29. Elul 5784








Heute musste die IDF acht Opfer der Bodenoffensive im Libanon bekannt geben. Cpt. Eitan Itzhak Oster, 22, Cpt. Harel Etinger 23, Cpt. Itai Ariel Giat, 23, Sgt. First Class Noam Barzilay, 22, Sgt. First Class Or Matzur, 21, Sgt. First Class Nazar Itkin, 21, Staff Sgt. Almken Terefe, 21, und Staff Sgt. Ido Broyer, 21, s’’l. Sie verloren ihr Leben im Kampf gegen die Hisbollah in einem Dorf im südlichen Libanon. Fünf Soldaten wurden beim gleichen Vorfall schwer verwundet.

Entgegen gestrigen Meldungen starben beim Terroranschlag in Jaffo sieben Personen, weitere sieben wurden verletzt. Der Zivilist, Lev Kreitman, der einen der Terroristen eliminierte, hat beim Musik-Festival in Re’eim am 7. Oktober einigen Menschen das Leben gerettet und Verletzte geborgen.
Die zwei Terroristen, 19 und 25 Jahre alt, wurden mittlerweile als Bewohner der Stadt Hebron identifiziert. Sie führten den Terror-Anschlag mit einer Langwaffe und einem Messer aus. Wie sie nach Israel kamen, wird derzeit von IDF und Shin Bet untersucht. Hebron wurde vorübergehend von der IDF abgeriegelt. Die Häuser der Terroristen wurden für den Abriss vorbereitet.



Beim Angriff des Irans gestern Abend entstand durch Druckwellen und Schrapnells an zahlreichen Gebäuden teils grosser Schaden. In Hod HaSharon wurde die Zahl der beschädigten Häuser mit mehr als 100 angegeben. Einige Luftwaffen-Standorte wurden getroffen. Es entstand kein nennenswerter Schaden. Die IAF ist nicht in ihrer Flugbereitschaft eingeschränkt. Grosser Sachschaden entstand an einer Schule im südlichen Gedera.


In Tel Aviv wurden zwei Personen durch herabstürzende Schrapnells leicht verletzt. Ein Palästinenser, Sameh Khadr Hassan Al-Asali, 39, aus Gaza, der sich zum Zeitpunkt der Angriffe auf einem Gelände der palästinensischen Sicherheitskräfte in Samaria befand, wurde durch ein direkt auf ihn stürzendes grosses Metallrohr getötet. Die IDF erklärte, dass keine der Raketen eine lenkbare oder Überschallrakete war, die mit Mach 5 fliegen würde. Das hatte der Iran behauptet.

Als unmittelbarr Folge des iranischen Angriffs erklärt der israelische Aussenminister Israel Katz den Generalsekretär der UNO, Antonio Guterres, zur ‘persona non grata’. Das bedeutet, dass Guterres trotz seines Diplomatenstatus nicht mehr nach Israel einreisen darf. Guterres hatte gestern den Angriff des Irans verurteilt, ohne ihn als Aggressor namentlich zu erwähnen. «Ich verurteile die Ausweitung des Nahostkonflikts. Das muss aufhören. Wir brauchen unbedingt einen Waffenstillstand.»
Netanyahu sagte gestern Abend nach dem erfolgten Angriff: «Der Iran hat heute einen grossen Fehler gemacht und wird dafür bezahlen.»
US-Präsident Joe Biden betonte, gemeinsam mit Israel an einem adäquaten Rückschlag zu arbeiten. Die US-amerikanische Nachrichtenplattform ‘Axios’ berichtete, dass offizielle israelische Beamte ihr mitgeteilt hätten, dass «Israel einen bedeutenden Vergeltungsschlag gegen den Iran führen wird.» Dieser könnte sowohl die Ölförder-Anlagen als auch andere strategische Ziele treffen. Der Iran hatte nach dem Angriff mitgeteilt, dass «damit unserer Rache wegen des feigen Mordes an Ismail Haniye und Hassan Nasrallah Genüge getan ist.» Sollte ein erneuter Angriff Israels erfolgen, so werde er sofort und zwar weitaus heftiger reagieren. Was wiederum eine weitere ebenfalls heftigere Reaktion Israels erfordern würde. Das würde eine Spirale der Gewalt lostreten, deren Folgen nicht absehbar sind.

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin betonte: «Die USA haben ihr Versprechen, Israel bei seiner Verteidigung zu helfen, gehalten, indem wir etwa ein Dutzend der 181 Raketen abgefangenen haben, die der Iran auf Israel abgeschossen hat. Wir verurteilen diesen empörenden Akt der Aggression durch den Iran und fordern den Iran auf, alle weiteren Angriffe, auch durch seine terroristischen Stellvertretergruppen, einzustellen.»
Austin lobte die US-Streitkräfte, die «heute dazu beigetragen haben, Leben vor dem Angriff des Irans zu retten, und die weiterhin die Verteidigung Israels unterstützen und eine Ausweitung des Konflikts oder eine Eskalation verhindern.Unsere Streitkräfte sind weiterhin in der Lage, US-Truppen und Partner im Nahen Osten zu schützen, und das Ministerium verfügt weiterhin über erhebliche Kapazitäten, um unser Volk zu verteidigen, die Selbstverteidigung Israels weiter zu unterstützen und eine weitere Eskalation zu verhindern», fügt Austin hinzu.

Oppositionsführer Yair Lapid forderte eine ‘harte’ Reaktion auf den Angriff des Irans von gestern Abend. «Unseren Feinden sollte eines klar sein: Israel wird siegen. Mit unseren militärischen Fähigkeiten, unserer Verteidigungsindustrie, der Unterstützung unserer Verbündeten und insbesondere der Stärke unseres unglaublichen Volkes», fährt der ehemalige Premierminister fort, «wissen wir, dass wir gewinnen werden, auch wenn der Preis hoch ist.»
Teheran, so Lapid, «wird einen hohen und bedeutenden Preis für den Angriff von gestern Abend zahlen. Teheran weiss, dass Israel kommt. Die Reaktion muss hart sein und eine unmissverständliche Botschaft an die Terrorachse in Syrien, im Irak, im Jemen, im Libanon, im Gazastreifen und im Iran selbst senden.»

Der iranische Aussenminister Abbas Araghchi erklärte, dass Teheran die USA nicht über den geplanten Angriff informiert hätte. «Vor dem Angriff gab es keinen Austausch von Nachrichten», betonte er in einer Ausstrahlung des staatlichen TVs. Nach dem Angriff wurde über die Schweizer Botschaft in Teheran, die die USA im Iran vertritt, ‘kommuniziert’: «Wir haben die USA gewarnt, sich ‘von dieser Sache’ zurückzuziehen und nicht einzugreifen.»
Der deutsche Bundeskanzler Scholz rief den Iran und die Hisbollah dazu auf, sofort ihre Angriffe auf Israel einzustellen. Der Iran liefe Gefahr, einen Flächenbrand in der ganzen Region zu entfachen. «Das muss mit allen Mitteln verhindert werden.»
Laut Angaben der IDF sind bis zum Mittag bereits wieder mehr als 100 (!) Raketen aus dem Libanon gegen Israel abgeschossen worden. Die letzte Salve von zehn Raketen wurde in den westlichen Galil und das Hafenbecken von Haifa geschossen. Bisher gab es noch keine Schadensberichte. In Metula, das weitgehendst evakuiert ist, wurden Schäden an zehn Häusern gemeldet. Die Präsenz der IDF wurde um eine weitere Division verstärkt. Am frühen Nachmittag flogen erneut mehr als 40 Raketen und Drohnen in Richtung Sfad. Die meisten konnten erfolgreich abgefangen werden. Eine Drohne schlug jedoch im oberen Galil ein, ohne Schaden zu verursachen.


Die IDF forderte die Bewohner von zwei Dutzend Dörfern im Südlibanon auf, ihre Häuser sofort zu räumen. «Die Aktivitäten der Hisbollah zwingen die IDF, dagegen vorzugehen. Die IDF möchte Ihnen keinen Schaden zufügen», erklärte Oberst Avichay Adraee, arabischsprachiger Sprecher der IDF. «Zu Ihrer eigenen Sicherheit müssen Sie Ihre Häuser sofort verlassen. Jeder, der sich in der Nähe von Hisbollah-Kämpfern, ihren Einrichtungen oder Waffen aufhält, bringt sich in Gefahr», sagt er. Gestern war bereits eine gleichlautende Aufforderung an 28 Dörfer ergangen, verbunden mit der Warnung, sich nicht mit Fahrzeugen vom Norden des Litani-Flusses in den Süden zu begeben. Diese Region ist derzeit Kampfgebiet und sollte von Zivilisten nicht aufgesucht werden. Früher am Vormittag wurden auch die Bewohner bestimmter Regionen in Beirut aufgefordert, sich mindestens 500 m von ihren Häusern zu entfernen, da auch hier die IDF gezielte Operationen durchführe.

Die Hisbollah behauptete, sie habe am Vormittag Soldaten der IDF, die nach Odaisseh, an der libanesischen Grenze unmittelbar bei Misgav Am, ‘eingedrungen’ seien, angegriffen und so zum Rückzug gezwungen. Laut einer Erklärung seien Hisbollah-Aktivisten auf eine israelische feindliche Infanterieeinheit gestossen, die versuchte, in das Dorf Odaisseh einzudringen … und mit ihnen zusammenstiess. In einer separaten Erklärung heisst es, dass die Hisbollah auch drei verschiedene Punkte jenseits der Grenze mit Raketen und Artillerie angegriffen habe. Die IDF kommentierte den Vorfall nicht, es muss jedoch befürchtet werden, dass die oben genannten gefallenen Soldaten bei diesem Vorfall ihr Leben verloren.
Die IDF eliminierte erneut neun Terroristen der palästinensischen Terror-Organisation Hamas, die sie aus zwei Schulen in Nuseirat heraus angriffen. WAFA, die palästinensische Nachrichtenagentur, beklagte, dass neben den neun eliminierten Terroristen mindestens 20 weitere teilweise schwer verletzt wurden.
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