Krieg in Israel – Tag 386

24. Tishri 5785

Mit einer militärisch exakt vorbereiteten und ausgeführten Aktion hat Israel in der Nacht auf heute den Vergeltungsschlag gegen den Iran geflogen. Dabei verzichtete Israel darauf, iranische Nuklear-Anlagen und Ölraffinerien anzugreifen. Die Angriffe fanden in den drei iranischen Provinzen Teheran, Ilam und Khuzestan statt. Khuzestan ist das Zentrum der iranischen Oel-und Gasfelder sowie der Raffinerien. An der Operation im 1.600 km entfernten Gebiet waren bis zu 100 Kampfjets, Tankflugzeuge, Spionageflugzeuge und Drohnen beteiligt.

Eines der Ziele, die beim israelischen Angriff zerstört wurden, war das S-300-Luftverteidigungssystem, mit dem der ‘Imam-Khomeini-Flughafen’, einer der drei internationalen Flughäfen der Stadt, geschützt wurde. Unbestätigten Berichten der Revolutionsgarde zufolge wurden drei derartige Systeme angegriffen und ausser Funktion gesetzt.  Israelische Drohnen griffen die ‘geheime’ Militärbasis Parchin am Stadtrand von Teheran an, wobei nur eine Drohne die Basis traf, während die anderen abgewehrt werden konnten. In einer Fabrik in Shamsabad, südlich von Teheran, wo Drohnen, Boden-Luft-Raketen, Abschussrampen und Luftabwehrsysteme entwickelt und produziert werden, verloren drei Arbeiter ihr Leben. Es sind dies die einzigen menschlichen Opfer des Angriffs.

In Teheran wurden die israelischen Angriffe deutlich heruntergespielt, einige bezeichneten sie als «Feuerwerk, das wir von unseren Dächern aus beobachteten.» Vielerorts wird jedoch auch vermutet, dass durch das Herunterspielen der Regierung eine Chance gegeben werden soll, weitere Eskalationen zu vermeiden. Für den Fall, dass die erwarteten Angriffe nur ‘geringe Schäden’ verursachen würden, hatte Teheran vor wenigen Tagen angekündigt, darüber nachdenken zu wollen, ob ein weiterer Gegenschlag notwendig sei. Die Washington Post geht sogar so weit, anzunehmen, dass Israel den Angriff auf einem niedrigen Niveau ausgeführt hat, um weitere Eskalationen zu vermeiden.

Gegen Mittag zitierte ‘Sky News Arabia’ eine anonyme Quelle, die behauptete, der Iran habe Israel durch einen Mediator wissen lassen, dass kein Gegenschlag erfolgen wird.

Während des Angriffs schloss der Iran für einige Stunden den kompletten Luftraum für jeden kommerziellen Flugverkehr.

Die IDF veröffentlichte Bilder und Videos von den Vorbereitungen zum Angriff unmittelbar vor dem Start. Es handelt sich um F-15 und F-16 Kampfjets, die vom Radar aufgrund der ‘Tarnkappentechnik’ nur schwer zu identifizieren sind. Auf einem der Bilder ist eine der vier Navigatorinnen zu sehen, die an der Operation teilgenommen haben.

Der Vorsitzende der Partei ‘Israel Beitenu’, Avigdor Lieberman, lobte einerseits die Fähigkeiten und die hohe Professionalität der IAF beim Angriff auf den Iran. Auf der anderen Seite aber kritisiert er die Regierung und Militärführung, dem Iran ‘keinen wirklichen Preis abverlangt zu haben’, wie man es im Vorfeld noch vollmundig versprochen hatte. «Wir können die harte Realität und die Tatsache, dass die Iraner nicht aufhören werden, nicht ignorieren. Sie werden ihre Bemühungen um den Erwerb von Atomwaffen fortsetzen und weiterhin die Gelder aus dem Verkauf von Öl und Gas an die Hisbollah, die Houthis, die schiitischen Milizen und verschiedene Stellvertreter transferieren.» Liebermann wirft der Regierung ‘Effekthascherei’ vor und fordert sie auf, «so zu handeln, dass unsere Stärke zum Ausdruck kommt – anstatt nur darüber zu reden“.

Auch Oppositionsführer Yair Lapid ist nicht glücklich mit dem erfolgten Angriff. Iran, als Führer der ‘Achse des Bösen’, hätte einen viel höheren Preis zahlen müssen. «Die Entscheidung, keine strategischen und wirtschaftlichen Ziele im Iran anzugreifen, war falsch. Wir hätten dem Iran einen viel höheren Preis abverlangen können und sollen.» Gleichzeitig lobte Lapid die israelische Luftwaffe, die «einmal mehr ihre erstklassigen Einsatzfähigkeiten und ihre Luftüberlegenheit unter Beweis gestellt hat.»

Ägypten zeigte sich besorgt über die Eskalation im Nahen Osten und bezieht sich dabei auf die in der Nacht erfolgten israelischen Rückschläge gegen den Iran. Das ägyptische Aussenministerium fordert ‘einen schnellen Waffenstillstand’ in Gaza, mit der sofortigen Freilassung der Geiseln und Waffenruhe im Libanon, wo Israel gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah kämpft.

Die VAE verurteilten ohne Israel zu nennen, den Militärschlag gegen den Iran und forderte alle Seiten zur Zurückhaltung und Klugheit bei den Kämpfen auf, um eine weitere Eskalation zu vermeiden. «Die VAE verurteilen die militärischen Angriffe auf die Islamische Republik Iran aufs Schärfste und äussern ihre tiefe Besorgnis über die anhaltende Eskalation und ihre Auswirkungen auf die Sicherheit und Stabilität in der Region.»

Selbstverständlich verurteilte auch die palästinensische Terror-Organisation Hamas den Angriff aufs Schärfste als «zionistische Aggression gegen die Islamische Republik Iran und seine militärischen Stützpunkte in verschiedenen Provinzen.»

Jordanien gab eine Erklärung heraus, in der betont wurde, dass die Kampfflugzeuge aller beteiligten Staaten den jordanischen Luftraum nicht benutzen dürfen. Jordanien erklärt die israelischen Angriffe als ‘Verletzung des Völkerrechts und der Souveränität des Irans’. Sowohl am 14. April als auch am 1. Oktober erlaubte Jordanien Israel die Benutzung des Luftraums für Verteidigungszwecke, nachdem der Iran Israel angegriffen hatte.

Der britische PM Keir Starmer betonte das Recht Israels auf Selbstverteidigung gegen die iranischen Aggressionen und forderte den Iran auf, nicht zurückzuschlagen. «Ich bin mir darüber im Klaren, dass Israel das Recht hat, sich gegen die iranische Aggression zu verteidigen. Ich bin mir ebenso darüber im Klaren, dass wir eine weitere regionale Eskalation vermeiden müssen und alle Seiten zur Zurückhaltung auffordern. Der Iran sollte nicht reagieren.»

Auch der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz forderte Teheran auf, die Spirale der Gewalt an dieser Stelle zu stoppen. «Meine Botschaft an den Iran ist klar: Wir können nicht mit massiven Reaktionen der Eskalation fortfahren. Das muss jetzt aufhören. Dies wird eine Chance für eine friedliche Entwicklung im Nahen Osten bieten.»

In der Nacht griff die IAF auch verschiedene Ziele südlich von Beirut an. Sämtliche Ziele befanden sich in von Zivilisten bewohnten Gebäuden. Vor den Angriffen wurde die Bevölkerung regelmässig aufgefordert, sich mindestens 500 m von den entsprechenden Häusern zu entfernen und erst zurückzukehren, wenn dies von der IDF wieder als sicher erklärt wurde.

Nach einer gewaltigen gesteuerten Explosion im südlichen Libanon wurde der Erdbeben-Alarm in weiten Teilen des Nordens und Zentrums Israels ausgelöst.

Die IDF erklärte, die ‘humanitäre Schutzzone’ in Gaza auszuweiten, wo sich derzeit die Mehrheit der gazanischen Zivilisten aufhält. «Das erweiterte humanitäre Gebiet umfasst Feldlazarette, die seit Beginn des Krieges eingerichtet wurden, Zeltlager und Schutzausrüstung sowie Lebensmittel, Wasser, Medikamente und medizinische Ausrüstung, die in Abstimmung zwischen COGAT und der internationalen Gemeinschaft nach Gaza gelangt sind», heisst es in einer Erklärung der IDF.

Im Laufe des Vormittags gelang es Israel, vier im südlichen Libanon gestartete Drohnen abzufangen und zu zerstören. Die Zielgebiete der Drohnen lagen im süd-westlichen Galil. Kurze Zeit später wurde der Raketen-Alarm in den Grenzregionen zum Libanon ausgelöst.

Vier auf LKWs montierte Abschussrampen, die in kürzester Zeit jeweils bis zu 50 Raketen abschiessen können und die bereits für den Einsatz vorbereitet waren, wurden von der IDF aufgefunden. Unter ihnen war auch jene, die gestern den tödlichen Angriff auf Majd al-Krum ausgeführt hatte.

Zwei der schwer-verletzten Opfer des Angriffes auf den arabisch-israelischen Ort Majd al-Krum, Hassan Suad, 21 und Arjwan Manaa, 35 starben gestern an ihren durch ein Schrapnell verursachten Verletzungen.

In Tulkarem, Samaria, gelang es der IDF einen massiven Anschlag auf Israel zu verhindern. Islam Odeh, ein Mitglied des Hamas Netzwerks in Tulkarem, verschanzt sich in seinem Haus, wurde jedoch durch die IDF gezwungen, es zu verlassen. Beim Verlassen des Hauses eröffnete Odeh sofort das Feuer auf die IDF, wurde jedoch kurz darauf eliminiert. In seinem Auto fanden sich Waffen und auch eine in Einzelteile zerlegte Bombe.



Kategorien:Israel, Politik

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