24. Aw. 5784


Die IDF musste heute Vormittag leider erneut den Tod eines Soldaten bekannt geben. Staff Sgt. Amit Friedmann, 19, s’’l, fiel bei einem Kampf im südlichen Gazastreifen. Am Nachmittag musste die IDF den Tod von Mast. Sgt. (res.) Yohay Hay Glam, 32, s’’l, bekannt geben, der sein Leben bei einem Kampf im zentralen Gazastreifen verlor.


Oh weh, der Vater hat Angst um den Junior! Netanyahu verlangt vom Shin Bet, die Sicherheitsmassnahmen für seinen Sohn Yair, 33, der seit 2023 mit kurzen Unterbrechungen in Miami lebt, zu verstärken. Der besorgte Vater fürchtet, dass der Iran und seine Verbündeten Rache für die Ermordung des Palästinenser-Chefs Ismail Haniye nehmen werden. Derzeit wird Netanyahu jr. von zwei Bodyguards bewacht. Die Kosten im vergangenen Jahr beliefen sich auf ILS 2.5 Millionen (US$ 682.000). Der Shin Bet wird den Fall untersuchen. Dazu wurden nachrichtendienstliche Informationen angefordert, die zeigen sollen, ob eine Verstärkung notwendig ist. Auf eine ‘Bauchentscheidung’ will sich der ‘Beratende Ausschuss für den Schutz von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens’ nicht verlassen.
Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass ein arbeitsscheuer und wichtigtuerischer und grossmäuliger junger Mann, der das süsse Nichtstun in Miami geniesst, zu dieser Gruppe gerechnet werden kann. Auf Schwyzerdütsch würde ich ihn als ‘Schnudderbube’ bezeichnen. Eigentlich muss er einem leid tun, er findet einfach seinen Platz im Leben nicht.



Der behandelnde Arzt von Farhan al-Qadi gab am Vormittag bekannt, er hofft, dass er seinen Patienten im Laufe des Tages nach Hause entlassen kann. «Ich bin so aufgeregt und habe fast nicht geschlafen. Ich geniesse jede Sekunde, die ich mit meiner Familie im Hellen sein kann. Ich war so lange in der Dunkelheit», sagte Farhan zu seinem Arzt. Bisher wurden nur sehr wenige Details zu seiner Geiselhaft bekannt. Die ersten Monate wurde er gemeinsam mit anderen Geiseln festgehalten. Er musste erleben, wie eine Geisel, deren Name nicht genannt wurde, neben ihm starb. Die letzte Woche vor seiner Befreiung verbrachte er ganz allein im Tunnel. Nahrung hatten die Wächter offenbar zurückgelassen.




Nach seiner Rückkehr empfingen ihn seine gesamte Familie und Freunde in einem Zelt in der Nachbarschaft in Rahat. Farhan sprach mit Journalisten und betonte, es habe in einem Telefonat mit Netanyahu diesen gestern angefleht, diesem Wahnsinn ein Ende zu setzen. «Ich habe nicht das Gefühl, dass es für mich richtig ist, glücklich zu sein. Ich glaube nicht, dass es für meine Familie und mich richtig ist, glücklich zu sein. Es gibt Menschen, die hier und dort festgehalten werden. Jeder von ihnen – egal ob Araber oder Jude – hat eine Familie, die auf ihn wartet. Sie wollen auch feiern. Deshalb hoffe und bete ich, dass diese Sache ein Ende hat. Das habe ich gestern auch zu Bibi Netanyahu gesagt: Macht der Sache ein Ende. Es ist für alle sehr schwer. Ob es ein Araber ist, ein Jude oder was weiss ich… Die Situation, in der ich war, wünsche ich niemandem. Also tut alles – Demonstrationen, alles – um die Geiseln nach Hause zu bringen.» Kol HaKavod, Farhan!

Der Aufforderung ‘alles zu tun’ kamen zahlreiche Familienangehörige und Freunde heute nach. In einem langen Konvoi fuhren sie heute Nachmittag von Tel Aviv zum völlig ausgestorbenen Kibbutz Be’eri. Teilweise brachten sie auf Trailern PKWs mit, die bei Überfällen auf Be’eri und dem Musikfestival in Re’im völlig ausgebrannt waren.

Vor der Abfahrt vom ‘Platz der Geiseln’ in Tel Aviv kam u.a. die Mutter von Shiri Albag, einer Soldatin der Einheit 8.200 zu Wort: «Wo seid ihr, Mitglieder der Regierung? Wo seid ihr, gewählte Vertreter? Was in die Geschichtsbücher dieses verfluchten Krieges eingehen wird, ist nicht, ob wir den Philadelphi-Korridor erobert haben oder wie viele Terroristen wir getötet haben, sondern ob wir uns um unsere Geiseln gekümmert und sie nach Hause gebracht haben.»

Eine Meinung, die auch Ruby Chen, der Vater der Geisel Itay Chen. «Früher hiess das Hindernis Rafah, jetzt heisst es Philadelphi-Korridor, und die Familien müssen verstehen, dass ein Waffenstillstand notwendig ist, um ihre Angehörigen nach Hause zu bringen», sagt Chen und verweist auf die wechselnden Knackpunkte in den letzten Monaten der Verhandlungen.

Mit Bewilligung des Verteidigungsministers Yoav Gallant hat Generalstabschef Herzi Halevi heute eine neu geschaffene Position innerhalb der IDF im Gazastreifen eingerichtet. Damit sollen die Möglichkeiten von COGAT, der ‘Koordinationsstelle von Regierungsaktivitäten in den Gebieten’ [gemeint sind: Judäa, Samaria und Gaza] verbessert werden. Brigadegeneral Elad Goren wird ‘Leiter der humanitär-zivilen Bemühungen im Gazastreifen’ sein. Sein Schwerpunkt wird auf der ‘Integration und Umsetzung der humanitären Bemühungen’ sein. Auch die Koordination zwischen den Leistungen der internationalen Organisationen und den Sicherheitsbedürfnissen Israels fällt in sein Aufgabengebiet.
Aussenminister Israel Katz zieht in Erwägung, die palästinensische Bevölkerung in Samaria vorübergehend in andere Gebiete zu evakuieren. «Wir müssen mit der Terror-Bedrohung genauso umgehen wie mit der Terrorinfrastruktur im Gazastreifen, einschliesslich der vorübergehenden Evakuierung der palästinensischen Zivilbevölkerung und aller anderen notwendigen Schritte», sagt er in einem Tweet. «Dies ist in jeder Hinsicht ein Krieg.» In den letzten Wochen und Monaten war zu beobachten, dass dort ein vom Iran unterstütztes Terror-Netzwerk aufgebaut wird. Der Iran plant, eine neue Terror-Front gegen Israel zu installieren, die mit Geld und Waffen aus dem Iran unterstützt wird. Die von den Palästinensern geäusserten Bedenken, dass durch die Evakuierungen ein Dauerzustand werden könnte, der neue Eigentumsverhältnisse zugunsten Israels schaffen soll, bezeichnete Katz als nichtzutreffend. Die Umsiedlungen dienen ausschliesslich dem Schutz der Zivilbevölkerung vor den marodierenden Hamas-Terroristen.
Dutzende ehemalige Geiseln und Familienangehörige von Geiseln, die immer noch im Gazastreifen festgehalten werden, haben einen Brief an die Regierung geschickt. Darin verlangen sie, dass ihre Namen und Bilder nicht bei der staatlichen Zeremonie gezeigt werden. Gleiches gilt auch für die noch in Gaza befindlichen Geiseln. Sie zeigen sich empört über die Pläne der Regierung zum Jahrestag des 7. Oktobers und dass Ministerin Miri Regev mit der Planung beauftragt wurde. Sie vermuten, dass Regev, treue Anhängerin von Netanyahu, die Veranstaltung missbrauchen wird, um das Versagen der Regierung und allen voran Netanyahus zu beschönigen. «Wir werden die zynische Verwendung der Namen der Geiseln, die der Staat seit fast einem Jahr im Stich gelassen hat, oder der Namen von Angehörigen, die bei dem Massaker vom 7. Oktober ermordet wurden, nicht mittragen», heisst es in dem Schreiben der rund 100 Unterzeichner.
Nachdem die Erlaubnis der Geiseln nicht eingeholt werden konnte, ist, streng genommen, eine öffentliche Verwendung gegen das Persönlichkeitsrecht.
«In Anbetracht dessen bitten wir darum, die Einrichtung der Zeremonie und ihre Organisation durch die Regierung zu überdenken, die in erster Linie erforderlich ist, um die Krise zu beenden und die Geiseln nach Hause zu bringen, sei es zu ihren Familien oder in ein Grab», heisst es in dem Brief.
So, wie sich Regev in den vergangenen Tagen verhalten hat, rechne ich damit, dass sie die Forderungen missachten wird.
Mit einem nächtlichen Angriff konnte die IDF den Transport von Raketen tief im Landesinneren des Libanon vereiteln. Zwei LKWs wurden etwa 10 km entfernt von Ba’albeck im östlichen Libanon getroffen und ausgeschaltet. Nachfolgende Explosionen wurden in der Region gehört. Eine der Hisbollah nahestehende Quelle bestätigte, dass die Fahrzeuge Feuer gefangen haben. Eine Person wurde verletzt.


Am frühen Vormittag führte die IDF einen gezielten Angriff auf ein Fahrzeug aus, welches sich auf der Hauptstrasse zwischen dem Libanon und Syrien bewegte. Sowohl Syrien als auch die Hisbollah gaben später bekannt, dass sich bei den Getöteten um ein Mitglied der Hisbollah und drei Angehörigen des Palästinensisch-Islamischen Djihad handelt. Die IDF übernahm die Verantwortung für den Angriff, der bereits auf syrischem Grenzgebiet stattfand. Am Nachmittag wurden die Namen der Opfer bekannt. Es handelt sich um Firas Qasem, ein ranghohes Mitglied des Islamischen Djihads. Qasem war verantwortlich für die Rekrutierung von neuen Mitgliedern für die Hisbollah und koordinierte Anschläge gegen Israel. Das zweite Opfer war Muhammad Taha, der zum Organisationsteam der Hisbollah gehörte und zwei weitere unbekannt Mitglieder der Terror-Gruppe.


Wie angekündigt, operiert die IDF derzeit in der Umgebung von Jenin, Tulkarem und Fara’a. Bisher wurden mindestens sechs bewaffnete Terroristen eliminiert. Bei der IDF gab es keine Verletzten. Die IDF muss bei ihrem Vorrücken vorsichtig vorgehen, nachdem die meisten Strassen mit Minen versehen sind, die unter dem Strassenbelag verlegt sind und bei Berührungen explodieren. Die palästinensische Terror-Organisation Hamas hat sich bereits bei der, der PA affiliierten Fatah, beschwert, dass ‘Israel den Krieg gegen Gaza auf Judäa und Samaria ausdehnen will’. Hunderte Soldaten, Grenzpolizisten und Mitglieder des Shin Bet sind derzeit in der Region, um Terrorzellen auszuheben und auszuschalten. Bei den Entschärfungsaktionen von Strassenminen verletzte die IDF versehentlich eine Wasserleitung, betonte jedoch, dass andere, ausreichende Wasserleitungen für die Bewohner zur Verfügung stehen.
Später korrigierte die IDF die Aussage von Aussenminister Israel Katz, dass sich die Bewohner der umkämpften Gebiete evakuieren müssten. Niemand sei, so wurde erklärt, gezwungen, sein Haus zu verlassen. Wer dies aber wünsche, könne mit der Unterstützung durch die IDF für eine sichere Evakuierung rechnen.
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