10. Elul 5784

Der Kommandant der Spezialeinheit 8.200, die für die Überwachung und Auswertung aller Vorgänge entlang der Grenze zu Gaza verantwortlich ist, hat nun die Konsequenz aus seinem offensichtlichen Fehlverhalten in der Zeit vor dem 7. Oktober gezogen und tritt zurück. Brig. General Yossi Sariel schrieb in einem Brief an seine Soldaten: «Am 7. Oktober um 6:29 Uhr habe ich meine Mission nicht so erfüllt, wie ich es von mir selbst erwartet habe, wie meine Vorgesetzten und Untergebenen es von mir erwartet haben und wie es die Bürger der Nation, die ich so sehr liebe, von mir erwartet haben.» Mehr als das, bereits in den Wochen und Monaten vor dem 7. Oktober hatten die Soldatinnen des Stützpunktes Nahal Oz immer wieder vor Unregelmässigkeiten entlang der Grenze gewarnt. Statt sie ernst zu nehmen, wurde die Mädels eine Vorladung vor das Kriegsgericht angedroht, falls sie die Vorgesetzten nicht endlich damit in Ruhe lassen würden. Diese Ignoranz verursachte mehr als 1.300 Tote, mehr als 250 nach Gaza Verschleppte (darunter auch einige der Einheit 8200) und mehr als 4.500 Verletzte.

Ich habe bisher immer versucht, die furchtbaren Bilder des 7. Oktober nicht zu teilen, in den sozialen Medien wurden sie regelmässig geteilt. Jetzt ist ein Video der IDF veröffentlicht worden, unter welchen Umständen die sechs von den Hamas-Schlächtern grausam exekutierten Geiseln ihre letzten Tage verbringen mussten. Der Tunneleinstieg befindet sich in einem Kinderzimmer. Er ist nicht so hoch, dass man problemlos aufrecht stehen kann und weniger als einen Meter breit. Mit Urin gefüllte Flaschen, ein provisorisches WC, ein paar Trockenfrüchte, Wasser, schmutzstarrende Matratzen, Kleidungsstücke, ein paar Spiele, Notizblöcke, leere Magazine, Blutflecken am Boden …

Die erste Runde der Polio-Impfungen von Kindern im Gazastreifen sei, so Tedros Adhanom Ghebreyesus von der WHO, ein voller Erfolg gewesen. Mehr als 560.000 Kinder haben die erste Dosis der oralen Impfung erhalten. Das sind zwar nicht die geplanten 90 % die erreicht wurden, aber unter den erschwerten Umständen doch ein sehr gutes Ergebnis. Die zweite Dosis wird in etwa einem Monat verabreicht werden.

Spanien, das Land, das sich mittlerweile zu einem strikt anti-israelischen Staat entwickelt hat, ist heute Gastgeber für ein Treffen europäischer und muslimischer Staaten. Ziel der Veranstaltung ist die Formulierung eines klaren Zeitplans für die Umsetzung der Zwei-Staaten-Lösung durch die internationale Gemeinschaft. «Wir treffen uns, um einen weiteren Vorstoss für das Ende des Krieges in Gaza zu unternehmen, für einen Ausweg aus der endlosen Spirale der Gewalt zwischen den Palästinensern und den Israelis … Der Weg ist klar. Die Umsetzung der Zweistaatenlösung ist der einzige Weg», erklärte der spanische Aussenminister Jose Manuel Albares.
Anwesend waren seine Amtskollegen, u.a. aus Norwegen und Slowenien, der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell, der palästinensische Premierminister Mohammad Mustafa und Mitglieder der Arabisch-Islamischen Kontaktgruppe für Gaza, zu der Ägypten, Saudi-Arabien, Katar, Jordanien, Indonesien, Nigeria und die Türkei gehören.
Als ein erster Schritt wird die Vollmitgliedschaft des nicht bestehenden palästinensischen Staates in der UNO angepeilt.
Gefragt, warum Israel nicht zu den Eingeladenen gehört, sagte Albares: «Israel wurde nicht eingeladen, weil es nicht Teil der Kontaktgruppe ist. Aber wir würden uns freuen, Israel an jedem Tisch zu sehen, an dem über Frieden und die Zweistaatenlösung diskutiert wird.»

Hamas-Führer Yahya Sinwar hat sich in einem Brief an Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah für die Unterstützung während des Krieges bedankt. Er bedankt sich weiterhin für die Beileidswünsche anlässlich der Eliminierung seines Vorgängers Ismail Haniyeh im Juli in Teheran. Sinwar schwört, dass «die gesegneten Konvois der Märtyrer an Stärke und Macht gewinnen werden, um sich der nationalsozialistisch-zionistischen Besatzung entgegenzustellen», und beteuert, dass «der Kampf gegen das ‘zionistische Projekt’ fortgesetzt wird, bis die Besatzung besiegt und aus unserem Land vertrieben ist und unser unabhängiger Staat mit voller Souveränität und Jerusalem als Hauptstadt errichtet ist.»
Was dürfen wir uns unter ‘gesegneten Konvois von Märtyrern’ vorstellen?
Immer wieder gibt es heute Vormittag entlang der Grenze zum Libanon und im ganzen Galil Raketen- und Drohnenalarm. Insgesamt mehr als 100 Raketen und Drohnen wurden auf Israel abgeschossen. Zahlreiche Raketen konnten abgefangen und zerstört werden, die meisten stürzten über offenem Gelände ab. Im Birya-Wald nördlich von Sfad wurde zum wiederholten Mal ein Brand entfacht. Er konnte jedoch nach einigen Stunden von mehreren Feuerwehren gelöscht werden. In Dalton, einem kleinen Moshaw in der Nähe von Sfad, verursachte ein herabstürzender Teil einer Rakete einen geringen Schaden an einem Gebäude.
Hinterlasse einen Kommentar