15. Tishri 5786

Wie peinlich ist das denn? Der sonst so eloquente und für Interviews gut vorbereitete Netanyahu leistete sich heute in einem Gespräch mit dem politischen Kommentator Ben Shapiro gleich zwei lapsus linguae. Oder lapsus memoriae? «Was in Gaza begann, wird auch in Gaza enden. Mit der Freilassung von 40 unserer Geiseln, 46 aktuell.» Netanyahu hat offenbar die aktuelle Zahl nicht im Kopf, die 48 lautet. Punkt. Das Forum ‘Familien von Geiseln und Vermisste’ forderte sofort eine Aufklärung vom Büro des PM, auf die sie bisher vergebens hofft.
Länder der EU erinnern an das Massaker vom 7. Oktober 2023, das sich heute zum zweiten Mal jährt. Die Hoffnung Vieler, dass die Geiseln, die lebenden und die toten bereits vor dem heutigen Tag frei wären, hat sich nicht erfüllt. Nun liegt die Hoffnung darauf, dass sie bis zum kommenden Montag, dem Jahrestag des Massakers nach dem jüdischen Kalender frei sein könnten.
EU-Präsidentin Ursula von der Leyen erklärte: «Wir werden nie den Horror der Hamas-Attacken vom 7. Oktober vergessen und den Schmerz, den unschuldige Opfer, ihre Familien und ganz Israel vor zwei Jahren erdulden musste. Wir ehren ihr Gedenken, indem wir uns andauernd um Frieden bemühen. Die sofortige Freilassung aller Geiseln und ein Waffenstillstand sind in greifbarer Nähe. Dieser Moment muss genutzt werden, um einen andauernden Frieden in der Region auf der Basis einer Zwei-Staaten-Lösung zu erreichen.»
Italiens PM Giorgia Meloni erinnerte an die «unglaublichen Verbrechen, die den 7. Oktober zu einer der dunkelsten Seite der Geschichte» gemacht haben. Sie hätten eine unvorhersehbare Welle der Gewalt im Mittleren Osten ausgelöst. Trotzdem, so sagte sie, «ist die militärische Antwort Israels jenseits aller Angemessenheit gelegen und hat zu viele unschuldige Leben der gazanischen Zivilbevölkerung gekostet. Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um dem Friedensplan (der ja bisher nur ein Arbeitspapier ist, das zu einem Friedensplan führen soll!) zu einem Erfolg zu verhelfen.»
Der griechische PM Kyriakos Mitsotakis betonte: «Heute halten wir an, um die Opfer der Gewalt zu ehren. Wir stehen klar gegen Hass und Gewalt.»
PM Ulf Kristersson aus Schweden bedauerte, dass sich seit dem 7. Oktober 2023 Juden in ihrem Heimatland Schweden nicht mehr sicher fühlen. «Meine Botschaft ist: Es gibt keinen Patz für Antisemitismus in Schweden. Juden müssen stolz den Magen David tragen und ihre Synagogen besuchen können. Ihre Kinder müssen jüdische Schulen besuchen können. Alle schwedischen Juden müssen wissen, dass wir hinter ihnen stehen.» Schön, wenn nur gewaltbereite antisemitische Minderheiten nicht gegenwärtig wären!

Vor dem Brandenburger Tor in Berlin wurden mehr als 1.000 Stühle mit den Bildern der Opfer vom Massaker des 7. Oktobers aufgestellt, um des zweiten Jahrestages zu gedenken. Die Aktion wurde von der ‘Jüdischen Studenten Union Deutschland’ organisiert und durchgeführt.




Im SpOnwird von einer Ausstellung in Berlin berichtet, die das Grauen des Massakers etwas näher in das Bewusstsein seiner Besucher bringt. «Man kann zu dem komplizierten Konflikt und dem blutigen Krieg zwischen Israelis und Palästinensern alle möglichen Meinungen haben. Über eine Sache sollte es allerdings Einigkeit geben: Dass sich beim Überfall auf das Nova Festival am frühen Morgen des 7. Oktobers 2023 und dem Massaker an etwa 400 Menschen dort, zwei Prinzipien gegenüberstanden: Zivilisation und Barbarei. Das ist kein philosophischer Gedanke, sondern Realität jenes Tages.» Besser kann man es kaum beschreiben. «Oct 7, 06:29 am – The Moment Music Stood Still.» So der Titel der Ausstellung. SpOn schreibt weiter: « …., dass es auf dem Gelände des Nova-Festivals kurz nach Sonnenaufgang jenes Tages zwei Arten von Leuten gab: die, die tanzen wollten. Und die, die töten wollten.»

Eine gleiche Aktion wurde an der Columbia Universität, die für die anti-israelischen Demonstrationen bekannt wurde, durchgeführt. Hier wurden 1200 Stühle mit Bildern der Opfer von den beiden NGOs ‘DiploAct’ und ‘Let’s do something’ aufgestellt.
US-Vize Präsident JD Vance schrieb in seinem ‘X-Account’: «An diesem zweiten Jahrestag des furchtbaren Angriffs der Terroristen am 7. Oktober, erinnern wir uns an alle unschuldigen Menschen, die brutal von der Hamas ermordet wurden. Wir arbeiten weiter an Präsident Trumps Plan, die in Gaza festgehaltenen Geiseln heimzubringen und einen dauerhaften Frieden zu erreichen.»
Die Hamas bezeichnete den zweiten Jahrestag des 7. Oktobers als ‘glorreichen Tag des Erfolgs’ und das Massaker als ‘bedeutungsvollen Wendepunkt’: «Zwei Jahre später setzt der Feind seinen barbarischen Krieg gegen das standhafte palästinensische Volk fort und verübt weiterhin Massaker an unschuldigen Zivilisten, während die Welt schweigt und die arabischen Länder sie auf beispiellose Weise im Stich lassen.»


Bei gezielten Angriffen gelang es der IDF heute, zwei führende Hisbollah-Terroristen zu eliminieren. Ali Issa war der lokale Verbindungsmann zwischen der Hisbollah und den Bewohnern der Stadt Kfara. Seine Aufgabe bestand darin, privates Eigentum für die Terror-Organisation zu requirieren. Der zweite Terrorist, dessen Namen nicht veröffentlicht wurde, war Bauarbeiter. Zur Zeit des Angriffs war er mit Grabungsarbeiten zum Wiederherstellen von zerstörter terroristischer Infrastruktur beschäftigt. Die IDF hält fest, dass beide Tätigkeiten ausübten, die dem Waffenstillstands-Abkommen zuwiderliefen.
Im Laufe des Vormittags und frühen Nachmittag wurde insgesamt viermal der Drohnenalarm in Eilat ausgelöst. Die von den Houthi-Terroristen abgeschossenen Drohnen konnten von der IDF abgefangen werden, bevor sie in den israelischen Luftraum eindrangen. Es gab keine Meldungen zu Schäden oder Verletzten.
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