13. NIssan 5785

Gestern äusserten sich 1.000 Luftwaffe-Reservisten kritisch gegenüber der aktuellen Kriegsführung. Sie erklärten, die Priorität müsse auf der Freilassung der Geiseln liegen und nicht auf dem Erreichen der anderen Kriegsziele. Netanyahu sah darin eine Aufforderung zur Verweigerung des Dienstes. Er stimmte der Reaktion des IAF-Chefs und des Generalstabschefs zu, mehr als 100 Reservisten aus dem Dienst zu entlassen.
Noch gestern schlossen sich Reservisten der Marine und der Militärärzte der Kritik an. Heute veröffentlichten Reservisten der Aufklärungseinheit 8200 einen Brief, in dem sie sich der Haltung der Piloten anschlossen. «Wir schliessen uns dem Aufruf der Flugzeugbesatzungen an und fordern die sofortige Rückkehr der Geiseln, auch wenn dies eine sofortige Änderung der Kriegsführung bedeutet.» Alle Truppenteile warnen davor, dass «der derzeitige Verlauf des Krieges sowohl die Geiseln als auch die Soldaten gefährdet und fordern die Regierung auf, sofort zu handeln, um die Geiseln nach Hause zu bringen.
Er will es einfach nicht wahrhaben! Netanyahu schüttet über die Verfasser der Briefe Häme und schwere Beleidigungen aus, die der Sprache eines PM nicht angemessen sind. «Es handelt sich um eine kleine, laute, anarchistische und unverbundene Gruppe von Rentnern, von denen ein grosser Teil seit Jahren nicht mehr gedient hat», sagt er. «Dieses Unkraut versucht, den Staat Israel und die IDF zu schwächen und ermutigt unseren Feind, uns Schaden zuzufügen», erklärt er. «Sie haben unseren Feinden bereits einmal eine Botschaft der Schwäche übermittelt. Wir werden nicht zulassen, dass sie dies noch einmal tun. Die israelischen Bürger haben ihre Lektion gelernt – Dienstverweigerung ist Dienstverweigerung, egal wie man es nennen mag.»
Mit keinem Wort haben die Unterzeichner der Briefe gefordert, den Dienst in der IDF zu verweigern. Das ist eine Lüge. Seit langer Zeit nutzt Netanyahu mehr seine Lügenkeule, um den Bürgern seine persönliche Politik einzuhämmern.
Was die Unterzeichner völlig zu Recht fordern, ist die Abkehr der Regierung von der aktuellen Kriegsführung, die das Leben der Geiseln ständig gefährdet. Selbst wenn das die Aufgabe des Kriegsziels bedeutet, die Hamas völlig zu zerstören.
Doch Netanyahu verschliesst Augen und Ohren vor der Realität und erklärt: «Wer zur Verweigerung aufruft, wird sofort entlassen!»

Trump hatte gestern beteuert: «Wir sind kurz davor, dass sie zurückkommen. Viele sind zurückgekommen. Viele Menschen sind sehr dankbar. Einige kamen in ziemlich schlechter Verfassung zurück. Es geht ihnen gut. Ich denke, sie werden noch lange Zeit seelische Narben davontragen, denn wenn man sich mit ihnen unterhält, wie ich es getan habe, ist das, was sie durchgemacht haben, unglaublich. Aber wir machen Fortschritte», fügte er hinzu. «Wir verhandeln mit Israel und mit der Hamas, und das ist eine üble Gruppe.» Steve Witkoff, der bisher keinerlei Erfolg zu verzeichnen hat, echote: «Ein wirklich ernstes Abkommen liegt auf dem Tisch und es ist eine Frage von wenigen Tagen.» Nichts davon stimmt. Diese Art von Manipulation, zum Schüren falscher Hoffnungen, das Vorgaukeln von grossen Erfolgen, die gab es schon einmal in der dunklen Zeit der Nationalsozialisten.



Am Tag vor Beginn des Pessach Festes traf sich Präsident Herzog stellvertretend für die Soldaten der gesamten IDF mit einem Bataillon der 636. Division: «Anlässlich des Pessachfestes habe ich mich gefreut, die Kämpfer der 636. Einheit zu treffen und mit ihnen ein Glas Wein zu Pessach zu erheben. Ich war begeistert, den pulsierenden Geist dieser Generation wiederzusehen – mit Stolz, Mission und grosser Verantwortung. Unsere Mädchen und Jungen sind die Beschützer des Landes Israel.
Wenn wir in der Pessacherzählung ‘in jeder Generation’ lesen, werden wir an diese wunderbare Generation von Soldatinnen und Soldaten der IDF denken; in der Luft, zu Land und auf See. Unsere Sicherheitskräfte dienen überall – und wir danken ihnen für ihren Mut, ihre Hingabe und ihre endlose Arbeit für die Sicherheit Israels.
Wir dürfen nicht nachgeben und immer wieder verhandeln und handeln, um unsere Geiseln zurückzubringen. Wir werden für gute Nachrichten und frohe Pessach-Ferien für jedes Haus in Israel beten.»



Auf dem Platz der Geiseln in Tel Aviv wird morgen Abend ein gemeinsamer Seder organisiert. Die Öffentlichkeit wird eingeladen, daran teilzunehmen. Der Seder beginnt um 19 Uhr. «Wie können wir an der Seder-Tafel sitzen und die Geschichte unserer Befreiung aus der Sklaverei erzählen, wenn noch immer 59 unserer Brüder und Schwestern als Geiseln von der Hamas festgehalten werden?», fragt einer der Organisatoren. «Während des Seders lesen wir den Vers ‘In jeder Generation muss man sich so sehen, als habe man selbst Ägypten verlassen. Die Bedeutung ändert sich, nachdem man in Geiselhaft gelebt hat», erzählt Karina Ariev, die im Januar befreit wurde. «Obwohl ich hier bin, ist mein Herz noch dort. Dort sind noch 59 Geiseln, die auf ihr ‘Fest der Freiheit’ warten, die darauf warten, nach Hause zu kommen.»
Netanyahu zeigt sich bestätigt in seinem Missfallen mit der Entscheidung des OGH zur Entlassung von Shin-Bet Chef Ronen Bar. Tom Cotton, ein republikanischer Hinterbänkler aus Arkansas und bekannt für sehr kontroversielle, teils faschistische Äusserungen und Verschwörungstheorien, mischt sich gerne in die Politik anderer Staaten ein. Das US-Aussenministerium hatte eine Bitte um Stellungnahme zum OGH-Entscheid abgewunken: «Dies ist eine interne Angelegenheit der israelischen Regierung, daher verweisen wir Sie für weitere Informationen an sie.» Cotton masste sich an, zu kommentieren: «Es ist keine ‚Bedrohung für die Demokratie‘, wenn ein gewählter Staatschef die Macht hat, den Chef eines Geheimdienstes zu entlassen – es ist für die Demokratie unerlässlich. Und wenn PM Netanyahu das Vertrauen in diesen Geheimdienstchef verloren hat, wie kann dann die US-Regierung Vertrauen in ihn haben?» Was bitte geht ihn das an??? Es ist aber leider typisch von Netanyahu, sich derartige ‘Unterstützung’ anzueignen und als Beweis für die Richtigkeit seiner völlig falschen Handlungen heranzuziehen. Typisch ist auch für Netanyahu, dass er sich gerne mit zweit- und drittklassigen Politikern abgibt.
Oppositionsführer Yair Lapid stellte sofort klar: «Wie Sie sicher wissen, leitet der Chef des Shin-Bet eine Untersuchung über Zahlungen aus Qatar an Netanyahus Büro und seine engsten Berater, auch während des Krieges. Es handelt sich um einen verheerenden Verstoss gegen unsere Sicherheit, und viele der Details werden nicht einmal abgestritten. Als jemand, dem die nationale Sicherheit sehr am Herzen liegt, bin ich sicher, dass Sie die Schwere der Angelegenheit verstehen. Der Premierminister hat das Recht, ihn zu entlassen, aber erst nach Abschluss der Untersuchung.»

Der Iran ist besorgt, dass der von Trump gesteckte Zeitraum von zwei Monaten für das Erreichen eines Atom-Abkommens zu kurz ist. «Wenn die Gespräche nicht erfolgreich sind, wird das ein sehr, sehr schlechter Tag für den Iran sein», erklärte Trump. Ali Shamkhani, ein Berater von ‘Supreme Leader’ Ayatollah Ali Khamenei betonte: «Der iranische Aussenminister wird mit der vollen Autorität, indirekte Verhandlungen zu führen, in den Oman reisen. Wir sind weit davon entfernt, eine Show abzuziehen und nur vor den Kameras zu reden. Der Iran strebt ein echtes und faires Ergebnis an.» Die bilateralen Gespräche werden vom Oman begleitet. Der Iran strebt einen längeren Zeitrahmen an, um eine militärische Eskalation durch die USA oder Israel zu vermeiden. Zusätzlich könnte die Urananreicherung teilweise gestoppt werden und den Vertretern der UN ein besserer Zugang zu den Nuklearanlagen gewährt werden.




Der zweite Flugzeugträger der USA, die USS Carl Vinson, ist im Roten Meer angekommen. An Bord befinden sich 5.759 Personen Besatzung. Damit sind jetzt zwei Flugzeugträger vor Ort, um die Houthi-Terroristen zu bekämpfen. Die USS Carl Vinson trägt hauptsächlich F-35C-Stealth Kampfflugzeuge.



Die IDF entdeckte und zerstörte einen Tunnel, dessen Eingang im Bereich einer Kinder-Tagesstätte in Rafah lag. Nur 100 m entfernt liegt eine Schule. Der Tunnel war vermint. Er war zwar nur 12 m lang, führte aber zu einem weiteren umfangreichen Tunnelsystem.
Ahmad Iyad Muhammad Farhat, Chef der Scharfschützentruppe der Hamas im südlichen Gazastreifen, wurde bei einem gezielten Angriff neutralisiert. Er war verantwortlich für zahlreiche Angriffe auf die IDF in Gaza und in Israel. In den vergangenen Tagen hatte die IDF einige verminte Häuser zerstört, ebenso wie zahlreiche ober- und unterirdische terroristische Strukturen. Derzeit operiert die IDF im neuen ‘Morag-Korrdior’, einem Gebiet, in dem sie bisher noch nicht aktiv waren.

Für den Osten von Gaza-City gab es heute Aufforderungen, das Gebiet sofort zu verlassen und sich in sichere Gebiete im Westen der Stadt zu evakuieren. Die betroffenen Stadtviertel werden in Kürze zur Kampfzone deklariert.
Gazanische Quellen behaupten, dass bei einem Angriff auf ein Haus in Kahn Younis eine ganze Familie, darunter sieben Kinder getötet wurden. Weder die Opfer-Zahlen noch der Vorfall an sich wurde bisher von der IDF kommentiert.
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