29. Shevat 5785
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In Pardes Hanna, in der Nähe von Hadera, fand am Nachmittag ein Terroranschlag mit einem Pkw statt. 14 Personen wurden verletzt, eine junge Frau lebensgefährlich. Der Terrorist war ein 53 Jahre alter Palästinenser aus Jenin. Nachdem er mit seinem Auto in eine Gruppe von Menschen gefahren war, versuchte er anschliessend mit einem Schraubenzieher auf eine Person einzustechen. Er wurde kurz nach dem Anschlag laut Polizeiangaben neutralsiert.

Die forensischen Untersuchungen ergaben, dass es sich bei den gestern Nacht übergebenen sterblichen Überreste tatsächlich um die vier zuvor genannten israelischen Geiseln handelt. Mit der Freilassung von 602 palästinensischen Gefangenen sind damit die gegenseitigen Verpflichtungen der ersten Phase nahezu erfüllt. Die Verhandlungen zur zweiten Phase sollten seit dem 3. Februar laufen, liegen aber derzeit auf Eis. Allerdings wird der für das Ende der ersten Phase vereinbarte Rückzug der IDF aus dem Philadelphi-Korridor nicht stattfinden.


Die Geschichte von Tzachi Idan, 50, s’’l, dessen sterbliche Überreste gestern Abend nach Israel zurückgebracht wurden, ist vielleicht die am meisten verstörende Geschichte, die wir bisher erfahren mussten. Als er von den Hamas-Schlächtern nach Gaza verschleppt wurde, waren seine Hände noch rot vom Blut seiner ältesten Tochter Ma’ayan. Seine Älteste war von den bestialischen Terroristen vor den Augen der Familie grausam ermordet worden. Er wollte sie schützen, sie retten, aber es gelang ihm nicht.
Tzachi war mit seiner Familie in den Schutzraum geflohen, als das Massaker am 7. Oktober 2023 begann. Die Türe konnte von innen nicht abgeschlossen werden, und so versuchte Tzachi, sie gemeinsam mit Ma’ayan zuzudrücken. Gali hielt ihre beiden jüngeren Kinder, Shachar, 9, und Yael, 11, im Arm, um sie zu schützen. Die Terroristen kamen ins Haus, riefen ‘wir schiessen nicht’, bevor sie begannen, durch die halbgeöffnete Tür in den Schutzraum zu schiessen. Ma’ayan wurden getroffen, und starb in den Armen des hilflosen Vaters. Einer der Terroristen nahm das Handy von Gali, filmte die Szene und stellte sie sofort online. Shachar und Yael versuchten, mit den Terroristen zu reden, sie abzulenken. Sie flehten sie an, Tzachi bei ihnen zu lassen. Trotzdem banden sie seine blutigen Hände mit Kabelbindern auf dem Rücken fest und verschleppten ihn nach Gaza.
Am Freitagvormittag wird im Bloomfield Stadium in Tel Aviv um 10:00 eine Verabschiedungs-Zeremonie stattfinden, die vom Fan-Club von ‘Hapoel Tel Aviv’ organisiert wird. Um 11:15 beginnt die Überführung zum Kibbutz Einat, wo im privaten Kreis die Beisetzung stattfinden wird.

Itzik Elgarat, 69, s’’l, war der Nachbar der Familie Bibas im Kibbutz Nir Oz. Beim Versuch, die Türe des Schutzraums von innen zu verriegeln, wurde er angeschossen und schwer an der Hand verletzt. Er geriet in Panik und rief seinen Bruder Danny in Tel Aviv an. Danny war früher Polizeikommandant von Ashkelon und bat die Polizei, Hilfe in den Kibbutz zu schicken. Er versuchte Itzik telefonisch zu erklären, wie er einen Druckverband anlegen muss, nur um ihn aus der Panik herauszubekommen. Doch Itzik schrie nur ins Telefon: «Das ist das Ende!» Danach brach das Telefonat ab. Zwei Stunden später wurde das Handy in Gaza geortet. Freigelassene Geiseln hatten im November 2023 berichtet, Itzik sei ins Nasser-Spital in Khan Younis gebracht worden. Dort sei er bis Mitte November gelegen, bevor er in den Tunnelsystemen unter Gaza verschwand. Itzik lebte allein im Kibbutz. Seine beiden Kinder leben in Dänemark.

Shlomo Mazur, 86, s’’l, wurde im Irak geboren und überlebte als Dreijähriger das ‘Farhud-Pogrom’, bei dem vom 1. bis 2.Juni 1941 179 Juden grausam verstümmelt und ermordet und mehr als 1.000 verletzt wurden. Wer waren die Angreifer? Ein vom irakischen PM Raschid Ali al-Gailani und dem deutschen Botschafter Fritz Grobba angestachelter Mob. Die Grundlage für das Pogrom hatte Amin al-Husseini, der Grossmufti von Jerusalem und späterer Kollaborateur von Hitler gelegt. Shlomoh floh mit seiner Familie nach Palästina, so wie fast 100.000 weitere irakische Juden. 1954 wurde er Mitbegründer vom Kibbutz Nissufim, wo er bis zum 7. Oktober 2023 lebte. Shlomo wurden mit dem Auto nach Gaza verschleppt, seither fehlt jedes Lebenszeichen. Bis die IDF Anfang Februar erklärte, Shlomo sei nach neuesten Erkenntnissen bereits während des Massakers im Kibbutz ermordet und seine sterblichen Überreste seien anschliessend nach Gaza verschleppt worden. Die Familie wurde anschliessend informiert. (s. Blog vom 11. Februar 2025)


Ohad Yahalomi, 49, s’’l, ein weiterer Bewohner von Niz Oz, wurde bei der Verteidigung seines Schutzraumes in ein Feuergefecht mit den Terroristen verwickelt und ins Bein geschossen. Seine Frau Batsheva sowie ihre drei Kinder wurden zusammen mit einem Gastarbeiter auf zwei Motorrädern von bewaffneten Terroristen verschleppt. Irgendwann gelang es Batsheva und ihren beiden Töchtern in Pyjamas und Flip-Flops drei Stunden nach Hause zu rennen und in den nördlichen, kaum beschädigten Teil des Kibbutz zu gelangen. Sie waren sicher, Ohad dort vorzufinden und wurden bitter enttäuscht. Ihr Sohn, 12, wurde im November 2023 freigelassen. Er wurde in der Geiselhaft alleingelassen und von Zivilisten misshandelt. Die Terroristen zwangen ihn, Filme anzuschauen, die sie während des Massakers aufgenommen hatten. Eitan war als lustiges Kind entführt worden und kam als völlig verstörtes, traumatisiertes Kind zurück.

Aussenminister Gideon Sa’ar hält sich bedeckt, was die israelische Position bei den heute beginnenden Gesprächen in Kairo angeht. «Unsere Delegation wird nach Kairo reisen und prüfen, ob wir eine gemeinsame Verhandlungsgrundlage haben. Wir haben gesagt, dass wir bereit sind, den Rahmen der ersten Phase im Gegenzug für die Freilassung weiterer Geiseln zu erweitern», sagte Sa’ar auf einer Pressekonferenz in Jerusalem nach einem Treffen mit seinem tschechischen Amtskollegen Jan Lipavsky. «Wenn es möglich ist, werden wir das tun. Es wäre besser, nach der Rückkehr der Delegation aus Kairo ausführlich darüber zu sprechen.»
Die Hamas betont ihrerseits: «Wir haben die Übergabe der Leichen der feindlichen Gefangenen mit der Freilassung unserer heldenhaften Gefangenen synchronisiert. Israel hat keine andere Wahl, als Verhandlungen für die zweite Phase aufzunehmen.» Sie drohen unterschwellig, dass die Freilassung der noch in Geiselhaft verbleibenden Israelis nur unter der Bedingung freigelassen werden, dass das Abkommen von Israel vollumfänglich eingehalten wird. Unter den Umständen sind sie bereit, die Gespräche über die zweite Phase aufzunehmen.

Dennoch scheint es geringe Hoffnung zu geben, dass übermorgen, am Samstag weitere Geiseln freigelassen werden. Derzeit befinden sich noch 59 Geiseln in Gaza, von denen man vermutet, dass etwa 35 nicht mehr leben. Angeblich ist Israel in Zusammenarbeit mit den USA dabei, die Verlängerung der ersten Phase bis zum Ende des Ramadans, der morgen Abend beginnt und am 29. März endet, zu erreichen. Diese mögliche Verlängerung ist in Bezug auf Absatz 14 des Abkommens möglich. Benny Gantz betont, dass Netanyahu die erste Phase wieder einmal nur aus politischen Gründen hinauszögern möchte und befürchtet, dass diese Verzögerung der Hamas hilft, sich neu zu formieren und wieder zu bewaffnen. Im Übrigen liege es im Interesse Israels, die Geiseln «so schnell wie möglich und nicht tröpfchenweise zu bekommen.»
Habe ich mir gestern noch die Frage gestellt, was die haredischen Parteien dazu bringen könnten, die Füsse bis nach der Verabschiedung des Budgets ruhig zu halten, so gibt heute Oppositionsführer Yair Lapid die Antwort: «Geld, viel Geld!» Lapid zitiert den ultraorthodoxen Radiosender ‘Chai’: «Jetzt haben Netanyahu und Smotrich ein neues Angebot für die Haredim: Wenn ihr zustimmt, das Wehrdienst-Entziehungs-Gesetz zu verschieben, erhaltet ihr Geld, viel Geld, unter dem Tisch. Wie viel Geld? Milliarden!» Man spricht von einer 15-prozentigen Budgeterhöhung für das ultraorthodoxe Schulnetzwerk. Zahlreiche Kindergärten gehören der Familie Goldknopf, die durch ihre Immobiliengeschäfte sehr reich wurde. Goldknopf schämt sich nicht, die Budgetgelder anzunehmen, die viel besser hätten gebraucht werden können, um Familien der unteren Mittelschicht Steuersenkungen zu verschaffen.
Die Familie Netanyahu ist immer wieder gut für einen spektakulären Rechtsfall. Dieses Mal ist es Yair, der eine Verleumdungsklage gegen den Physiker Dr. Avshalom Elitzur, eingebracht hat. Elitzur habe gesagt: «Er [Yair] hat das Land nicht verlassen, weil er seinen Vater unter Drogeneinfluss angegriffen hat. Ich meine, vielleicht hat er seinen Vater unter Drogeneinfluss angegriffen – ich weiss es nicht – aber das ist nicht der Grund, warum es notwendig war, ihn des Landes zu verweisen.» Das hatte auch MK Naama Lazzini schon behauptet. Aber Elitzur ging noch weiter: «Zum ersten Mal in seinem Leben befindet sich ein Soziopath im Alter von etwa 30 Jahren ausserhalb des Hauses seiner Eltern und ohne Zugang zu sozialen Netzwerken. Der Grund dafür war viel beängstigender und peinlicher, und wenn er in Zukunft aufgedeckt wird, wird die Welt erschüttert sein.» Oha, das klingt ja wirklich nach einer dramatischen Geschichte. Doch es kommt noch besser: «Täglich finden lange Gespräche zwischen Miami und dem Wohnsitz in der Azza Street und dem Büro des Premierministers statt, die verschlüsselt und auf dem Niveau von Nukleargeheimnissen gesichert sind. Dies ist einer der Gründe für die Verschlechterung der Gesundheit des Vaters.» Das ist heftig! Welche Rolle mag da wohl Sara N. gespielt haben, als sie zwei Monate in Florida weilte, auf Staatskosten, wie Lazzini behauptete. Versuchte sie zwischen ihrem Mann und ihrem Filius zu vermitteln? Oder hat sie ihrem nichts tuenden Sprössling versucht zu überzeugen, dass er vielleicht doch endlich ein ‘normaleres Leben’ beginnen soll, weil ihm sonst die Gelder aus Vaters privater Börse gestrichen werden?
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