4. Tishri 5785

Auch heute musste die IDF leider wieder den Tod eines Soldaten bekannt geben. Bereits im Juni wurde Sgt. First Class (res.) Nir Haddad, 28, s’’l, bei einem Gefecht im nördlichen Gazastreifen lebensgefährlich verletzt. Heute verlor er den Kampf um sein Leben.
In einem Gespräch mit dem saudi-arabischen TV-Sender ‘Al Arabiya’ wendet sich der israelische Präsident Isaac Herzog beschwörend an die libanesische und iranische Bevölkerung. «Wenn wir uns dem [der iranischen Achse] entgegenstellen und gemeinsam Stärke zeigen, können wir sicherlich auf eine bessere Zukunft hoffen und eine NATO-ähnliche Struktur in der Region schaffen, die den Radikalismus blockiert.»
„Dieser Krieg wurde vom Reich des Bösen, vom Iran und seinen Stellvertretern, gegen uns geführt. Wir haben 101 Geiseln, die immer noch in den Kerkern von Gaza sind und unermessliches Leid ertragen müssen. Und wir kämpfen im Norden und im Süden, das heisst in Gaza und im Libanon.» Herzog argumentiert, dass Israel sich an das Völkerrecht hält und sich sehr um seine Nachbarn sorgt. «Die Menschen im Gazastreifen verdienen eine bessere Zukunft als unsere Nachbarn, und wir verdienen eine bessere Zukunft als ihre Nachbarn.»
Der israelische Präsident Isaac Herzog wird morgen mit einer dreitägigen Reise durch die Grenzgemeinden des Gazastreifens beginnen, um den ersten Jahrestag des Massakers vom 7. Oktober zu würdigen.
Morgen um 06:29, zum Zeitpunkt, als im vergangenen Jahr der Überfall Israels zu Wasser zu Land und aus der Luft, sowie mit einem andauernden Beschuss aus Gaza begann, wird er auf dem Gelände des Musik-Festivals eintreffen. Von da aus wird er Neve Eshkol, Magen, Nirim, Ein Hashlosha, Nir Oz, Kissufim, die Re’im-Basis, den Kibbutz Re’im und Be’eri besuchen. Den Tag beenden wird Herzog in der zerstörten Polizeistation von Sderot, wo er an einer Zeremonie zu Ehren der bisher während des Krieges gefallenen Soldaten teilnehmen wird.
Am Dienstag reist er von Alumim, Nahal Oz, Kfar Aza, Mefalsim, Yachini, Sderot, Nir Am, Erez, Netiv Ha’asara und zum Strand von Zikim.
Die Tour wird Herzog am Mittwoch abschliessen, nachdem er im Laufe des Tages den Kibbuz Kerem Shalom, Pri Gan, Holit, Sufa, Nir Yitzhak, Ein HaBesor, Mivtahim, Yesha, die Urim-Basis und Ofakim besuchen wird.
«Als Mensch, als Israeli, als Jude und als Präsident Israels», so Herzog in einer Erklärung, «werde ich die Orte und die Vertreter der Gemeinden besuchen, deren Welten an diesem Tag zerstört wurden, und ich verspreche – wir werden alles wieder aufbauen und neu aufbauen – ein Gebäude, das nicht vollständig sein kann, ohne dass die Geiseln nach Hause zurückkehren.»
UN-Generalsekretär Antonio Guterres, vor wenigen Tagen vom israelischen Aussenminister Israel Katz zur ‘persona non grata’ erklärt, erwähnte in seiner Rede zum Jahrtag des Massakers vom 7. Oktober erstmals die sexuelle Gewalt der Hamas-Schergen gegen die Zivilisten und betonte, dass er die Gräueltaten und die Geiselnahmen verurteilt. Ebenfalls erstmals verurteilte er die Hamas dafür, das Internationale Rote Kreuz konsequent daran zu hindern, die Geiseln zu besuchen. Laut dem geltenden Völkerrecht haben diese einen Anspruch auf Besuche und Betreuung durch das IRK. Er gedenkt «all jener, die brutal getötet wurden und unsägliche Gewalt, einschliesslich sexueller Gewalt, erlitten haben, während sie einfach ihr Leben lebten.»
Katarische Offizielle teilten Kanal 12 mit, dass Hamas-Chef Yahyah Sinwar seit den letzten israelischen Attentaten auf Hamas-Führer nur mehr schriftlich mit ihnen kommuniziere. Dadurch würde es schwieriger, seinen Aufenthaltsort zu bestimmen. Durch die gewaltsamen Tötungen von hochrangigen Hamas-Führern sei es für sie, die Kataris, weitaus schwieriger geworden, als Vermittler zu fungieren. Sie vermuten, dass sich Sinwar aktuell mit israelischen Geiseln umgibt. Diese könnten seine ‘Lebensversicherung’ sein, weil Israel kaum einen Ort bombardieren wird, an dem Geiseln vermutet werden. «Israel hat eine Politik der Attentate eingeführt, die mit dem Abkommen unvereinbar ist. In der Vergangenheit gab es den ehemaligen Hamas-Führer Ismail Haniyeh, der eliminiert wurde. Jetzt gibt es Khaled Mashaal, und er ist viel schwieriger als Haniyeh.» Nota bene: Seit einem Jahr haben sich die Kataris zwar für Verhandlungen zur Verfügung gestellt, haben aber gar nichts erreicht!

Der ‘Oberste Führer des Irans’ Ali Chamenei hat den Kommandanten der iranischen Luftwaffe, der für den Angriff auf Israel verantwortlich war, hoch dekoriert. Auf seiner Webseite heisst es: «Ayatollah Chamenei überreichte General Amirali Hajizadeh, dem Kommandeur der Luftwaffe der Garde, den Orden des Fath [in Farsi: Mut]. Die Auszeichnung wurde aufgrund der ‚brillanten Operation ‘Ehrliches Versprechen“ verliehen»
Der Iran hat bereits einen Plan ausgearbeitet, wie er auf einen möglichen israelischen Angriff reagieren wird. Das berichtet die lokale Nachrichtenagentur ‘Tasnim’ unter Berufung auf regierungsnahe Kreise. «Der Plan für die notwendige Reaktion auf eine mögliche Aktion der Zionisten [Israel] ist vollständig ausgearbeitet. Wenn Israel Massnahmen ergreift, wird es zweifellos einen iranischen Gegenangriff geben. Wir haben eine Liste mit vielen israelischen Zielen. Der Angriff des Iran am Dienstag hat gezeigt, dass wir jeden Platz, den wir wollen, völlig zerstören können.»

Esmail Qaani, einer der Kommandanten der Islamischen Revolutionsgarde, wurde letztmals vor einer Woche lebend in Beirut gesehen. Damals unterstützte er die Hisbollah sich nach mehreren vernichtenden Schlägen durch die IDF wieder neu aufzustellen. Es gibt die Vermutung, dass er bei einem der Luftangriffe getötet wurde. Das anhaltende Schweigen des Irans löst bei den im Libanon stationierten Mitgliedern der Revolutionsgarde Unruhe und Panik aus.
Die IDF hat an der Grenze zum Gazastreifen die Truppenpräsenz deutlich verstärkt. Am Jahrestag des Massakers vom 7. Oktober 2023 muss mit vermehrten Angriffen aus dem Gazastreifen auf Israel, unter anderem auch mit Langstreckenraketen, gerechnet werden. Ebenfalls verstärkt wurde die Truppenpräsenz am Netzarim Korridor. Die IDF will sicherstellen, dass die Gedenkveranstaltungen, die in den Kibbutzim und anderen Orten rund um den Gazastreifen geplant sind, ungehindert stattfinden können. «Wir sind in den kommenden Tagen in höchster Alarmbereitschaft. Auf einem hohen Bereitschaftsniveau … mit offensiven Aktionen», sagt der Chef des Südkommandos, Generalmajor Yaron Finkelman, in einem von der IDF verbreiteten Video zu Offizieren. Die Kooperation mit Rettungskräften, Polizei und Feuerwehr ist detailliert geplant worden.

Über Nacht fand eine Überraschungsoffensive auf Jabaliya statt, bei der die Stadt eingezingelt wurde. Die IDF geht davon aus, dass sich noch Zehntausende Palästinenser im Norden des Gazastreifens befinden. Tausende Terroristen der palästinensischen Terror-Organisation Hamas und des Palästinisch-Islamischen Djihad haben sich dort eingegraben, um sich neu zu formieren. Die Offensive zielte genau darauf ab, das zu verhindern. Bei den nächtlichen Luftangriffen, die die Bodentruppen unterstützten, wurden mehrere Dutzend Terroristen eliminiert.

Die IDF konnte zwei Langstreckenraketen abfangen und zerstören, die von der Hisbollah auf die Küstenregion zwischen Haifa und Caesarea abgeschossen worden waren. In allen Orten entlang des etwa 70 km langen Küstenstreifens bis ins Hinterland wurde Raketenalarm ausgelöst, um vor herabstürzenden Schrapnells oder Raketenteilen zu warnen. Ein Schrapnell stürzte auf offenem Gelände unmittelbar neben einem Einkaufszentrum ab. Es konnte noch nicht gefunden werden. Die Polizei rät dringend, sie sofort zu informieren und es keinesfalls anzufassen oder zu entfernen, wenn es entdeckt wird. Nur wenige Minuten zuvor konnte die israelische Luftabwehr drei Drohnen, die aus dem Libanon kamen, über dem Mittelmeer abfangen.

IDF-Sprecher Avichay Adraee erklärte heute die neuen Evakuierungspläne für die immer noch im Norden des Gazastreifens befindlichen Zivilisten. «Die terroristische Hamas versucht weiterhin, ihre Strukturen in der Region zu etablieren, wobei sie die Bevölkerung, Unterkünfte und Gesundheitseinrichtungen als menschliche Schutzschilde ausnutzt. Der nördliche Gazastreifen gilt immer noch als gefährliches Kampfgebiet. Nutzen Sie die beiden sicheren Strassen Rashid al-Bahr und al-Din, um sich in den Süden zu begeben. Die humanitäre Sicherheitszone wurde erweitert. Wir werden weiterhin gewaltsam gegen die Terror-Organisationen vorgehen, wo immer sie sich befinden.»
Heute erfolgte erneut die Aufforderung, weitere 25 Dörfer und Städte im Süden des Libanon zu evakuieren. Die Bewohner der Region sollen sich bis in ein Gebiet nördlich des Awali-Flusses zurückziehen und dort warten, bis sie wieder in ihre Häuser zurückkehren können. Die Evakuierungen sollen schnell vor sich gehen, nachdem die IDF keine Zeit verlieren möchte, um mit den Operationen gegen Hisbollah Nester vorzugehen.

Magen David Adom gab bekannt, dass sie nach dem Terror-Anschlag in Be’er Sheba insgesamt elf Personen behandelt haben. Eine 19-Jahre alte Frau erlag später ihren schweren Verletzungen. Sie wurde als Shira Suslik, s’’l, Mitglied der Grenzpolizei identifiziert.
Zehn Personen wurden ins Soroka-Spital zur weiteren Behandlung eingeliefert.
Der Terrorist wurde als Ahmad al-Uqbi, 29, aus einer illegalen Beduinen-Siedlung in der Nähe von Lakiya identifiziert. Er war israelischer Staatsbürger und wurde unmittelbar nach der Terror-Attacke neutralisiert.

Der Vorsitzende der oppositionellen Ra’am-Partei, Mansour Abbas, verurteilt den tödlichen Anschlag: «Wir verurteilen den Angriff, insbesondere da der Täter ein arabischer Bürger aus der Beduinengemeinschaft in der Negev-Wüste ist.Dies ist nicht die Art und Weise arabischer Bürger, die staatsbürgerliches, moralisches und rechtliches Engagement gezeigt und jede Art von Gewalt verabscheut haben und jeden Versuch, in politische Gewaltakte hineingezogen zu werden, abgelehnt haben.» Die Ra’am-Partei war in der Regierung Bennett/Lapid erstmals als arabische Partei in der Regierung vertreten.
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