Was geschah am 14. März 2025? (Krieg Tag 525)

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Kein Kommentar notwendig, das spricht für sich! © Amos Biederman

Der Cartoon ist zu schön, um ihn euch vorzuenthalten! Chag Purim sameach!

Erstmals seit der Staatsgründung 1948 konnten drusische Geistliche über die Waffenstillstandslinie am Golan nach Israel einreisen, um einen religiösen Schrein zu besuchen. Die drei Busse mit den syrisch-drusischen Gästen wurden von IDF-Fahrzeugen eskortiert. Bei Majdal Shams, jenem Ort, wo im vergangenen Juli eine Rakete der Hisbollah ein Blutbad anrichtete, dem 12 Kinder zum Opfer fielen und weitere 30 verletzt wurden, überquerten sie die Grenze. Neben dem Besuch des Schreins von Nabi Shu’aib ist ein Treffen mit dem Oberhaupt der drusischen Gemeinschaft, Scheich Mowafaq Tarif, geplant. Der Schrein befindet sich in der Nähe von Tiberias. Der dort beigesetzte Prophet Shu’aib wird oft mit Jithro, dem Schwiegervater von Moshe gleichgesetzt. In Israel leben etwa 150.000 Drusen, die meisten von ihnen haben die israelische Staatsbürgerschaft und dienen in der IDF. Auf dem Golan leben etwa 23.000 Drusen, die sich zumeist als syrische Staatsbürger verstehen.

Netanyahu hat wieder einmal Besseres zu tun, als vor Gericht zu erscheinen. Die Budget-Verhandlungen, die bis zum Monatsende abgeschlossen sein müssen und der bevorstehende Besuch des argentinischen PM Javier Milei, mit dem Netanyahu ein paar Ausflüge machen möchte, sind Grund genug, die Anhörungen für zwei Wochen abzusagen. Für die dann folgenden zwei Wochen bis zum Beginn von Pessach (12. April) wird ihm schon noch etwas einfallen. Es böte sich an, unmittelbar vor Pessach zu seinem angekündigten Besuch nach Ungarn aufzubrechen. Was Netanyahu genau bei Orban will, erschliesst sich mir nicht. Vielleicht Verhandlungen führen, ob in den Weiten der Puszta Platz für 2. 3 Millionen Gazaner ist?

Auf der Suche nach einem Land, in dem die 2.3 Millionen Gazaner einen neuen Platz zum Leben finden können, nachdem Trump beschlossen hat, sie aus Gaza zu vertreiben, sind die USA und Israel nun in drei afrikanischen Staaten vorstellig geworden. Es handelt sich hierbei um den Sudan, Somalia und Somaliland, einer autonomen Teilregion von Somalia. Inwieweit diese drei selbst unter unglaublicher Armut leidenden Staaten mit einer hohen Kriminalitätsrate allerdings dem entsprechen, was Trump für die Palästinenser ins Auge gefasst hat, nämlich eine «schöne Gegend, wo sie in Sicherheit und Wohlstand leben können», ist fraglich. Aus dem Sudan kamen bereits ablehnende Worte, Somalia und Somaliland erklärten, dass sie von keinen Kontakten wüssten. Eine der bisher dümmsten Idee von Trump und Netanyahu!

Um den Druck auf die Verhandlungen zwischen Israel und der palästinensischen Terror-Organisation Hamas zu erhöhen, haben einige Familien von noch in Gaza festgehaltenen Geiseln einen Brief an Trump geschickt. Trump scheint ihnen die letzte Hoffnung zu sein, Bewegung in die Verhandlungen bringen zu können und das Leben der noch verbleibenden Geiseln zu retten. «Seit mehr als anderthalb Jahren spielt die israelische Regierung mit dem Leben unserer Liebsten», schrieben sie. «Zusicherungen wurden gegeben und gebrochen. Hoffnungen wurden gegeben und mit Füssen getreten. Während der Premierminister und seine Regierungsmitglieder sich drücken, verstecken und abwarten, werden unsere Geiseln schwer gefoltert. Wir sahen die Folgen der schrecklichen Misshandlungen, als sie in Särgen oder abgemagert und gefoltert zu uns zurückkehrten.» Die Verfasser des Briefes bezeichnen Trump zunehmend als ihre Hoffnung und ihren Retter und werfen der Regierung gleichzeitig vor, ineffektiv zu sein. Die Familien warfen der Regierung vor, «das Leben unserer Söhne und Töchter aufzugeben, weil sie stur auf Positionen beharrt, die in keinem Zusammenhang mit einer Sicherheitsbedrohung stehen», und ihnen hinter verschlossenen Türen das eine zu sagen und «der Öffentlichkeit eine völlig andere Geschichte zu erzählen. Wenn sie nicht sofort handelt, um alle lebenden Geiseln zurückzubringen, werden wir den Menschen alles offenbaren, was sie [die Regierung] uns gesagt haben. All die gebrochenen Versprechen.» Die Vorwürfe, unterschiedlichen Gruppen von Familien unterschiedliche Versprechen gemacht zu haben, wurden immer wieder laut.

Die Hamas hat angeblich zugestimmt, den US-amerikanischen Doppelbürger Edan Alexander, 19, freizulassen und die sterblichen Überreste von vier bisher noch nicht genannten US-Doppelbürgern zurückzugeben. Alexander war am Morgen des 7. Oktober 2023 in der Nähe des Gazastreifens stationiert, als er von den Terroristen der Hamas verschleppt wurde. Weitere Einzelheiten, wann die Freilassung stattfinden soll, sind noch nicht bekannt. Nachdem es noch keine offizielle Bestätigung gibt, wurde auch die Familie von Edan Alexander noch nicht offiziell informiert. Um 14 Uhr hat eine Besprechung des Sicherheitsrates stattgefunden, die Ergebnisse sind nicht bekannt.

Die IDF leidet seit Beginn des Krieges am 7. Oktober 2023 an chronischem Mitarbeitermangel. Die längst schon überfällige Rekrutierung von haredischen Männern steckt fest. Obwohl mittlerweile schon einige Tausend Einberufungsbefehle verschickt wurden, begannen nur sehr wenige junge Männer tatsächlich ihre Grundausbildung. Derzeit werden 12.000 neue Soldaten benötigt, etwa 75 % davon sind für die kämpfenden Truppen vorgesehen. Strenge Voruntersuchungen sind die Grundlage der Entscheidung, wo die künftigen Soldaten eingesetzt werden können. Wer ein Profil ab 97 erreicht, ist völlig gesund. Und kann dementsprechend überall eingesetzt werden. Ab 82 kann man nicht mehr in einer der Eliteeinheiten dienen, ab 72 ist man nicht geeignet für die Infanterie, ab 64 ist man für Kampfeinheiten ungeeignet. Mit Ausnahme des Erez-Bataillons der Militärpolizei in Shomron und Judäa. Um den gravierenden Mangel an Mitarbeitern auszugleichen, werden jetzt Rekruten dieser Gruppe für das Panzerkorps und die leichte Infanterie ausgehoben. Auch sollen im Gegensatz zu noch vor wenigen Jahren Frauen dazu ermutigt werden, den kämpfenden Truppen beizutreten. Da allerdings bin ich strikt dagegen. Nicht vorstellbar, was geschieht, wenn eine junge Soldatin im Krieg Palästinensern in die Hände fällt!

Bei einer Purim-Veranstaltung der ultraorthodoxen Gemeinschaft war gestern VM Israel Katz zu Gast. Er wurde dabei gefilmt, wie bei seiner Ansprache betonte, «dass der Welt der jüdischen Torah niemals Schaden zugefügt werden wird.» Dem nachfolgenden Applaus darf man entnehmen, dass die Anwesenden verstanden, dass ihre Forderungen nach Rücknahme des Einberufungs-Gesetzes erfüllt werden. Der Streit zwischen den notwendigen Forderungen der IDF und den Vertretern der Orthodoxie ist einer der gravierendsten in der Regierung. Und das nicht erst seit gestern. Während die Haredim sich vehement gegen jeden Versuch wehren, ihre Jugendlichen zur Ableistung des Wehrdienstes zu zwingen und damit ihre ‘Studien’ an den Yeshiwot zu unterbrechen, fordern die IDF eine endgültige Abschaffung des Ausnahme-Gesetzes, das Ben-Gurion ratifizierte. Die haredischen Parteien machen ihre Zustimmung zum Budget 2026 u.a. davon abhängig, dass das Gesetz rückgängig gemacht wird und gleichzeitig die Zahlungen für die Kinder-Tagesbetreuungen und Studenten in den Yeshiwot erhöht werden. Eine Joker-Karte für das politische Überleben Netanyahus also.

Die Rose des Tages geht heute an Michal Herzog, die First Lady von Israel. Sie lud gestern zu einer Purim-Party in die Präsidenten-Residenz ein. Die besondere Gästeschar waren Kinder mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen. Die Fragen der Sicherheitsleute am Eingang, ob man irgendwo Metall am Körper trägt, hätten sich heute erübrigt. Die Kinder kamen mit kunstvoll ‘verkleideten’ Rollstühlen oder Rollatoren. Statt den sonst omnipräsenten Clowns, Cowboys, Batmen, Prinzessinnen, Hexen oder Krankenschwestern sah man: einen Schulbus, eine Rakete, ein Tetris-Spiel, ein Auto, einen Bücherstand, ein Zirkuszelt …. Alles liebevoll designt von Studenten des ‘Holon Technologie Instituts.

Das weitläufige Atrium verwandelte sich sehr schnell von einem Ort respektvollen Schweigens in eine laute, lustige Arena. Als dann noch der Präsident unverhofft vorbeikam und mit den Kindern plauderte, gab es kein Halten, bis sich alle für ein gemeinsames Foto um Isaac und Michal Herzog gruppierten.

Einer der Jungen, der als Flugzeug im Atrium herum’flog’ war so begeistert von der charmanten Michal, dass er ihr genau die technischen Vorteile seines Flugzeugs erklärte. Später war er von der goldenen Uhr von Michal so fasziniert, dass sie sie spontan abzog und dem Jungen gab. Michal erklärte ihm die verschiedenen Funktionen, die ihre Uhr hat. Am Schluss der kurzen Unterhaltung kam es zu einer spontanen Interaktion, die beweist, dass die First Lady durchaus noch mit dem Insiderwissen von Kindern mithalten kann: Oz streckte seinen Zeigefinger in ihre Richtung und sie erwiderte prompt diese Geste «Es knistert gerade zwischen uns», lachte sie, «ganz im Stil von „E.T.“.» Den Nachmittag werden die Kids sicher nicht vergessen!



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