Krieg in Israel – Tag 665

7. Aw 5785

Erstmals wurde heute einer Gruppe von IDF-Soldaten, die in israelische Flaggen gehüllt das KZ Auschwitz-Birkenau betreten wollten, der Zutritt mit den Flaggen verwehrt. Der Delegation mit 180 Offizieren und Sicherheitsbeamten nahmen am Holocaust-Gedenkprogramm ‘Zeugen in Uniform’ teil. Die Soldaten mussten die Flaggen beim Eingang abgeben. Sie berichten, dass die Situation angespannt und demütigend war, und werfen der Polizei vor, dass die Entscheidung aus antisemitischen Motiven getroffen wurde. «Noch nie wurde eine Zeremonie abgebrochen – weder in Treblinka, Warschau noch Majdanek. Das zeigt, dass wir in Europa immer noch gegen Antisemitismus kämpfen müssen und dass es immer noch Menschen gibt, die versuchen, die zionistische Geschichtsdarstellung und die Heiligkeit dieses Ortes für uns zu verändern.»

Der Palästinensische Djihad hat erneut ein Geisel-Video veröffentlicht. Zu sehen ist Rom Braslavski, 21. Die Familie erlaubte nur die Veröffentlichung eines Standbildes, nicht aber des ganzen Videos. Wann genau das Video aufgenommen wurde, kann nicht belegt werden. Die Terror-Gruppe hatte vor einiger Zeit behauptet, den Kontakt zu seinen Bewachern aufgrund von israelischem Beschuss verloren zu haben. Die Familie kommentierte das Video: «Ich möchte alle, die über Hunger gesprochen haben, fragen: Haben Sie unseren Rom gesehen? Er bekommt weder Essen noch Medikamente. Er wurde dort einfach vergessen. Ein Sechs-Minuten-Video – das war alles, was Rom brauchte, um vor der Kamera zusammenzubrechen. Aber Rom ist schon seit 664 Tagen dort. Sie haben es geschafft, Rom zu brechen. Selbst der stärkste Mensch hat eine Schwachstelle. Rom ist ein Beispiel für alle Geiseln. Sie müssen alle jetzt nach Hause gebracht werden.»

Der rechtsradikal-nationalistische Smotrich, de facto ‘Gouverneur’ über Samaria und Judäa, wandte sich an Netanyahu: «Wenn Sie die historische Chance verpassen, die israelische Souveränität über Judäa und Samaria sowie den Gazastreifen durchzusetzen [zu annektieren] und das Land, das Volk und unsere Herzen wieder zu vereinen, wird Ihnen die Geschichte das nicht verzeihen.» Die vom endgültigen Aus bedrohten Verhandlungen zum Geiselabkommen und Waffenstillstand kommentierte er: «Es gibt eine Grenze, wie weit wir unsere nationale Würde erniedrigen und diese Nazis um ein Abkommen anflehen können. Wie viel mehr können wir noch nachgeben und uns von der Hamas verspotten lassen? Ich sage hier ganz klar: Es wird keine Verhandlungen mit der Hamas über ein Teilabkommen mehr geben. Das einzig akzeptable Abkommen ist ihre vollständige Kapitulation, die bedingungslose Rückgabe aller unserer Geiseln, die Entwaffnung, die Entmilitarisierung des Gazastreifens, die Verbannung der Hamas-Führung und die Erlaubnis für alle, die den Gazastreifen verlassen wollen, dies zu tun.»

Das Regierungsschiff sinkt und der Kapitän harrt aus…….. © Amos Biderman

Der deutsche Aussenminister Johann Wadephul, hält sich derzeit in Jerusalem auf. Er zeigt sich besorgt, dass Israel aufgrund der weltweiten Empörung Gefahr läuft, diplomatisch isoliert zu werden. «Israel muss immer Freunde, Partner und Unterstützer in der internationalen Gemeinschaft finden. Und das ist in der aktuellen Situation gefährdet. Und wenn es ein Land gibt, das die Verantwortung hat, dies zu verhindern, dann ist es meiner Meinung nach Deutschland. »Wadephul traf nach seiner Landung in Israel am Nachmittag Netanyahu und seinen Amtskollegen Sa’ar. Heute wird er nach Samaria und Judäa reisen.

Bei einer Demonstration in Tel Aviv versammelten sich etwa 1.000 Menschen, um gegen den andauernden Krieg in Gaza zu demonstrieren. Die Demonstration wurde von israelisch-palästinensischen Friedensaktivisten und Menschenrechtsgruppen organisiert. Die Redner wandten sich auch gegen die Freilassung eines jüdischen Siedler-Terroristen, dem vorgeworfen wird, einen Palästinenser erschossen zu haben (s. gestern), während Familienmitglieder des Opfers nach wie vor in Haft sind. Der bekannte Schauspieler Yossi Zabari wirft Israel explizit Völkermord vor, « das Wort, das uns mehr Angst macht als die Tat selbst», wie er sagt. Rula Daoud, Mitvorsitzende der binationalen sozialistischen Gruppe ‘Standing together’ ruft zu einem gemeinsamen Kampf von Juden und Arabern auf, «um das öffentliche Leben hier zu sabotieren, bis die Regierung zusammenbricht. Wir dürfen nicht denken, dass es nicht unsere Verantwortung ist und dass wir nichts tun können, denn es ist möglich, sich zu weigern, und es ist eine Pflicht.» Morgen werden sie am prominenten Dizengoff-Platz ein ‘Kampfzelt’ aufstellen und Störaktionen durchführen. «Wir werden nicht aufhören, bis der Vernichtungskrieg vorbei ist und diese todbringende Regierung verschwunden ist.»

US Botschafter Huckabee und Sonderbeauftragter Witkoff werden heute gemeinsam den Gazastreifen besuchen, bevor die USA einen neuen Plan entwickeln, wie die Hilfsgüter in Gaza besser verteilt werden können. Um das zu entscheiden, besuchen sie einige der Verteiler-Zentren. Zuvor hatten sie ein ‘sehr produktives Treffen’ mit Netanyahu, wie die Pressesprecherin Karoline Leavitt mitteilte. Vorgesehen ist auch ein Treffen mit Gazanern, um «aus erster Hand von der dramatischen Lage vor Ort zu erfahren», sagt Leavitt. Unmittelbar danach werden sie Trump informieren, wie der endgültige Plan aussehen wird. Die neuen Zentren werden völlig offen sein, es wird keine Zugangskontrolle geben. Für die Sicherheit soll ausschliesslich Israel zuständig sein. Das bedeutet eine nicht vorhersehbare Gefährdung für die Soldaten.

Nach dem Besuch zeigte sich Huckabee sichtlich begeistert über die ‘unglaubliche Leistung’ die die GHF in Gaza vollbringt. Huckabee twitterte offiziell: «Wir sind nach Gaza gereist, um die Wahrheit über die Hilfsstandorte der GHF zu erfahren, die wegen ihrer Unfähigkeit, die humanitäre Krise wesentlich zu lindern, und wegen Berichten über Schüsse der israelischen Armee in der Nähe der Verteilungsstellen für Kontroversen gesorgt haben. Wir wurden von der israelischen Armee informiert und haben mit Menschen vor Ort gesprochen.» Auf seinem privaten Account twitterte er: «Die Hamas hasst die GHF, weil sie Lebensmittel an Menschen verteilt, ohne dass diese von der Hamas geplündert werden. Über 100 Millionen Mahlzeiten wurden in zwei Monaten serviert.» Kein Wort zu den Hunderten Toten, die im Zusammenhang mit GHF getötet wurden, an deren Tod Israel schuld sein soll, wie die UNO heute behauptete. Fünf Stunden sei er in Gaza gewesen, um sich ein klares Bild zu machen und dies an Trump weiterleiten zu können. Kein Wort darüber, dass in den Hilfspaketen hauptsächlich Trockennahrung ist, die nicht hilfreich ist, weil es meist weder Strom noch Wasser gibt, um diese zu kochen. Kein Wort darüber, dass es keine gezielte Nahrung für Babys gibt. Immer nur ein schönes Bild zeichnen, wie Trump es liebt und will.

Bei einer von der IDF organisierten Pressetour durch Beit Hanoun baten mehrere Soldaten den Vertreter des Haaretz, unbedingt darüber zu berichten, wie erschöpft die meisten von ihnen nach mehreren Hundert Tagen ununterbrochenem Dienst in Gaza sind. «Ich habe der Armee bereits mitgeteilt, dass ich nach diesem Einsatz nicht mehr nach Gaza zurückkehren werde. Ich habe genug von Gaza. Die Leute verstehen nicht, was Burnout bedeutet. Sie denken, es geht nur darum, uns ein paar Stunden mehr Schlaf zu geben, aber es ist viel mehr als das. Die Menschen hier sind erschöpft», sagt er.

Ein Netzfund, wer es geschrieben hat ist unbekannt, möglicherweise sogar KI



Kategorien:Israel, Politik

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