Krieg in Israel – Tag 581

11. Ijjar 5785

Leider musste auch heute die IDF den Tod von zwei Soldaten bekannt geben. Staff Sgt. Yam Frid, 21, und Sgt. Yishai Elyakim Urbach, 20, s’’l. Urbach wurde Opfer eines Angriffs der palästinensischen Terror-Organisation Hamas auf ein Gebäude in Rafah, in dem IDF-Soldaten stationiert waren. Das Gebäude stürzte teilweise zusammen. Zwei weitere Soldaten wurden schwer verletzt. Frid wurde getötet, als bei einem zweiten Vorfall das Panzerfahrzeug, in dem er unterwegs war, von einem Sprengsatz getroffen wurde. Vier weitere Soldaten wurden hierbei schwer verletzt. Damit stieg die Zahl der Opfer bei der Bodenoffensive auf 418 Soldaten an.

Einige Minister der Koalition behaupten noch hinter vorgehaltener Hand, dass Netanyahu in den kommenden Tagen oder Wochen beschliessen könnte, die Koalition aufzulösen und damit Neuwahlen zu erzwingen. Das klingt für mich wie eine sehr gute Nachricht. Wenn da nicht der Hintergrund für diese Entscheidung wäre. Seit Monaten drohen die orthodoxen Parteien die Regierung zu stürzen, wenn die nicht das Einberufungsgesetz zurücknimmt, das haredische Männer zum Wehrdienst verpflichtet. Jetzt könnten sie Ernst machen. Netanyahu könnte vorgezogene Wahlen dann möglicherweise mit Hilfe der Reservisten und Zivilisten, die die Ungleichbehandlung ablehnen, sogar gewinnen. Das ist sein Kalkül.

Bevor Trump am kommenden Montag zu seiner ersten Auslandsreise als Präsident abreist, will er Israel soweit unter Druck setzen, dass Netanyahu das Abkommen mit der Hamas unterschreibt. Sollte sich Israel nicht dem Diktat der USA beugen, dann ‘wird es allein gelassen’. Eine anonyme Quelle, hinter der man den Sonderbeauftragten Witkoff vermutet, erklärte: « Wenn bis heute die Geiseln den Preis dafür bezahlt haben, dass der Krieg nicht beendet wurde, dann wird der Preis heute für Israel viel höher sein, und nicht nur für die Geiseln.» Israel, so fuhr er fort, habe es versäumt, das sich abzeichnende Atomabkommen der USA mit Saudi-Arabien zu nutzen, das Trump Berichten zufolge nicht mehr an die Normalisierung der Beziehungen Riads zum jüdischen Staat knüpft.

«Wenn Israel nicht zur Vernunft kommt, wird der Preis für das Versäumnis höher sein als je zuvor.» Von dort reist er weiter nach Qatar und die VAE. Ob auch Israel auf dem Flugplan steht, ist immer noch nicht bekannt. Kein Wunder, dass Trump wieder einmal in Nahost vorbeischaut.

In allen drei Staaten hat das Trump-Imperium grosse Projekt geplant. Das Gegengeschäft werden wahrscheinlich Waffen sein, die aus den USA an den Golf geschickt werden. Das ist es, was die Präsidentschaft ausmacht, schreibt der Haaretz: «Im Grunde genommen ist das die Trump-Show. Für ihn ist die Präsidentschaft vor allem ein Geschäft, Teil eines gigantischen Familienunternehmens, das von seinem Unterhaltungswert lebt. Dieser Ansatz erfordert einen stetigen Strom von Einnahmen, Einschaltquoten und öffentlichem Interesse – alles, damit die Zuschauer nicht den Sender wechseln.» Netanyahu bemüht sich, den Trump-Stil nachzuäffen. Ob ihm das immer gelingt und ob das gut für Israel ist, bleibt abzuwarten.

Der ehemalige israelische Botschafter in den USA und Bruder unseres Präsidenten, Michael Herzog, wirft Netanyahu vor, die Chance für ein Normalisierungs-Abkommen mit Saudi-Arabien mehrfach verpasst zu haben. Weil Israel jetzt eine Ausweitung der Operation in Gaza plant, ist, so Herzog, «eine Normalisierung in weite Ferne gerückt», und er fährt fort: «Ich denke, Israel sollte die Normalisierung zu einer sehr hohen Priorität erklären. Ich glaube nicht, dass Netanyahu das nicht will, aber er ist wahrscheinlich nicht bereit, den Preis dafür zu zahlen. Ich denke, das ist eine verpasste Chance.»

Generalstabschef Eyal Zamir traf sich, wie in jeder Woche, heute mit ehemaligen Geiseln. Heute waren Liri Albag, Romi Gonen, Omer Shem Tov und Sasha Troufanov bei ihm zu Gast. Zamir betont das Engagement der IDF, sich für die Freilassung aller Geiseln einzusetzen. «Ich wollte direkt von Ihnen hören, wie Sie sich während Ihrer Geiselnahme gefühlt haben, als IDF-Truppen in Ihrer Nähe im Einsatz waren. Sie haben Schreckliches erlebt und strahlen eine Stärke und Widerstandsfähigkeit aus, die Anerkennung verdienen. Die Rückkehr der Geiseln und ihr Schutz stehen für uns jederzeit im Vordergrund. Wir werden weiterhin alles in unserer Macht Stehende tun, um die Ziele des Krieges zu erreichen, alle Geiseln zu uns zurückzubringen und die Terror-Organisation Hamas zu besiegen.» Kol hakavod Eyal Zamir!

Die Houthi-Terroristen gaben an, neben der Langstreckenrakete, die sie auf den Flughafen gerichtet hatten, noch eine Drohne mit dem gleichen Ziel auf den Weg gebracht zu haben. Der Raketenalarm wurde im ganzen zentralen Israel ausgelöst. Während die Rakete vor dem Erreichen des israelischen Luftraums abgefangen werden konnte, betonte die IDF, dass von einer Drohne nichts bekannt war.



Kategorien:Israel, Politik

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