Krieg in Israel – Tag 393

01. Cheshwan 5785

Während der Irak betonte, der Iran habe «jederzeit jedes Recht, auch unter Benutzung unseres Luftraums Israel anzugreifen,» drohte Ayatollah Ali Khamenei Israel erneut: «Die Feinde, ob das zionistische Regime oder die Vereinigten Staaten von Amerika, werden definitiv eine vernichtende Antwort auf das erhalten, was sie dem Iran, der iranischen Nation und der Widerstandsfront antun.» Er ging aber weder auf den Umfang des geplanten Angriffs, noch auf den geplanten Zeitpunkt ein. Israel geht davon aus, dass der Angriff noch vor den Wahlen in den USA am 5. November stattfinden wird. Andere Quellen wiederum behaupten, dass der Iran mit dem Vergeltungsschlag bis zum Ergebnis der Wahlen warten wird. Man befürchte, dass ein solcher Schlag die Wahlkampagne von Trump nochmals anheizen und ihm zum Sieg verhelfen könnte. Und das möchte der Iran nicht unterstützen. Sie fürchten, dass Trump Netanyahu das ‘Go’ für den Beschuss der Nuklear-Anlagen geben könnte.

Ist es ein Datenleck aus dem Büro von Netanyahu, wie zuverlässige Quellen behaupten, oder ist es wieder einmal eine Panne, die Netanyahu weit von sich weist?

Sieben Verdächtige wurden festgenommen, die im Verdacht stehen, geheime Dokumente aus dem Büro des PM weitergegeben zu haben.

Übereinstimmend berichteten das der israelische öffentlich-rechtliche Sender ‘Kan’, Barak Raviv, der sowohl für CNN, als auch für das US-Nachrichtenportal ‘Axios’ schreibt, Itamar Eichner, diplomatischer Korrespondent der hebräischen Version von ‘ynet.news’,  ‘Jediot Achronot’ und Ronen Bergmann, der als Geheimdienstexperte ebenfalls für ‘Jediot Achronot’ und ‘New York Time Magazine’ arbeitet.

Eine verhängte Nachrichtensperre wurde vom Gericht teilweise aufgehoben.

Das Büro des PM wies blitzschnell jegliche Vorwürfe, es handele sich zumindest bei einem der Festgenommenen um einen Mitarbeiter des PM, zurück. Die Nachrichtensperre müsse sofort gänzlich aufgehoben werden, «sie dient nur als Deckmantel für die böswillige und vorsätzliche Verunglimpfung des Amtes des Ministerpräsidenten», teilte das Presseamt mit. Der Mitarbeiter von Netanyahu hätte, so wird im Sender ‘Kan’ berichtet, nicht über das Mass an Sicherheitsprüfungen verfügt, um in das sogenannte ‘Aquarium’ um Netanyahu, den innersten Kreis seiner Mitarbeiter, zugelassen zu werden. Dennoch habe er ihn immer wieder zu Besprechungen des Sicherheitsrates begleitet und dort natürlich Zugang zu allen kriegsrelevanten Papieren gehabt.

Laut Itamar Eichner hat der Datendieb der deutschen Bild-Zeitung und anderen ausländischen Journalisten Informationen zugesteckt. In der Bildzeitung hiess es dann auch prompt im September «Zum Schaudern! Das plant der Hamas-Chef mit den Geiseln. Jetzt wird das geheime Kriegspapier des Terror-Bosses enthüllt»

Noch unklar ist, ob Netanyahu von dem vermeintlichen Leck in seinem Büro wusste. Das könnte dann der Fall sein, wenn, wie Raviv leise andenkt, «die öffentliche Meinung in Israel beeinflusst werden sollte, um Netanyahus harte Haltung in der Feuerpausen- und Geiselfrage mit Argumenten zu stützen.»

Libanesische Zeitungen berichten, dass Imad Fadel Amhaz, im Zivilleben Kapitän eines zivilen Schiffes, andere Quellen sagen auch der libanesischen Marine, gestern von der IDF in Zusammenarbeit mit dem Sayeret Matkal gefangengenommen wurde. Vom Meer aus kommend stürmten sie eine Villa, nahmen Amhaz fest und verschwanden wieder über das Meer.

Villen in Badroun, Libanon, 1974

Amhaz hatte sich in einer Villa in der Nähe von Batroun, einer Strandregion nördlich von Beirut, versteckt. Die saudi-arabische Zeitung ‘Al-Hadath’ erklärte, dass Amhaz ein ranghohes Mitglied der Hisbollah sei.

UNIFIL betonte sofort, nicht an der Operation beteiligt gewesen zu sein. Ein ungenannter Sprecher der Friedenstruppe betonte: «UNIFIL ist nicht an der Ermöglichung von Entführungen oder anderen Verletzungen der libanesischen Souveränität beteiligt.

Die Verbreitung irreführender Informationen und unbegründeter Gerüchte ist unverantwortlich und gefährdet die Friedenstruppen.» Man darf das der UNIFIL glauben, bis heute haben sie proaktiv, aktiv und passiv ausschliesslich die Hisbollah unterstützt.

Seit dem frühen Morgen wurden immer wieder Raketen-Salve auf das Hinterland von Haifa bis Sfad und die Küstenstädte bis Rosh HaNikra abgeschossen.

Zwei Stunden später wurden erneut zwei Raketen aus dem südlichen Libanon abgeschossen. Sie waren auf den westlichen und oberen Galil und die Bucht von Haifa gerichtet, sodass dort der Raketen-Alarm ausgelöst wurde. Eine der Raketen wurde abgefangen, die zweite stürzte über unbebautem Gelände ab.

Am späten Nachmittag gab es den dritten Alarm für die Region von Akko bis nach Netanya inklusive des entsprechenden Hinterlandes. Insgesamt dauerte der Alarm mehr als eine halbe Stunde.

Auch im Gebiet zwischen Rosh HaNikra und Nahariya wurde am Nachmittag zweimal der Alarm ausgelöst.

In den vergangenen Tagen haben die Drohnenangriffe aus dem Irak deutlich zugenommen. So konnten heute drei Drohnen über dem Roten Meer angefangen werden, bevor sie den israelischen Luftraum erreichten. Der ‘Islamische Widerstand’ des Iraks gab an, sie auf Eilat ausgerichtet zu haben.

Mit einem gezielten Luftangriff in der weitgehend evakuierten Küsten-Stadt Tyros eliminierte die IAF zwei ranghohe Anführer der Hisbollah. Moein Musa Izz al-Din, war der Kommandant der regionalen Küsten-Einheit, Majed Diab war Kommandant der Artillerie-Truppen. Diab war verantwortlich für jene Raketen-Salve, bei der in der vergangenen Woche Mutter und Sohn, die auf einem Feld arbeiteten, getötet wurden.

Erneut wurde eine Fabrik in der Nähe von Nahariya von einer Drohne getroffen. Eine zweite wurde von der IAF abgefangen. Am Fabrikgebäude entstand massiver Sachschaden.

In der israelisch-arabischen Stadt Tira, zwölf Kilometer süd-östlich von Netanya traf in den Nachtstunden eine Rakete ein Mehrfamilienhaus und richtete erheblichen Schaden an. Magen David Adom berichtete, dass 19 Personen verletzt wurden und weitere sieben mit Schock- und Angstsymptomen betreut werden mussten.

Die Hisbollah gab an, während der Nachtstunden das Hauptquartier der Aufklärungseinheit 8200 in der Nähe von Herzliya angegriffen zu haben. Tatsächlich filmte ein Autofahrer einen Einschlag um 03:18, allerdings nicht in der Nähe der Glilot- Kreuzung, sondern im oben beschrieben Einschlag in Tira.

Die IDF hat heute eine sehr grosse unterirdische Waffenfabrik der palästinensischen Terror-Organisation Hamas im zentralen Gazastreifen, unterhalb der Stadt Zeitoun, zerstört. In dem weitläufigen Tunnelsystem wurden Drehbänke und grosse Mengen von Teilen gefunden, die zum Zusammenbauen von Raketen, Mörsern, Granaten und auch Tauchausrüstung notwendig sind. Zusätzlich zu den Werkstätten gab es Schlafräume, Sanitäranlagen, Küchen, Büros und Lagerräume, die einen langen Aufenthalt von Terroristen ermöglichten. Die Soldaten massen den Tunnel aus, bevor sie ihn zerstörten.



Kategorien:Israel, Politik

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