7. Tevet 5785


Erneut muss die IDF leider den Tod dreier Soldaten bekannt geben. Maj. Dvir Zion Revah, 28, Cpt. Eitan Israel Shiknazi, 24, und Staff Sgt. Ido Samiach, 20, s’’l, verloren ihr Leben bei einem Kampf im nördlichen Gazastreifen. Die IDF gab die Umstände, die zu ihrem Tod führten, noch nicht bekannt. Revah war Kommandant des 932. Bataillons der Nahal Brigade, Shiknazi sein Stellvertreter. Beim gleichen Vorfall wurden zwei weitere Soldaten schwer verwundet.
Die IDF musste zugeben, dass am Sonntag Soldaten einen Konvoi des ‘World Food Programms’ unter Feuer genommen haben. Der aus drei Fahrzeugen bestehende Konvoi mit acht Begleitpersonen hatte alle notwendigen Bewilligungen und Freigaben für den Transport erhalten. Mindestens 16 Geschosse trafen die Fahrzeuge, wobei niemand verletzt wurde. Die WFP forderte dringend eine Verbesserung der Sicherheitsbedingungen, um die Lieferung von humanitären Hilfsgütern und Lebensmitteln aufrecht zu erhalten. Der Konvoi, der sich auf dem Weg vom Süden in den Norden des Gazastreifens befand, kehrte nach dem Anschlag wieder an den Ausgangsort zurück. Die IDF verschärfte daraufhin die entsprechenden Anweisungen.

COGAT berichtete, dass im Laufe der vergangenen Woche 1.100 Lkws mit humanitären Hilfsgütern und Lebensmitteln, Wasser, Ausrüstungsgegenständen für Zelte und medizinischen Hilfsgütern nach Gaza gefahren sind. «Wir werden weiterhin daran arbeiten, die Einfuhr von humanitärer Hilfe in den Gazastreifen in Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen und der internationalen Gemeinschaft zu ermöglichen und zu erleichtern.»

Die IDF veröffentlichte das Video eines Verhörs, das sie mit einem Hamas-Terroristen geführt hat. Anas Mohammad Faiz a-Sharif wurde im vergangenen Monat bei der Stürmung des ‘Kamal-Adwa’ Krankenhauses gefangen genommen. «Sie [die Terroristen] glauben, dass es ein sicherer Unterschlupf für sie ist, weil die Armee es nicht direkt angreifen kann.» Es würden regelmässige Waffentransporte vom und zum Krankenhausstattfinden. In den Nachtstunden würden Patrouillen vom Krankenhaus aus losgehen. «Vom Krankenhaus aus wurden die Granaten und Mörser verteilt, um die Panzer anzugreifen, für Hinterhalte und für Tunnel.» A-Sharif gab an, als Hausmeister im Krankenhaus gearbeitet zu haben, aber auch Mitglied der Eliteeinheit Nukbar gewesen zu sein.

VM Israel Katz besuchte den Ort, an dem gestern der tödliche Terror-Anschlag stattfand und bei dem drei israelische Zivilisten getötet wurden. Er bezeichnete den Terror-Anschlag als ‘Kriegshandlung’, die auch entsprechend beantwortet werde. Die drei palästinensischen Terroristen sind nach wie vor auf der Flucht. «Wir werden die Terroristen und diejenigen, die sie geschickt haben, treffen und wir werden mit aller Macht gegen die Orte vorgehen, aus denen die Terroristen kamen. Wir werden die Truppenstärke in Yehuda und Shomron deutlich verstärken.» Damit trifft er genau die Einstellung und Worte von rechtsextremen Regierungsmitgliedern und Siedlern, die dazu aufrufen, auf Terroranschläge mit Militärschlägen zu antworten, die an die in Gaza erinnern. Dort zerstört die IDF immer wieder ganze Orte und Dörfer, die sich als Hochburgen der Terror-Organisationen erweisen.




In der Nacht nach dem tödlichen Terror-Angriff zogen erneut jüdische Siedler-Terroristen durch einige palästinensische Siedlungen. Unter den angegriffenen Dörfern befand sich auch das, aus dem die drei palästinensischen Terroristen stammten. Sie überschütteten Pkws mit Benzin, zündeten sie anschliessend an. Und warfen Brandsätze auf Häuser. «Wieder einmal unternimmt die Armee nichts, um die Gewalt der Siedler zu verhindern. Auch dieses Mal war die Lage klar und Aufrufe zu Unruhen in den Dörfern wurden öffentlich unter den Siedlern verteilt. So sieht der Wilde Westen aus», sagt Yesh Din, eine NGO, die sich mit der Gewalt durch jüdischen Siedler-Terroristen beschäftigt. Wieder einmal wurde keiner der Siedler festgenommen. Die Siedler-Terroristen hatten zuvor öffentlich dazu aufgerufen, den Ort al-Funduq zu zerstören.


Die Rose des Tages geht an die israelische Tennisspielerin Luna Glushko. Sie wurde daran gehindert, mit dem gelben Pin an ihrem Shirt auf den Center Court in Australien zu gehen. Mit dem Pin wird die Unterstützung der 100 Geiseln gezeigt, die immer noch in Gaza gefangen gehalten werden. Die Veranstalter sahen darin eine politische Aussage. Glushko fand eine kreative Lösung, indem sie eine gelbe Schleife in ihren Zopf flocht. Leider verlor sie das Qualifikationsspiel für die Grand Slam Spiele 2025 mit 6:1, 2:6 und 1:6.


Der Kaktus des Tages geht an «Tiyulim Veagadot» auf Deutsch ‘Ausflüge und Legenden’. Obwohl die IDF die gesamte Pufferzone zwischen Syrien und Israel zum militärischen Sperrgebiet erklärt hat, plant das Unternehmen bereits für den 31. Mai eine einzigartige Wanderung. Erfahrene Wanderer sollen sich auf den Weg zum ‘neuen Gipfel des israelischen Hermon’ machen. «Stellen Sie sich Israel vom Gipfel des Hermon aus vor, auf einer Höhe von 2.814 Metern, an einem Ort, der bis vor Kurzem ein weit entfernter Traum war. Im kommenden Frühjahr laden wir Sie ein, Teil der Geschichte zu werden und den Gipfel des israelischen Hermon zu erklimmen, der sich zum ersten Mal für israelische Wanderer öffnet.» Die geplante Wanderung soll zwischen 12 und 18 km lang sein und inkl. Shuttlebus und Seilbahnfahrt NIS 200 kosten. Entgegen Aussagen des stv. Managers des Unternehmens, er könne jederzeit eine Ausnahmeregelung von der IDF erhalten, winkte die ab. «Wanderer und Organisatoren haben keine Chance, dieses Gebiet zu erreichen, da es sich um eine geschlossene Militärzone handelt. Es ist derzeit nicht beabsichtigt, den syrischen Hermon für israelische Zivilisten zu öffnen.» Dümmer gaht’s nimmer!

Manchmal sprechen Bilder eine sehr klare Sprache. Herbert Kickl wird, wenn nicht noch ein Wunder geschieht, der nächste Bundeskanzler von Österreich. Gestern war er beim Bundespräsidenten Alexander van der Bellen vorgeladen, um den Auftrag zur Regierungsbildung zu erhalten. Noch ist ihm, wie das Bild zeigt, die Sache nicht ganz geheuer. Als er aus der Wahl vom 29. September 2024 mit 28.8 % als Sieger hervorging, hätte ihn der Bundespräsident eigentlich mit der Regierungsbildung beauftragen müssen. Das war der Volkswille. Van der Bellen verweigerte ihm den Auftrag und gab ihn an die ÖVP. Die Koalitionsverhandlungen scheiterten, der amtierende Bundeskanzler und Parteichef der ÖVP, Karl Nehammer, trat zurück. Nicht freiwillig und überzeugt, aber sich der Macht der Notwendigkeiten beugend, erhielt Kickl jetzt das Mandat. Gelingt es ihm, eine tragfähige Regierung zu bilden, so wird das der Beginn des Austrofaschismus in der Alpenrepublik sein.

Auf den Wahlplakaten der FPÖ wurde er als ‘Volkskanzler’ angekündigt. Im Duden des Jahres 1941 steht: «Bezeichnung für Hitler zum Ausdruck der Verbundenheit zwischen Volk und Führer.» Auch andere bezeichneten sich so: Leopold Figl, Bruno Kreisky und Alfred Gusenbauer sowie Ludwig Erhard und Helmut Schmidt. Ihnen allen konnte aber nie eine rechts-extreme, fremdenfeindliche und antisemitische Haltung zuschreiben. Herbert Kickl und seinen Kumpanen aber sehr wohl.
Quo vadis Austria?
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