20. Kislev 5785




In der Nacht von gestern auf heute haben die Houthi-Terroristen erneut eine ballistische Rakete auf Zentral-Israel abgeschossen. Mehrere Versuche, sie mit dem Arrow Abwehr-System und anderen Systemen abzufangen, schlugen fehl. Die Rakete schlug schliesslich auf einem Kinderspielplatz in einem Park in Tel Aviv ein. Einige in der Nachbarschaft gelegene Häuser erlitten Schäden und mussten evakuiert werden. 23 Personen, darunter zahlreiche Kinder, wurden leicht verletzt. Die IDF untersucht, warum keiner der Abfangversuche Erfolg hatte.
In der NZZ wurde am Donnerstag die Frage gestellt: «Israel hat letztes Jahr Zehntausende Raketen abgewehrt. Wie viel kostet das?» Zeva adom! Zeva adom! (Farbe Rot!) Wenn diese Nachricht auf dem Handy erscheint, muss man losrennen, um sich innerhalb der angegebenen Zeit in den nächsten Schutzraum zu begeben. Und die ist überall sehr knapp bemessen.
Yuval Harpaz hat alle relevanten Daten gesammelt. Zwischen dem 7. Oktober 23 und dem 30. November 24 wurde in 40.000 Fällen der Alarm ausgelöst. Nicht, weil tatsächlich so viele Raketen oder Drohnen auf uns abgeschossen wurden, sondern weil der Alarm zumeist grossräumig ausgelöst wird. Die nachfolgenden Screenshots von meinem Handy zeigen einen Teil der angenommenen Gefährdung durch die Rakete aus dem Jemen von heute Nacht.


Wird ein Alarm ausgelöst, so wird auch das entsprechende Abwehrsystem aktiviert. Die Kosten sind enorm. Der überall in Israel installierte ‘Iron Dome’ kostet pro Rakete US$ 50.000. Zum Einsatz kommen pro Abfangversuch mehrere Raketen. Die David’s Sling ist wesentlich vielfältiger einsetzbar. Das macht sich auch in den Kosten bemerkbar. US$ 1 Million kostet eine Rakete. Das neueste und effizienteste System, eine Abschussrakete der Arrow kostet US$ 3 Millionen!

Allein der Angriff des Irans am 13. April soll, nach Berichten des ‘Wall Street Journals’, US$ 550 Millionen gekostet haben. Die Kosten für den Einsatz von mehr als 100 Kampfjets, inklusive ihrer Betankung, sind eingerechnet.
Allein für den Iron Dome kommt Harpaz seit Beginn des Krieges auf US$ 720 Millionen. Dazu kommen die Kosten für Davids Sling und Arrow, Wartung und Instandhaltung der Geräte und Kosten für die Mitarbeiter. Die Gesamtkosten dürften sich leicht verdoppeln.
Die vergeblichen Versuche der IAF und IAF, ihre Rakete abzufangen, ist ein Grund für die Houthi-Terroristen, sich in den sozialen Medien über Israel lustig zu machen. Ein Sprecher der Houthis, Hezam al-Asad, äusserte sich dementsprechend auf der Plattform ‘X’: «Das Versagen aller israelischen Verteidigungssysteme bedeutet, dass das Herz des zionistischen Feindes nicht mehr sicher ist.» An einer anderen Stelle heisst es: «Es gibt keinen Nutzen mehr für Abfangsysteme, die Milliarden von Dollar kosten.» Diese beiden Beiträge wurden in Hebräisch geschrieben. Ein anderer, arabisch geschriebener Text lautet: «Der Feind versucht, seine Verluste in den Medien herunterzuspielen, um sein militärisches Ansehen und die Moral seiner Siedler aufrechtzuerhalten.»

Der südlibanesische Regionalsender ‘Dara’a 24’ berichtet, dass israelische Soldaten am Freitag Feuer auf eine Gruppe von 15 Demonstranten eröffnet hat. Bewohner der Orte im Gebiet des Yarmouk Flusses, ausserhalb der Pufferzone, demonstrierten dort gegen die Präsenz der IDF. Die IDF gab an, dass die Soldaten die Demonstranten zunächst aufforderten, sich zurückzuziehen. Nachdem das nicht geschah, wurden zunächst Warnschüsse in die Luft abgegeben und nachdem auch das nichts bewirkte, wurde einem Mann ins Bein geschossen. «Wir identifizierten eine Bedrohung, die Massnahmen erforderte, um sie zu beseitigen», gab die IDF an, ohne dies näher zu erläutern. In den letzten Tagen war es immer wieder zu Konfrontationen zwischen IDF und den Bewohnern der Region gekommen. Mal waren die Männer des Ortes grundlos untersucht worden und mussten sich dazu ihrer Oberbekleidung entledigen, mal wurden sie aufgefordert, ihre Waffen abzugeben. Erst nachdem einige Häuser durchsucht worden waren, zog die IDF unverrichteter Dinge wieder ab. Während der stundenlangen Operation wurden die Bauern daran gehindert, ihrer Arbeit auf den Feldern nachzukommen. Freunde macht sich die IDF mit solchen Aktionen nicht!
Eine nicht genannte Zahl von Familien erhielt in den letzten Tagen ein Lebenszeichen von ihren immer noch in Gaza festgehaltenen Angehörigen. Um die Privatsphäre der Familien zu schützen, wurden weder die Namen noch die Art der Lebenszeichen bekannt gemacht. In den vergangenen Wochen waren Videos von Matan Zangauker und Edan Alexander veröffentlicht worden, die erst kürzlich gedreht wurden. «Die allgemeine Lage in der Region, der amerikanische Einfluss, der Stand des Krieges und vieles mehr haben zu einer Kombination von Umständen geführt, die die Möglichkeit effektiver Verhandlungen begünstigen», wurde den Familien Berichten zufolge mitgeteilt. «Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass es trotz der verbesserten Bedingungen noch immer Herausforderungen gibt und wir arbeiten und hoffen auf einen Durchbruch.» Kanal 12 behauptete, beide Seiten hätten sich auf eine Liste mit den Namen von palästinensischen Gefangenen geeinigt, die in der ersten, 45 – 60 Tage dauernden Phase freigelassen werden sollen. Ein offener Streitpunkt ist die Frage, wohin die Gefangenen gebracht werden sollen.
Netanyahu betonte erneut in einem Interview mit Elliot Kaufmann vom Wall Street Journal, dass er keinem Waffenstillstand zustimmen werde, solange nicht die Hamas völlig zerschlagen ist. «Wir werden es nicht zulassen, dass sie nur 30 km von Tel Aviv entfernt, noch existiert. Das wird es nicht geben.» Damit stellt er sich den Forderungen vieler Berater entgegen, ein dauerhaftes Waffenstillstands- und Geisel-Befreiungsabkommen zu akzeptieren. Netanyahu sieht den derzeitigen Vorschlag nur als Teilabkommen. Er hält nach wie vor an einer Kontrolle des Philadelphi-Korridors fest: «Es reicht nicht aus, die Hamas zu zerstören, wenn man die südliche Abriegelung nicht kontrolliert.» Was das für die wieder ins Stocken geratenen Verhandlungen heisst, ist klar: erneuter Stillstand! Nach einem gemeinsamen Treffen von Hamas, Islamischem Djihad und der ‘Volksfront zur Befreiung von Palästina’ sagte Khalil al-Hayya: «Das Abkommen steht kurz bevor, solange Israel nicht wieder neue Bedingungen stellt.»
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