Krieg in Israel – Tag 720

3. Tishri 5786

Leider muss die IDF auch heute wieder den Tod eines Soldaten bekannt geben. Staff Sgt. Chalachew Shimon Demalash, 21, s’’l, wurde heute Vormittag Opfer eines Scharfschützen-Angriffs in Gaza City. Chalachew Shimon Demalash ist ein Sohn amharischer Einwanderer. Sie sind besonders stolze Soldatinnen und Soldaten und immer ganz besonders liebenswerte Menschen. 

Die Wing of Zion ist in der Nacht nahezu im Zick-Zack-Kurs über das Mittelmeer geflogen, um möglichst den Luftraum jener Staaten zu vermeiden, in denen eine potenzielle Möglichkeit besteht, dass Netanyahu bei einem unfreiwilligen Aufenthalt festgenommen werden könnte. Überflogen wurden nur Gebiete von Griechenland und Italien, bevor die Maschine mit dem Transatlantikflug begann. Bei seinem Statement vor dem Abflug erklärte Netanyahu: «Ich werde vor der UN unsere Wahrheit erklären, über die Bürger Israels, die IDF und unser Land. Ich werde jene Führer anprangern, die, anstatt die Mörder, Vergewaltiger und Kindermörder anzuprangern, ihnen einen Staat im Herzen des Landes Israel geben wollen. Das wird nicht geschehen», bekräftigte der PM. «In Washington werde ich mich zum vierten Mal mit Präsident Trump treffen und mit ihm über die grossen Chancen sprechen, die unsere Siege mit sich gebracht haben, sowie über die Notwendigkeit, die Ziele des Krieges zu erreichen: die Rückkehr aller unserer Geiseln, die Niederlage der Hamas und die Ausweitung des Friedenskreises, der sich nach dem historischen Sieg in der ‘Operation Rising Lion’ gegen den Iran und anderen Siegen, die wir errungen haben, geöffnet hat», fuhr Netanyahu fort.

Aussenminister Gideon Sa’ar betonte, dass Israel nicht plane, Gebiete von Judäa und Samaria zu annektieren, die sich derzeit unter der Regierung der PA befindend. Zur italienischen Tageszeitung ‘Corriere della Sera’ erklärte er: «Es gibt weder die Idee noch Diskussionen darüber, Gebiete der PA zu annektieren. Wir wollen nicht über die Palästinenser herrschen. Was eventuell diskutiert werden kann, ist die Frage, ob das israelische Gesetz in den Gebieten implementiert werden soll, die nicht zum Gebiet der PA gehören.» Die Gespräche werden nach Rückkehr von Netanyahu aus den USA in der kommenden Woche stattfinden. 

Die ‚Family‘, das Hauptschiff der Flotilla

Zur Sicherheit der Gaza Flotilla werden sowohl Spanien als auch Italien Marineschiffe schicken, die die Schiffe auf dem Weg nach Gaza begleiten. Es wird nicht erwartet, dass die beiden italienischen Schiffe militärische Gewalt einsetzen werden, so betonte PM Giorgia Meloni. Das Vorgehen der Aktivisten bezeichnete sie als ‘gefährlich und unverantwortlich’. Der spanische PM Pedro Sanchez erklärte, die Schiffe nur einzusetzen, um «sicherzustellen, dass unsere Bürger bei Bedarf gerettet und zurückgebracht werden können.» Einige Schiffe der Flotilla sind angeblich in den vergangenen Tagen immer wieder von Drohnen angegriffen und teilweise beschädigt worden. Die Teilnehmer der Flotilla beschuldigen Israel, für diese Angriffe verantwortlich zu sein, was bisher nicht bestätigt wurdeDen sinnvollen Vorschlag, ihre ‘Hilfsgüter’ in Zypern zu entladen und von dort nach Gaza liefern zu lassen, haben italienische Aktivisten ebenso abgelehnt wie das Angebot Israels, die Waren in Ashdod zu löschen, von wo sie ebenfalls nach Gaza geliefert würden. Bei dieser Aktion geht es nicht um Hilfe für die notleidenden Palästinenser, sondern nur darum, gegen Israel Stunk zu machen. 

Trump leidet offenbar an Verfolgungswahn. «Nicht ein, nicht zwei, nein drei dunkle Vorkommen sind im Zusammenhang mit meinem Auftritt bei der UNO geschehen.» Zunächst sei die Rolltreppe spontan stehengeblieben. Nur durch einen glücklichen Zufall seien Melania und er nicht zu Fall gekommen. Dann blieb der Teleprompter dunkel, sodass er 15 Minuten frei sprechen oder aus dem vor ihm liegenden Text ablesen musste. Schliesslich sei auch die Tonübertragung in den Saal ausgefallen, sodass die Zuhörer ihn nicht hören konnten. Er verlangte eine Auswertung der Sicherheitskameras und eine scharfe Bestrafung. Den Verantwortlichen für den Stromausfall der Rolltreppe möchte er mit einer Gefängnisstrafe bestrafen. Dabei war der Sicherheitsmechanismus der Anlage möglicherweise von seinem eigenen Fotografen ausgelöst worden. Der Teleprompter wird von Mitarbeitern des Weissen Hauses bedient. Die Tonübertragung mit Übersetzungen in sechs Sprachen ist individualisiert und funktioniert, solange der Betroffene an seinem Platz ist. Unabhängig von der allgemeinen Rede. Also warum die Aufregung?

Mit ihrem vierten Brief zu dieser Sache innerhalb von vier Monaten hält GStA Gali Baharav-Miara unmissverständlich fest, dass ein Schreiben vom rechtsextremen Ben-Gvir ‘zum Umgang der Polizei mit Protesten rechtswidrig und ungültig ist und von der Polizei nicht umgesetzt werden darf’. Die Vorschläge beinhalten eine ‘verbotene politische Einmischung’ in die Arbeit der Polizei sowie eine verbotene Einmischung in die operative Entscheidungsfreiheit der Polizeibeamten. Dazu stellen sie eine unbegründete Beeinträchtigung des Rechts auf Protest und Meinungsfreiheit sowie einen Verstoss gegen die Grundsätze zu denen sich der Minister bei Amtsantritt verpflichtet hat, dar. Für all das gibt es im Vorschlag von Ben-Gvir keinen Raum. Baharv-Miara betonte, dass das Strategiepapier so nicht in Kraft gesetzt und erneut geprüft werden müsse. Ben-Gvir tobte daraufhin: «Ich werde mich nicht von den verabscheuungswürdigen und kriminellen Methoden von Baharav-Miara abschrecken lassen, die seit Monaten eine Diskussion über das von mir vorgelegte Strategiepapier vermeidet und dann behauptet, das Dokument sei ungültig, weil sie noch nicht darauf reagiert hat. Zu ihrem grossen Bedauern hat mir die Öffentlichkeit ein Mandat erteilt – nicht ihr. Sie wird mich nicht davon abhalten, meine Arbeit zu tun. Eine Öffentlichkeit, die Gewalt auf den Strassen erlebt, hat keine Zeit, auf Baharav-Miara zu warten.» Ist es etwa nicht verabscheuungswürdig und kriminell, was er bei nahezu jeder Demonstration anordnet? Den Einsatz von eigens geschulten Pferden, die entgegen ihrer Natur auf die Demonstranten losgehen und sie teils schwer verletzen? P.S. Ben-Gvir hat das Mandat nicht von der Öffentlichkeit erhalten, sondern vom PM, als Belohnung für politische Gefälligkeiten. 

PA-Präsident Mahmoud Abbas setzte bei seiner Rede vor den UNO ein nonverbales Zeichen über seine Absichten. Wo andere am linken Revers die Flagge ihres Landes oder im Fall von Israel die gelbe Schlaufe tragen, trägt er das Schlüsselsymbol. Dieses Symbol besagt, dass der Träger beabsichtigt, in sein Haus zurückzukehren, welches er bei der ‘Vertreibung’ aufgeben musste. Eindeutiger kann man kein Statement abgeben. 

Eine ganze Familie, die sich trotz wiederholten Evakuierungs-Aufforderungen nach wie vor in ihrem alten Haus in Gaza-City aufhielt, wurde angeblich am Montag Opfer des zusammenstürzenden Gebäudes. Die Region sollte schon lange vor der Bodenoffensive evakuiert werden. Die Rettungskräfte konnten erst nach fast zwei Tagen zu den Verschütteten vordringen. Sie hatten während der Rettungsversuche den Kontakt zu ihnen verloren. Die Familie Rabah hatte unmittelbar nach dem Einsturz Freunde angerufen und ihnen mitgeteilt, dass sie eingeschlossen seien. Die IDF reagiert auf den Vorwurf, die Rettung verhindert zu haben, mit folgender Mitteilung. «Aufgrund der vorliegenden Koordinaten und der angegebenen Zeit fanden dort keine Angriffe statt. Während der Nachtstunden wurde von Hilfsorganisationen eine Bitte um Zeit für eine Evakuierung eingebracht, der entsprochen wurde. Wir weisen aber nochmals darauf hin, dass es sich bei der Zone um ein aktuelles Kampfgebiet handelt.»

Nach dem Raketenbeschuss von gestern auf Eilat, bei dem 21 Personen verletzt wurden, 2 von ihnen lebensgefährlich, flog Israel heute Angriffe auf mindestens 13 Ziele in der jemenitischen Hauptstadt Sa’ana. Genauere Angaben wurden noch nicht bekannt. 



Kategorien:Israel, Politik

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