23. Siwan 5785
Die EL AL kündigt für heute zwei Langstrecken-Flüge aus Bangkok und New York an. Die Passagiere wurden bereits über die Abflugzeiten am Abend informiert. Für Freitag sind insgesamt 14 Landungen in Ben-Gurion geplant. Für die kommende Woche sind Heimflüge aus London, Paris, Larnaca, Athen, Rom, New York, Los Angeles und Bangkok angekündigt. Wer seinen Abflugort ändern will, kann das ab heute mit einem online verfügbaren Formular tun.
Yair Golan, Vorsitzender der ‘Demokraten’, besuchte heute die arabischen Gemeinden Nazareth, Shibli und Shefa-Am’r im Norden des Landes. Es gebe, so betonte er, immer noch grosse Lücken zwischen den Schutz-Massnahmen der jüdischen und der arabischen Gesellschaft, zwischen dem Zentrum und der Peripherie. «Als Kommandeur des Heimatfrontkommandos habe ich vor 15 Jahren einen einfachen, aber dramatischen Schritt empfohlen: eine Milliarde Schekel (290 Millionen Dollar) pro Jahr für den Schutz der Zivilbevölkerung bereitzustellen. Ein winziger Betrag im Vergleich zum Staatshaushalt, der die Lücken im Schutz erheblich verringern würde», fährt er fort.
«Mit einer Milliarde Schekel pro Jahr würden wir jedes Jahr etwa 10.000 zusätzliche Schutzräume schaffen. Über einen Zeitraum von 15 Jahren kämen so etwa 150.000 zusätzliche geschützte Wohneinheiten hinzu, vor allem in der Peripherie und in benachteiligten Gebieten. Diese Vernachlässigung muss aufhören.»


Am frühen Nachmittag hat die IAF einen ‘Schwer-Wasser-Reaktor’ in Arak zerstört. Der Reaktor befand sich noch im Bau und sollte, entsprechend einer Information an die IAEA, im kommenden Jahr ans Netz gehen. Zuvor hatte die IDF eine dringende Evakuierungsaufforderung an die Einwohner des Gebietes um Arak ausgegeben.
Der seit dem letzten Sommer in Israel verbotene TV-Sender Al-Jazeera hat Filmmaterial ausländischer Agenturen ausgestrahlt. Die Filme lokalisieren und zeigen die genauen Orte, an denen iranische Raketen eingeschlagen sind. Die Ausstrahlung der Filme wurde von der Polizei gestoppt. Die Entscheidung wurde «in Übereinstimmung mit der Politik des Ministers für nationale Sicherheit Ben-Gvir und auf Anweisung des Polizeipräsidenten Danny Levy», getroffen, so ein Polizeisprecher. Ben-Gvir hat versprochen, gegen ausländische Medien vorzugehen, die die Standorte von Raketeneinschlägen übertragen. «Sendungen, die genau zeigen, wo die Raketen auf dem Staat Israel einschlagen, sind eine Gefahr für die Sicherheit des Staates», sagte Ben-Gvir am Ort des Einschlags in Petah Tikwa vom Dienstag. Wenn der Iran den genauen Einschlags-Ort kennt, kann er die nachfolgenden Raketen präziser einstellen. Al-Jazeera betreibt damit Spionage zugunsten des Irans.
Libanesischen Medien zufolge wurde heute Vormittag in Houla im südlichen Libanon von der IAF ein Pkw mit einer Drohne gezielt angegriffen. Dabei wurde der Fahrer des Fahrzeugs getötet. Nähere Einzelheiten wurden noch nicht bekannt.

Das ‘Home Front Command’ der IDF teilte mit, dass der Iran heute mindestens eine Langstreckenrakete mit einem Streubombenkopf auf Zentralisrael abgefeuert hat. Der Bombenkopf öffnet sich während des Sinkflugs der Rakete in einer Höhe von 7 km und wirft dabei etwa 20 kleinere, ungesteuerte Raketen ab. In Azor, in der Umgebung von Tel Aviv, schlug eine solche kleine Rakete in ein Haus ein und richtete dort einige Schäden an. Es wird dringend gewarnt, sich den Raketen zu nähern, wenn sie auf offenem Gelände abstürzen. Es besteht die Gefahr einer spontanen Explosion.

In einer Foto-Kollage machen Familienangehörige darauf aufmerksam, dass die noch in Gaza befindlichen Geiseln keinen Bunker haben. Die Kollage wurde von der Gruppe ‘Shift 101’ gestaltet, deren Ziel es ist, auch zu Kriegszeiten wie jetzt die Geiseln nicht aus der öffentlichen Aufmerksamkeit zu verdrängen.




Das Soroka Krankenhaus in Beer Sheba wurde in weiten Teilen durch die iranischen Angriffe in der Nacht stark zerstört. Der alte Operationsbereich wurde direkt getroffen. Das Gebäude war bereits vor Tagen völlig evakuiert worden. Auch andere Flügel des Spitals wurden in Mitleidenschaft gezogen. Der Chef des Krankenhauses, Prof. Shlomi Kodesh erklärte, dass sich sämtliche Patienten und Mitarbeiter seit Tagen in den unterirdischen und gesicherten Räumen aufhalten. Die Iranische Revolutions Garde hat erklärt, der Beschuss hätte nicht dem Spital, sondern der ‘benachbarten Militärbasis’ gegolten. Diese Basis ist allerdings erst im Aufbau und zwei Kilometer entfernt. Iranische Behauptungen, dass das Spital militärischen Zwecken dient, bezeichnet die IDF als ‘falsch’.
Als eine Reaktion auf den Beschuss des Soroka Spitals in der vergangenen Nacht, wies das Gesundheitsministerium die Spitäler in ganz Israel an, die Aufenthaltszeiten von Patienten deutlich zu kürzen. So müssen ab sofort Frauen 12 Stunden nach einer Geburt das Krankenhaus verlassen, im Gegensatz zu derzeit 36 Stunden nach einer ‘normalen’ Geburt und 48 Stunden nach einem Kaiserschnitt. Auch die Vorbereitungen für eine Massenevakuierung müssen sofort überarbeitet und wenn nötig nachgebessert werden. Die Öffentlichkeit wurde aufgefordert, Krankenhäuser nur in echten Notfällen aufzusuchen.
Bei einem direkten Treffer in Holon wurde ein Haus völlig zerstört. Auch die umliegenden Gebäude trugen teils starke Schäden davon. Den Rettungsteams gelang es, alle in den zerstörten Wohnungen und Schutzräumen gefangenen Menschen zu retten. 16 Personen wurden verletzt, drei von ihnen schwer.

In einem nicht näher genannten Ort in Samaria stürzte ein Teilstück einer iranischen Rakete in der Grösse eines Busses ab. Mitglieder der Regionalverwaltung beklagten, dass weite Teile von Samaria und Judäa dem iranischen Bombenhagel nahezu schutzlos ausgeliefert seien. Immer wieder sind Reste von Raketen über Samaria abgestürzt, in den letzten Tagen wurden eine Synagoge, ein Kindergarten, ein Schulhof und einige Häuser getroffen. Alle entsprechenden Anfragen an die Regierung blieben bisher unbeantwortet. «Wir erwarten von der Regierung, dass sie in diesen schwierigen Zeiten den Bau öffentlicher Schutzräume genehmigt, so wie es erforderlich ist und wie es im ganzen Land bereits geschehen ist. Ich fordere den Premierminister und den Verteidigungsminister auf, einen Notfallplan zur Finanzierung von Schutzbauten in jungen Siedlungen zu genehmigen und einen Befestigungsplan im Format des Programms ‚Nördlicher Schutzschild‘ für die Bewohner von Judäa und Samaria zu genehmigen. Wir befinden uns in jeder Hinsicht an der Frontlinie – und es ist an der Zeit, dass der Staat dies anerkennt, auch in seinem Haushalt. Das Leben eines Kindes in Samaria ist nicht weniger wert, als in Israel.»
Bei den Angriffen in den frühen Morgenstunden wurden insgesamt 271 Personen verwundet. Die meisten von ihnen wurden auf dem Weg in den Schutzraum entweder von der Druckwelle oder von Shrapnells verletzt. Die Patienten des Soroka Spitals wurden in andere Spitäler verlegt.

Erziehungsminister Yoav Kisch betonte, dass die Schulen nicht in den normalen Modus zurückkehren werden, bevor die Situation für alle, Schüler und Lehrer, sicher ist. Bis dahin müsse man den Unterricht, so gut es ging, via Zoom oder anderen Medien aufrechterhalten. Auch Kindergärten sind derzeit geschlossen. In der Nacht war auch ein Kindergarten von einer iranischen Rakete getroffen worden.
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