankung noch abgesagt werden.

Netanyahu ist dafür bekannt, dass er immer, unmittelbar vor dem Abflug zu einem Auslandsbesuch, ‘staatstragende’ Worte von sich gibt: «Ich breche zu einer sehr wichtigen Reise in die Vereinigten Staaten auf, und das zu einem Zeitpunkt, da Israel an sieben Fronten kämpft und in Washington grosse politische Unsicherheit herrscht. Ich werde mich bemühen, die für Israel so wichtige überparteiliche Unterstützung zu festigen. Und ich werde meinen Freunden sagen, dass Israel unabhängig davon, wen das amerikanische Volk zum nächsten Präsidenten wählt, sein unverzichtbarster und stärkster Verbündeter im Nahen Osten bleibt.»

Dann wurde er etwas persönlicher: «Ich habe vor, Präsident Biden zu treffen, den ich seit über vierzig Jahren kenne. Dies wird eine Gelegenheit sein, ihm für das zu danken, was er für Israel im Krieg und während seiner langen und herausragenden Karriere im öffentlichen Dienst als Senator, Vizepräsident und Präsident getan hat. Dies wird auch eine Gelegenheit sein, mit ihm darüber zu sprechen, wie wir in den kommenden kritischen Monaten die Ziele vorantreiben können, die für beide Länder wichtig sind – die Freilassung aller unserer Geiseln, die Zerschlagung der Hamas, die Bekämpfung der Terrorachse Iran und die Gewährleistung, dass alle israelischen Bürger sicher in ihre Häuser im Norden und Süden zurückkehren können», sagt Netanyahu. «In dieser Zeit des Krieges und der Unsicherheit ist es wichtig, dass Israels Feinde wissen, dass Amerika und Israel zusammenstehen – heute, morgen und immer.»

Die ‘Wing of Zion’ ist bereit für den ersten offiziellen Flug. Erstmals werden Details dieses teuren Spielzeugs bekannt. 

Das Flugzeug ist in vier Sektoren aufgeteilt: der private Teil des PM mit Schlaf- und Badezimmer, Büro des PM und einer voll ausgestatteten Küche. Ein zweiter Sektor besteht aus Konferenzraum und einem kleinen Operations-Raum. Im dritten Sektor sitzen persönliche Begleiter und die Sicherheitsleute und ganz hinten im Heck dürfen die handverlesenen Journalisten Platz nehmen.

Die Sitze sind in dunklem Blau mit crèmefarbigen Kopfpolstern gehalten, ebenso wie der Boden. Helle Hölzer unterteilen die Sektoren. Für meine Erinnerung entsprechen die Sitze bestenfalls der vorletzten Generation von Business-Class Sesseln anderer Airlines, inklusive der 2-3-2 Bestuhlung.

Der Konferenzraum ist da wesentlich nobler, elegantes Design aus Holz, kombiniert mit viel hellem Leder, da hat man sich etwas kosten lassen.

Die Flight-Attendants gehören überwiegend zur israelischen Fluggesellschaft Arkia und stehen permanent der ‘Wing of Zion’ zur Verfügung. Ein ruhiger Job, denn die derzeit oppositionellen Politiker haben alle angekündigt, das Flugzeug nicht benutzen zu wollen. Die Piloten sind Kampfpiloten, entweder im Reserve- oder im Aktivdienst.



Kategorien:Israel, Politik

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