15. Elul 5784

Die IDF muss erneut den Tod von vier Soldaten bekannt geben. Beim Betreten eines verminten Hauses im Süden des Gazastreifens verloren Cpt. Daniel Mimon Toaff, 21, Staff Sgt. Agam Naim, 20, Staff Sgt. Amit Bakri, 21, und Staff Sgt. Dotan Shimon, 21, s’’l, ihr Leben. Weitere Soldaten wurden bei dem Vorfall verletzt. Agam Naim ist die erste Soldatin, die während des Krieges ihr Leben verlor.
Noch ist absolut nicht klar, wie es zu dem gestrigen dramatischen Vorfall im Libanon kam. Jedoch wird in zahlreichen Medien bereits dem Mossad die Schuld zugeschoben. Was ist bisher nachweislich bekannt?
- Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah hatte betont, dass der Einsatz von Handys zur schnellen Kommunikation zu gefährlich sei. Deshalb stieg die Organisation auf Pager um.
- In die Geräte wurde eine Platine mit wenigen Gramm Sprengstoff, die auch einen bestimmten Code, der zur Explosion führt, enthält.
- Bei den Opfern handelt es sich überwiegend um Mitglieder der Hisbollah Terror-Organisation
- Nahezu 3.000 Menschen erlitten am Dienstag zeitgleich Verletzungen unterschiedlicher Schwere, zwölf Menschen starben, darunter auch zwei Kinder.
- Mojtaba Amani, der iranische Botschafter im Libanon, wurde schwer verletzt und verlor die Sehkraft eines Auges.
- 5.000 Geräte wurden bei ‘Gold Apollo’, einem in Taiwan ansässigen Unternehmen bestellt
- Hsu Ching-kuang, Gründer und Präsident von Gold Apollo, hielt jedoch fest, dass, zwar der Name auf den Geräten stehe, diese aber von dem ungarischen Unternehmen ‘BAC Consulting KFT’ hergestellt werden. Die Überweisungen von BAC an Gold Apollo zeigten einen Zusammenhang mit dem Nahen Osten.
Was sind bisher nur Vermutungen?
- Der Angriff wurde über Monate zuvor geplant.
- Die Explosion der Geräte wurde früher als geplant ausgelöst, weil die Hisbollah kurz davor stand, die Manipulation zu entdecken. Der eigentliche geplante Termin sollte als ‘Eröffnungsschlag’ beim Übergang in einen ‘grossen Krieg’ erfolgen.
- Israelische Mossad Agenten hätten die Manipulationen vorgenommen, wobei es unklar ist, wo diese stattgefunden haben.
- Die US-amerikanische Nachrichtenplattform Axios gab bekannt, dass nur wenige Minuten vor dem Anschlag VM Yoav Gallant die USA von einem grösseren Angriff Israels auf den Libanon informiert hat.


Am späten Nachmittag explodierten erneut Kommunikationsgeräte der Hisbollah an unterschiedlichen Stellen von Dahiyeh, dem Vorort von Beirut, der zu den Hochburgen der Hisbollah gezählt wird. Die Bilder zeigen, dass es sich um andere Geräte, wahrscheinlich um Walkie-Talkies, handelt. Die Geräte enthielten eine grössere Menge an Sprengstoff und richteten daher grösseren Schaden an. Die Geräte stammen wahrscheinlich aus Japan, wie die Bezeichnung ‘made in Japan’ vermuten lässt. Dazu fand man die Aufschrift ‘ICOM’, einem japanischen Telekommunikations-Unternehmen. Die Geräte werden seit 2014 nicht mehr produziert. Die Geräte wurden etwa zeitgleich mit den Pagern gekauft, wurde von einer nicht genannten Quelle festgestellt. Bei dem Anschlag wurden mindestens 1 Personen getötet und mehr als 450 verletzt. Ein PKW brannte völlig aus und in einem Haus kam es zu einem Brand. Zwischenzeitlich kam es zu weiteren Explosionen im Bezirk Ba’albeck.
Der UN-Sicherheitsrat wird anlässlich dieser Vorfälle am Freitag eine Dringlichkeitssitzung abhalten. Das Treffen wurde von Algerien im Namen der arabischen Staaten gefordert. UN-Generalsekretär Antonio Guterres äusserte sich besorgt, dass «die Pager-Anschläge auf die Hisbollah ein ernstes Risiko einer dramatischen Eskalation im Libanon darstellen und alles getan werden muss, um diese Eskalation zu vermeiden. Offensichtlich besteht die Logik hinter der Explosion all dieser Geräte darin, dies als Präventivschlag vor einer grösseren Militäroperation zu tun», sagte er vor dem jährlichen Treffen der Staats- und Regierungschefs der Welt bei der UN-Generalversammlung gegenüber Reportern.

Die UNO Generalversammlung stimmte gestern mit einer überwältigenden Mehrheit gegen das Recht der Selbstverteidigung Israels. Mit 124 Stimmen für den vom rechtmässig noch nicht existierenden ‚Palästina‘ eingebrachten Antrag, 14 Gegenstimmen und 43 Enthaltungen ist das ein zwar nicht überraschendes, aber trotzdem erschreckendes Ergebnis.Die Resolution fordert nicht nur ein völliges Waffenembargo gegen Israel aus, sondern auch den völlige Abzug aller Truppen aus Gaza, sowie Judäa und Samaria innerhalb der kommenden 12 Monate.

Volker Türk, Hochkommissar der UN-Menschenrechtskommission, verlangt, dass der oder die Verantwortlichen für die Explosionen von mehr als 3.000 Pagern zur Rechenschaft gezogen werden müssen. «Die gleichzeitige gezielte Tötung Tausender von Personen, seien es Zivilisten oder Mitglieder bewaffneter Gruppen, ohne Kenntnis darüber, wer zum Zeitpunkt des Angriffs im Besitz der Zielgeräte war, wo sie sich befanden und in welcher Umgebung sie sich befanden, verstösst gegen das internationale Menschenrechtsgesetz und, soweit anwendbar, gegen das humanitäre Völkerrecht.» Lässt man hier nur den Begriff ‘Zielgeräte’ fort, so ist der Satz auf jeden Terroranschlag und auf jeden Angriff der vom Iran gestützten Terror-Organisation auf Israel anzuwenden. Wo bleibt in den Fällen der Aufschrei der UNO???? Es ist herzergreifend, wie sich die Herren Guterres und Türk für die anti-israelischen Terroristen einsetzen!

Generalstabschef Herzi Halevi erklärte bei einem Besuch im Norden Israels: «Wir sind fest entschlossen, die Sicherheitsbedingungen zu schaffen, die die Bewohner des Nordens mit einem hohen Mass an Sicherheit in ihre Häuser und Städte zurückbringen, und wir sind bereit, alles zu tun, was dazu erforderlich ist», sagt Halevi in einem von der IDF veröffentlichten Video.
«Wir haben viele Fähigkeiten, die wir noch nicht aktiviert haben, wir haben einige dieser Dinge gesehen, und ich habe den Eindruck, dass wir gut vorbereitet sind und diese Pläne für die Zukunft vorbereiten», fährt er fort.
«Die Regel lautet, dass wir jedes Mal, wenn wir eine bestimmte Phase erreichen, bereits darauf vorbereitet sind, die nächsten beiden Schritte energisch voranzutreiben. In jeder Phase sollten die Kosten für die Hisbollah hoch sein.» Was in diesem Fall ja durchaus geschehen ist.
VM Yoav Gallant, der sich ebenfalls im Norden Israels aufhält, lobte den Mossad für seine aussergewöhnlichen Erfolge, ohne konkret auf die Explosionen im Libanon einzugehen. Er betonte aber, dass Israel eine neue Phase des Krieges erreicht hat. Heute wurde zwei grosse Einheiten von der Region um Khan Younis im Gazastreifen an die Grenze zu Libanon verlegt.

Der ehemalige Verteidigungsminister Moshe Ya’alon, 74, war offensichtlich das Ziel des misslungenen Anschlags, den die Hisbollah im vergangenen Jahr am 15. September im Yarkon Park in Tel Aviv ausführen wollte. Zwei Verdächtige, israelische Araber, wurden kurze Zeit nach dem Anschlag festgenommen. Die Bombe explodierte am frühen Morgen, sodass es keine Verletzten gab. Die damals benutzte Bombe war fast identisch mit der, die vom Shin Beth gestern sichergestellt und entschärft werden konnte. Ya’alon erklärte, es sei nicht der erste Angriff auf ihn gewesen. Er würde einfach gut auf sich aufpassen, deshalb lebe er noch.
Der iranische ‘Rote Halbmond’ schickte einige Rettungsteams und Augen-Chirurgen in den Libanon, um die lokalen Teams bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Die Pager kündigten den Eingang einer neuen Textnachricht an. Deshalb hielten bei der unmittelbar darauffolgenden Explosion zahlreiche Personen das Gerät vor das Gesicht, um die Nachricht lesen zu können.

Yuli Edelstein, Likud, äussert sich in ungerechtfertigt harscher Kritik gegen die Familienangehörigen und Freunde der Geiseln, die sich noch in den Fängen der palästinensischen Terror-Organisation Hamas in Gaza befinden. «Niemand kann den Familien Vorwürfe machen, aber ich vergebe den Menschen nicht, die die Geiseln für Ziele missbrauchen, die nichts mit ihnen zu tun haben. Niemand sagt den Familien, was sie tun sollen und niemand predigt ihnen Moral.» Edelstein war zwischen 1984 und 1987 wegen angeblichen Drogenbesitz in einem Arbeitslager in der UdSSR inhaftiert, bevor er freigelassen wurde und nach Israel auswandern durfte. Warum er, der bis zu einer Ankunft in Israel völlig unpolitische und auch säkulare Jude den Ehrentitel ‘Prisoner of Zion’ erhält, ist mir unklar.[1]
«Wenn ich sehe, wie dieselben Leute vier Jahre lang in der Nähe meines Hauses sind – nur mit anderen T-Shirts und Schildern –, Picknicks veranstalten, Yoga und Pilates machen, Bier trinken und in der Öffentlichkeit singen, dann kann ich ihnen nicht vergeben.» Was er nicht wusste, oder nicht wissen wollte, war, dass im Gedenken an die von der Hamas ermordete Carmel Gat, einer Yoga-Lehrerin, die auch während der Gefangenschaft regelmässig mit Kindern Yoga-Training machte, ein weltweiter Yoga-Tag abgehalten wurde.
Am Freitagabend hatten drei Frauen seine Synagoge betreten und Flyer auf den Sitzen verteilt, mit den Bildern von Geiseln, rund um ein Bild von Edelstein in seiner Haft in der UdSSR. Die Frauen wurden verhaftet und Edelstein kommentierte dies damit, «er es verstehe voll und ganz, dass die Menschen in meiner Synagoge eine Beschwerde bei der Polizei eingereicht haben, nachdem sie den Einbruch entdeckt hatten, der offenbar in den Abendstunden oder nachts stattgefunden hat.» Die Kameras bewiesen klar, dass es weder ein Einbruch war, noch Nacht. Als ihm das bewusst wurde, schwenkte er um: «Was die Flyer und Aktionen für die Geiseln betrifft, so wird niemand verhaftet werden, und ich bin der Erste, der sich diesem Kampf anschliesst.» Wie kann man nur so wendehalsig sein?

Sara macht wieder einmal Politik! Je stärker der Druck auf Netanyahu wird, desto energischer verteidigt sie ihn in der Öffentlichkeit. Netanyahu hat es bisher strikt abgelehnt, irgendeine Verantwortung am Massaker vom 7. Oktober zu haben. Andere, vor allem ranghohe Offiziere, haben mittlerweile die Konsequenzen gezogen und verkündet, unmittelbar nach Beendigung des Krieges zurücktreten zu wollen. Das macht Sinn, vor allem, weil niemandem damit geholfen ist jetzt, mitten im Krieg Führungskräfte auszutauschen. Das macht nur der PM, wenn er tatsächlich seinen VM Yoav Gallant und den Generalstabschef Herzi Halevi entlässt.
Bei einem Treffen mit Familienangehörigen, für Netanyahu immer eine belastende Angelegenheit, erklärte sie: «Wir[2], die Regierung, wussten nichts davon, dass dort ein Musik-Festival stattfand. Infolgedessen sind wir auch nicht für das Massaker, das dort stattfand, verantwortlich.»
Eine aus dem Irak anfliegende Drohne wurde von der IDF erfolgreich über dem See Genezareth abgefangen und zerstört. Das seltene Bild zeigte, es wurde zwischenzeitlich gelöscht, wie gross die nach der Zerstörung herabstürzenden Teile der Drohnen sind. Das erklärt, warum es immer wieder zu Verletzungen oder Sachschäden kommt, wenn ein solches Schrapnell auf einen Menschen oder ein Auto oder Gebäude trifft. Aus diesem Grund wird auch hier der Alarm als Warnung ausgelöst.
Gegen Mittag hat die IDF erneut eine Kommandozentrale der Hamas, die sich in einer Schule in Gaza versteckte, angegriffen. Auch hier wurde das Gebäude nicht mehr als Schule, sondern als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt. Nähere Einzelheiten wurden noch nicht bekannt.
Die gute Nachricht des Tages: Eden Golan, Teilnehmerin am ESC, wird bei einer UN-Gedenkveranstaltung anlässlich des Jahrestages vom 7. Oktober ihr Chanson ‘October Rain’ präsentieren. Es war vom ESC mit der Begründung abgelehnt worden, der Text sei zu politisch. Die Veranstaltung wird vom israelischen Aussenministerium durchgeführt. Die Delegation wird von Aussenminister Israel Katz angeführt. An der Zeremonie werden Familien von Geiseln, die derzeit von der Hamas in Gaza festgehalten werden, Angehörige von Terroropfern, die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Linda Thomas-Greenfield, und Diplomaten aus verschiedenen Ländern teilnehmen. Auch prominente Persönlichkeiten aus der jüdischen Gemeinde in den USA werden erwartet. Zeitgleich werden an allen israelische Botschaften Gedenkfeiern stattfinden.
[1] Prisoner of Zion kann werden, wer aufgrund seiner zionistischen Aktivitäten in Staaten, wo dies verboten ist, inhaftiert wird. Der ehemalige CEO der Jewish Agency, Nathan Sharansky. Um den Status zu erhalten, muss der Betroffene dies beim Ministerium für Einwanderung und Integration ansuchen. https://www.gov.il/en/service/application_for_recognition_as_prisoner_of_zion
[2] Wer ist hier ‘Wir’? Sara ist kein Regierungsmitglied und darf daher auch nicht für die Regierung sprechen.
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