Krieg in Israel – Tag 379

17. Tishri 5785

Die Aussenminister der Türkei und des Irans, Hakan Fidan und Abbas Araghchi, betonten in einer gemeinsamen Stellungnahme, dass «PM Benjamin Netanyahu ständig neue Kriegs-Fronten in der Region eröffnet und versucht, den Iran in diesen Krieg hineinzuziehen. Das Risiko, dass sich der Krieg auf die gesamte Region ausbreitet, sollte nicht unterschätzt werden.» Araghchi hielt anlässlich einer Pressekonferenz fest: «Die Möglichkeit eines Krieges in der Region ist immer ernst, und niemand anderes als das zionistische Regime will, dass dies geschieht. Wir wollen die Spannungen abbauen, aber … wir sind auf jedes Szenario vorbereitet.» Lügen, dass sich die Balken biegen, verdrehen von Tatsachen und antiisraelische Hetze, das ist es, was sie können! Die Wahrheit ist für sie ein Fremdwort!

PA-Präsident Mahmoud Abbas, sowie auch die PLO, die sich als legitimer Vertreter der Palästinenser versteht, drückten gestern der palästinensischen Terror-Organisation Hamas ihr Beileid zum ‘Märtyrertod’ von Sinwar aus. Er bezeichnete Sinwar als ‘grossen nationalen Führer’, etwas, was Sinwar niemals war. Abbas rief die Palästinenser zu nationaler Einheit auf. Auch von der Fatah, einst von der Hamas brutalst aus dem Gaza-Streifen vertrieben, kamen Beileidswünsche und die Erklärung, dass «Israels Mord und Terrorismus nicht dazu führen werden, den Willen unseres Volkes zu brechen.» PLO und Fatah sind gegen einen bewaffneten Kampf gegen Israel, hingegen ist die Hamas kein Mitglied der PLO und daher gänzlich anderer Meinung.

Israel beschuldigt Abbas und die PA schon lange, den Terror aktiv zu unterstützen, tote Terroristen als Märtyrer zu stilisieren und den Familien der Terroristen ‘Gehälter’ zu zahlen.

Durch intensiven Raketenbeschuss auf Haifa am Mittag wurden im Vorort Kiryat Ata mindestens zehn Personen verletzt. Ein Haus erlitt einen Volltreffer, mehrere PKWs gingen in Flammen auf. Zeitgleich wurden im westlichen Galil mehrere Personen durch herabstürzende Schrapnells verletzt. Bei der Salve wurden mehr als 55 Raketen abgeschossen. Ein Mann, der in seinem Auto von einer Rakete getroffen wurde, starb kurze Zeit später. Ein zweiter Mann wurde lebensgefährlich verletzt.

Insgesamt wurden etwa 200 Raketen abgeschossen. Dieser Vorgang, Drohnen quasi in grossen Salven von Raketen zu ‘verstecken’ scheint eine neue Taktik der Hisbollah zu sein. Vor einer Woche wurde so ein Trainingslager der Golani Brigade in der Nähe von Binyamina beschossen, bei dem vier Soldaten starben und fast 50 verletzt wurden. Heute ‘versteckte’ sich eine Drohne, die auf die Villa der Netanyahus programmiert war. Drohnen werden in der Regel mit Hubschraubern oder Flugzeugen abgefangen, Raketen hingegen mit Raketen-Abwehrsystemen. Möglicherweise sind durch die bei der Taktik auftretenden mehrfachen Anforderungen die Systeme überlastet.

Die Familienvilla der Netanyahus in Caesarea wurde, wie das Büro des PM bestätigt, von einer Drohne aus dem Libanon angegriffen. Die Netanyahus befanden sich zum Zeitpunkt des Angriffs nicht zu Hause. Es gab eine weit zu hörende Explosion, aber keine Schadensmeldungen. Der saudische TV-Sender ‘Al-Hadath’ meldete jedoch, dass ein zum Komplex gehörendes Gebäude getroffen und beschädigt worden sei.  Von den drei aus dem Libanon gestarteten Drohnen konnten zwei abgefangen werden. Die IDF untersucht den Vorfall.

Der Oberste Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, betonte, dass auch nach dem Tod von Sinwar die palästinensische Terror-Organisation Hamas ‘lebendig und gut aufgestellt’ sei. «Sein Tod ist ein schmerzhafter Verlust für den Widerstand, aber es ist nicht so, dass alles mit dem Märtyrer-Tod von Sinwar vorbei ist.»

Auf Druck der USA hat Netanyahu die Menge der täglichen LKWs, die Lebensmittel und humanitäre Hilfsliegerungen in den Gazastreifen bringen, auf 250 erhöht. Die USA hatten angekündigt, wenn Israel nicht innerhalb von 30 Tagen die humanitäre Lage in Gaza deutlich verbessern würde, sie ihrerseits die noch ausstehenden Waffenlieferungen verzögern würden.

In einer Schule im südlichen Libanon fanden die IDF Tunnelanlagen unterhalb einer Schule. In diesem Schulkomplex hatte sich offensichtlich die Hisbollah eingegraben. Diese Vermutung wird durch das Vorhandensein von Waffen- und Munitionslagern, aber auch einer Infrastruktur, die für einen längeren Aufenthalt geeignet ist, gestärkt.

Das von der Hamas geführte ‘Gesundheitsministerium’ gab bekannt, dass die IDF heute am Vormittag das ‘Indonesische Krankenhaus’ in Beit Lahia umstellt und beschossen hat. «Israelische Panzer haben das Krankenhaus vollständig umzingelt, die Stromversorgung unterbrochen und das Krankenhaus beschossen, wobei sie mit Artillerie auf die zweite und dritte Etage zielten», sagt der Direktor der Einrichtung, Marwan Sultan. «Es gibt ernsthafte Risiken für das medizinische Personal und die Patienten.» Zum Zeitpunkt des Beschusses haben sich mehr als 40 Patienten, sowie medizinisches Personal im Gebäude befunden.

In Shlomi, nur wenige Kilometer von der Grenze zu Libanon entfernt, wurde am Nachmittag ein Haus von einer Rakete der Hisbollah völlig zerstört. «Die Hisbollah schiesst wahllos Raketen nach Israel und das ist das Resultat» klagte ein Mitglied der IDF.

Erneut wird die Bevölkerung von Dahiyeh dringend aufgefordert, sich von drei Gebäuden zu entfernen, die kurz darauf von der IDF angegriffen wurden. Diese Häuser werden von der Hisbollah besetzt.



Kategorien:Israel, Politik

Schlagwörter:

Hinterlasse einen Kommentar