01. Siwan 5785
Die Hamas gibt bekannt, mit einem allgemeinen Rahmen des Deals zur Geiselfreilassung und zum Waffenstillstand einverstanden zu sein. Dazu gehören: ein dauerhafter Waffenstillstand, der vollständige Rückzug der israelischen Streitkräfte aus dem Gazastreifen, die Lieferung humanitärer Hilfe und die Einsetzung eines Komitees unabhängiger palästinensischer Technokraten, das nach Bekanntgabe des Abkommens die Regierungsgewalt im Gazastreifen anstelle der Hamas übernehmen soll. Die Vereinbarung sieht die Freilassung von zehn lebenden israelischen Geiseln sowie einer nicht näher bezeichneten Anzahl von Leichen getöteter Geiseln im Austausch gegen eine vereinbarte Anzahl palästinensischer Gefangener, die von den Vermittlern garantiert werden, vor.
Die Absage von Israel kommt eine halbe Stunde später. Eine nicht genannte Quelle erklärt: «Die Terrororganisation Hamas setzt ihre Propaganda und psychologische Kriegsführung fort. Der Vorschlag der Hamas ist sowohl für Israel als auch für die US-Regierung inakzeptabel. Wie Witkoff selbst vor zwei Tagen sagte, hält die Hamas weiterhin an ihrer Ablehnung fest, obwohl Israel dem Witkoff-Rahmenplan zugestimmt hat.»

Bei der von der Opposition geforderten Sitzung der Knesset, an der Netanyahu zwingend teilnehmen muss, bezichtigte Oppositionsführer Yair Lapid Netanyahu, die Beziehungen zwischen den USA und Israel ruiniert zu haben. «Ich habe Ihnen einmal gesagt, dass Sie das neue Amerika nicht mehr verstehen, dass Sie in den 1980er-Jahren stecken geblieben sind», erinnert Lapid. «Sie haben mit mir gestritten und gesagt, Sie seien noch auf dem neuesten Stand.» In den 80er-Jahren lebte Netanyahu in den USA und war Unternehmensberater und Eventmanager in seinem eigenen Unternehmen. Nach einem kurzen Intermezzo von 1980 bis 1982 war er Wirtschaftsmanager in Israel. Zwischen 1982 und 1988 war er stv. Botschafter in Washington und Botschafter Israels an der UNO. Lapid hat also völlig recht mit seinem Vorwurf. Der Job in der UNO war bisher der beste von Netanyahu, dann ging es nur mehr bergab.
Er fährt fort: „Die Diskussion ist vorbei – die Beziehungen waren noch nie so schlecht. Sie haben Trump verloren, die USA haben hinter Ihrem Rücken ein Abkommen mit den Houthis geschlossen, ohne dass Sie davon wussten. Der Präsident hat sich mit dem Präsidenten Syriens getroffen, ohne dass Sie davon wussten. Er hat die Beziehungen zu Erdogan wieder aufgenommen, ohne dass Sie davon wussten.»

Als ob es nicht noch schlimmer kommen könnte, streut Lapid Salz in eine offene Wunde: «Präsident Trump hat Sie nach Washington eingeladen, Ihnen mitgeteilt, dass er die Verhandlungen mit dem Iran wieder aufgenommen hat und sich nicht die Mühe gemacht, Sie auf den neuesten Stand zu bringen. Und dann hat er Sie vor die Kameras der ganzen Welt gesetzt und die Botschaft wiederholt.»

Der ehemalige PM Ehud Olmert entwickelt sich immer mehr zu einem Albtraum für die israelische Regierung. «Was ist das, wenn nicht ein Kriegsverbrechen?», fragt er provokativ bei einem CNN-Interview und fügt hinzu: «Wie kann ein seriöser Vertreter der israelischen Regierung so unverblümt sagen, dass wir den Gazastreifen aushungern sollen, dass die Grundversorgung mit lebensnotwendigen Gütern unterbunden werden soll?» Den Krieg als einen Krieg gegen die Hamas zu bezeichnen, ist schon lange obsolet. «Das sieht immer mehr nach einem politischen Krieg aus», sagt Olmert und beschuldigt Premierminister Benjamin Netanyahu und seine ‘Bande von Schlägern’, die Regierung zu diesen Massnahmen zu treiben. Laut Olmert können die Absichten der Regierung «nicht anders interpretiert werden als Kriegsverbrechen.»

Videos, die in den sozialen Medien kursieren, zeigen, dass Dutzende Gazaner erneut die einen Lkw ausgeraubt haben, der im Versorgungs-Zentrum bei Nuseirat abgeladen wurde. Die Hilfe war für Bewohner des nördlichen Gazastreifens vorgesehen.
Seit dem frühen Morgen wurden, so die Zivil-Verteidigung der palästinensischen Terror-Organisation Hamas, 16 Personen bei israelischen Angriffen getötet. Neun von ihnen waren Familienmitglieder von Osama al-Arbeed, einem lokalen Foto-Journalisten im Norden des Gazastreifens. Weitere sechs Mitglieder einer Familie wurden in der Nähe von Khan Younis getötet sowie 15 weitere verletzt. Die angeblichen Zahlen können nicht verifiziert werden.


Die IDF hat erneut den Flughafen von Sana’a bombardiert und dabei das letzte noch verbliebene Flugzeug der jemenitischen Fluglinie zerstört. Damit wurde den Houthi-Terroristen eine weitere Basis genommen, um ihre Terroristen zu transportieren und Waffen zu schmuggeln. «Ähnlich wie die Häfen von Hodeida und Salif, die letzte Woche von uns angegriffen wurden, wird auch der Hauptflughafen in Sana’a routinemäßig vom Houthi-Regime betrieben und für Terrorzwecke genutzt. Dies ist ein weiteres Beispiel für die missbräuchliche Nutzung ziviler Infrastruktur für Terroraktivitäten durch die Terrororganisation der Houthis», erklärte ein Sprecher der IDF.

Erneut haben jüdische Siedler-Terroristen in der Nacht im palästinensischen Dorf Rammun randaliert. Sie setzten mehrere Fahrzeuge in Brand und schmierten Graffiti auf einige Mauern. Eines hiess: «Grüsse von Tzeela. Rache!» Tzeela Gez war vor zwei Wochen auf dem Weg zum Krankenhaus von einem palästinensischen Terroristen erschossen worden. Es gab keine Berichte über Verletzte. Dass die jüdischen Siedler-Terroristen bei solchen Angriffen nicht festgenommen werden, ist leider schon eine Selbstverständlichkeit.





Am Tag 600 nach dem Massaker vom 7. Oktober 2023 blockierten heute Demonstranten den Ayalon, die Hauptverkehrsverbindung in Tel Aviv. Sie sprühten auf die Strasse «Die Entführten kommen heim. Die Regierung geht nach Hause!» Um 06:29, jener Minute, in der der Überfall auf den Süden Israels begann, begannen israelweit Veranstaltungen. Am Uhrenturm in Jaffa wurde eine riesige gelbe Schleife befestigt, menschliche ‘Geisel-Schleifen’ formierten sich auf den wichtigsten Kreuzungen des Landes, 58 gelbe Luftballons wurden an verschiedenen Orten in die Luft gelassen. Betroffene Eltern erklären, dass sie an einem Gesetzesentwurf arbeiten, der Neuwahlen fordert, weil sich die Regierung weigert, eine staatliche Untersuchungskommission zu bilden. Gegenüber dem Haus von Strategieminister Ron Dermer, der das israelische Verhandlungsteam führt, fanden Morgengebete statt. Seit er das Team vor 100 Tagen übernommen hat, wurde nur Edan Alexander freigelassen.
Kategorien:Israel
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