Was geschah am 25. Januar? (Krieg Tag 477)

25. Tevet 5785

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Die vier ehemaligen Geiseln sind sicher wieder in Israel angekommen. Nach einer von der Hamas minutiös geplanten zynischen und grotesken Dramaturgie, die nichts anderes war als eine Demonstration ihrer Macht, wurden sie dem IRK übergeben. Man darf nicht vergessen, dass die Hamas Mitglied der Muslim-Bruderschaft ist, deren Hauptziel die Islamisierung Europas ist. Wir wissen, was auf uns zukommt!

Zuvor hatten zwei Rotkreuz-Fahrer auf einer Bühne die ‘Entlassungspapiere’ unterschreiben müssen. Sie schienen sichtlich überrumpelt von der Aufforderung, sich auf die ‘Bühne’ zu begeben. Die jungen Soldatinnen trugen einfache Uniformen. In Re’im warteten Familienangehörige darauf, ihre Töchter nach 477 Tagen endlich wieder in die Arme nehmen zu können. Nach einer ersten Untersuchung durch Militärärzte wurde bekannt gegeben, dass sie sich in ‘relativ guter Gesundheit’ befinden, die keine besonderen medizinischen Massnahmen erfordert. Der erste Augenschein ist oft trügerisch, wie es ihnen wirklich geht, zeigen erst die ausführlichen weiteren Untersuchungen im Krankenhaus.

Dass diese vier Soldatinnen freigelassen wurden, entspricht nicht den getroffenen Vereinbarungen. Noch in Geiselhaft befinden sich Arbel Yehud, 28, Agam Berger, 19, und Shiri Silberman Bibas, 33, mit ihren zwei kleinen Söhnen, Kfir, 2, und Ariel, 4.

Von Arbel Yehud geht man davon aus, dass sie sich in der Hand des Palästinensisch-Islamischen-Djihads befindet. Israel hatte darum gebeten, dass sie an diesem Wochenende freigelassen wird. Agam Berger gehört zur Gruppe der Soldatinnen, die heute ‘vorzeitig’ entlassen wurden. Shiri Silberman Bibas wurde mit ihren kleinen Kindern zum ‘Symbol’ der Geiseln. In diesem Zusammenhang von einer korrekten Einhaltung der Abmachungen zu sprechen, ist zynisch. Für die betroffenen Familien von Arbel und Shiri brach eine Welt zusammen, nachdem sie erfuhren, dass ihre Liebsten nicht auf der heutigen Liste standen.

Die Familie von Shiri, Kfir und Ariel schrieb diese berührenden Worte:

«Der 477. Morgen.

Wieder einmal konnten wir letzte Nacht nicht schlafen.

Gestern um 16:00 Uhr, als die Liste der zur Freilassung vorgesehenen Personen veröffentlicht wurde, brach für uns eine Welt zusammen.

Obwohl wir auf diese Möglichkeit vorbereitet waren, hatten wir gehofft, Shiri und die Kinder auf der Liste zu sehen, die eigentlich für zivile Frauen gedacht war.

Als wir am Abend die Nachrichten einschalteten, verschwanden unser Schmerz, unser Kampf und vor allem die entscheidende Diskussion über die Komplexität und Tragik, dass sie nicht auf der Liste standen, aus dem Mund der Moderatoren in den Studios.

Hebt die grosse Sorge um ihr Leben die Tatsache auf, dass sie Zivilisten in Gefangenschaft sind, die nach Hause gebracht werden müssen?

Macht die grosse Sorge um ihr Leben die Tatsache zunichte, dass der Staat in diesem Abkommen verpflichtet ist, uns Gewissheit zu verschaffen?

Bedeutet die grosse Sorge um Shiris Leben, dass es nicht mehr nötig ist, ihr Foto als entführte Zivilistin in Gaza zu zeigen, deren Schicksal unbekannt bleibt?

Die Antwort lautet: Nein.

Vielen Dank, liebe Unterstützer, dass Sie nicht aufgeben, weiter beten, hoffen und Antworten verlangen.

Heute liegt ein emotionaler und komplexer Tag vor uns.

Liri, Daniela, Naama und Karina –

Wir warten darauf, euch lächelnd, in Liebe eingehüllt, zu Hause bei euren unglaublichen Familien zu sehen.

Shiri, Yarden, Ariel und Kfir –

Wir werden weiterhin hoffen und eure Rückkehr fordern.

Es ist nicht vorbei, bis es vorbei ist.

Mit freundlichen Grüssen

Die Familie Bibas»

Während in Israel immer neue Informationen rund um Arbel Yehud veröffentlicht werden und es jetzt sogar scheinbar Bemühungen gibt, dass sie bereits in den nächsten zwei Tagen freigelassen wird, gibt es keine ähnlichen Bemühungen und Veröffentlichungen im Zusammenhang mit der Familie Bibas. Leider lässt das nur eine Vermutung zu, nämlich die, dass sie nicht mehr leben….

Israel hat als Reaktion auf diese eigenwillige Abänderung der Vereinbarung beschlossen, dass der geplante Truppenabzug der IDF aus dem Netzarim-Korridor bis auf Weiteres eingefroren wird. Mit dieser Massnahme wird die Rückkehr von Zivilisten in den Norden des Gazastreifens gestoppt. Die IDF wird auf jeden Fall bis zur Freilassung von Arbel Yehud dort bleiben. Gleichzeitig erfolgte die dringende Aufforderung an die Hamas, den Nachweis zu erbringen, dass Arbel lebt. Ebenso besorgt zeigt sich nicht nur die Familie von Shiri, sondern auch das offizielle Israel.

Kurze Zeit, nachdem Israel diese Forderung ausgesprochen hat, berichtete die Hamas der Nachrichtenagentur Reuters und al-Jazeera, dass Arbel gesund sei und am kommenden Samstag freigelassen wird.

Von den heute freigelassenen 200 Palästinensern werden 70 über den Grenzübergang Rafah nach Ägypten verbracht. Sie gehören zu denen, die nachweislich Israelis ermordet haben. Ihnen wurde ein lebenslanges Rückkehrverbot erteilt, jemals in den Gazastreifen, das Gebiet von Judäa und Shomron oder gar Israel zurückzugehen. 121 der Freigelassenen waren zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt worden.

Präsident Trump hat die nächste, nicht gesetzeskonforme Aktion durchgeführt. Per Mail liess er mehr als ein Dutzend ‘unabhängige Generalinspektoren’ von massgeblichen Ministerien fristlos entlassen. Ausgenommen war das Justizministerium. Die New-York-Post berichtete, dass «die Entlassungen offenbar gegen Bundesgesetze verstossen, die vorschreiben, dass der Kongress 30 Tage im Voraus über die Absicht, die Generalinspektoren zu entlassen, informiert werden muss.» Generalinspektoren führen unabhängige Untersuchungen durch, wenn es in ihrem Resort zu Vorwürfen von Verschwendung, Betrug oder Missbrauch kommt.

Der umstrittene Verteidigungsminister Pete Hegseth konnte sich nur durch die Stimme von Vizepräsident Vance die notwendige Mehrheit im Senat sichern, der mit 50:50 abgestimmt hatte. Es ist in der Geschichte der USA das zweite Mal, dass ein Minister durch den Entscheid des Vizepräsidenten bestätigt wird. Der erste Fall war Erziehungsministerin Betsy DeVos, in der ersten Regierung von Trump.

Dany Danon, Israels Botschafter zur UNO erinnert die UNWRA nochmals daran, dass sie per 31. Januar ihre Räumlichkeiten aufgeben muss. Er betonte in seinem Brief an UN-Generalsekretär Guterres: «Die UNRWA ist verpflichtet, ihre Tätigkeit in Jerusalem einzustellen und alle Räumlichkeiten, in denen sie in der Stadt tätig ist, bis spätestens 30. Januar 2025 zu räumen.» Damit wird es für die UNWRA nahezu unmöglich, in Gaza sowie in Judäa und Shomron zu arbeiten, weil Israel nur noch sehr restriktiv Visa für die Einreise ausstellen wird. Gleiches gilt für die wieder eröffnete Grenze in Rafah, die auf israelischer Seite von der IDF kontrolliert wird.

Derzeit ist es entsprechend dem Abkommen noch nicht erlaubt, über die Salah al-Din Strasse, die zentrale Nord-Süd-Verbindung im Gazastreifen in den Norden des Landes zu gehen. Dies ist erst ab dem 22. Tag der temporären Waffenruhe der Fall. Bis dahin muss die direkt an der Küste verlaufende Strasse benutzt werden. Derzeit ist aber die Überquerung des Netzarim-Korridors, der das Land von Ost nach West durchschneidet, grundsätzlich verboten, bis die zivile Geisel Arbel Yehud frei ist (s. oben). Heute kam es an beiden Strassen zu Toten und Verletzten, als sich Gruppen von Zivilisten den Kontrollpunkten am Netzarim-Korridor näherten. Laut palästinensischen Medien gab es einen Toten und zahlreiche Verletzte, als die IDF das Feuer auf die Menschen eröffnete.

Einige Bilder aus Gaza City:



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