Krieg in Israel – Tag 606

7. Siwan 5785

Die IDF muss leider erneut den Tod von drei Soldaten bekannt geben. Staff Sgt. Lior Steinberg, 20, Staff. Sgt. Ofek Barhana, 20 und Staff Sgt. Omer Van Gelder, 22, s’’l, wurden Opfer einer Strassenbombe, die unter ihrem Humvee (High Mobility Multipurpose Wheeled Vehicle) explodierte. Der tödliche Vorfall ereignete sich in Jabaliya. Sie waren als Begleitschutz für ein militärisches Löschfahrzeug unterwegs, das ein Panzerfahrzeug löschen sollte. Drei weitere Soldaten im Fahrzeug wurden verletzt.

Oppositionsführer Yair Lapid wandte sich heute an die führenden Vertreter der ultraorthodoxen Gemeinschaft und erklärte, dass Netanyahu ‘sie getäuscht habe’. Er machte ihnen klar, dass es nur im Interesse des PM liege, den parlamentarischen Sommer zu überstehen und gleichzeitig vor Gericht zu stehen. «Netanyahu weiss, dass es kein Ausnahmegesetz geben wird; er spielt nur auf Zeit, um irgendwie die Knesset-Legislaturperiode im Sommer zu überstehen. Alles, was ihn interessiert ist, während seiner Vernehmung vor Gericht noch an der Macht zu sein, damit er weiterhin mitten in seiner Aussage ‚wichtige Notizen‘ erhalten kann. Er verkauft euch Märchen und leere Versprechungen und kann das Gesetz, das ihr wollt, nicht verabschieden

Nachdem der ehemalige hochrangige Berater und Kronzeuge im Prozess gegen Netanyahu, Nir Hefetz, dessen Gedächtnis als ‘phänomenal’ bezeichnet hatte, äusserte sich Staatsanwalt Yehonathan Tadmor sehr erstaunt.

Bei den polizeilichen Vernehmungen zu den Fällen 1000 und 2000 habe Netanyahu in steigender Frequenz 1.778 (!) Mal gesagt «Ich erinnere mich nicht.». Tadmor vermutet: «Ich behaupte, dass Sie ‚Ich erinnere mich nicht‘ gesagt haben, wenn es Ihnen gelegen kam.» Netanyahu darauf: «Nein, man kann sich doch nicht an jedes Detail erinnern, das schon länger zurückliegt.» Genau diese Fähigkeit hatte ihm Nir Hefetz zugeschrieben. Richterin Rivka Friedman Feldman unterbrach und fragte: «Als Sie sagten ‚Ich erinnere mich nicht‘, haben Sie das getan, um eine Antwort zu vermeiden?» Netanyahu antwortet nochmals: «Nein.» Dieses Intermezzo von Staatsanwalt Tadmor sollte, das ist klar, die Glaubwürdigkeit Netanyahus als Zeuge während des Kreuzverhörs untergraben. Das Kreuzverhör begann heute. Richterin Friedman-Feldman erinnerte Netanyahu zu Beginn, dass er auf jede Frage die völlige Wahrheit sagen müsse. In einem Telefonat mit dem US-amerikanischen Aussenminister sagte Netanyahu gestern Abend: «Die ganze Anklage und das Kreuzverhör sind ein Witz.»

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Der syrische Präsident Ahmed al-Sharaa wird im September vor der UN-Vollversammlung sprechen. Sollte es wirklich dazu kommen, wäre es die erste Rede eines syrischen Präsidenten seit dem Jahr 1967, als Nureddin al-Atassi nach dem Ende des Sechs-Tage-Krieges ans Rednerpult trat. Zunächst hatte Israel sich geweigert, mit dem ehemaligen Terroristen der al-Qaida Kontakt aufzunehmen. Nachdem jedoch US-Präsident Trump al-Sharaa während seines Besuches im Mittleren-Osten empfangen hatte, hat sich die Haltung Israels so weit geändert, dass es sogar bilaterale Geheimverhandlungen gibt.

Ein Vorfall – mehrere Meldungen

«Die Armee sagt, sie habe keine Gazaner am oder in der Nähe des GHF-Verteilungszentrums erschossen. Ein Offizieller räumt ein, dass Soldaten auf ‘mehrere Verdächtige’ in einem Kilometer Entfernung geschossen haben, besteht jedoch darauf, dass die Vorfälle nicht miteinander in Verbindung stehen. Mindestens 31 Palästinenser wurden am frühen Sonntagmorgen durch israelische Schüsse getötet und Dutzende verletzt, als sie auf dem Weg zu einer humanitären Hilfsverteilungsstelle im südlichen Gazastreifen waren, wie mehrere Zeugen und Hamas-Behörden angaben. Die israelischen Streitkräfte erklärten am späten Sonntagabend, sie hätten keine Gazaner an oder in der Nähe der Verteilungsstelle beschossen, und wiesen die ihrer Meinung nach falschen Anschuldigungen zurück».

Zunächst habe die IDF nicht ausdrücklich geleugnet, dass es Schüsse gab, dass aber keine Verletzungen bekannt seien. Später bestritt sie, überhaupt geschossen zu haben und verurteilte «falsche Berichte … einschliesslich schwerwiegender Vorwürfe gegen die IDF.» Noch später hiess es, es habe in der Nacht einen Vorfall gegeben, während dem Warnschüsse abgegeben wurden, es aber zwischen dem Vorfall und den Anschuldigungen keinen Zusammenhang gebe.

Die GHF belegt mit einem Video, dass keine palästinensischen Zivilisten erschossen wurden. «Berichte über Verletzte und Tote sind völlig falsch und erfunden», erklärte die Organisation und fügte ein etwa 15-minütiges Video von der Verteilung nach Tagesanbruch bei. «Die Hilfsgüter wurden erneut ohne Zwischenfälle verteilt.»

Das von der Hamas geführte Gesundheitsministerium gab an, dass 31 Menschen durch die IDF getötet und 170 weitere verletzt worden seien. Bei der Verteilungsstelle im Netzarim-Korridor wurde eine Person getötet und vier wurden verletzt.

Die AP zitiert Augenzeugen, die gesehen und gehört haben wollen, dass die IDF Tausende Menschen, die auf dem Weg zur Verteilungsstelle waren, aufforderte, zurückzugehen. Als die Menge an einem Kreisverkehr ankam, hätte die IDF das Feuer eröffnet.

Ärzte ohne Grenzen macht die GHF für das Chaos in Rafah verantwortlich. Das System sei unmenschlich, gefährlich und äusserst ineffektiv. «Patienten berichteten, dass sie von allen Seiten von Drohnen, Hubschraubern, Booten, Panzern und israelischen Soldaten am Boden beschossen wurden», erklärte ÄoG in einer Stellungnahme. «Dies hat zu Todesfällen und Verletzungen von Zivilisten geführt, die hätten verhindert werden können. Humanitäre Hilfe darf nur von humanitären Organisationen geleistet werden, die über die Kompetenz und Entschlossenheit verfügen, dies sicher und effektiv zu tun.»

Von der UNO-Menschenrechtskommission kam heute prompt der Vorwurf, die angeblichen tödlichen Vorfälle rund um das Verteiler-Zentrum der FGH stelle möglicherweise ein Kriegsverbrechen dar.

Unterdessen kritisierte der ehemalige PM Naftali Bennett die Regierung dafür, dass sie trotz der Berichterstattung in den internationalen Medien über den Vorfall keine Informationen über die Ereignisse in Rafah geliefert habe, abgesehen von einer früheren vagen Erklärung des Militärs. Er sagte, die internationalen Medien berichteten über eine „grosse Lüge. Israel hat keine öffentliche Diplomatie. Die Angelegenheit wird nicht geregelt“, sagte Bennett. Bennet kritisiert damit Netanyahu, der in den vergangenen Tagen mehrfach die Medien beschuldigt hatte, mit ihren Veröffentlichungen die Verleumdungen Israels in der Welt zu forcieren.

 



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