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Die fünf thailändischen Staatsbürger Thenna Pongsak, Sathian Suwannakham, Sriaoun Watchara, Seathao Bannawat und Lamnao Surasak wurden am vergangenen Donnerstag aus der Geiselhaft freigelassen. Sie standen nicht auf der Liste der 33 Geiseln, die in der ersten Phase des Abkommens freikommen sollten, sondern wurden aufgrund einer Zusatzvereinbarung freigelassen. Anders als die israelischen Geiseln, die unmittelbar, nachdem sie in Rei’im ankamen, ihre engere Familie trafen, mussten sich die Thais einige Tage gedulden, bis sie ihre Verwandten erstmals seit mehr als zumindest 15 Monaten wieder trafen.

Gestern kam eine Gruppe von ihnen in Tel Aviv an. Vor dem 7. Oktober 2023 arbeiteten einige Zehntausend Thais vor allem in der Landwirtschaft in Israel. Im November 2023 wurden bereits 24 von ihnen aus der Geiselhaft freigelassen. Interessant, dass es keinen Austausch gegen palästinensische Gefangene gab. Ganz klar, es handelte sich hier weder um Israelis und noch wichtiger, nicht um Juden.

Die japanische Regierung überlegt, kranken und verwundeten Gazanern medizinische Versorgung anzubieten. PM Shigeru Ishiba erklärte, die Regierung arbeite derzeit an einer Richtlinie, unter welchen Bedingungen diese Hilfe möglich sein wird. Eine zweite Überlegung ist, Bildungsmöglichkeiten für palästinensische Zivilisten zu überdenken. Wäre es nicht besser, wenn die Japaner dieses grosszügige Angebot für die medizinische Betreuung der Gazaner in einem arabischen Land durchführen? So steht zu befürchten, dass Palästinenser den Islamischen Djihad nach Japan bringen.
Wie kann es immer wieder geschehen, dass Terroristen in eine israelische Militärbasis eindringen? Heute am frühen Morgen gelang es einem Palästinenser, am Kontrollpunkt vorbei in die Basis in Tayasir, Shomron einzudringen. Dort eröffnete er das Feuer und verletzte mindestens acht Soldaten, zwei von ihnen schwer. Beim anschliessenden Schusswechsel wurde der Terrorist eliminiert. Seine Identität ist noch unbekannt.

Am Nachmittag musste die IDF leider den Tod der beiden Terror-Opfer bekanntgaben. Sgt. Maj. (res.) Ofer Yung 39 und Sgt. Maj. (res.) Avraham Tzvi Tziva Friedman, 43, s’’l.
Anführer von Siedler-Organisationen verlangen nach der Terror-Attacke eine sofortige Annektierung von Judäa und Shomron und ein Ende der Freilassung von Hunderten von palästinensischen Gefangenen in ihr Gebiet. «Die israelische Regierung hat die Pflicht, den arabischen Terrorismus entschieden zu bekämpfen und die Anwendung der israelischen Souveränität im Westjordanland anzukündigen, wodurch die Errichtung eines Terrorstaates im Herzen des Landes verhindert wird.» Netanyahu wird in Washington auch dieses Thema mit Trump diskutieren. Trump ist der Überlegung, Judäa und Shomron zu annektieren, grundsätzlich nicht abgeneigt.

Bei einem Treffen im ‘Blair House’ traf sich Netanyahu gestern mit dem Nah-Ost-Beauftragten Steve Witkoff und dem Sicherheits-Berater Michael Waltz. Begleitet wurde er vom Minister für Strategische Angelegenheiten, Ron Dermer, dem Nationalen Sicherheits-Berater Tzachi Hanegbi, Botschafter Yechiel Leiter und seinem Stabschef Tzachi Braverman. Am deutlich unterdimensionierten Tisch drängten sich acht Herren, um die nächste Phase des Abkommens zu diskutieren. Am kommenden Wochenende wird eine Mediatorengruppe aus Israel nach Katar reisen. Nicht die absolute Spitze, sondern eine untergeordnete, wir haben ja so viel Zeit zum Verhandeln. Die Uhr für die Geiseln tickt!

Bereits am Sonntag nach seiner Landung in Washington kam es offenbar zu einem nicht mit dem Büro des PM abgesprochenen oder zumindest nicht im offiziellen Terminplan veröffentlichten Treffen. Netanyahu traf sich mit Elon Musk und David Sacks. Sacks ist der von Trump ernannte ‘Zar’ in Sachen Künstlicher Intelligenz und Kryptowährungen. Sacks war, so wie Elon Musk, zunächst ein Anhänger der demokratischen Partei und unterstützte auch die entsprechenden Wahlkampagnen. In die Kampagne von Trump stiegen beide erst spät, dafür aber mit Spenden in Millionenhöhe ein. Beide waren u.a.in der Gründung von PayPal beteiligt. Die Aufgabe Sacks in der Regierung Trump II ist es, die USA zum Weltmarktführer mit KI und Digitalwährungen zu machen. Die Aufgabe von Musk besteht darin, die Summe der Staatsausgaben zu reduzieren. Dazu wurden eigens für ihn ein Resort mit dem Namen ‘Doge’ (Department of Government Efficiency) geschaffen. Eine seiner ersten Bestrebungen ist es, die Entwicklungshilfe-Behörde USAID für zunächst 90 Tage zu schliessen, die er als ‘Schlangennest von linksradikalen Marxisten, die Amerika hassen’ bezeichnet. Was genau das Ziel der Besprechung mit Netanyahu war, ist nur den Dreien wirklich bekannt.

Einen grossen Rosenstrauss gibt es für Liri Albag. Sie feiert heute ihren 20. Geburtstag. In ihrem Instagram Account schreibt sie: «Heute darf ich mit meinen Liebsten meinen 20. Geburtstag feiern. Der einzige Wunsch, den ich mir gewünscht habe – ist die Rückkehr aller Entführten.»
An die Soldaten der israelischen Streitkräfte und der Sicherheitskräfte gewandt, schrieb sie: «Ich möchte den Soldaten der israelischen Streitkräfte und der Sicherheitskräfte danken, die ihr Leben geopfert und für uns und unser Land gekämpft haben! Es gab keinen Morgen, an dem ich nicht für ihr Wohlergehen gebetet habe.»
Albag drückte den Familien der Gefallenen und Ermordeten ihr tiefes Mitgefühl aus und betonte, dass es ihr Opfer war, das ihre Freilassung ermöglichte: «Dank dieser Helden und Heldinnen, die im Kampf gefallen sind, ist mein Albtraum vorbei. Endlich kann ich wieder mit meiner Familie vereint sein! Aber unser Kampf ist noch nicht vorbei und ich werde nicht aufhören zu kämpfen, bis sie alle zu Hause sind.»


Ein Ständchen der besonderen Art gab es am frühen Nachmittag in der grossen Halle des Beilinson-Krankenhauses. Mitglieder des sozialen Musikprojekts ‘If only’ spielten zu Ehren der fünf jungen Soldatinnen und heute natürlich ganz besonders für Liri! Mazal tov, Liri, yom huledet sameach ve ad 120!
Kategorien:Israel
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