23. Ijjar 5785

Auch heute muss die IDF leider erneut den Tod eines Soldaten bekannt geben. Staff Sgt. Danilo Mocanu, 20, s’ll, wurde durch Trümmer eines einstürzenden Gebäudes getötet. Der Einsturz des Hauses wurde durch die Explosion einer Sprengfalle ausgelöst. Mocanu ging nach vorhergehender Untersuchung, begleitet von einem ausgebildeten Hund und einem zweiten Soldaten in das Haus und stieg bis zum obersten Stock, wo die Bombe explodierte. Der zweite Soldat wurde leicht verletzt geborgen.


Eine Gruppe von Diplomaten aus zahlreichen Staaten, darunter Frankreich, GB, Kanada, Spanien, Russland, EU, Ägypten Jordanien Portugal, Österreich wurde bei einem geplanten Besuch im Flüchtlingslager Jenin mit Warnschüssen der IDF begrüsst. Die IDF entschuldigte sich für den Vorfall, erklärte aber, dass sich die Diplomaten nicht an die zuvor abgesprochene Route der Tour gehalten hätten. Diese sei den Besuchern mitgeteilt worden, mit der dringenden Aufforderung, sich unbedingt daran zu halten, weil gleichzeitig auch aktive Kampfhandlungen in der Region vorgenommen wurden. Die Gruppe sei aber in ein Kampfgebiet eingedrungen. Daraufhin seien die Warnschüsse abgegeben worden. Nachdem die IDF erkannte, dass es sich bei der Gruppe um ausländische Diplomaten gehandelt hatte, wurde sofort eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet. Heute Abend werden Gespräche zwischen Offizieren der in Jenin operierenden Einheit und Vertretern der betroffenen Länder geführt. Italien und Frankreich haben die Botschafter Israels aufgrund des Vorfalls einbestellt. Derjenige, der den Besuch im Lager von Jenin bewilligt hat, muss genau befragt werden. Der Besuch hätte, wenn überhaupt, nur unter strikten Bedingungen, am besten in einem Bus der UNO stattfinden müssen.

Der OGH hat heute entschieden, dass die Entlassung von Shin-Bet Chef Ronen Bar ‘unangemessen und rechtswidrig’ war. Präsident Isaac Amit und Richterin Daphne Barak-Erez stellen fest, dass die Regierung ihrer Verpflichtung, die Angelegenheit dem ‘Beratenden Ausschuss für hochrangige Ernennungen’ vorzulegen, wie vom GStA angeordnet, nicht nachgekommen ist. Darüber hinaus erkannte das Gericht, dass Netanyahu in einem Interessenkonflikt stand, als er die Entlassung empfahl. Nachdem Bar keine formelle Anhörung gewährt wurde, hätte es auch keine ‘sachliche Grundlage’ für die Entlassung gegeben. Der rechts-orientierte Stv. Oberste Richter Noam Sohlberg lehnte die Entscheidung des Gerichts ab.




Die Eltern einiger Geiseln, von Nimrod Cohen, Ariel und David Cunio sowie Matan Zangauker untersagen der Regierung die ‘politische Instrumentalisierung’ von Bildern ihrer Kinder. Unmittelbar nach dem Massaker haben die Kampagnen der Regierung dazu beigetragen, die Öffentlichkeit im In- und Ausland auf die Notlage der Geiseln aufmerksam zu machen. Jetzt würden sie aber nur mehr dazu dienen, die öffentliche Unterstützung für den Krieg aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig seien die Bemühungen, die Geiseln zu befreien, nahezu eingestellt worden. «Die israelische Regierung entscheidet sich dafür, den Krieg zu verlängern, anstatt einen gangbaren Weg zu verfolgen, um unsere Kinder nach Hause zu bringen. Obwohl unsere Söhne israelische Staatsbürger sind und Anspruch auf den vollen Schutz ihrer Regierung haben, sehen wir uns gezwungen, auf die diplomatischen Interventionen von Präsident Donald Trump, Steve Witkoff und Adam Boehler zu setzen, um diese qualvolle Tortur zu beenden», schreiben sie. Sie sind auch der Ansicht, dass die Verstärkung der militärischen Aktivitäten das Leben ihrer Lieben nur gefährdet. «Die Zeit für Worte ist vorbei. Die Geiseln müssen jetzt nach Hause kommen», fügen die Familien Cohen, Cunio und Zangauker hinzu.

So gläubig auch die Familienangehörigen der Geiseln in die diplomatischen Fähigkeiten von Trump & Co sind, so wenig kann dieses ‘Trio’ in den Verhandlungen mit dem Iran punkten. Da hilft es auch nichts, dass Trump am vergangenen Donnerstag noch verkündete: «Wir werden keinen nuklearen Staub in Iran aufwirbeln. Ich denke, wir stehen kurz davor, vielleicht eine Einigung zu erzielen, ohne dies tun zu müssen. Sie haben wahrscheinlich heute die Meldung über Iran gelesen. Es wurde sozusagen eine Einigung über die Bedingungen erzielt», und er fuhr fort: «Ich möchte, dass sie Erfolg haben. Ich möchte, dass sie ein grossartiges Land werden. Aber sie dürfen keine Atomwaffen besitzen. Das ist wirklich ganz einfach. Ich muss Ihnen das nicht in einem 30-seitigen Dokument erklären. Es ist nur ein Satz: Sie dürfen keine Atomwaffen besitzen.» Offenbar hat Steve Witkoff seinem Partner in den indirekten Gesprächen, Abbas Araghchi, nicht zugehört oder dessen Aussage wurden falsch weitergegeben: «Ich habe es bereits gesagt und ich wiederhole es noch einmal: Die Urananreicherung im Iran wird fortgesetzt – mit oder ohne Abkommen. Wir haben die Diplomatie nie aufgegeben. Wir werden immer am Verhandlungstisch präsent sein, und der Hauptgrund für unsere Präsenz ist die Verteidigung der Rechte des iranischen Volkes. Wir lehnen übertriebene Forderungen und Rhetorik am Verhandlungstisch ab.»
Als ‘Nebelkerze, die vortäuscht, die Belagerung sei zu Ende’ bezeichnen ‘Ärzte ohne Grenzen’ die wenigen Lieferungen von Hilfsgütern und Lebensmitteln, die Israel seit vorgestern wieder im Gazastreifen zulässt. «Die Entscheidung der israelischen Behörden, nach monatelanger luftdichter Abriegelung lächerlich unzureichende Hilfslieferungen nach Gaza zuzulassen, signalisiert ihre Absicht, sich dem Vorwurf zu entziehen, die Menschen in Gaza auszuhungern, während sie sie in Wirklichkeit am Leben erhalten», sagt Pascale Coissard, Notfall-Koordinatorin[1] von ‘Ärzte ohne Grenzen’ in Khan Yunis im Gazastreifen.

Die extrem-rechte Gruppe ‘Tzav 9’ und die Reservisten-Gruppe ‘Generation of Victory’ versuchen seit heute Morgen, die Lkws, die Hilfslieferungen und Lebensmittel in den Gazastreifen bringen sollen, zu behindern. Auf einem von ihnen in den sozialen Medien verbreiteten Video ist zu sehen, wie die Aktivisten langsam vor den Lkws hergehen und sie damit zwingen, in weniger als Schritt-Tempo zu fahren. Ein Aktivist wurde verhaftet, als er versuchte, die Strasse zu blockieren, ein zweiter, als er den Anweisungen der Polizei nicht folgte und sie an der Ausübung ihrer Pflicht hinderte. Da kann ich nur sagen: ‘Pfui!!!’
Die von der Hamas geleitete Zivilverteidigung in Gaza gab bekannt, dass über Nacht mindestens 45 Menschen durch israelische Angriffe getötet und Dutzende verletzt wurden. Unter den Opfern, von denen die meisten angeblich Kinder waren, habe sich auch ein einwöchiges Baby befunden. Diese Angaben sind leider nicht überprüfbar.
Die IDF gibt an, gestern mehr als 115 terroristische Ziele der Hamas in Gaza angegriffen zu haben. Mit einem gezielten Angriff wurde Mohammed Shaheen eliminiert, der aktiv an den Massakern vom 7. Oktober 2023 teilgenommen hatte. Die israelische Marine unterstützte die IAF bei den Angriffen im Norden des Gazastreifens.
Ein Kampfhubschrauber der IAF schoss gestern eine Rakete Richtung Gaza ab, die aber bereits über israelischem Gebiet in unmittelbarer Nähe des Grenzzauns niederging. Als Grund für diesen Fehlschuss wurde ein technisches Problem identifiziert. Der Vorfall wird weiter untersucht.
Bei einem gezielten Drohnenangriff in der Nähe der libanesischen Stadt Tyros wurde Hussein Nazih Barji neutralisiert. Barji war eines der erfahrensten Mitglieder der Hisbollah im Bereich der Forschung und Entwicklung von Waffen und war am Bau einer Raketen-Produktionsfabrik
[1] Die gestern auch von mir aufgrund von Berichten in verschiedenen Medien zitierte Meldung von Tom Fletcher, UNO-Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten wurde heute korrigiert. Es handelt sich tatsächlich um 14.000 Kinder zwischen sechs Monaten und fünf Jahren, die zwischen April 2025 und März 2026 unter schweren Mangelerscheinungen leiden könnten. Die Korrektur erfolgte erst auf Nachfrage einiger pro-israelischer Organisationen. Es tut mir leid, trotz umfangreicher Recherchen bin ich einer Fehlmeldung aufgesessen.
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