Was geschah am 8. März 2025? (Krieg Tag 519)

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Es sind beunruhigende Zeichen, die derzeit aus Syrien kommen. Seit am Donnerstag, dem 6. März Kämpfe zwischen den Sicherheitskräften der neuen Regierung und Anhängern von Baschar al-Assad ausgebrochen sind, wurden 311 alawitische Zivilisten und 213 Sicherheitskräfte sowie Militante Opfer der neu formierten Truppen al-Assads ermordet. Darunter Frauen und Kinder. Die Alawiten gehören zu den Minderheiten in Syrien, von denen der neue Präsident sagte, dass er sie alle schützen werde.

Der israelische VM Israel betonte, dass «[Abu Mohammed] al-Julani seine Uniform gegen einen Anzug eingetauscht und ein gemässigtes Gesicht gezeigt habe. Jetzt hat er die Maske abgenommen und sein wahres Gesicht gezeigt: ein Dschihad-Terrorist der Al-Qaida-Schule, der schreckliche Taten gegen die Zivilbevölkerung begeht.» Die IDF hat seit der Machtübernahme den syrischen Teil der Pufferzone am Hermon besetzt und operiert von dort aus auch in syrischem Staatsgebiet mit dem Ziel, das Land zu entmilitarisieren und mögliche Angriffe auf Israel zu verhindern.

Die ‘Organization of Islamic Cooperation’ hat entschieden, den von Ägypten vorgelegten Plan zum Wiederaufbau von Gaza zu übernehmen und als ‘Arabisch-Islamischen’ Plan umzusetzen. Damit lehnten sie den von Trump angedachten Plan, der eine völlige Umsiedlung der Palästinenser vorsieht, ab. Die Aussenminister von Frankreich, Deutschland, Italien und GB haben ihre Unterstützung für den Plan ausgedrückt, den sie als ‘realistischen Weg für den Wiederaufbau des Gazastreifens’ ansehen.

Die palästinensische Terror-Organisation Hamas veröffentlichte gestern ein Video, in dem der aus dem Militärstützpunkt Nahal Oz verschleppte Matan Angrest, 21, darum fleht, freigelassen zu werden. Das Video könnte einen Versuch der Hamas darstellen, die israelische Öffentlichkeit zu mobilisieren, mehr Druck auf die Regierung auszuüben, um die Verhandlungen zur zweiten Phase des Abkommens wieder aufzunehmen. Angrest warnt vor einer Wiederaufnahme der Kämpfe und sagt, dass dies die Freiheit der verbleibenden 59 Geiseln gefährden würde. Die einzige Möglichkeit, die Geiseln freizulassen, bestünde in einer Fortsetzung des schrittweisen Abkommens, auf das sich die Seiten im Januar grundsätzlich geeinigt haben. Die Verhandlungen hätten am 3. Februar wieder aufgenommen werden sollen. Israel hat dies bisher verzögert. Am Ende der ersten Phase hätte ein völliger Rückzug aus Gaza und ein dauerhaftes Ende des Krieges in dieser Phase umgesetzt werden müssen. Beide Punkte, die von der Regierung strikt abgelehnt werden, auch wenn die Hamas alle lebenden und toten Geiseln übergeben muss. Angrest bittet US-Präsident Donald Trump, sich für seine Freilassung einzusetzen, und sagt: «Sie sind der Einzige, der die Macht hat, auf Netanyahu Einfluss zu nehmen.»

Höchst befremdlich muten die Kommentare an, die Trump nach dem Treffen mit acht ehemaligen Geiseln im Weissen Haus vor den Medien abgab.

«Ich fragte: ‚Haben Sie unter den Hunderten von Hamas-Leuten, die Sie getroffen haben, irgendjemanden gesehen, der freundlich war? Hat Ihnen jemand zugezwinkert und gesagt: „Keine Sorge, es wird Ihnen gut gehen oder Ihnen ein Stück Brot gegeben’ Die Antwort war ‘Nein’, erinnerte sich Trump.

«Ich fragte: ‚Gab es auch freundliche Menschen?‘ Ich war schockiert. Die Antwort war: ‚Niemand.‘ Es gab niemanden. Ganz im Gegenteil. Sie wurden geohrfeigt und geschlagen. Einem Mann wurden die Rippen gebrochen. Er konnte einen Monat lang nicht atmen. Es war brutal», sagte er und bezog sich dabei offenbar auf die Aussage der kürzlich freigelassenen Geisel Eli Sharabi.

«Ich war so überrascht. Denn man denkt, es gäbe ein paar Leute, die nett wären, die sagen würden: ‘Du wirst wieder gesund.’ Aber davon hatten sie nichts. Es ist ziemlich erstaunlich“, sagte Trump.

Abgesehen davon, dass die Fragestellung des mächtigsten Mannes der Welt reichlich naiv klingt, so muss man sich auch fragen, wo er die letzten Monate verbracht hat. Die Zeitungen waren voll von dramatischen Berichten freigelassener Geiseln. Offenbar hat sich Trump nicht die Mühe gemacht, sich auf das Treffen vorzubereiten. Dabei wäre das das Mindeste an Respekt gewesen, das er seinen Besuchern gegenüber hätte zeigen müssen. Sein ganzes Verhalten seinen Gästen gegenüber zeugte von unglaublicher Taktlosigkeit und zeigte erneut die völlige Empathielosigkeit. Eben typisch Trump.

Am heutigen Weltfrauentag gibt es die Rose des Tages natürlich für eine Frau. Man sagt, dass hinter jedem starken Mann eine starke Frau steht. Das gilt natürlich auch für die ‘First Lady’ eines Staatspräsidenten. Traditionell haben die Damen die Möglichkeit, sich im Rahmen ihrer Tätigkeit um das zu kümmern, was ihnen eine Herzensangelegenheit ist.

Nina Katzir hatte die Rolle von 1973 bis 1978 inne. Sie war eine Frau des Wortes und des Buches. Sie organisierte immer wieder Treffen zwischen Kinderbuchautoren und Kindern und initiierte die ‘Internationale Kinderwoche’. Als sie nach dem Yom-Kippur-Krieg Tausende ‘Playboy-Hefte’ an die Soldaten verteilen liess, löste das einen Skandal aus. Sie kümmerte sich speziell um die im Krieg verwundeten Soldaten und erfüllte ihnen gerne diesen kleinen Wunsch.

Ophira Navon unterstützte ihren Mann, Yitzhak Navon, von 1978 bis 1983. Sie war die erste ‘Ehefrau des Präsidenten’, die ein konkretes Projekt verfolgte. Sie gründete den ‘Präsidentenrat für das Wohlergehen des Kindes’ und arbeitete gemeinsam mit Jihan el-Sadat, der Frau des ägyptischen Präsidenten, an einem Reha-Projekt für verwundete Soldaten aus dem arabisch-israelischen Konflikt. Sie bemühte sich auch um einen internationalen Vertrag zum Schutz von Kindern in Kriegsgebieten.

Aura Herzog hatte das Amt der ‘Ehefrau des Präsidenten’ von 1983 bis 1993 inne. Sie ist die Mutter und Schwiegermutter des heutigen Präsidentenpaares. Während dieser Zeit übernahm sie den Ehrenvorsitz diverser karitativer NGOs, darunter ‘Friends of Schneider’ am Schneider Children’s Medical Center’

Sonia Peres war so erbost, dass ihr Mann Shimon von 2007 bis 2014 noch einmal ein politisches Amt annahm, dass sie die Präsidentenvilla nie betrat und sich von ihrem Mann trennte.

Nechama Rivlin verschrieb sich zwischen 2014 und 2019 vor allem der Unterstützung von Frauen und Kindern, der jüdisch-arabischen Erziehung im gymnasialen Bereich, nachdem ihre Schule Opfer eines Brandanschlages geworden war, und dem Kampf gegen häusliche Gewalt. Immer wieder lud sie Kinder mit ihren Haustieren ein, die auf den weitläufigen Rasenflächen der Residenz spielen und Blumen pflanzen durften.

Nachfolgerin wurde 2021 die jetzige ‘Ehefrau des Präsidenten’, Michal Herzog, die inoffiziell ‘First Lady’ genannt wird. Als Strafverteidigerin und Philanthropin ist sie Vorsitzende zahlreicher Stiftungen und verschiedener Organisationen, die die Menschen mit Behinderungen und gefährdete Jugendliche unterstützen. Sie schafft Beschäftigungsmodelle und ist immer für den offenen Dialog in Problembereichen zu haben. Ihr Ziel ist es, Frauen weitreichender in die Entscheidungsprozesse in der Wirtschaft mit einzubeziehen. Obwohl sie glaubte, durch ihren Schwiegervater, Chaim Herzog, viel über das Amt des Präsidenten erfahren zu haben, war sie zu Beginn der Amtszeit überwältigt von der Aufgabenvielfalt, die das Amt mit sich bringt. «Die Präsidentschaft war anders. Die Medien waren anders. Die Art und Weise, wie die Menschen miteinander sprachen, war anders. Es herrschte ein entspannter Respekt vor dem öffentlichen Dienst. Die Menschen erlaubten sich Äusserungen, die sie vorher nie laut sagen würden», sagte sie. Die israelische Nation war auf dem besten Weg in eine gespaltene Gesellschaft. Es gab pro und contra Regierungs-Demonstrationen, die Stimmung wurde immer aufgeheizter, lauter, aggressiver. Dann kam der 7. Oktober, der Tag, der alles änderte. Seither ist sie täglich mit ihrem Mann unterwegs oder trifft sich mit Familien, Freunden und Trauernden der Opfer des Massakers. Sie besucht mit ihrem Mann die Kibbutzim rund um den Gazastreifen, sie hören zu, sprechen, trösten, nehmen in den Arm. Das Präsidentenpaar ist überall dort präsent, wo Menschlichkeit psychisches Überleben sichert. Natürlich zusätzlich zu den Aufgaben, die das Präsidialamt mit sich bringt. Michal liegt speziell die psychische Gesundheit von Frauen und Mädchen am Herzen, die Opfer von Gewalt wurden. Es wurde ein Reglement eingeführt, dass sie ihre traumatischen Erfahrungen nur einmal erzählen müssen und bei nachfolgenden Behandlungen dem Arzt mit einer speziellen Karte nonverbal mitteilen, dass ihr Fall bereits im PC abrufbar ist. Welche unglaubliche Erleichterung!

Michal sieht sich nicht als erste Präsidentin Israels mit einem ‘First Husband’ an der Seite «Ich habe bisher viele positive Erfahrungen gemacht, aber ich habe keine Lust, weitere sieben Jahre in der Präsidentenresidenz zu verbringen, wenn Itzik seine Amtszeit beendet hat.»

Herzlichen Dank Michal, für jeden Besuch, jede Einladung, jede Geste! Israel braucht viel mehr Frauen, wie dich! Yishar koach!



Kategorien:Israel, Politik

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