Gehört der Islam zu Europa?

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Der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble erklärte bereits 2006 auf der von ihm erstmals einberufenen Islamkonferenz: «Der Islam ist Teil Deutschlands und Europas.»

Am 3. Oktober 2010, das geeinte Deutschland war damals genau zehn Jahre alt, hielt Bundespräsident Christian Wulff fest: «Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.»

Kurz darauf verkündete der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit: «Natürlich sind Muslime Teil Deutschlands und gehören zu diesem Land. Es ist respektlos, sie nicht als Teil der Gesellschaft anzuerkennen.»

Eher kritisch reagierte Innenminister Hans-Peter Friedrich 2011: «, dass der Islam zu Deutschland gehört, ist eine Tatsache, die sich auch aus der Geschichte nirgends belegen lässt.»

Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte 2015: «Es ist offenkundig, dass der Islam inzwischen unzweifelhaft zu Deutschland gehört.»

Nichts Neues könnte man sagen. Bereits 1819 liess der deutsche ‘Dichterfürst’ Goethe sein ‘lyrisches Ich’, den Islam schreiben: «Wer sich selbst und Andre kennt, wird auch hier erkennen: Orient und Occident[1] sind nicht mehr zu trennen.» War also schon Goethe der Meinung, dass der Islam zu Europa gehört? Goethe konnte mit den starren Ansätzen jeder Religion wenig anfangen. Was er in seinen Werken immer wieder thematisierte, war der philosophische Kern der monotheistischen Religionen. «Ob der Koran von Ewigkeit sei? Darnach[2] frag’ ich nicht! …» Ich empfinde diesen Satz als klaren Kontrapunkt zur ersten Aussage. Der Koran ist das wichtigste Kompendium des Islam. Die umfassendste Gesetzessammlung allerdings ist die Sharia. Goethes lyrisches Ich, also der Islam selbst, sah wohl in Europa keine andauernde Überlebenszeit.

Goethe mag in vielem Recht gehabt haben, hier aber irrte er. Mehr als 200 Jahre später sind wir tagtäglich mit dem Islam und damit auch dem Koran konfrontiert.

Beat Jans, sozialdemokratischer Bundesrat in Bern, war am vergangenen Dienstag Gast beim traditionellen Iftar-Fastenbrechen und betonte: «Nicht nur die Muslime gehören zur Schweiz, sondern auch der Islam.»

Links Amir Ohana und rechts Mansour Abbas mit dem Botschafter der VAE

In Israel lud am Donnerstag die Botschaft der VAE Politiker und Botschafter ‘befreundeter Länder’ zum feierlichen Iftar-Essen ein. Für Israel nahmen u.a. Knesset-Sprecher Amir Ohana, zweiter Mann im Staat, MK Mansour Abbas, Vorsitzender der arabischen Partei Ra’am und Sicherheitsberater Tzachi Hanegbi teil. Es ist bemerkenswert, dass Ra’am die einzige der arabischen Parteien in Israel ist, die sich als pro-israelisch definiert. Mansour Abbas wird gelegentlich als islamistisch bezeichnet, bekennt sich aber eindeutig zum jüdischen Charakter Israels und betont immer wieder, dass es in Israel keine Apartheid gibt. Mansour Abbas sass mit vier Plätzen in der Regierung Bennett/Lapid, ohne jedoch einen Ministerposten zu beanspruchen.

Gehören Muslime zu Europa, zu Israel, überhaupt zur westlichen Welt?

Die Antwort muss ‘Ja’ sein. Denn so, wie verfolgte Christen und verfolgte Juden vor ihren Verfolgern geflüchtet sind und sich an anderen Orten, als der ihnen angestammten Heimat niedergelassen haben, so sind, und jetzt kommt das ‘Ja, aber’ auch Muslime gewandert. Sie kamen allerdings nie als Flüchtlinge, sondern als aggressive Eroberer. Bestenfalls durften wir ‘Ungläubigen’ als Dhimmis überleben.

Dhimmis genossen entsprechend der islamischen Rechtsliteratur einen gewissen eingeschränkten Schutz gegen Zahlung einer ‘Kopfsteuer’. Zunächst waren es nur Juden und Christen, die dieses im Koran festgeschriebene ‘Privileg’ genossen. Später hiess es dann, es gibt sechs Religionen: «Eine, der Islam, ist für den ‘Barmherzigen Gott’ bestimmt, die fünf anderen für den Teufel» und «Verwechselt Judentum und Christentum nicht mit dem Islam, denn ihr wisst, dass die Religion Gottes, an deren Statt nichts anderes akzeptabel und durch nichts ersetzbar ist, der Islam ist. Judentum und Christentum hingegen sind Ketzerei, sie sind nicht von Gott.»

Offiziell endete die Zeit der Dhimmis im 19. Jahrhundert. In Gebieten, in denen die Moslem-Bruderschaft Fuss fasste, besteht nach wie vor die Absicht, Europa oder noch besser die gesamte Welt dem Islam zu unterwerfen. ‘Islam’ bedeutet nichts anderes als ‘Unterwerfung’, das islamische Wort ‘Islām’ hat nichts mit Frieden zu tun, sondern mit Unterwerfung.

Diese in leider noch viel zu wenigen Staaten als Terror-Organisation eingestufte Organisation pflegt nicht nur enge Verbindungen zu Al-Qaida, sondern bezieht sich in ihrem Gedankengut fast ausschliesslich auf den Koran und verfolgt ‘Ungläubige’, die sich nicht entsprechend der Sunna, den überlieferten Normen des strengen Korans, verhalten. Jeder Mensch, der den Propheten nicht anerkennt, macht sich schuldig und darf getötet werden.

Die Muslim-Bruderschaft wurde 1928 in Ägypten gegründet und gilt als eine, wenn nicht die einflussreichste Terror-Organisation im Nahen Osten. Ihr Ziel wird vom Gedankengut des ‘Panislamismus’ geprägt, der Neugründung und weltweiten Erweiterung des Kahlifatenreiches. In jenen Staaten, in denen die muslimische Bevölkerung bereits über Generationen hinweg völlig assimiliert lebt, werden nationale Gruppen der Muslim-Bruderschaft installiert und beginnen, die ansässige Bevölkerung, die häufig völlig säkular ist, durch gezielte Manipulationen und Indoktrination zu radikalisieren.

Die Grundwerte, die die westliche Welt seit der Aufklärung als grossartige Errungenschaften hegen und pflegen: Menschenrechte, Demokratie, Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung und Pluralismus sind mit den Grundwerten des Korans, der Sunna und der Sharia nicht kompatibel. Die von der Moslem-Bruderschaft und den von ihnen gegründeten anderen Gruppierungen, bilden Parallelkulturen, die sich innerhalb der bestehenden Gesellschaft etablieren und von dort aus versuchen, diese Strukturen aufzubrechen.

Tödliche Angriffe finden vermehrt dort statt, wo viele Opfer zu erwarten sind: Musikveranstaltungen (Bataclan, Paris, 2015, 131 Tote, 700 Verletzte), Weihnachtsmärkte (Strassbourg, 2018, 5 Tote – Berlin, 2016, 13 Tote, 67 Verletzte – Magdeburg, 2024, 5 Tote, 200 Verletzte), Volksfest in Nizza 2016 86 Tote, 400 Verletzte, Ramblas in Barcelona 2017, 14 Tote, 188 Verletzte …

Mirielle Knoll, 85, s’’l, eine beliebte Ärztin wurde 2018 vom Sohn ihrer Nachbarin ermordet. Der Grund: Sie war Jüdin. Um den Mord zu vertuschen, setzte der Mörder die Wohnung anschliessend in Brand.

2024 sticht ein 15-jähriger einen orthodoxen Juden in Zürich nieder.

Im Jahr 2023 finden in der Schweiz 1.130 antisemitische Vorfälle statt, im Jahr zuvor noch 910.

In Deutschland sind es im Jahr 2023 4.782 antisemitische Vorfälle, mehr als 83 % mehr als im Vorjahr.

In Österreich wurden im Jahr 2023 1.147 Vorfälle gemeldet, im Jahr zuvor waren es noch 719.

In den drei Staaten registrierte man, dass die Zahl der Vorfälle nach dem 7. Oktober 2023 signifikant anstieg, ein direkter Zusammenhang also besteht.

Juden haben Angst, sich als Juden zu erkennen zu geben. Sie werden gewarnt, auf das Tragen von ‘Magen David’ als Schmuck und von Kippot in der Öffentlichkeit zu verzichten. Seit den grausamen Massakern vom 7. Oktober 2023 tragen weltweit viele Menschen gelbe Armbänder, gelbe Metallpins und ‘Hundemarken’ als Zeichen der Solidarität mit den israelischen Geiseln, die in Gaza immer noch seit mehr als 500 Tagen gefangen gehalten werden.

Auf der anderen Seite werden die pro-palästinensischen Gruppen immer aggressiver. Vergessen wir nicht die Demonstrationen an US-amerikanische und europäischen Universitäten. Tagelang werden Hörsäle und Aulas blockiert, auf den Wiesen vor den altehrwürdigen Gebäuden campieren pro-palästinensische Demonstranten. Jüdische Studenten haben Angst, in die Vorlesungen zu gehen. Sie versuchen, via Zoom den Anschluss nicht zu verlieren. Die Demonstrationen überschwemmen bald nicht nur die USA, sondern auch Europa.

Netanyahu lädt alle ein, nach Israel zu kommen, wie viele dem Aufruf gefolgt sind, weiss ich nicht.

Im Sommer 2024 findet in den Räumen eines Istanbuler Studentenzentrums eine ‘Ausbildungsveranstaltung’ statt. Im «Global Student Movement for Palestine» bezeichnen sich viele als Anhänger der Hamas. Vertreter von pro-palästinensischen Gruppen aus Zürich, Bern und Lausanne sind dabei. Die Veranstaltung soll hinter geschlossenen Türen stattfinden, doch das ist heutzutage kaum noch möglich. Die Ausbildung hat nur ein Ziel, die jungen Leute besser auf die Organisation von Veranstaltungen vorzubereiten und Netzwerke zu bilden. Ein junger Mann, der an der Uni Zürich studiert, outet sich als Hamas-Freund. Vor den Semesterferien organisiert er noch schnell einen Sitzstreik an der benachbarten ETH und wird wegen Hausfriedensbruch angeklagt. Beim Gruppenfoto nach der Veranstaltung steht er neben dem Mitbegründer der NGO von Majed al-Zeer, der als führender Kopf der Hamas in Europa gilt und auch auf der US-amerikanischen Terrorliste steht.

Unterrichtet wurden die Aktivisten von einem Mitarbeiter von Al-Jazeera, dem Sprachrohr des katarischen Königshauses, bekannt für fundamentalistisches Gedankengut. 75.000 Aktivisten sollen nach eigenen Angaben bereits von Al-Jazeera ‘ausgebildet’ worden sein. Ihr Ziel: dem Beispiel Hitlers zu folgen und einen neuen Holocaust zu organisieren.

Aus Katar fliesst das meiste Geld über Israel nach Gaza. Und wurde von Netanyahu unbesehen durchgewunken. Um, so seine naive Hoffnung, die Hamas mit viel Geld ruhig zu stellen.

Seit dem 7. Oktober sind al-Jazeera Journalisten in Gaza tätig. Allen voran Tamer al-Misshal, ein Katari, der in Gaza geboren ist. Er lebt offensichtlich tief im Inneren der Terror-Organisation. Von ihm stammt die Lüge, dass der Krieg, der als Folge des Hamas Angriffes auf Israel ausbrach, ein Präventivkrieg der Hamas ist, um die Zionisten und deren Aggression gegen die Palästinenser in Gaza abzuwehren. Mehr noch, er hat auch die zynischen ‘Verabschiedungszeremonien’ geplant.

Al-Jazeera ist omnipräsent. Im Wintersemester 24/25 werden die Teilnehmer der Ausbildungsveranstaltung in der Schweiz aktiv. Es gibt regelmässige Störungen von Veranstaltungen, der Präsident des jüdischen Dachverbandes SIG, Ralph Friedländer, kann seinen Vortrag erst mit Verspätung beginnen. Der schon oben beschriebene Student hatte ihn mehrfach attackiert. Friedländer forderte die Uni auf, einzuschreiten. Bis heute geschah nichts.

In der Schweiz spielen immer noch zwei Personen eine Rolle in der pro-palästinensischen und anti-israelischen Szene: Jean Ziegler, der grosse Arafat Freund und die ehemalige Bundesrätin Micheline Calmy-Rey, eine Freundin der iranischen Ajatollahs.

Zurückzukommen auf die Frage, ob der Islam nach Europa gehört, muss man mittlerweile ganz klar ausrufen: Nein! Nein? Und nochmals Nein!


[1] Originalschreibweise «Aus dem Nachlass», Reclam 1999, S: 521

[2] s.o.



Kategorien:Israel, Politik, Religion

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1 Antwort

  1. Avatar von Miklos Klaus Rozsa

    Ausgezeichneter Text, grossartige Recherche!

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