Was geschah am 1. März 2025? (Krieg Tag 512)

01. Adar 5785

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Die sterblichen Überreste von Shlomoh Manzur, s’’l, werden morgen ab 09:45 von Rishon le Zion aus in den Kibbutz Kissufim überführt werden. Während die Öffentlichkeit eingeladen ist, an der Beisetzung, die um 12:30 beginnt, teilzunehmen, bittet die Familien die Medien, von einer Teilnahme abzusehen.

Eine öffentliche Verabschiedungs-Zeremonie für den von den Hamas-Schlächtern ermordeten Itzik Elgarat, s’’l, wird am Montag um 14:00 vor dem Haus der Familie im Kibbutz Nir Oz stattfinden. Von dort war Itzik am 7. Oktober 2023 nach Gaza verschleppt worden. Die anschliessende Beisetzung auf dem Friedhof des Kibbutz wird nur im Familien- und Freundeskreis stattfinden.

Familie Horn hat der Veröffentlichung von einem PR-Video der Hamas zugestimmt, dass die Brüder Yair und Eitan kurze Zeit vor der Freilassung von Yair zeigt. Eitan Horn, der sich nach wie vor in Geiselhaft befindet, wird von seinen Gefühlen überwältigt, weil er zurückbleiben muss.

Das sind die 24 Geiseln, die nach derzeitigen Erkenntnissen noch am Leben sind. Netanyahu wird heute Abend eine weitere Sicherheits-Beratung mit ausgewählten Ministern und Sicherheitsbeamten abhalten.

Die palästinensische Terror-Organisation Hamas erklärte dem saudischen ‘TV-Sender Asharq’, dass die ersten Bemühungen, eine Einigung über die zweite Phase des Abkommens zu erreichen, gescheitert sind. Die israelische ‘Hinhaltetaktik’ wird als Verstoss gegen das Abkommen gewertet, dessen erste Phase heute endet. Israel hatte verkündet, eine Verlängerung der ersten Phase über weitere vier bis sechs Wochen anzustreben. Die Gespräche hätten bereits am 3. Februar beginnen sollen. Am Ende der zweiten Phase soll der Krieg zwischen Israel und der Hamas endgültig beendet werden. Das israelische Verhandlungsteam war gestern Abend nach Israel zurückgekehrt, wird aber heute Abend wieder nach Kairo reisen.

Vor einer Woche, angesichts des Dramas um die Rückkehr der sterblichen Überreste von Shiri Bibas, s’’l, sagte Trump: «Mir ist wirklich jede Entscheidung Israels recht – den Krieg wieder aufnehmen oder die Waffenruhe fortsetzen.» Man kann das unterschiedlich interpretieren. Entweder Trump respektiert jede Entscheidung ohne Wenn und Aber. Oder aber im Sinne von ‘Macht doch was ihr wollt, ich bin raus’.

Was sich gestern im Oval Office, vormals der Schalthebel der Macht zumindest für die westliche Welt, abspielte, war nur mehr ein Zerrbild des ehemaligen grossen Amerikas. Ein Präsident, flankiert von seinem Vize, seinem Aussen- und Verteidigungsminister zur Linken und einer ganzen Horde von Medienvertretern um sich herum, rastete aus. Rechts neben ihm der zweite Präsident im Raum: Volodymyr Zelenskyy. Dass Trump mehr auf der Seite seines ‘best buddy Putin’ steht, ist bekannt. Dass er den ehemaligen Präsidenten Biden verachtet, ebenfalls. Und schon nach vier Minuten weiss es die Welt: ‘Biden war verantwortlich dafür, dass Russland die Ukraine überfiel und auch dafür, dass das Massaker vom 7. Oktober stattfand. Wäre er Präsident gewesen, beides wäre nicht geschehen.’ Zelenskyy erklärt, warum ein Waffenstillstand ohne Sicherheitsgarantie der USA nicht funktionieren wird. Seit 2016, so betont er, hat Putin 26-mal von ihm selbst abgeschlossene Vereinbarungen gebrochen. Und damals, so stellt er klar, war Trump Präsident, nicht Biden. Zelenskyy betont, dass er keinerlei Grund sieht, einen Keil zwischen die USA und Europa zu treiben.

Er will den Vertrag mit den USA, den Waffenstillstand, aber nicht um jeden Preis. Das grosse Defizit der Ukraine ist die Flugabwehr. Putin setzt Langstreckenraketen ein, denen die Ukraine kaum etwas entgegenzusetzen hat. Putin hasst die Ukraine, das hat er immer wieder betont: «Es gibt keine ukrainische Nation, keinen Staat, keine Sprache, keine Kultur. Es gibt keine Ukraine.» Zelenskyy nennt das grosse Ziel Putins beim Namen, alle Staaten, die einst Teil des grossen russischen Reiches waren, wieder zurückzuholen, darunter das Baltikum und Polen, die erst 1917 selbstständig wurden. Trump betont, Putin will keinen Krieg, er Trump, hoffe, den Krieg sehr bald mit einer Vereinbarung beenden zu können. Bis hierher konnte man mit viel Sympathie noch von einer Pressekonferenz sprechen, die den F&A-Teil an den Anfang stellte.

Doch dann die Frage, die alles kippte. Vance hatte betont, dass sein Chef, Trump, mit diplomatischen Mitteln alles erreichen könnte. Zelenskyy hinterfragte dies: «Welche Art von Diplomatie?» Trump schaltete sich ein, «Sie sind nicht in der Situation, uns zu diktieren, wie wir uns fühlen werden», [Trump bezieht sich hier auf die Aussage Zelenskyys, dass auch die USA sich in zukünftigen Kriegen nicht sicher fühlen werden.] «Wir werden uns sehr gut und sehr stark fühlen.» Dann eskaliert das Gespräch vollends.

Mit wutverzerrtem, immer roter werdendem Gesicht, das sich mehr und mehr in eine dümmlich-brutale Maske wandelt, drangsaliert Trump Zelenskyy mit spitzem Zeigefinger. «Sie sind in keiner guten Position!», insistiert er mehrfach. «Sie spielen mit dem Leben von Millionen Menschen. Sie spielen mit dem 3. Weltkrieg!» Zelenskyy hat keine Chance mehr, zu antworten. «Haben sie jemals dem Präsidenten gedankt?», assistiert Vance. «Ja, mehrfach.» Und schön fährt ihm Vance wieder über den Mund. «Wir haben ihnen US$ 390 Milliarden und militärische Ausrüstung gegeben. Ohne unsere militärische Ausrüstung wäre der Krieg in zwei Wochen vorbei», geifert Trump.» Sie müssen dankbar sein…….mit uns kann es gelingen, ohne uns nicht. Sie [die Russen] haben Biden nicht respektiert, sie haben Obama nicht respektiert, sie respektieren nur mich.» Und dann folgte der Satz, der wie der eingangs zitierte lautet: «Entweder ihr macht den Deal mit mir, oder wir sind weg. Es liegt an euch», an die Journalisten gewandt, fuhr Trump fort: «Ich denke, wir haben genug gesehen, das wird ein grossartiges TV-Programm sein.»

So also sieht der mächtigste Mann der Welt aus, wenn er jemanden fallen lässt. Die Rute hat er Israel bereits ins Fenster gestellt, nun liegt es an der Regierung, allen voran Netanyahu, was sie daraus machen. Auf jeden Fall müssen wir aufpassen, dass wir uns nun nicht allzu sehr gegen Europa stellen, die jetzt die Verantwortung übernehmen müssen und es auch wollen. Um der Ukraine zu helfen. Und letztendlich auch uns. Immerhin haben wir gemeinsame, nicht zu unterschätzende Feinde: den Iran jund den islamischen Djihad.

© Bennett, Netzfund


Kategorien:Israel, Politik

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