4. Ijjar 5785

Leider muss die IDF erneut den Tod eines Soldaten bekannt geben. Sgt. Niv Dayag, 19, s’’l, verlor ein Leben bei einer Dienstfahrt auf dem Golan. Nach einem Unfall überschlug sich der Pkw, in dem vier Soldaten sassen. Ersthelfer des Magen David Adom begannen sofort mit der medizinischen Versorgung, mussten jedoch den Tod von Dayag noch vor Ort bekannt geben.

Die Feuer rund um Jerusalem wurden als ‘gelöscht’ eingestuft, wobei noch Brandwachen vor Ort sind. Diese Massnahmen erwies sich als sinnvoll. Am späten Vormittag flackerten die Brände im Bereich Latrun erneut auf, Löschflugzeuge stiegen erneut auf. Die Brände seien aber, so die Einschätzung der Feuerwehr, unter Kontrolle. Es ist wie ein Wunder! Weder in Shomron noch in Judäa gab es Waldbrände….
Am Montag, nur wenige Tage vor Ablauf der Deadline, die der OGH der Regierung gestellt hat, wird ein zweites Treffen zur Frage der Untersuchungskommission stattfinden. Ursprünglich sollte das Gericht bis Februar informiert werden, ob und vor allem bis wann eine staatliche Untersuchungskommission zu den Versäumnissen vor, am und nach dem 7. Oktober 2023 eingesetzt werden würde. Zuvor hatte es bereits eine Verlängerung der Frist von Dezember auf Februar gegeben. Anschliessend wurde nochmals eine 90-tägige Verlängerung bis zum 11. Mai gewährt. Sowohl im Dezember als auch im Februar wurde als Grund für die Verzögerung genannt, dass ‘eine überwiegende Mehrheit’ der Regierung die ‘Zeit für eine solche Kommission noch nicht für gekommen hielt’. Das ist selbstverständlich hauptsächlich die Meinung Netanyahus, der die Untersuchung und die daraus gezogenen Ergebnisse fürchtet, weil sie ihn seinen Platz in der Politik kosten können.
Anders als gestern Netanyahu, betonte die IDF heute, dass ihr primäres Ziel die Befreiung der Geiseln ist. «Die oberste Aufgabe der IDF ist es, die Geiseln zu befreien. Das ist unsere moralische Pflicht. Die zweite Aufgabe ist die Zerschlagung der Hamas. Wir arbeiten daran, beide Ziele zu erreichen, wobei die Befreiung der Geiseln oberste Priorität hat.»

Präsident Isaac Herzog besuchte gestern als erster offizieller Vertreter Israels die Nuntiatur in Jaffo, um sich in das dort aufliegende Kondolenzbuch einzutragen. Aus seinem Büro hiess es: «Der Präsident drückte den katholischen Gemeinden im Heiligen Land und in der ganzen Welt sein Beileid aus und betonte seine Hoffnung, dass das Gebet des verstorbenen Papstes für die Freilassung der Geiseln bald erfüllt wird.» Herzog selbst schrieb: «Möge sein Gebet für Gerechtigkeit und Frieden schnell erfüllt werden durch die sofortige Freilassung der israelischen Geiseln, die in einem grausamen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die Moral und Gott selbst gefangen gehalten werden; durch die Beseitigung von Hass und Extremismus; und durch eine Welt des wachsenden Mitgefühls, im Geiste der Propheten Israels und des gemeinsamen spirituellen Erbes der Menschheit.»

Israel plant, die Verteilung der Lebensmittel für Gaza einer radikalen Änderung zu unterziehen. So soll jeder Familie ein ‘Agent’ zugeteilt werden, der der Familie von einem Lager in einer militärischen Sicherheitszone im Süden des Landes ein Paket übergibt, das Lebensmittel für einige Tage enthält. Kurz vor Ende dieser berechneten Zeit kann der Familie ein neues Paket übergeben werden. Dadurch wird es zwar der Hamas erschwert, Lebensmittel zu stehlen, aber für die Familien, vor allem aus dem Zentrum und dem Norden des Streifens, stellt dieses System eine teilweise unüberwindbare Schwierigkeit dar. Die Wege sind unsicher und nicht jeder verfügt über ein ausreichendes Transportmittel. Die IDF soll die Güter nur lagern und schützen, nicht aber verteilen. Der Plan ist noch nicht verabschiedet, wird jedoch vom engen Kreis um Netanyahu gutgeheissen. Die arabische Seite zeigt sich skeptisch: «Die Familien, die die Lieferungen abholen, werden eine leichte Beute sein», er fügte hinzu, dass der Plan offenbar auch die Menge an Lebensmitteln, die jede Familie erhält, auf das zum Überleben notwendige Minimum beschränkt. «Es ist, als würden sie die Kalorien einer Bevölkerung zählen, die bereits seit Monaten hungert. Dies scheint Teil einer langsamen Entwicklung hin zu einer dauerhaften israelischen Besetzung Gazas zu sein, bei der letztendlich die IDF direkt für die Verteilung der Hilfsgüter verantwortlich sein wird.»
Das libanesische Militär hat im Norden des Landes 800 Raketen im Al-Beddawi Flüchtlingscamp beschlagnahmt. Die Raketen sollen der ‘Front for Liberation of Palestine’ gehört haben, einer kleinen Organisation, die sich in den letzten Jahren im Libanons etabliert hat. Sie ist Teil des Netzwerkes der palästinensischen Terrorgruppe gleichen Namens, war aber bisher noch nicht aktiv an Terrorangriffen gegen Israel beteiligt.

Ein Angriff der IAF in der Nähe des Präsidentenpalastes in Damaskus muss als eine klare Warnung verstanden werden, die drusische Bevölkerung Syriens nicht anzugreifen. VM Israel Katz betont: «Es ist die Pflicht von Präsident Shara’a, die Drusen in den Vororten von Damaskus vor Angriffen dschihadistischer Randalierer zu schützen und die Hunderttausenden Drusen in Sweida und Jabal al-Druze in die Lage zu versetzen, sich aus eigener Kraft zu verteidigen und keine dschihadistischen Kräfte in die Dörfer zu schicken. Es ist unsere Pflicht, die Drusen in Syrien vor Schaden zu bewahren, um unserer drusischen Brüder in Israel, ihrer Loyalität gegenüber dem Staat und ihres immensen Beitrags zur Sicherheit Israels willen.» Drusen-Vertreter aus der Region haben zugestimmt, ihre schweren Waffen an die Regierung abzugeben und im Gegenzug eine Verstärkung durch syrische Sicherheitskräfte zu erhalten. Damit wird erstmals seit dem Sturz Assads der Zutritt für syrische Sicherheitskräfte in den Drusen-Hochburgen gestattet. In den letzten Tagen war es zu blutigen Zusammenstössen zwischen Drusen und anderen bewaffneten Gruppen sowie Drusen und syrischen Sicherheitskräften gekommen. Insgesamt gab es dabei mehr als 100 Tote. Israel hatte daraufhin zum Schutz der Drusen mit Angriffen auf syrische Gebiete begonnen.
In der vergangenen Woche haben sich etwa 400 haredische junge Männer zum Dienst in der IDF gemeldet. 196 von ihnen werden in die kämpfenden Truppen integriert, 167 in Hilfstruppen zu den kämpfenden Einheiten und 48 müssen den Zuordnungsprozess noch durchlaufen. 26 ältere Haredim werden als Reservisten geführt, weitere 100 werden in den kommenden Monaten noch Vorbereitungskurse absolvieren. In den kommenden Tagen werden insgesamt 24.000 Einberufungsbescheide zugestellt werden.


In der vergangenen Nacht sollen israelische Drohnen in internationalen Gewässern bei Malta ein Schiff beschossen haben, das Teil einer Hilfsflotilla für Gaza ist. Die zwölf Besatzungsmitglieder und vier Passagiere an Bord erlitten keinen Schaden. Ein in der Nähe befindlicher Schlepper wurde angewiesen, der ‘Conscience’, die unter der Fahne von Palau segelt, zu helfen. Das auf dem Schiff ausgebrochene Feuer wurde schnell gelöscht. Die ‘Conscience’ befindet sich weiterhin in internationalen Gewässern und wird von den maltesischen Behörden überwacht. Von israelischer Seite erfolgte bisher kein Kommentar. Eine der Organisatorinnen der ‘Freedom Flotilla’ beklagte: «Das Schiff ist leckgeschlagen und sinkt. Die Generatoren am Bug des Schiffs sind getroffen und es gibt keinen Strom mehr an Bord.» Die Passagiere an Bord der ‘Conscience’ haben sich bisher geweigert, das Schiff zu verlassen und an Bord eines der Rettungsschiffe zu gehen.

Die Houthi-Terroristen reklamierten für sich den erfolgreichen Angriff auf die Luftwaffen-Basis ‘Ramat David’ südöstlich von Haifa. Durch die heranfliegende Rakete wurde der Alarm im Grossraum Haifa ausgelöst. Die Rakete wurde jedoch frühzeitig vor dem Erreichen des israelischen Luftraums abgefangen. Schrottteile der abgefangenen Rakete schlugen in den Kindergarten des Kibbutz Mishma Ha’emek ein. Nachdem der Einschlag jedoch am frühen Morgen erfolgte, befand sich niemand im Gebäude, sodass nur Sachschaden entstand. Eine zweite Rakete wurde am Nachmittag von den Houthis in Richtung Haifa abgeschossen und löste erneut den Alarm aus. Die Rakete wurde ebenfalls abgefangen, bevor sie den israelischen Luftraum erreichte.




Die Rosen des Tages gehen heute an etwa 400 Haredi Frauen mit hoher Sicherheits-Freigabe die u.a. in der Überwachungs-Elite-Einheit 8200 ihren Dienst machen. Nach dem Dienst haben sie gute Chancen darauf, Führungspositionen in der Hightech-Industrie angeboten zu bekommen. «Wenn ich daran denke, wie meine Arbeit letztendlich vor Ort ankommt und Soldatenleben rettet, empfinde ich eine immense Befriedigung. Die Entwicklungen, an denen ich arbeite, tragen dazu bei, das Sichtfeld der Soldaten zu erweitern, sodass sie aus der Ferne sehen können, ohne physisch in feindliches Gebiet vorzudringen.» Wären die frühen Meldungen der Soldatinnen vom Stützpunkt Nahal Oz ernstgenommen worden, wäre es nicht zum Massaker vom 7. Oktober 2023 gekommen…. «Videos von der Drohne ‘Karnaf’, die Fernbeschuss ermöglicht, ohne dass Soldaten ihr Leben in feindlichen Gebieten riskieren, fühlt sich das wie eine Mission von höchster Wichtigkeit an. Es gibt mir ein unglaubliches Gefühl von Sinnhaftigkeit, zu wissen, dass meine Arbeit direkt zu den militärischen Bemühungen Israels und zum jüdischen Volk beiträgt.» Die Frau, die das erzählt, ist eine 23 Jahre alte haredische Frau, die als religiöse Frau nicht als Soldatin in der Einheit dient, aber dennoch die gleichen Aufgaben wie ihre Kolleginnen erfüllt. Ihr Name darf nicht bekannt gegeben werden. Sie hat einen M.A. in Softwaren-Entwicklung, den sie an einer Haredi-Hochschule in einem speziellen Programm für junge Frauen erworben hat. Das speziell auf haredische Frauen zugeschnittene Programm stellt sicher, dass die Arbeitsbedingungen und ihr religiöser Lebensstil sich nicht widersprechen. Nach der Ausbildung werden sie für zwei bis drei Jahre in die Einheiten rekrutiert. In manchen Fällen arbeiten sie nach Ablauf der Vertragszeit als zivile Mitarbeiterinnen weiter. Nicht alle Frauen waren bereit für ein Interview. Vor allem, wenn sie aus sehr strengen Gemeinden stammen, fürchten sie Repressalien. Die Interviews schildern, wie sich der Krieg auf sie, ihr Privatleben und ihre Tätigkeit in den Elite-Einheiten ausgewirkt hat. Hier der volle Text.
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