28. Elul 5785

Die heutige offizielle Anerkennung von Palästina als Staatsgebilde durch die Staatschefs von Grossbritannien, Kanada und Australien hat erwartungsgemäss zu grosser politischer Unruhe geführt. Netanyahu verkündete anlässlich der Kabinettsitzung, Israel werde innerhalb von 72 Stunden darauf reagieren. Die rechts-radikalen Minister Smotrich und Ben-Gvir forderten als Reaktion die sofortige und völlige Annektierung von Judäa und Samaria. Weiterhin erklärte Ben-Gvir, die Anerkennung würde den Krieg verlängern und die Aussichten für die Geiseln schmälern. MK Yair Golan nannte die Entscheidung ‘destruktiv und extrem schädlich’ für Israel. PA-Aussenminister Varsen Aghabekian lobte den Schritt, der Palästina der Selbstständigkeit näherbringe. Die gleichen lobenden Worte fand natürlich PA-Präsident Mahmoud Abbas, der darin einen wichtigen Schritt Richtung Frieden sieht. Oppositionsführer Yair Lapid bezeichnet die Anerkennung als ‘diplomatische Katastrophe’, die durch eine funktionierende Regierung hätte vermieden werden können.

Das in den USA ansässige ‘Komitee zum Schutz von Journalisten’ (CPJ) beschuldigt Israel, Anfang des Monats 31 Journalisten ermordet zu haben, die für von den Houthi-Terroristen betriebenen Zeitungen gearbeitet haben. Die Journalisten hatten ein Recht auf Schutz, wie jeder Zivilist, obwohl sie Mitglied der Houthis waren. Beim Gegenschlag auf den Beschuss des Flughafens Ramon in Eilat hatte die IAF Militärlager der Houthis angegriffen, in denen sich auch die Propaganda-Abteilung der Terror-Organisation befand. Die Propagandaabteilung, offiziell bekannt als Abteilung für ‘moralische Führung der jemenitischen Streitkräfte’, steht unter vollständiger Kontrolle der Houthis und wird vom Militärsprecher der Houthis, Brigadegeneral Yahya Saree, geleitet.
Jordanien hat heute den Grenzübergang Allenby Bridge für den privaten Reiseverkehr wieder geöffnet. Für den gewerblichen Transport, darunter auch Hilfslieferungen für Gaza, bleibt die Grenze aber bis auf Weiteres geschlossen. Die Lieferungen aus Jordanien machen in etwa 7 % aller Lieferungen aus.

Die ehemalige MK Hanin Zoabi, wurde heute Vormittag festgenommen, nachdem bereits seit einigen Monaten verdeckte Untersuchungen gegen sie durchgeführt wurden. «Es handelt sich um einen schwerwiegenden Vorfall, bei dem diese Einwohnerin von Nazareth äusserst problematische Äusserungen und Aussagen gemacht hat, die auf Aufwiegelung und den Wunsch dieser Inhaftierten hindeuten, sich mit einer terroristischen Organisation zu identifizieren.» Ihre anti-israelischen und pro-palästinensischen Aussagen sowie ihre lautstarken Auftritte im Plenarsaal der Knesset hatten immer wieder zu Verurteilungen geführt. Anlässlich des Palästinenser-Kongresses in Wien im vergangenen Jahr hatte sie erklärt: «Es ist nicht die Hamas, die Widerstand geleistet hat, es ist das palästinensische Volk, und ja – man kann nicht zwischen der Hamas und dem palästinensischen Volk unterscheiden», und sie fuhr fort: «Diejenigen, die am 7. Oktober einmarschiert sind, sind nicht in israelisches Gebiet eingedrungen, sie sind in ihr eigenes Land eingedrungen.» Zoabi war von 2009 bis 2019 die erste israelisch-arabische MK. 2010 nahm sie an Bord der Marvi Marmara an der ersten Gaza-Flotilla teil. 2014 erklärte sie, die Mörder der drei Jungen, die auf dem Heimweg von der Schule zunächst verschleppt und anschliessend grausam ermordet wurden, seien keine Terroristen, sondern seien durch ihre Lebensumstände unter der israelischen Besatzung zu dieser Tat gezwungen worden. Aufgrund dieser Morde startete Israel die Operation ‘Protective Edge’. Anlässlich der Gedenkstunde zum 77. Jahrestag der Reichspogromnacht setzte sie diese mit der Politik Israels gegen die Palästinenser gleich.

Hier ein Gastkommentar aus der Welt vom 8.1.2024, geschrieben von ihrem Neffen, Muhammad Zoabi, arabisch-israelischer Journalist, der als Teenager als ‘Momo’ bekannt war. Er setzte sich schon früh sehr für Israel ein, wurde deshalb von seiner eigenen Familie verfolgt und musste für einige Zeit in die USA fliehen.
Zehn Soldaten wurden leicht verletzt, als sich ihr Fahrzeug im nördlichen Gazastreifen überschlug. Die Soldaten wurden geborgen und anschliessend zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus evakuiert. Um welche Art von Fahrzeug es sich handelte, wurde nicht bekannt gemacht.



Ein ganzes Kakteen-Feld mit langen Widerhaken ist für den plumpen Versuch der ‘Thank Israeli Soldiers zu wenig! Israelische Armee-Kommandanten erlaubten es Mitgliedern der NGO ‘Thank Israeli Soldiers’ in Kampfgebiete, Sammelstellen und Militärposten zu gehen, um dort den Reservisten ein Geschenk für ihre Kinder zu überreichen. Ein Malbuch, das auf der Titelseite den Kampf David gegen Goliath darstellt. Im Hintergrund Soldaten der IDF und ein Panzer vor der Höhle Machpela. Im oberen Bildteil räumt ein grosser Bulldozer Trümmer fort, auf einem Lkw sitzen drei Soldaten. Im Hintergrund rechts ein zerstörtes Hochhaus und links eine Palmenallee mit dem Plakat I❤️Gaza das wohl die heile Welt darstellen soll. Das Malbuch titelt: ‘Gaza und wir – vom Anfang bis zu den Eisenschwertern’. Die Bilder, die die Kinder der Reservisten ausmalen sollen, zeigen Situationen vom Rückzug aus Gaza 2005 bis zu den Zerstörungen des aktuellen Krieges. Die NGO bietet auf ihrer Webseite Programme an, Teambildung für Soldaten und Spiele sowie Aktivitäten für die Familien. «Seit Simchat Torah vor zwei Jahren (7. Oktober 2023) haben Sie eine unglaubliche, wenn auch nicht einfache Zeit durchlebt», heisst es in der Broschüre, die den Familien der Reservisten der israelischen Streitkräfte gewidmet ist. «Die Broschüre, die wir für Sie vorbereitet haben, erzählt die Geschichte und das Erbe des Gazastreifens. Durch sie werden Sie verstehen, dass auch Sie ein Glied in der Kette der Generationen sind.» Kinder werden im Malbuch auch aufgefordert, die ‘richtige Lösung’ für die Zukunft Gazas zu diskutieren. Die Reservisten zeigen sich über diesen plumpen Indoktrinations-Versuch empört: «Wenn die IDF die Politik aus der Armee heraushalten will, sollte sie auch verhindern, dass die extreme Rechte die Soldaten erreicht», sagte ein Reservist. «Die Bataillons- und Brigadekommandeure haben Angst vor den Rabbinern und den rechtsextremen Extremisten, die hierherkommen. Gibt es jemanden, der daran zweifelt, was passieren würde, wenn Peace Now oder Breaking the Silence [extrem linke Aktivisten] in den Gazastreifen kämen, um Broschüren an die Soldaten zu verteilen?», fragte er sich.
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