15. Aw 5784

Die IDF musste auch heute wieder den Tod eines Soldaten bekannt geben. Chief Warrant Officer Mahmood Amaria, 45, s’’l, verlor sein Leben bei einem Angriff von mit Sprengstoff beladenen Drohnen aus dem Libanon in der Nähe von Ya’ara. Weitere Soldaten wurden bei dem Angriff verletzt, einer von ihnen schwer.

Gestern ist US-Aussenminister Antony Blinken zu seinem neunten Besuch seit dem 7. Oktober in Israel gelandet. Sein Programm ist wieder sehr eng getaktet.
Am frühen Vormittag fand bereits das Treffen mit dem israelischen Präsidenten, Isaac Herzog, statt. Gegen 11 Uhr begann das Treffen mit Netanyahu und um 16 Uhr wird er mit VM Yoav Gallant zusammentreffen. Nach dem Vier-Augen-Gespräch mit Netanyahu wird es ein Gespräch mit einer erweiterten Gruppe geben.

Präsident Herzog betont in seinem Gespräch mit US-Aussenminister Blinken, dass die Hamas für das erneute Scheitern des Geiselabkommens verantwortlich ist. «Die Menschen müssen verstehen, dass es an der Weigerung der Hamas liegt, dass wir uns nicht vorwärtsbewegen», so Herzog. «Wir sind einfach immer noch sehr zuversichtlich, dass wir in den Verhandlungen, die von den Vermittlern geführt werden, vorankommen können.» Es gibt, so betonte Herzog, kein grösseres humanitäres Ziel, als die Geiseln nach Hause zu holen und dankte den USA, Katar und Ägypten für ihre unablässigen Bemühungen. «Sie haben eine sehr mächtige und beeindruckende Koalition von Armeen und Seestreitkräften zusammengestellt, die hier sind, um die Interessen der Koalition der Nationen zu schützen, die sich für Frieden und eine bessere Zukunft im Nahen Osten einsetzen wollen, gegen das Reich des Bösen, das von Teheran ausgeht.» Blinken wies aber auch darauf hin, dass die aktuellen Verhandlungen vielleicht die beste, aber ziemlich sicher auch die letzte Chance für einen Erfolg bei der Freilassung der Geiseln sei. Das gelte auch für einen Waffenstillstand, der der Beginn eines dauerhaften Friedens und mehr Sicherheit sei.

Nach einem dreistündigen Treffen mit US-Aussenminister Antony Blinken betonte Netanyahu in einer öffentlichen Erklärung, dass er den von den USA formulierten und Israel, sowie der Hamas vorgelegten ‘Überbrückungsvorschlag’, vollinhaltlich unterstützt. «Der Premierminister bekräftigte Israels Engagement für den aktuellen amerikanischen Vorschlag zur Freilassung unserer Geiseln, der die Sicherheitsbedürfnisse Israels berücksichtigt, auf die er nachdrücklich besteht», heisst es in einer auf Hebräisch und Englisch veröffentlichten Erklärung des Büros des Premierministers. Von der Hamas wurde der Vorschlag abgelehnt. Netanyahu hat gefordert, dass jedes Geiselabkommen eine ständige Präsenz der israelischen Streitkräfte entlang der Grenze zwischen Ägypten und Gaza vorsieht und einen Mechanismus beinhaltet, der eine Rückkehr bewaffneter Hamas-Kämpfer in den nördlichen Gazastreifen verhindert. Er hat auch darauf bestanden, dass Israel sich das Recht vorbehält, den Kampf gegen die Hamas wieder aufzunehmen, um die beiden erklärten Kriegsziele – die Freilassung aller Geiseln und die Vernichtung der Hamas – zu erreichen. Und er hat bestritten, dass Israels Vorschlag vom Mai, auf den sich die nachfolgenden Verhandlungen stützen, einen dauerhaften Waffenstillstand beinhaltet, obwohl der veröffentlichte Text darauf hindeutet. Es ist nicht klar, wie der „Überbrückungsvorschlag“ der USA, der nicht veröffentlicht wurde, diese Fragen zu lösen versucht.
Der von den USA als Überbrückungsvorschlag eingestufte aktuelle Vorschlag zur Vereinbarung der Freilassung der Geiseln und des Waffenstillstands wird von der Hamas erneut abgelehnt, weil er neue Bedingungen für den Austausch von Geiseln gegen in Israel inhaftierte Palästinenser enthalte, erklärte die Hamas und verwies auf palästinensische Sicherheitsgefangene und Terroristen, die im Rahmen des Abkommens freigelassen werden sollen. Andere zuvor getroffene Vereinbarungen seien zurückgezogen worden, erklärte die Hamas. Der Vorschlag entspreche im Wesentlichen der Ablehnung eines dauerhaften Waffenstillstands durch Netanyahu und der Weigerung, den vollständigen Rückzug der IDF aus dem Gazastreifen zuzulassen.
Yossi Yehoshua berichtete am Sonntag in der ‘Main Edition’ von i24NEWS, dass Israels Sicherheitsapparat bereit ist, sich aus dem Philadelphi-Korridor zurückzuziehen, um die Befreiung der Geiseln zu ermöglichen. Der Rückzug würde sich über vier bis sechs Wochen erstrecken, anschliessend könne Israel den Kampf gegen die Terroristen der palästinensischen Terror-Organisation Hamas und andere Terror-Gruppen wieder aufnehmen. Die Ankündigung steht diametral gegenüber den vom Büro des PM verlautbarten Bullen.
Bei Gesprächen in Kairo, bei denen die Gespräche sich nur um die militärische Anwesenheit Israels am Philadelphi-Korridor drehten, erklärt sich Israel bereit, die dort stationierten Soldaten schrittweise abzuziehen. Kairo stimmte im Gegenzug zu, keinen Zeitplan für den vollständigen Abzug vorzugeben. Das berichtete die libanesische Zeitung al-Akhbar. Ägypten forderte die US-Unterhändler auf, die Lieferung der Ausrüstung, die zur Sicherung der Grenze notwendig ist, zu beschleunigen und erklärte sich bereit, sich dafür einzusetzen, dass keine Tunnel mehr unter der Route verlaufen werden. Im vergangenen Monat war darüber diskutiert worden, ein elektronisches Überwachungssystem entlang der Grenze zu installieren, um den Schmuggel zu minimieren. Netanyahu ist jedoch nicht bereit, seine Forderung nach einer ständigen Truppen-Präsenz im Philadelphi-Korridor aufzugeben. Das Verhandlungsteam war mit der Aussage «Entweder Philadelphi oder ein Abkommen» von Doha zurückgekommen. Die Hamas hingegen besteht auf einem vollständigen Rückzug der IDF.


Ein geplanter Terror-Angriff im Zentrum von Tel-Aviv endete gestern Abend mit einer frühzeitigen Explosion einer Rucksackbombe. Der Terrorist verlor durch die Explosion, die umfangreichen Sachschaden anrichtete, sein Leben. Ein unbeteiligter Mann wurde leicht verletzt. Es wird vermutet, dass der Terrorist ein Palästinenser aus dem Gebiet von Judäa und Samaria war. Die Hamas hat mittlerweile die Verantwortung für den versuchten Terror-Anschlag übernommen und zugesichert, weitere auszuführen. Die fanatischen Hamas nannten den Terror-Anschlag eine «Märtyrertum-Operation»
Am frühen Vormittag wurden wieder einige Drohnen von der Hisbollah in Richtung westlichen Galil abgeschossen. Einige konnten von der IDF abgefangen werden, einige weitere schlugen in der Nähe von Ya’ara ein. Ein Soldat verlor bei dem Angriff sein Leben. (s.o.)
IDF-Soldaten, die angeblich versucht haben, auf libanesisches Gebiet vorzudringen, wurden von der Hisbollah mit Raketen und Artillerie-Feuer empfangen und vertrieben. Es gab keine Verletzten. Die IDF hat bisher keinen Kommentar abgegeben.
Mehr als 45 Ziele wurden in den letzten 24 Stunden von der IDF im Gebiet von Rafah, Khan Younis, Deir al-Balah und dem Netzarim-Korridor angegriffen und zerstört. Ein Terrorist, der am Sonntag Raketen auf den Grenzort Ein Hashlosha abschoss, wurde eliminiert, bevor er den Abschuss aktivieren konnte. Ebenfalls gestern wurden Raketen aus einer von Zivilisten bewohnten Gegend, darunter einer Schule, einem Friedhof, Kliniken und einem Feldlazarett aus, abgeschossen.

Der algerische Präsident Abdelmadjid Tebboune, 78, hat zugesagt, drei Feldlazarette im Gazastreifen zu errichten, sobald die Grenze zu Rafah wieder geöffnet ist. «Wir sind bereit, hunderte von Ärzten und medizinischem Personal nach Gaza zu schicken und beim Wiederaufbau dessen zu helfen, was die Besatzung zerstört hat.» Tebboune hat gestern auch zugesichert, dem Libanon Treibstoff zu liefern, dessen Vorräte nur noch für einen Monat ausreichen, um die Bevölkerung zu versorgen.
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