22. Elul 5784
Netanyahus Auftritte vor der UNO werden zunehmend theatralisch. Mal wird die Rede von Freitag auf Donnerstag und dann wieder auf Freitag verschoben, damit er mit Sara und Freunden ein schönes Spätsommer-Wochenende in New York verbringen kann. Nun scheint der Freitag das fixe Datum zu sein. Allerdings mit dem bitteren Beigeschmack, dass die Chance auf den tatsächlichen Auftritt derzeit bei 50:50 liegt. Oder dass Netanyahu, Gott behüte, unmittelbar nach der Rede wieder abreist, was eine Verletzung der Schabbat Ruhe bedeutet und seine haredischen Koalitionspartner zu Wutausbrüchen bringt.

Das ‘Hostages and Missing Families Forum’ verurteilt Netanyahu für seinen Besuch in den USA: «Während das Land brennt und 101 Geiseln sich seit 355 von allen verlassen in den ‘Todestunneln’ der Hamas befinden, entscheidet sich der PM dafür, erneut einen nicht notwendigen ‘Show-Trip’ in die USA zu unternehmen.» Auch ein nicht namentlich genanntes Regierungsmitglied verurteilte den geplanten Trip des PM nach New York. «Das ist leichtsinnig und unverantwortlich», sagte er gegenüber Kanal 12.






Jetzt wurde die Liste der Familienangehörigen bekannt, die Netanyahu nach New York begleiten werden: Sharon Sharabi, der Bruder von Yossi und Eli Sharabi, die aus dem Kibbutz Be’eri verschleppt wurden, Eli Shtivi, deren Sohn Idan vom Musik-Festival verschleppt wurde, Yifat Haiman, deren 27-jährige Tochter Inbar nach ihrer Verschleppung ermordet wurde, Danny Miran, dem Vater von Omri, der aus dem Kibbutz Nahal Oz verschleppt wurde und Yizhar Lifshitz, dem Sohn des 83-jährigen Oded, der gemeinsam mit seiner Frau ebenfalls aus dem Kibbutz Nahal Oz verschleppt wurde. Seine Frau wurde im November freigelassen.

Eine weitere Gruppe mit 20 Familienmitgliedern hat gestern eine Hafenrundfahrt in New York gemacht. Sie führte Schilder mit dem abgewandelten Slogan «Let them go now» mit sich. Die Gruppe wird sich mit den Präsidenten von Tschechien und Bulgarien, UN-Generalsekretär Antonio Guterres, einem Vertreter der WHO, des Vatikans, den Aussenministern von Schweden, Frankreich, Kanada und der EU treffen.
In einer gemeinsamen Erklärung betonten Ägypten, der Iran und Jordanien, dass sie ausschliesslich Israel wegen seiner ‘Aggressionen’ gegen den Libanon verurteilen und davor warnen, dass Israel «die Region in einen totalen Krieg stürzen kann. Die Beendigung der gefährlichen Eskalation in der Region beginnt damit, Israels Aggression in Gaza zu stoppen.» Immer wieder vergisst die Weltöffentlichkeit, dass die Hamas am 7. Oktober mit dem Massaker und Raketenbeschuss den fragilen Frieden zwischen Israel und Gaza zerstörte und die Hisbollah am 8. Oktober mit dem Beschuss des Nordens begann. Der Krieg an beiden Fronten wurde uns von den Vasallenorganisation des Irans aufgezwungen, wir wollten ihn nicht!

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdoğan schrappte in der UNO-Generalversammlung knapp an einem politischen Eklat vorbei. Zunächst begrüsste er ganz besonders Mahmoud Abbas ‘auf seinem ihm zustehenden Platz innerhalb der UNO’ und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass dies der Umkehrpunkt sei, der zur vollen Anerkennung des Staates Palästina in der UNO führt. Zwar kritisierte er die Uno, ihre ursprüngliche Mission nicht erfüllt und sich zu einer dysfunktionalen Struktur gewandelt zu haben. Dann spricht er vom «Massaker, das seit 350 Tagen in Gaza vor sich geht, und in dem seit dem 7. Oktober 41.000 Palästinenser, die meisten von ihnen Frauen und Kinder, durch die anhaltenden israelischen Angriffe getötet wurden.» Weitere 10.000 Menschen, überwiegend Kinder, seien verschollen, niemand weiss, wo sie sind. Er bezeichnete die Israelis als ‘barbarische Barbaren’. Erdogan reihte Lüge an Lüge, verschwieg Wahrheiten, verdrehte Fakten, erwähnte mit keinem Worte die Folgen der Massaker durch die Hamas, den Beschuss aus Gaza, der einen bestehenden Waffenstillstand beendete. Die Rede gipfelte in dem Vergleich: «So wie Hitler vor 70 Jahren durch die Allianz der Menschheit gestoppt wurde, müssen auch Netanyahu und sein Mordnetzwerk durch die Allianz der Menschheit gestoppt werden.» Die Zuhörer klatschten heftig, je stärker er Israel angriff und verurteilte.
Die IDF hat zur Verstärkung der Truppenpräsenz an der Nordgrenze zum Libanon zwei weitere Reserve-Brigaden einberufen. Durch die Verstärkung «wirddie Fortsetzung der Kampfhandlungen gegen die Terrororganisation Hisbollah gewährleistet, der Schutz der Bürger des Staates Israel und die Schaffung der Voraussetzungen für die sichere Rückkehr der vertriebenen Bewohner des Nordens in ihre Häuser ermöglicht.»






Durch einen Volltreffer in Sfad erlitt ein Haus umfangreiche Schäden und geriet in Vollbrand. Mehr als 40 Raketen waren auf Sfad abgeschossen worden. Eine aus Syrien heranfliegende Drohne konnte südlich des See Genezareth abgefangen und zerstört werden. Durch zwei Drohnen, die gegen 3 Uhr morgens Richtung Golan abgeschossen wurden, entstand erneut ein ausgedehnter Brand, der derzeit von einigen Feuerwehren und Löschflugzeugen bekämpft wird.
Auch im Kibbutz Sa’ar, nördlich von Nahariya wurde ein Haus von einer Rakete getroffen. Zwei Kibbutzniks liefen in Richtung des Schutzraumes, der sich ausserhalb ihres Hauses befindet, als der Raketenalarm begann. In dieser Region bleiben den Menschen faktisch null Sekunden, um sich in Schutz zu bringen. Ein Mann wurde durch Schrapnells nach dem Einschlag der Rakete schwer verletzt, eine Frau erlitt mittelschwere Verletzungen.

Mit einer Boden-Boden-Rakete wollte die Hisbollah heute das Mossad-Hauptquartier in der Nähe von Tel Aviv angreifen. Es war das erste Mal, dass eine solche Rakete in Israel zur Anwendung kam. Die IDF zerstörte unmittelbar nach dem Angriff die Abschussrampe der Rakete in Nafakhiyeh im südlichen Libanon. Die Rakete wurde vom ‘Davids-Sling-Abwehrsystem’ abgefangen und zerstört. Es war der erste Einsatz dieses Abwehrsystems seit Beginn des Krieges.
In Zichron Ya’acov wurde heute erstmals seit 2014 wieder Raketenalarm ausgelöst. Von einer Abschussrampe im süd-libanesischen ‘Tevnin’ wurden fünf Raketen Richtung Zichron abgeschossen, bevor die Anlage von der IAF zerstört wurde. Seit dem frühen Morgen hat die IAF mehr als 100 Ziele der Hisbollah angegriffen. An den Angriffen nahmen Dutzende Kampfjets teil. Die Ziele lagen im Süden des Landes und im Beqa’a Tal.
Während der vergangenen Tage wurden in Gaza 40 Mitglieder der palästinensisch-islamischen Terrororganisation Hamas eliminiert. In Beit Lahiya wurden in einer gezielten Operation Mitglieder der für die PR und die Verwaltung der Raketen zuständigen Einheiten ausgeschaltet. Raketenabschussanlagen, die grossteils bereit zum Abschuss auf Israel waren und andere Infrastrukturen wurden zerstört. In den Vororten von Sabra und Zeitoun um Gaza City konnten zahlreiche Tunneleingänge zerstört werden. In diesen Gebieten operieren jetzt grossteils IDF-Reserveeinheiten.
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