3. Cheschwan 5785


Möglicherweise trugen die Soldaten der IDF und der Shayetet 13 Uniformen des regulären libanesischen Militärs, als sie am vergangenen Freitag ein ranghohes Mitglied der Hisbollah aus einer Villa in Batroun, einige Kilometer südlich von Tripolis, festnahmen. Nach einem Bericht der Zeitung Al-Akhbar, die der Hisbollah nahesteht, wurde die Operation, die nur vier Minuten dauerte, von einer Überwachungskamera festgehalten. Um die Operation so schnell durchführen zu können, waren, so die Zeitung, vorher militärische Aufklärer der IDF vor Ort. Die Hisbollah behauptet, dass der festgenommene Amhaz über keine nennenswerten Informationen verfügt.


Entsprechend einer Verlautbarung des Amtsgerichts in Rishon le Zion, ist Eli Feldstein, ein ehemaliger Sprecher des Büros des rechts-extremen Ministers Ben-Gvir derjenige, der für das Leak in den sensiblen Papieren im Büro des PM verantwortlich ist. Gestern wurde ein anderer Name genannt, der ebenfalls im Büro von Ben-Gvir tätig gewesen ist. (s. mein Bericht von gestern). Konkret soll es sich bei den Dokumenten, die vom Jewish Chronicle in London und der Bild Zeitung in Berlin veröffentlicht wurden, einerseits um die Vermutung zu untermauern, dass Sinwar die Geiseln über Ägypten aus Gaza herausschmuggeln wollte. Das zweite Dokument besagte, dass die Hamas die Verhandlungen als eine Form von psychologischer Kriegsführung gegen Israel einsetzt. Das scheint, so kann man vermuten, Netanyahu reinzuwaschen vor der immer wieder von der Opposition geäusserten Vermutung, er wolle im Prinzip aus eigennützigen Gründen keine positiven Verhandlungsergebnisse erreichen.
In der Zwischenzeit wurde ein IDF-Offizier verhaftet, der ebenfalls verdächtig ist, an den Daten-Leaks im Büro des PM beteiligt zu sein. Damit erhöht sich die Zahl der dringend Verdächtigen auf fünf Personen.


Das Aussenministerium hat die offiziell die UNO darüber informiert, dass es die 1967 abgeschlossene Vereinbarung zur Anerkennung der UNWRA annulliert hat. Damit ist der Handlungsspielraum der UNWRA in Israel, Gaza, sowie Judäa und Samaria stark eingeschränkt. Israel werde mit anderen internationalen Organisationen, auch solchen der UNO, weiterhin zusammenarbeiten. Aussenminister Katz betonte, dass derzeit nur 13 % der Hilfslieferungen durch die UNWRA abgewickelt werden.
Oppositionsführer Yair Lapid und Chef der Partei ‘Nationale Einheit’ Benny Gantz, haben in einer gemeinsamen Pressekonferenz festgehalten: «Die Handlungen von Premierminister Benjamin Netanyahu im Zuge der angeblichen Weitergabe geheimer Unterlagen aus seinem Büro zeigen, dass er entweder zu inkompetent ist, um Israel während eines Krieges zu führen, oder ‘mitschuldig an einem der schwerwiegendsten Sicherheitsvergehen’.» Lapid fuhr fort: «Dieser Fall kam aus dem Büro des Premierministers, und die Untersuchung sollte prüfen, ob er nicht auf Anweisung des Premierministers geschah. Wenn Netanyahu davon wusste, ist er an einem der schwerwiegendsten Sicherheitsvergehen beteiligt, die es gibt. Und wenn er nicht wusste, dass seine engsten Mitarbeiter Dokumente stahlen, innerhalb der israelischen Armee spionierten, Dokumente fälschten, Geheimdienstquellen entlarvten und geheime Dokumente an ausländische Zeitungen weitergaben, um den Geiselhandel zu verhindern, was weiss er dann?“
Oppositionsführer Yair Lapid berichtete, er habe ein Schreiben an VM Yoav Gallant geschickt, mit der dringenden Aufforderung, sofort mit der zwingenden Rekrutierung von haredischen Männern zu beginnen. Bisher hatte die Bemühung, ein entsprechendes Gesetz umzusetzen, wenig Erfolg gehabt. Lapid betonte, dass das Komitee zur Gesetzgebung gestern erneut gezeigt hätte, wie wenig Respekt sie gegenüber den kämpfenden Soldaten, den Verwundeten und Gefallenen hätten. Unter Umgehung des Rekrutierungsgesetzes wurde gestern ein neuer Entwurf abgesegnet, der die Zahlung der Tagesbetreuung für Kinder aus haredischen Familien auch dann sicherstellt, wenn die Männer den Wehrdienst nach wie vor verweigern. Lapid stellt die berechtigte Frage, welche Motivation junge Männer haben sollten, der IDF beizutreten, wenn sie weiterhin für ihre ‘Studien’ bezahlt werden, ohne eine Gegenleistung zu erbringen.
Die IDF hat einen weiteren Tunnel im südlichen Libanon entdeckt und zerstört, der bereits für die Invasion des nördlichen Israels vorbereitet war. Auch Bunker mit grossen Waffenlagern wurden bei der Operation zerstört. Die Alpintruppen der IDF, die speziell für das besonders stark bewaldete Territorium und zerklüftete Gebiet ausgebildet sind, werden für diese Operationen eingesetzt.


Aggressive Siedler haben in der vergangenen Nacht 15 Autos im palästinensischen Dorf Al-Bireh in Brand gesetzt. Das jordanische Aussenministerium erklärte heute, dass einige der PKWs zum Fuhrpark eines jordanischen Feld-Spitals in Ramallah gehörten. Dieser Vorfall würde den jüdischen Terrorismus gegen Palästinenser neu anheizen. Sie sehen die israelische Regierung als allein verantwortlich für diese Entwicklung an.
Sprengsätze, die von der palästinensischen Terror-Organisation Hamas in der Nähe eines Hilfskonvois in Gaza angebracht worden waren, verletzten sechs Kinder. Die Kinder sollten zusammen mit Begleitpersonen und medizinischen Mitarbeitern aus dem ‘Kamas Adwan’ und dem ‘al-Awda-Spital’ evakuiert werden. Die Sprengsätze explodierten, als der Konvoi sich dem Spital näherte, berichtete die WHO. Auch am Gebäude gab es durch die Explosion Schäden.
Mit einem gezielten Luftangriff wurde Ahmed al-Dalu, Mitglied des Palästinensischen Islamischen Djihad eliminiert. Er war Organisator von zahlreichen Angriffen gegen israelische Bürger.
Erneut flogen einige Drohnen aus dem Irak, die aber allesamt abgefangen und zerstört wurden, bevor sie den israelischen Luftraum erreichten.
Bis zum frühen Nachmittag wurden heute 60 Raketen in zwei Salven aus dem Libanon auf Israel abgeschossen. Etwa 30 waren auf den oberen Galil gerichtet, 30 andere auf das westliche Küstengebiet.
Die gute Nachricht des Tages: MK Avigdor Libermann, Ysrael Beitenu, fordert, und ich kann ihm nur zustimmen, die sofortige Rücknahme des sogenannten ‘Nation State Law’, das vor allem die drusische Gemeinschaft Israels zu Bürgern zweiter Klasse macht. Im Jahr 2018 wurde dieses Gesetz mit 62 zu 55 angenommen. Netanyahu hatte das Gesetz als ‘entscheidenden Moment in der Geschichte des Staates’ gelobt. Libermann betonte nach einem Besuch bei der Familie von Col. Eshan Daqsa, der vor wenigen Tagen in Gaza sein Leben verlor, dass er alles daransetzen werde, um das Gesetz wieder ausser Kraft zu setzen und ein neues drusisches Dorf zu gründen. Alle Achtung, Avigdor, danke!
Hinterlasse einen Kommentar