Krieg in Israel – Tag 304

01. Aw 5784

Die Gespräche und Verhandlungen über die Freilassung der Geiseln und den Waffenstillstand werden bis nach dem erwarteten iranischen Angriff auf Israel und die Nachfolgeregelung von Ismail Haniyeh eingefroren. Ab heute wird jederzeit mit dem Angriff gerechnet. Der Nachfolger von Haniyeh könnte innerhalb der kommenden Tage bekannt gegeben werden.

Während zumindest die CDU versprochen hat, Israel im Kampf gegen den Iran aktiv zur Seite zu stehen, hat Ägypten heute mitgeteilt, sich an keiner Koalition zu beteiligen, die Israel unterstützt. Aus Kairo kam die lapidare Aussage, man möge das nicht als ‘feindlichen Akt’ verstehen, sondern nur als die Bemühung, die ägyptischen Interessen zu wahren. Schön, wenn das von einem Staat kommt, mit dem wir einen Friedensvertrag haben!

CNN berichtet heute in einer  Online-Präsentation, dass die Aussagen von Netanyahu, man sei dem Sieg über palästinensische Terror-Organisation ‘sehr nahe’, gelogen sind. Nicht nur, und das lesen wir täglich in den Medien, die Terror-Einheiten sich überall dort wieder neu formieren, wo die IDF bereits davon gesprochen hat, dass das Gebiet entmilitarisiert sei. Das Büro des PM hat nicht auf die entsprechenden Fragen und Hinweise durch CNN reagiert. Nachfolgend einige selbsterklärende interaktive Grafiken:

MK Yaya Fink, Awoda, hat eine WhatsApp Gruppe gebildet, der in kürzester Zeit fast 90.000 Mitglieder beitraten. Die Gruppe wird in dem Moment aktiv werden und Demonstrationen im ganzen Land durchführen, wenn Netanyahu seine Drohung wahr macht und VM Yoav Gallant entlässt. Im März, als Netanyahu Gallant erstmals entliess, haben ähnlich spontan gebildete Gruppen dazu beigetragen, dass die Entlassung nie vollzogen wurde. Andere Gruppen haben sich in den letzten Tagen gebildet, die sich gegen die Entlassung von GStA Gali Baharv-Miara aussprechen.

Der Vorsitzende des Aussen- und Verteidigungsausschusses, Yuli Edelstein, wies heute die Pläne von Netanyahu zurück, sowohl VM Yoav Gallant als auch Generalstabschef Herzi Halevi aus dem Amt zu entlassen. «Wir müssen uns auf die Ziele des Krieges konzentrieren.» Mit Blick auf das Rekrutierungsgesetz von Haredim zeigte er sich vom Militär enttäuscht. «Wir befinden uns im Krieg, es gibt einen echten und kritischen Bedarf. Wir müssen praktische Lösungen anbieten, keine Slogans», so Edelstein weiter. Er verspricht, «alles zu tun, damit das Wehrpflichtgesetz verabschiedet wird und dabei sowohl den Bedürfnissen der Armee gerecht zu werden, als auch sicherzustellen, dass neue Rekruten ihren religiösen Lebensstil beibehalten können.»

Der rechtsextreme Smotrich hat auf einer Konferenz in Yad Binyamin betont: «Wir bringen die Hilfe, weil wir keine andere Wahl haben. In der gegenwärtigen globalen Realität können wir keinen Krieg führen. Niemand wird zulassen, dass wir 2 Millionen Zivilisten verhungern lassen, auch wenn dies gerechtfertigt und moralisch ist, bis unsere Geiseln zurückgegeben werden. Humanitäre Hilfe im Austausch für humanitäre Hilfe ist moralisch gerechtfertigt, aber was können wir tun? Wir leben heute in einer bestimmten Realität, wir brauchen internationale Legitimität für diesen Krieg.» Die Interpretation dieser zynischen und menschenverachtenden Worte überlasse ich jedem selbst!

Beim Besuch der unterirdischen Einsatzzentrale der Air Force in Tel Aviv hat VM Yoav Gallant betont, dass «sich unsere Feinde jeden Schritt gut überlegen werden, nachdem Sie im letzten Jahr Ihre Schlagkräftigkeit bewiesen haben. Trotzdem müssen wir für alles vorbereitet sein.»

Oppositionsführer Yair Lapid beschuldigt die Regierung, nichts zu tun, um für die Bevölkerung erkennbar zu entscheiden, wie sie mit der Bedrohung durch den Iran und seiner Anhängerstaaten umgehen werden. «Seit fünf Tagen ist ein ganzes Volk gezwungen, da zu sitzen und auf die Bombardierungen zu warten», und er fuhr fort: «Ist das der neue Standard, dass die Bevölkerung des Nordens nicht weiss, wann oder ob überhaupt sie nach Hause gehen können? Ist das der neue Standard, dass man nicht wagt, mit den Kindern in einen Park zu gehen, weil es dort keine Schutzräume gibt? Ausländische Fluggesellschaften wollen hier nicht fliegen, weil es hier niemanden gibt, dem man vertrauen kann. Alle warten und warten und wissen nicht, worauf sie warten.» Lapid drückt seine Hoffnung auf eine grundlegende Änderung aus: «Diese Regierung wird stürzen, wenn die Knesset aus der unnötigsten und erbärmlichsten Sitzungspause in der Geschichte des Landes zurückkehrt. Wir werden eine effektive, funktionierende und anständige Regierung bilden, die Ordnung in das Land und Ordnung in unser Leben bringen wird.»

Gestern gelang es der IAF mit einem gezielten Angriff Abd al-Fattah al-Zari’i, den für die Wirtschaft der Hamas zuständigen Terroristen und ranghohen Verantwortlichen für die Waffenproduktion auszuschalten. Seine weitere Aufgabe bestand darin, die Plünderungen von Hilfslieferungen zu organisieren. Die erbeuteten Lebens-und Hilfsmittel wurden anschliessend zu weit überhöhten Preisen auf den von der Hamas geführten Märkten angeboten. Auch Gelder und Treibstoffe für terroristische Zwecke wurden von ihm verteilt.

Gegen Mittag wurde ein LKW-Fahrer in der Nähe von Re’im durch Raketenbeschuss leicht verletzt. Die Hamas schoss etwa 15 Raketen aus der Nähe von Khan Younis in Richtung Israel ab. Einige der Raketen konnten abgefangen und zerstört werden, zwei schlugen jedoch in der Nähe von Re’im und der Gama Kreuzung ein. Der Mann, dessen Zustand als gut bezeichnet wird, wurde vom Magen David Adom erstversorgt und dann zur weiteren ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.



Kategorien:Israel

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