Krieg in Israel – Tag 618

19. Siwan 5785

Leider muss auch heute die IDF den Tod eines Soldaten bekannt geben. Sgt. First Class (res.)  Noam Shemesh, 21, s’’l, wurde Opfer eines Angriffs mit einer Panzer-Abwehr-Rakete bei einem Vorfall südlich von Khan Younis.

Das Büro des PM zitierte Netanyahu nach dem Besuch in Bat Yam, wo sieben Israelis bei einem iranischen Angriff getötet und Dutzende verletzt wurden: «Der Iran wird einen sehr hohen Preis für die vorsätzliche Ermordung von Zivilisten – Frauen und Kindern – zahlen. Wir werden unsere Ziele erreichen, und wir werden sie mit überwältigender Gewalt schlagen. Denken Sie darüber nach, was passieren würde, wenn der Iran eine Atomwaffe hätte, die er auf israelische Städte werfen könnte. Denken Sie daran, was passieren würde, wenn der Iran 20.000 Raketen wie diese hätte – nicht eine, sondern 20.000. Das ist eine existenzielle Bedrohung für Israel. Deshalb haben wir einen Verteidigungskrieg begonnen … und wir führen ihn mit aller Kraft. Unsere Soldaten, unsere Piloten, sind über dem Himmel des Iran», fährt er fort. «Im Namen des gesamten israelischen Volkes drücke ich meine Trauer über den Verlust von Menschenleben aus, der hier zu beklagen ist. Wir sind auf dem Weg zum Sieg.»

Präsident Isaac Herzog wandte sich an die morgen in Kanada zusammentreffenden Vertreter der G7: «Ich appelliere an die Staats- und Regierungschefs der G7, die morgen in Kanada zusammenkommen werden: Sie sollten alle an unserer Seite stehen, denn wenn Sie die Atomwaffen beseitigen wollen, sollten Sie besser mit uns zusammenarbeiten und dafür sorgen, dass der Iran seine Fähigkeiten nicht ausbaut – und dass unsere Region zu Frieden, Dialog, Koexistenz und Annäherung finden kann», erklärt Herzog vor der internationalen Presse vor Ort. Die Gruppe der sieben Nationen: Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Grossbritannien und die USA, werden sich morgen treffen. Herzog hält fest: «Unser Ziel ist es, die Realität im Nahen Osten zu verändern. Es kann nicht sein, dass das Reich des Bösen weiterhin angreift und angreift, seine Stellvertreter und seinen Terror, seine Raketen schickt und natürlich nukleare Fähigkeiten entwickelt, die für die Menschheit die gefährlichste Fähigkeit darstellen. Wir verteidigen also nicht nur Israel, sondern den Nahen Osten, die Menschheit selbst, den Weltfrieden», sagte der Präsident. «Der Iran hat beschlossen, Zivilisten anzugreifen, egal wo und egal wie. Und wir werden uns natürlich weiterhin verteidigen», fügte Herzog hinzu.

Auch wenn der Krieg Israel-Iran ein regionaler Krieg zu sein scheint, darf man die eigentlichen Hintergründe nicht vergessen. Es sind nicht die Palästinenser, die, wie man immer behauptet, im Mittelpunkt der iranischen Angriffe stehen. Es ist nicht die Unterstützung der palästinensischen Bemühungen um einen eigenen Staat.  Tatsächlich ist es das Bestreben des Irans, Israel zu zerstören und alle Juden weltweit zu töten. Das Wort ‘Islam’ mit dem arabischen ‘Salam’ und dem hebräischen ‘Shalom’ in Verbindung zu bringen, ist falsch. Islam bedeutet: Bindung an Allah, Unterwerfung und Hingabe an Allah. Der Djihad hat nur ein Ziel: den Islam zur Weltreligion zu machen. Weltweit helfen fundamentalistische Gruppen dabei, diesen Krieg zu unterstützen. Israel, das Land, das umgeben ist von muslimischen Staaten, ist die erste Bastion gegen den Djihad für den Westen

Der rechtsradikal-extreme Polit-Hooligan Ben-Gvir meldet sich via Video medienwirksam und dümmlich aus einer zerstörten Wohnung in Bad Yam. Seine Botschaft an die Welt, ohne tröstende Worte für die Hinterbliebenen der Opfer: «Wir sind uns damit [den Angriffen Israels auf den Iran] im Reinen … und so Gott will, wird der Staat Israel siegen.» Ben-Gvir lobt die Sicherheitsdienste und sagt, dass Israelis bei Angriffen in ihre Schutzräume gehen sollten, weil das Leben rettet. «Wir sehen es immer wieder, sogar hier in diesem Gebäude – achten Sie auf das, was von dem Gebäude übrig ist, nur der geschützte Bereich. Begeben Sie sich in die geschützten Bereiche.»

Der vor wenigen Wochen entlassene IDF-Sprecher Daniel Hagari wurde auf Bitte seines Nachfolgers, Effie Defrin, wieder in den Dienst zurückbeordert. Hagari wird einem Zentralkommando in der Einheit des IDF-Sprechers vorstehen. Hagari, der im Amt sehr populär war, war entlassen worden, nachdem er öffentlich Politiker kritisiert hatte.

Der iranische Aussenminister, Abbas Araghchi, betonte, dass die Angriffe des Irans unmittelbar nach dem Ende der israelischen Aggressionen beendet sein werden. Von den USA erwartet der Iran eine klare Verurteilung Israels als ‘Zeichen des guten Willens’.

Eine offenbar aus dem Iran heranfliegende Drohne wurden von der IAF über der Arava Wüste abgefangen. Zuvor war der Alarm in mehreren Orten ausgelöst worden.

Bei den Angriffen in der Nacht erlitt die Ölraffinerie in Haifa Schäden an Pipelines und Verbindungen zwischen den Produktionsstätten in Bazan und Haifa. Die Produktion geht in eingeschränktem Umfang weiter, einige Teilbereiche mussten geschlossen werden. Wann die Produktion wieder normal hochgefahren werden kann, wird derzeit überprüft. Umweltschäden sind nicht zu erwarten.

Die IDF hat die iranischen Bürger im Umfeld einer Waffenproduktions-Fabrik in Teheran aufgefordert, sich aus der Umgebung der Fabrik zu evakuieren. VM Israel Katz, das Sprachrohr der Regierung Netanyahus erklärte: «Wir werden die Unternehmen weiter angreifen und wir werden die iranische Schlange in Teheran und an jedem Ort häuten (!). Wir werden alle Nuklearanlagen und alle Waffensysteme zerstören. Der iranische Diktator will Teheran in Beirut umwandeln. Seine Bewohner sollen Geiseln des Regimes werden, um dieses an der Macht zu erhalten. Das werden wir verhindern.»

Die Bewohner des teilweise eingestürzten Hochhauses in Bat Yam, die sich in den Schutzräumen aufhielten, überlebten den Volltreffer durch eine Rakete unverletzt. Im eingestürzten Teil des Gebäudes wurden sieben Personen getötet und mehr als 200 verletzt. Wo sie sich zum Zeitpunkt des Einschlags aufgehalten haben, ist nicht bekannt. Mindestens sechs Menschen werden noch vermisst. Das Gebäude verfügte über einen Schutzraum auf jeder Etage und einen Bunkerraum im Untergeschoss. Vier der sechs vermissten Personen wurden mittlerweile in einem Krankenhaus gemeldet. 

Ein zweiter Volltreffer zerstörte ein Haus in der arabischen Stadt Tamra, östlich von Haifa. Vier Personen, allesamt Frauen einer Familie, wurden durch den Angriff getötet. Jüdische Hooligans aus Mitzpeh Aviv stimmten Freudengesänge an, in denen sie den Iran aufforderten, weitere Raketen auf die Stadt zu schicken. Oppositionspolitiker verurteilten die jüdischen Hooligans auf das Schärfste. «Das ist nicht unsere Art! Während der letzten langen Monate hat die arabische Gesellschaft Solidarität und Partnerschaft gezeigt. Daheim und an der Kriegsfront. Heute schicken wir unsere Kondolenz an die Familien der Getöteten und beten für die Sicherheit aller Bürger.»

Angesichts der Toten in der arabischen Stadt Tamra beklagt MK Ayman Odeh, der Vorsitzende der arabischen Partei Hadash-Ta’al, dass die Regierung zu wenig öffentliche Schutzräume für die Bewohner der arabischen Orte bereitstellt. «Tamra ist kein Dorf, es ist eine kleine Stadt mit mehr als 37.000 Einwohnern. Und es hat keinen einzigen Schutzraum. Der harte Preis der Vernachlässigung der arabischen Bevölkerung wird angesichts des Krieges vor unseren Augen sichtbar. Der Krieg unterscheidet nicht zwischen Blut und Blut. Aber der Staat unterscheidet zwischen Blut und Blut, das ist unverantwortlich.»

Präsident Isaac Herzog kündigte seinen Besuch der arabisch-israelischen Stadt Tamra an. «Ich beabsichtige, in naher Zukunft die Stadt Tamra zu besuchen, um den Familien der Opfer und den Verletzten beizustehen und sie in dieser schweren Zeit zu unterstützen», fährt er fort. «Bei diesem brutalen Angriff wurden unsere Brüder und Schwestern – Juden und Araber, Kinder und Erwachsene – unterschiedslos getötet und verletzt. Der Iran unterscheidet nicht zwischen verschiedenen Blutgruppen; er nimmt Unschuldige ins Visier und fügt ihnen Leid zu. Seit heute Morgen stehe ich in ständigem Kontakt mit dem Bürgermeister von Tamra, Moussa Abu Roumi, nach dem schrecklichen Vorfall, der sich letzte Nacht infolge des iranischen Raketenangriffs ereignet hat.» 

Die Rauchwolke nachdem das Tankflugzeug getroffen wurde

Die IDF gab am späten Nachmittag bekannt, ein iranisches Tankflugzeug auf dem Flughafen von Mashhad im Norden des Irans angegriffen und zerstört zu haben. Mashhad liegt 2.300 km entfernt von Israel und ist das am weitesten entfernte Ziel seit Beginn des Krieges. «Die IAF arbeitet daran, im gesamten Iran die Lufthoheit zu erreichen.»

Auch Präsident Donald Trump meldete sich heute zu Wort. Es sei möglich, dass sich die USA in den Kampf ‘einmischen’ werden und dass er einer Vermittlung durch Wladimir Putin durchaus ‘offen’ gegenüberstehe. «Er ist bereit. Er hat mich deswegen angerufen. Wir haben lange darüber gesprochen.» Tatsächlich fand heute ein 50-Minuten Gespräch der beiden statt, ohne dass Ergebnisse bekannt wurden. Anlässlich des Besuches einer Feier zum 250. Jahrtages der Gründung der US-Streitkräfte, lobte sich Trump wieder einmal selbst über den grünen Klee.  Seine Rede endete mit den Worten «Let’s make the Middle East great again!»



Kategorien:Israel, Politik

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