Krieg in Israel – Tag 660

2. Av 5785

Leider muss auch heute die IDF den Tod von drei Soldaten bekanntgeben. Cpt. Amir Saad, 22 und Sgt. Inon Nuriel Vana, 20, s’’l, verloren ihr Leben, als ihr Panzerwagen von einem Sprengsatz getroffen wurde. Der Sprengsatz wurde von Hamas-Terroristen, die plötzlich aus einem Tunnel auftauchten, zur Explosion gebracht. Die Soldaten transportierten Ersatzteile für die Ausrüstung in der Nähe von Khan Younis. Sgt. Maj. (res.) Betzalel Yehoshua Mosbacher, 32, s’’l, verlor den Kampf gegen seine schweren Verletzungen, die er in der vergangenen Woche erlitt.

Drei Soldaten, die bereits mehrfach in Gaza gedient hatten, wurden von den Kampftruppen ausgeschlossen und zu 12 Tagen Militärhaft verurteilt. Sie hatten sich geweigert, erneut nach Gaza einzurücken. Ein vierter Soldat erhielt keine Strafe. Als Grund für ihre Weigerung gaben sie an, an einer ‘schweren inneren Krise’ zu leiden. Der Militärpsychologe, dem sie vorgestellt wurden, befand sie als unbelastet und problemlos einsetzbar. Wehrdienstverweigerung wird vor allem während laufender Kampfhandlungen als schwerwiegend angesehen und wird mit aller Härte verfolgt.

Dieses Restaurant bitte dringend meiden! Der israelisch-amerikanische Cellist und Dirigent Amit Peled, 52, wollte mit zwei Kollegen, Hagai Shaham (Violine) und Julia Gurvitch (Klavier) vor einem Konzert Pizza essen. Als der Kellner auf eine entsprechende Nachfrage erfuhr, dass seine Gäste Hebräisch sprachen, schaute er sie scharf an und warf sie aus dem Restaurant: «In dem Fall, haut ab. Ich werde euch nichts zu Essen bringen.» Nach dem ersten Schock, so Peled auf seiner Facebook Seite, kam der zweite, noch grössere. Die anderen Gäste schauten kurz auf, der eine oder andere sogar betroffen, «Willkommen in Europa, 2025!» Beim Ramazotti in Wien handelt es sich um ein von Abd el-Hay Aly Ibrahim betriebenes Restaurant.Der Chef war für niemanden erreichbar, der Mitarbeiter bestreitet, dass es einen derartigen Vorfall gab.Die Wiener Landespolizeidirektion untersucht den Fall.

IDF und COGAT haben der Initiative der VAE zugestimmt, eine Wasserleitung von der ägyptischen Entsalzungsanlage in die Region al-Mawasi zu legen. Mit der Installation der Anlage wird in den kommenden Tagen begonnen. Sie wird in wenigen Wochen einsatzbereit sein und dann etwa 600.000 Menschen mit Trinkwasser versorgen. Die VAE haben heute mit der Lieferung der Bauteile nach Israel begonnen. Sie wurden am Güterübergang Kerem Shalom abgefertigt.

Man sollte doch glauben, dass die Ankündigung von ‘humanitären Waffenpausen’ etwas ist, was jeder PM freudig tut, um sich in der Öffentlichkeit ein paar Pluspunkte zu holen. Nicht so Netanyahu. Er überliess es der IDF, zu verkünden, dass in designierten Regionen von Gaza zwischen 10:00 vormittags und 20:00 Uhr abends die Auslieferung von Lebensmitteln und Hilfsgütern möglich sein wird. Diese neue Regelung gilt bis auf Weiteres. Damit herrscht in weiten Teilen Gazas eine de facto Waffenruhe, und das, ohne dass eine einzige Geisel freigelassen wurde. Netanyahu begründete dies damit, dass ‘das von grossen Teilen der Öffentlichkeit nicht akzeptiert wird’. Omer Dostri, der seit August 2024 bis Anfang Juli als Chefsprecher von Netanyahu fungierte, gab heute dazu ein Interview mit Radio ‘Kan Reshet Bet’: «Da die IDF tatsächlich verantwortlich ist, ist es sinnvoll, dass sie auch die Informationen verbreitet.» Dostri räumte ein, dass die Entscheidung über die lokalen Waffenstillstände von Netanyahu getroffen wurde und sagte, dass der Ministerpräsident möglicherweise noch am Sonntag eine Videoerklärung abgeben werde, um die Entscheidung zu erläutern. Dostri fuhr fort: «Das Büro des Premierministers verfügt über keine ‘funktionierende’ Abteilung für öffentliche Diplomatie („Hasbara“). Daher kann Israel nicht wirksam gegen die seiner Meinung nach ‘falschen’ Kampagnen über die Lage in Gaza vorgehen.» Auf die Frage, warum der PM während der Operation gegen den Iran keine Interviews mit israelischen TV-Sendern gegeben hat (ausser mit dem TV-Sender 14, der ihm zutiefst verbunden ist) antwortete Dostri: «Der Ministerpräsident hat in der Vergangenheit negative Erfahrungen mit solchen Interviews gemacht und sie daher lieber vermeiden wollen.» Dostri beschreibt eine unglaubliche Heuchelei des PM! Der einzige der sich öffentlich aufregt, ist der rechtsextreme-nationalistische Ben-Gvir: «Am Samstagabend wurde ich von einer Quelle im Büro des Premierministers darüber informiert, dass während des Shabbats eine Sicherheitsberatung ohne mich stattfand, in der beschlossen wurde, die Mengen der ‚humanitären‘ Hilfe für Gaza zu erhöhen. Es hat sich herausgestellt, dass der ‚alternative Weg‘ [zur Befreiung der Geiseln, s. gestern] darin besteht, sich der Hamas und ihren betrügerischen Kampagnen zu ergeben und die humanitäre Hilfe zu erhöhen, die sie direkt erreicht.»

Nach dem Beginn der humanitären Waffenruhe, die auch Gaza-Stadt betrifft, die dazu beitragen soll, dass die Versorgungslage für Gaza sich deutlich verbessert, zeigt sich die Hamas kompromissbereiter, was ihre Forderungen für einen Geisel-Deal betrifft. Die saudische Zeitung ‘al-Hadath’ berichtete, dass die Hamas ihre Bereitschaft gezeigt hätte, eine Lösung für die noch offenen Fragen zu erreichen. COGAT hat in Zusammenarbeit mit der Stromversorgungsgesellschaft eine Verbindung an die südliche Entsalzungsanlage angeschlossen. Statt bisher 2.000 m3 soll die Leistung auf rund 20.000 m3 gesteigert werden. Damit soll der Wasserbedarf von rund 900.000 Einwohnern pro Tag gedeckt werden.

Lt. Col. Or Ben Yehuda, 36, lebt in Zentralisrael. Sie ist Mutter von einem neun Jahre alten Sohn und sieben Jahre alten Zwillingsmädchen. Sie steht möglicherweise am Ende ihrer Karriereleiter. Nach zwei herausfordernden Jahren hat sie alles erreicht, von dem sie nie glaubte, es erreichen zu können. Ben Yehuda ist Kommandantin des ‘Caracal Bataillons’.

  • 2007 begann sie bei der kämpfenden Einheit bei Caracal, der ersten gemischten Infanterie-Einheit. Sie absolvierte einen Kurs nach dem anderen.
  • 2012 beschloss sie, die IDF zu verlassen, aber schon drei Monate später meldete sie sich während der Operation ‘Pillar of Defense’ zum Reservedienst. Überzeugt, dass sie eine ausgezeichnete Soldatin ist, bot die IDF ihr eine Festanstellung als Kommandantin einer Infanterieeinheit.
  • 2014 wurde sie bei einer Operation im Sinai leicht verwundet. Doch nur zwei Monate später kehrte sie zurück. Ihre Mutter, Prof. Dina Ben Yehuda, selbst eine dekorierte Offizierin, überreicht ihr eine Auszeichnung des Generalstabschefs. Ben Yehuda absolvierte weitere Aus- und Fortbildungen und diente später als Stabschefin des Kommandanten des Zentralkommandos.
  • 2023 nur drei Monate vor dem Massaker, wurde sie zum ‘Lieutenant Colonel’ befördert und zur Kommandantin von Caracal. Damit war sie die erste Kommandantin eines Infanterie Bataillons.

Am Morgen des 7. Oktobers lagen sie an der Grenze zu Ägypten. Sie übernahm die Verantwortung und führte ihr Bataillon zur Südgrenze von Gaza, wo sie die Hamas bekämpfte und so gut es ging, die Zivilisten schützte. In den ersten drei Monaten sah sie ihre Kinder kaum. Bei einem Telefonat sagten die Kinder zu: «Alles ist ok bei uns, komm heim, wenn du den Krieg gewonnen hast!»

Während des gesamten Krieges war immer eine Einheit von Caracal in Gaza aktiv, während die anderen Einheiten die Grenze zu Ägypten sicherten. Hunderte Drohnen, die Waffen und anderes nach Gaza schmuggeln sollten, wurden von ihnen zerstört.

Am meisten bewegt sie jedoch, wenn sie über die Soldaten spricht, von denen etwa 70 % Frauen sind, die sie befehligen durfte. «Die Mission steht an erster Stelle, aber die Menschen sind unsere Stärke», sagt sie. «Letztendlich steht die Mission über allem – aber es sind die Menschen, die sie möglich machen. Dieses Bataillon arbeitet mit stiller Würde, Entschlossenheit und einem Feuer in den Augen. Ich bin so stolz auf sie. Ohne sie bin ich nichts. Sie sind das Original.»

Jetzt hat Ben Yehuda die IDF verlassen, um ein Studium zu beginnen. Aber sie weiss, sie wird wiederkommen! Viel Glück, Or und Yishar Koach!



Kategorien:Israel, Politik

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