14. Ijjar 5785




Gegen 19:30 Ortszeit wurde Eden Alexander in Gaza dem Roten Kreuz übergeben. Ein Photo zeigt ihn mir der bekannten Mitarbeiterin des RK, flankiert von drei Hamas-Terroristen. Er kann ohne Hilfe stehen und sieht für mein Empfinden besser aus, als auf dem Video von Mitte April.
Um einen sicheren Korridor zur Übergabe von Edan Alexander an die IDF und anschliessend nach Israel zu ermöglichen, hat die IDF nach saudischen Informationen um 09:30 Ortszeit alle militärischen Aktivitäten eingestellt. Nachdem keine weitere Anweisung durch die Regierung erfolgt ist, hat die IDF ihre Tätigkeit nach einigen Stunden allerdings in stark eingeschränkter Form wieder aufgenommen.
Eine Übergabe-Zeremonie findet nicht statt, ansonsten ist der Ablauf der bereits bekannte. Eine Frage drängt sich mir auf. Die palästinensische Terror-Organisation Hamas hatte am 14. April bekannt gegeben, den Kontakt zu Eden Alexander und seinem ‘Betreuer’ verloren zu haben. Das war drei Tage, nachdem sie ein Video als Lebenszeichen veröffentlicht hatten.
Die Hamas hatte gestern bekannt gegeben, den US-amerikanisch-israelischen Doppelbürger als ‘Zeichen des guten Willens’ an Trump freizulassen. Sie hoffen, dass Trump den Druck auf Israel verstärken wird, ihren Vorschlag zur zweiten und abschliessenden Phase zu akzeptieren. Witkoff informierte die Edans Eltern, die daraufhin sofort nach Israel flogen.
So glücklich die Familie von Edan Alexander heute auch ist, für die Familienangehörigen der noch 58 im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln ist heute kein Tag für uneingeschränkte Freude. Israel war nicht an der Entscheidung der Hamas mitbeteiligt, reklamierte aber später für sich, die Freilassung Alexanders sei der ‘Erfolg ihres verstärkten Drucks’ auf die Terror-Organisation. Das ist natürlich Unsinn. Dass mit Alexander ein Doppelbürger freigelassen wird, bewerten die Familienangehörigen als ‘Bevorzugung aufgrund der Staatsbürgerschaft’. Dass ihnen das grausam erscheint, ist nur zu verständlich. Sie wissen, wie es ihren Söhnen geht, wie sie tagtäglich leiden. Wenn wir gestern das Video von Elkana Bohot und Yosef Haim Ohana gesehen haben, so mussten wir erkennen, dass einige von ihnen sich in einem erschreckenden Zustand befinden.
Die Hamas hatte berichtet, in direktem Kontakt mit den USA zu stehen. Sollte das tatsächlich der Fall sein, ist das beschämend für die Regierung und Diplomatie Israels. Sollte das so sein, dann wurde die Freilassung von Alexander an ihnen vorbei erfolgreich ausgehandelt. Die Regierung hat dann furchtbar versagt. Das ist auch die einhellige Meinung der Oppositionspolitiker.
Aus dem Büro des PM tönt es hingegen theatralisch: «Die erwartete Freilassung des IDF-Soldaten Edan Alexander durch die Hamas ohne Gegenleistung wird dank der entschlossenen Politik, die wir mit Unterstützung von US-Präsident Donald Trump verfolgt haben und dank des militärischen Drucks der IDF-Truppen im Gazastreifen möglich sein.»
Es gibt Hoffnungen, dass die Entlassung von Eden Alexander zur Aufnahme von sofortigen und vor allen Dingen erfolgreichen Verhandlungen zur Freilassung aller Geiseln und einem Ende des Krieges führen werden. Das behauptet jedenfalls CNN unter Bezug auf eine nicht genannte Quelle, die mit den indirekten Verhandlungen der Hamas und den USA vertraut zu sein behauptet. Landwirtschaftsminister Avi Dichter, ehemaliger Chef des Shin-Bet und enger Vertrauter Netanyahus hingegen hält fest: «Wir sind nicht der 51. Stern auf der US-amerikanischen Flagge. Unsere Kriegsziele haben sich nicht geändert!»
Sleepless in Jerusalem…. Die freudige Erwartung, dass Edan Alexander heute freigelassen wird, raubte Netanyahu den Schlaf. Sein Anwalt teilte dem Gericht mit, dass sein Klient die Entwicklungen in diesem Fall den Schlaf geraubt hätten. Er hätte, nebbich, nur 1 ½ Stunden geschlafen. Ausserdem sei der Sonderbeauftragten für den Nahen-Osten, Steve Witkoff, auf dem Weg nach Israel. Richterin Rivka Friedman-Feldman fragte Netanyahu, wie hoch seine Wachsamkeit sei, worauf er mit „nicht hoch“ antwortete. Richterin Friedman-Feldman brach die heutige Anhörung nach nur zwei Stunden die Verhandlung um 11:30 Uhr ab. Man stelle sich vor, der Angeklagte wäre Hänschen Unbekannt, ob der auch so einen verständnisvollen Richter fände?
Nach der vierten Runde der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über ein Atomwaffen-Abkommen fabuliert Trump in Washington: «Im Iran tun sich sehr gute Dinge. Sie dürfen keine Atomwaffen haben, aber ich denke, dass sie intelligent verhandeln», sagte Trump während einer Pressekonferenz im Weissen Haus. «Wir befinden uns mitten in den Verhandlungen, und sie verhalten sich derzeit sehr intelligent. Wir wollen, dass der Iran reich und wunderbar und glücklich und grossartig ist, aber sie dürfen keine Atomwaffen haben.» Das ist eine Aussage, wie sie banaler nicht sein könnte!
Eine von den Houthi-Terroristen auf Israel abgeschossene Langstreckenrakete stürzte vor der saudi-arabischen Küste ins offene Meer. Der Abschuss wurde von den Abwehrsystemen erkannt, löste aber keinen Alarm aus. Seit dem 18. März, als Israel die Kämpfe gegen die Hamas wieder aufnahm, schossen die Houthi-Terroristen 30 Langstreckenraketen und mindestens 30 Drohnen auf Israel ab. Die meisten Raketen stürzten frühzeitig ab.
Die UNIFIL berichtete, dass sie seit Beginn des Waffenstillstands zwischen der Hisbollah und Israel mehr als 225 Waffenlager im Süden des Landes entdeckt hat. Über die Orte der Waffenlager wurde das reguläre libanesische Militär informiert.





Die Rose des Tages geht an Shifra Buchris. Shifra, 45, ist eine modern orthodoxe Frau und Mutter von zehn Kindern im Alter zwischen 5 und 22 Jahren. Von den sieben Mädchen und drei Jungen haben drei bereits in der IDF gedient. Shifra ist Offizierin bei der Grenzpolizei im Süden Israels. Ursprünglich wollte sie, wie ihr Vater, Onkologin werden, entschied sich dann aber für die Grenzpolizei, wo sie seit nunmehr 27 Jahren arbeitet.
Neben dieser Arbeit hat sie die Ausbildung zur Rettungssanitäterin und Rettungswagen-Fahrerin gemacht und arbeitet regelmässig bei Hatzala, neben Magen David Adom die zweite Rettungs-Organisation in Israel.
Am 7. Oktober 2023 wurde sie zu einem dringenden Einsatz gerufen, ohne zu wissen, was am Einsatzort vor sich ging. Als religiöse Frau hatte sie am Shabbat nur das Notrufgerät eingeschaltet. Telefon und TV waren ausgeschaltet.
Zusammen mit zwei Kollegen, jeder in seinem privaten Pkw, machte sie sich auf den Weg Richtung Re’im.
In Ofakaim versorgten sie verletzte Polizisten. Dann kamen die ersten Gerüchte über ein Massaker, das bei einem Musik-Festival stattfinden sollte.
Warum sie nicht die gerade asphaltierte Strasse nach Re’im benutzten, sondern abgelegene Landwirtschaftswege können sie später nicht mehr begründen. Die Entscheidung hat ihnen aber wahrscheinlich das Leben gerettet.
Entlang der Strasse hatten sich Terroristen versteckt, die alle, die dem Massaker versuchten zu entkommen, gnadenlos erschossen und die Pkws in Brand setzten.
Dann trafen sie auf die ersten Verletzten. Was sie erzählten, war grauenhaft. Die drei fuhren immer wieder Verletzte in das Evakuierungszentrum, von wo aus sie in Krankenhäuser transportiert wurden. Teilweise transportierte Shifra acht Personen in ihrem Auto und drei weitere im Kofferraum.
Mehrmals mussten sie die betroffenen Jugendlichen erst überzeugen, dass sie wirklich Helfer waren. Sie hatten sich in Gräben, in trockenen Büschen und sogar auf Bäumen versteckt. Einige stellten sich auch tot, um dem Grauen des Massakers zu entkommen.
Zwischenzeitlich verlor Shifra den Kontakt zu ihren Kollegen. Sie machte unermüdlich und unter grossem Risiko allein weiter. 12 Stunden war sie tätig, am Ende waren es mehr als 100 Jugendliche, die sie gerettet und evakuiert hat.
Bei ihrer Suche nach verletzten und hilfsbedürftigen Jugendlichen stiessen sie spätnachmittags auch auf eine Gruppe von 12 unbewaffneten Hamas-Terroristen, die dort darauf warteten, unbemerkt im Schutz der Nacht in den Gazastreifen zurückkehren zu können. Die Ersthelfer setzten sie so lange fest, bis sie sie der Polizei übergeben konnten.
Shifra hat unglaublich viel Mut gezeigt. Bei einem Interview sagte sie: «Ich glaube nicht, dass ich eine Heldin bin, ich habe getan, was die Umstände erforderten. Ich bin mir nicht sicher, ob mein Einsatz damit zu tun hatte, dass ich Mutter von zehn Kindern bin, aber eines war mir klar. Sowohl meine Mitstreiter als auch ich waren fest entschlossen, so viele Kinder wie möglich zu retten und sie in ihre Häuser zurückzubringen.» Kol Hakaovd Shifra!
Wen meinen die denn mit „Betreuer“? Der Aufpasser?
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Nun ja, sie wollten es halt euphemistisch ausdrücken!
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